Amarant im Garten

Amarant als Pflanze kennen eher wenige Menschen. Auch ich habe im ersten Moment eher an das Nahrungsmittel gedacht, an die kleinen Körnchen. Die getreideähnlichen Amarant-Körner sind sehr gesund. In vielen lateinamerikanischen Ländern gehören sie zu den Hauptnahrungsmitteln. Die Pflanzen werden schon seit 9.000 Jahren angebaut. Man nennt sie auch „Inka-Weizen“. Bei uns ist Amarant vor allem denen bekannt, die sich glutenfrei ernähren müssen. Darüber hinaus ist das Getreide gut für alle Menschen mit Eisenmangel und für Schwangere. Besonders wertvoll ist die biologische Wertigkeit der Proteine. Sie übertrifft die von Milch, weshalb Amarant sehr gern als Zusatzstoff für Babynahrung genutzt wird.

Erscheinungsbild und Sorten

Fuchsschwanz, das ist vielen ein Begriff, da hat man gleich ein Bild vor Augen. Lange hängende knallige Blütenstände und eine sehr auffällige Pflanze. Es gibt zahlreiche Amaranthus-Arten, etwa 60 bis 70.Außer in der Antarktis kommen sie überall auf der Welt vor. In Hausgärten wird meist der Garten-Amarant (Amaranthus caudatus) genutzt, auch Kiwicha genannt. Die Körnerfrucht wird hauptsächlich in Peru, Bolivien, Argentinien und im Himalaja angebaut. In Mitteleuropa findet man den Garten-Amarant oft in Bauerngärten. Er wird als Schnitt- und Trockenblume genutzt. Auffällig sind seine langen Blütenstände, meist dunkelpurpurfarben, von Juni bis September.

Interessant ist noch, dass der Azofarbstoff Amarant auch als Lebensmittelfarbe zum Einsatz kommt und zwar als Lebensmittelzusatzstoff E 123.

Interessante Arten und Sorten

Amarant PflanzeA. caudatus – 60 bis 100 cm hoch, vermutlich aus Afrika oder Asien

  • ’Fat Spike’ – aufrechte, sehr voluminöse, rote Blütenstände, Laub dunkelgrün bis bräunlich
  • ’Rotschwanz’ – hängende, magentafarbene Blütenstände, kräftig grüne Blätter
  • ’Marvel Bronce’ – aufrechte, rote Blütenstände, Blätter dunkel bronzefarben
  • ’Grünschwanz’ – hängende, hellgrüne Blütenstände, sehr lang und kräftig grüne Blätter
  • ’Pony Tails’ – rote und grüne Blütenstände, sehr lang, oft bis zum Boden, wird bis 120 cm hoch
  • ’Kupferberg’ – orange bis kupferfarbene aufrechte Blütenstände, grünes Laub, wird bis 130 cm hoch
  • ’Oeschberg’ – dunkelrote, aufrechte Blütenstände, dunkelgrünes bis olivfarbenes Laub

A. tricolor – auch Gemüse-Amarant genannt, aus Südostasien, beindruckende Blätter in zwei oder drei Farben, etwa 20 cm lang, Blüten dagegen unspektakulär, Pflanze bis 130 cm hoch

  • ’Perfecta’ – auffällig orange-rote Hochblätter, bis 85 cm hoch
  • ’Early Splendor’ – dunkellaubig, auffallend rot-gelbe, gekräuselte Hochblätter, 80 bis 100 cm hoch
  • ’Splendens Perfecta’ – grün-rote Blätter mit etwas gelb, etwa 85 cm hoch
  • ’Josephs Coat’ – gelb-rot-grüne Blätter, nur 50 bis 60 cm hoch

Die Pflege des Amaranthus oder Fuchsschwanz

Amarant wird als einjährige Sommerblume kultiviert. Meist ist es der Garten-Amarant, der angebaut wird. Die Pflanzen sind recht pflegeleicht, brauchen aber viel Wärme. In kalten verregneten Jahren entwickeln sie sich nur langsam und bleiben klein. Die ersten Fröste töten die Pflanzen ab. Blühende Amarantpflanzen sind gut für die Vase geeignet. Samenkapseln machen sich gut in Trockensträußen.

roter FuchsschwanzAmarant kann als Kübelpflanze genutzt werden, darf aber erst ab Mitte Mai ins Freie gestellt werden. Einige Sorten machen sich auch gut als Ampelpflanzen. Die Blüten hängen toll über den Rand der Gefäße hinaus.

