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Australischer Teebaum, Melaleuca alternifolia – Pflege

australischer teebaum

Der Australische Teebaum ist durch sein Teebaumöl bekannt, das als vielseitig einsetzbar von antimikrobiell bis Zahnfleisch heilend gilt. Viel weniger bekannt sind jedoch seine dekorativen Eigenschaften, Melaleuca alternifolia lässt sich nämlich hervorragend bei uns kultivieren, wenn auch nur als Kübelpflanze und nicht im Garten. Wie hübsch ein Australischer Teebaum während der Blüte aussieht, können Sie auf www.tropica.de/shop/artikel_bild_gross.php?artikelNr=85 betrachten.

Kauf oder Anzucht?

Ob Sie mit einem Melaleuca alternifolia glücklich werden, entscheidet sich bereits in diesem frühen Stadium, denn beim Australischen Teebaum ist beides nicht ganz ohne:

1. Melaleuca alternifolia kaufen
Wenn Sie sich für einen Australischer Teebaum interessieren, werden Sie sehr häufig lesen, dass er als Pflanze bei uns leider nicht zu kaufen sei. Das ist nicht ganz richtig, aber zumindest fast richtig, nur in vereinzelten Kräuter-Gärtnereien werden gelegentlich kleine Teebäumchen gezogen. Sie werden ganz schön suchen müssen, und für einen echten Winzling nicht ganz kleine zweistellige Beträge zahlen müssen (.

2. Melaleuca alternifolia anziehen
Melaleuca alternifolia aus dem wesentlich wärmeren australischen Klima muss bei uns ohnehin drinnen überwintern, theoretisch ist die Anzucht der Samen also ganzjährig möglich. Praktisch bekommt ein Teebaum in Deutschland sowieso zu wenig Licht/Wärme – Auszucht im späten Frühjahr ist sicher am besten.

Die ist nämlich nicht einfach, schon die Samen sind schwierig zu händeln, das Saatgut ist wirklich außergewöhnlich winzig und fein. Deshalb sollten Sie die Aussaat gleich mit einem Trick beginnen:

  • Mischen Sie die Samen mit ganz feinem Sand
  • Verteilen Sie diese Mischung auf durchfeuchteter Anzuchterde
  • Melaleucas sind Lichtkeimer, die Samen werden hauchdünn mit Erde bedeckt
  • Nun müssen Sie die Anzuchtgefäße gleichmäßig feucht (nicht nass) halten
  • Möglichst sonnig aufstellen und nie austrocknen lassen
  • Die Temperatur muss mindestens 18 und besser 20° C betragen
  • Das Anzuchtgefäß sollte abgedeckt werden, mit Folie oder Glasscheibe
  • Die Folie sollte UV-Licht durchlassen, nicht bei allen transparenten Folien gegeben
  • Ein paar Löcher zur Belüftung sollten hineingestochen werden
  • Die Glasscheibe lässt mit einer Klammer am Topfrand o.ä. etwas Luft rein
  • Zusätzlich sollte der Topf alle paar Tage kurz abgedeckt werden, dann schimmelt die Erde bestimmt nicht
  • Wenn alles stimmt, sollten die Samen nach 4 bis 6 Wochen keimen
  • Nach dem Austrieb sollten die Winzlinge keine direkte Sonne abbekommen

Als Anzuchterde eignet sich ein eher saures Substrat, das sind die meisten australischen Pflanzen gewohnt. Sie können z. B. fertige Rhododendronerde verwenden oder leicht sauer eingestellte Anzuchterde oder Kokosfaser, die hat auch einen niedrigen pH-Wert, ist luftdurchlässig und nährstoffarm.