Nachteilig ist, dass sich Amarant, wenn die Samen zur Reife gelangen, massiv ausbreiten kann. Wer das nicht möchte, muss die Samenstände entfernen, bzw. schon die verblühten Blütenstände. Harte Winter überleben die Samen oft nicht, milde dagegen schon. Da man nicht weiß, wie der Winter ausfällt, sollte man auf Nummer sicher gehen.

Standort

Der Standort muss vor allen Dingen sonnig und warm sein. In kühlen Sommern entwickeln sich die Pflanzen weitaus schlechter als in warmen. Ansonsten sind diese Gewächse nicht sehr anspruchsvoll, was ihren Standort anbelangt. Ein windgeschützter Platz ist günstig, da die recht hohen Pflanzen auch schnell abbrechen oder knicken.

  • Alle Arten lieben Wärme und Sonne
  • Zum Keimen brauchen sie auch Wärme, deshalb gehören sie zu den spät austreibenden Pflanzen
  • Günstig ist ein windgeschützter Platz, da Wind die langen Blütenstände kräftig durcheinanderwirbeln lässt, sie sich verfitzen und auch beschädigt werden können.
  • Bei einem sonnigen Standort ist es günstig, den Boden zu mulchen.

Pflanzsubstrat

Auch hier ist Wärme wichtig. Der Fuchsschwanz kommt besser mit trockenen Böden als mit nassen zurecht. Wichtig ist nährstoffreiche Erde. Karger Boden beeinträchtigt das Wachstum. Die Pflanzen entwickeln sich nicht gut. Bei Kübelpflanzen reicht Einheitserde. Hier muss einfach mehr gedüngt werden.

  • Alle Arten lieben warme, nährstoffreiche Böden
  • Ideal ist lehmig humoser Boden, der regelmäßig mit Kompost angereichert wird.
  • Auf keinen Fall zu feuchtes Substrat. Die Erde muss also gut durchlässig sein.
  • Gute Nährstoffversorgung ist wichtig, also muss der Boden nährstoffhaltig sein
  • Gesteinsmehl verbessert den Boden zusätzlich.
  • Für Kübelpflanzen ist Einheitserde ausreichend

Pflanzen

Beim Pflanzen ist nicht viel zu beachten. Amarant darf nicht zu früh ausgepflanzt werden und nicht zu dicht stehen. Empfehlenswert ist eine Stütze, die verhindert, dass die Stängel knicken oder brechen. Die Blütenstände sind groß und schwer, daran haben die Pflanzen reichlich zu tragen. Eine Stütze verhindert Bruch, aber auch, dass sich die Stängel zur Seite neigen.

  • Pflanzabstand 40 bis 50 cm
  • Bei größeren Sorten lieber noch etwas mehr Platz lassen
  • Große Pflanzen gut als Solitär
  • Bei kleinen macht sich Gruppenpflanzung besser
  • Pflanzen stützen, damit sie nicht abbrechen
  • Beim Anbau als Gemüsepflanze (Gemüse-Amarant) – als Alternative zu Spinat
  • Reihenabstand 40 cm, Saattiefe 1 bis 2 cm, ab Anfang Mai im Freiland
  • Auf Pflanzabstand 30 cm vereinzeln
  • Um die Standfestigkeit zu erhöhen, ist es empfehlenswert, um den Stamm etwas Erde anzuhäufeln
  • Gemüse-Amarant braucht deutlich mehr Wasser, als die Zierpflanzenarten

Gießen und Düngen

Amarant BlüteAmarant ist genügsam, was Wassergaben anbelangt. Nährstoffe sind wichtiger. Gegossen werden muss nur sparsam, gedüngt dagegen regelmäßig, vor allem auch bei Topfpflanzen.