Meist keimen mehrere Australische Teebäume, aber dann fangen die Probleme an:

  • Wenn die kleinen Pflanzen so groß geworden sind, dass sie sich gegenseitig bedrängen, müssen sie pikiert werden
  • Bei dieser Vereinzelung ist bei den Melaleucas nicht ganz so leicht der perfekte Zeitpunkt zu erwischen
  • Aus feinen Samen wachsen nämlich auch kleine, feine Pflänzchen
  • Wenn das erste Blattpaar nach den Keimblättern zu sehen ist (normale Pikierzeit), kaum zu greifen
  • Beim Australischen Teebaum sollten Sie deshalb etwas länger warten, die Verletzungsgefahr ist einfach zu groß
  • Sie müssen die Pflanzen aber gut beobachten, irgendwann gefällt es ihnen nicht mehr, sehr dicht zu stehen
  • Eine Richtzeit: Ca. 5 – 8 Wochen nach Austrieb fühlen sich die Sämlinge im Verbund „gedrängelt“
  • Sie sind dann immer noch ziemlich winzig, Sie müssen also sehr vorsichtig pikieren
  • Vor allem die haardünnen jungen Wurzeln sollten auf keinen Fall beschädigt werden
  • Wenn das Substrat es mitmacht, können Sie es einfach teilen und den Keimling mit Erde umsetzen
  • Die restliche Erde im Topf kann dann schon die Blumenerde sein, in der er später wachsen soll

Wenn Sie den richtigen Zeitpunkt verpassen, zicken die Teebäume gerne einmal rum und wachsen einfach nicht weiter – machen Sie sich nichts daraus, Sie sind wirklich nicht der einzige Zimmergärtner, dem dass passiert. Vielleicht liegt es auch einfach an zu wenig Licht, ein Teebaum ist ganz andere Lichtintensitäten gewohnt, als wir – selbst im Sommer – bieten können. Ein wenig zusätzliches künstliches Pflanzenlicht bei der Aufzucht kann sicher nicht schaden.

In den größeren Töpfen herrscht immer noch Schimmelgefahr, sie brauchen einen Ablauf im Boden haben, am besten fügen Sie auch noch eine Drainageschicht aus Sand/Kies ein. Diese Töpfe sollten weiter abgedeckt und nicht längere Zeit voller Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden.

Nach gut einem Vierteljahr können die Pflanzen langsam abgedeckt werden – Glasscheibe öfter beiseite legen, Folie nach und nach durchlöchern, so können die Pflanzen sich langsam an die trockenere Raumluft gewöhnen.

Wenn der Australische Teebaum irgendwann etwa Handlänge erreicht hat und dabei schön kräftig aussieht, kann er an seinen endgültigen Standort umziehen. Wenn der sehr sonnig ist, wiederum mit vorsichtiger Gewöhnung.

Standort

Dieser endgültige Standort für den Australischen Teebaum sollte sonnig, schön warm und vor Zug und ähnlichem geschützt sein.

Im Sommer freut sich der Teebaum über einen Standort im Freien, ggf. wieder mit etwas Gewöhnung.

Pflege

Wenn Sie den Teebaum erst einmal aus dem Miniatur-Stadium herausgepflegt haben, wird die Pflege leichter:

  • Nicht austrocknen lassen
  • Wenn umgetopft wird, immer kalkarme (pH-Wert 5 bis 6), aber humose Erde verwenden
  • Während der Wachstumszeit möchte der Teebaum reichlich gewässert werden
  • Auch jetzt jede Staunässe vermeiden, Abfluss im Topf regelmäßig kontrollieren
  • Der kalkempfindliche Teebaum sollte mit weichem/enthärtetem Wasser gegossen werden
  • In der Wachstumssaison (April bis September) sollte der Teebaum gedüngt werden
  • Nach Bedarf, gewöhnlich alle 14 Tage etwas (phosphatarmen) Kübelpflanzendünger

Schneiden

australischer teebaum ZweigSchneiden können und sollten Sie Ihren Teebaum, sobald Sie sicher sind, dass die Jungpflanze nicht vorhat, sich heimlich und grundlos zu verabschieden (wie Sie sicher sein können? Keine Ahnung, hier ist die Art von Intuition gefragt, die auch „Grüner Daumen“ genannt wird).

Wenn Ihr Teebaum kräftig und freudig wächst und auch keinerlei Anzeichen erkennen lässt, dass er diese Freude verlieren könnte, können Sie ihn durch Beschnitt zu mehr Verzweigung anregen. Wenn Sie den strauchartig wachsenden Teebaum rundum etwas stutzen, wird er buschiger wachsen, außerdem können Sie ihn so in jeder gewünschten Wuchshöhe halten.

Bei anderen Arten aus der Gattung Myrtenheide bilden sich an den Stellen des Triebs, an denen die Blüten saßen, keine Blätter mehr. Für Melaleuca alternifolia sind entsprechende Informationen zwar nicht übermittelt, wenn er sich aber an die Gepflogenheiten seiner Gattung hält, wäre es empfehlenswert, die Blütentriebe nach jeder Blüte bis unter den verwelkten Blütenstand zurückzuschneiden. Dadurch würde ein kompakter Wuchs gefördert, und die Triebe verzweigen sich nach dem Beschnitt hoffentlich noch weiter (vorsichtig ausprobieren und beobachten).

Überwinterung

Wenn ein Australischer Teebaum bei uns aufgezogen wurde, richtet er sich auch nach unseren Jahreszeiten (und nicht nach den entgegengesetzten Jahreszeiten seiner australischen Heimat).

Allen Klimagebieten Australiens (gemäßigt, subtropisch, tropisch) ist gemeinsam, dass es keinen echten Winter gibt, die Temperaturen bewegen sich noch nicht einmal ernsthaft in Richtung Nullpunkt. Der Australische Teebaum hat deshalb keinen Grund, seine Blätter im Winter abzuwerfen, er wächst grundsätzlich immergrün.

Was aber nicht bedeutet, dass er keine Erholungsphasen braucht, auch ein Australischer Teebaum hat etwas Winterruhe verdient. Die verschaffen Sie ihm, indem Sie ihn im Winter etwas trockener halten und ihn in einen hellen und kühlen Raum mit Temperaturen zwischen 10 und 15 °C stellen.

Wenn das mangels passendem Raum nicht möglich ist, kann der Teebaum auch bei höheren Temperaturen überwintern, er kommt dann aber nicht in gleichem Maße zur Ruhe und braucht eine etwas reichlichere Versorgung. Da eine australische Pflanze im Winter bei uns an Lichtmangel leidet, bilden sich bei durchkultivierten Pflanzen häufig sehr lockere und lichte Kronen, weil der Teebaum während des winterlichen Wachstums aufgrund des Lichtmangels seine Blattabstände verlängert. Abhilfe könnte eine künstliche Zusatzbeleuchtung bei warmer Überwinterung schaffen.

Teebaumöl: Gut für „fast Alles“ und heute vielleicht wichtiger denn je

Teebaumöl wird schon sehr lange für alle möglichen kosmetischen bis gesundheitsfördernden oder heilenden Anwendungen eingesetzt.

Die australischen Ureinwohner gaben den Extrakt des Teebaumöls auf offene Wunden und Hautinfektionen, behandelten Zahnfleischentzündungen und Erkältungskrankheiten und Kopfläuse gleich auch noch. Die europäischen Einwanderer machten es ihnen nach, und Teebaumöl war ein unverzichtbarer Bestandteil der Erste-Hilfe-Ausrüstung der australischen Truppen im Zweiten Weltkrieg.

Die ihm nachgesagten Wirkungen sind vielseitig, antimikrobiell wirkt Teebaumöl auf jeden Fall, weiter soll es überschießende Immunreaktionen nach Insektenstichen abmildern, soll antiseptisch, bakterizid und fungizid wirken. In der Alternativmedizin wird es gegen Akne, Schuppen und Schuppenflechte, Muskelschmerzen und Pilzerkrankungen, Rheuma, Raucherhusten, Krampfadern und mehr eingesetzt. Außerdem soll es in kosmetischen Präparaten gegen unreine Haut und Fußpilz wirken, und kosmetische Produkte können durch Teebaumöl konserviert werden.

Bei Kreativen läuft jetzt bereits das Kopfkino, vom Umschlag mit Teeblättern bis zur eigenen Ölmühle, aber ganz so unbedenklich einzusetzen ist Teebaumöl nicht: Wenn Teebaumöl in zu niedriger Konzentration angewendet wird, soll es Bakterien nicht abtöten, sondern sie nur widerstandsfähiger bzw. sogar resistent gegenüber Antibiotika machen.