  • Frisch gepflanzte Amarant-Pflanzen müssen bis zum Anwachsen ausreichend gegossen werden.
  • Angewachsen kommen sie gut mit Trockenheit klar, deutlich besser als mit Nässe.
  • Bei langanhaltender Trockenheit ab und zu gießen.
  • Kübelpflanzen brauchen deutlich mehr Wasser.
  • Mit verrottetem Stallmist oder Kompost anreichern
  • Ab Frühsommer wöchentliche Düngergabe mit Flüssigdünger
  • Bei Kübelpflanzen beim Einpflanzen gleich Langzeitdünger mit zugeben
  • Zusätzlich alle zwei Wochen mit Flüssigdünger düngen

Schneiden

Ein Schnitt ist bei den einjährigen Pflanzen nicht notwendig. Lediglich verwelkte Teile werden abgeschnitten. Am Ende der Saison werden die Pflanze ausgerissen und kompostiert. Jungpflanzen etwas entspitzen, das sorgt für einen kräftigen und buschigeren Wuchs.

Überwintern

Der Fuchsschwanz ist nicht winterhart. Zwar gibt es mehrjährige Sorten, aber die sind eher selten. Die Überwinterung lohnt nicht, bzw. ist für die meisten Arten nicht möglich. Die ersten Fröste töten die Pflanzen

Vermehren

Amarant wird durch Aussaat vermehrt. Oft vermehren sich die Pflanzen aber auch selbst und werden zur Plage. Mit nur 100 g Samen kann man einen ganzen Hektar an Pflanzen ziehen. Eine Pflanze produziert zwischen 30.000 und 60.000 Samen. Wehe, wenn die sich alle verbreiten

  • Aussaat ab Ende März oder Anfang April im Haus oder Gewächshaus
  • Keimtemperatur zwischen 15 und 18° C
  • Keimung nach 7 bis 14 Tagen
  • Pikieren in nährstoffreiches Substrat
  • Ab Mitte Mai können die jungen Pflanzen ins Freiland gesetzt werden
  • Direktaussaat möglich, aber erst ab Mitte Mai

Krankheiten und Schädlinge

AmarantDer Fuchsschwanz ist eigentlich eine robuste Pflanze und wenig anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Empfehlenswert ist allerdings, die Pflanzen im zeitigen Frühjahr mit einem Sud aus Ackerschachtelhalm zu besprühen, um sie zu stärken.

  • Blattläuse – treten recht häufig auf. Wenn der Befall rechtzeitig entdeckt wird, ist es günstig, die Plagegeister mit einem scharfen Wasserstrahl abzuspülen. So spart man sich die chemische Bekämpfung. Bei Bedarf den Vorgang wiederholen.
  • Blattwanzen – erscheinen an den ersten warmen Tagen, Käfer und Larven ernähren sich vom Pflanzensaft, geben beim Anstechen Giftstoffe an die Pflanze ab, Einstichstellen verfärben sich bräunlich. Es entstehen Verdrehungen, Verkrüppelungen, verkümmerte Triebspitzen, Knospen öffnen sich nicht, halbe Blüten. Bekämpfen mit Wermut- und Rainfarntee, am frühen Morgen die kältestarren Tiere abschütteln und einsammeln, Schmierseifenlösung, Nützlinge fördern, z.B. Amphibien und Vögel

Fazit

Amarant oder Fuchsschwanz, wie meist genannt, ist eine schöne Schmuckpflanze. Die dekorativen Blütenstände sind ein richtiger Hingucker. Die Pflanze ist aber mehr als nur ein optisches Highlight. Es gibt Sorten, deren Blätter werden wie Spinat verwendet und natürlich die, bei denen die Körner als Lebensmittel zum Einsatz kommen. Amarant ist gesund und für viele Menschen Grundnahrungsmittel. Nicht umsonst wird die Pflanze auch Inka-Weizen genannt. Ich fand die Recherche faszinierend. Ich kannte die Pflanze mit den dekorativen Blüten aus Bauerngärten meiner Region und auch die kleinen Körner, die ich hin und wieder in meinen Frühstücksbrei gebe. Allerdings dass die zwei Dinge zusammengehören, das war mir neu, denn ich kannte nur den deutschen Namen, Fuchsschwanz. Also, habe ich wieder etwas gelernt und konnte mein Wissen auch noch teilen, toll.