Außerdem gilt es als Risikosubstanz, die Kontakt-Allergien auslösen kann, und in der Nähe von Tieren hat es vor gründlicher Beratung mit dem Tierarzt überhaupt nichts zu suchen. Der vermutlich abraten wird, wie viele ätherische Öle ist Teebaumöl für die meisten Haustiere toxisch. Katzenhalter müssen sogar aufpassen, dass die Katzen keine Blätter anknabbern, ihnen fehlt die Fähigkeit, die Inhaltsstoffe der Pflanze abzubauen.

Andererseits geriet das Teebaumöl nach dem Zweiten Weltkrieg deshalb in Vergessenheit, weil uns Antibiotika zur Verfügung standen. Mit Antibiotika haben wir gerade immer mehr Probleme bzw. wir machen gerade diese stärkste Waffe, die die Medizin gegen Infektionen hat, durch ungebremsten und unkontrollierten Einsatz in der Massentierhaltung aktiv unwirksam.

Unter diesem Aspekt ist es vielleicht ganz schlau, sich mit der Wirkung des eigenen Teebaums zu beschäftigen, zu Öl gepresst oder frisch vom Baum. Die australischen Ureinwohner haben auch einfach die Teebaumblätter verwendet, sie in den Händen verrieben oder auf heißen Steinen erwärmt und dann die frei werdenden ätherischen Öle inhaliert.
 
Die Wissenschaftler, die sich mit den widerstandsfähigen Bakterien beschäftigt haben, empfehlen allerdings, Teebaumöl nicht in Konzentrationen unter 4 Prozent anzuwenden, damit Bakterien abgetötet und nicht resistent werden (www.wissenschaft.de/home/-/journal_content/56/12054/1019024).

Arten und Sorten: Mehr Teebäume, mehr nützliches Öl

Der Australische Teebaum gehört zur Familie Myrtengewächse, Gattung Myrtenheiden oder Melaleuca. Von den Arten dieser Gattung und den Arten anderer Gattungen Myrtengewächse (Baeckea, Kunzea und Leptospermum) werden einige Teebaum genannt, aus allen diesen Teebäumen werden durch Destillation Teebaumöle gewonnen. Hier die weiteren Teebaum-Arten:

  • M. cajuputi, Kajeputbaum, Cajeputbaum, liefert das dem Teebaumöl ähnliche Cajeput-Öl, das aber nach Eukalyptus riecht
  • M. leucadendra, Silberbaum-Myrtenheide, wird auch Cajeputbaum genannt, das Öl ist eines der drei Öle im berühmten „Olbas“
  • M. linariifolia, der „Snow-in-Summer“ wird in Australien und den USA kultiviert, übers Internet sicher zu bekommen
  • M. quinquenervia, liefert Teebaumöl, das manchmal als Niauli-Öl und manchmal als Cajeput-Öl bezeichnet wird
  • M. uncinata
  • M. viridiflora, Niaulibaum, ergibt Niauliöl
  • Leptospermum scoparium, von ihm kommt das Manuka-Öl
  • Kunzea ericoides, seine Blätter werden zu Kanuka-Öl destilliert

Zuchtsorten des Melaleuca alternifolia gibt es nicht, wenn Sie irgendwelche Nutzungsexperimente vorhaben, ist es aber auch wichtig, dass Sie ein unverfälschtes Original kultivieren und abernten.

Vermehrung

Die Melaleuca vermehren sich unter natürlichen Bedingungen durch Samen, aber auch durch Stockausschlag, wie man hört ziemlich rasant, auf ausreichend nassen Standorten sollen sogar umgefallene Bäume aus den Kronen gleich wieder Wurzeln schlagen.

Fazit: Der Australische Teebaum und seine Verwandten sind ohne Zweifel höchst interessante Pflanzen für jeden, der sich mit den wohltuenden Wirkungen natürlicher Stoffe beschäftigt. Darüber hinaus sind sie einfach auch so dekorativ, dass abwechslungsfreudige Zimmergärtner gerne einen Australischen Teebaum kultivieren würden. Genau hier wird es spannend, einfach an der nächsten Ecke kaufen kann man einen Teebaum nicht, und die Aufzucht soll manche Überraschungen bieten – was den leidenschaftlichen Gärtner natürlich nur noch mehr herausfordert.