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Aloe-Vera Wurzel fault: so können Sie sie retten

faule Wurzeln

Zu gut gemeintes Gießen und Staunässe führt bei der sukkulenten Aloe-Vera recht schnell dazu, dass die Wurzel fault. Wie Sie Ihre Pflanze retten können, erfahren Sie hier.

Wurzelfäule erkennen

Die Echte Aloe gehört zu den Wüstenpflanzen, die ursprünglich auf der arabischen Halbinsel und den tropischen und subtropischen Gebieten Afrikas beheimatet ist. Ihre fleischigen, grau-grünen Blätter sind in der Lage, sehr viel Wasser zu speichern, um so längere Dürreperioden schadlos zu überstehen. Als typische Sukkulente hat die Wüstenlilie damit einen nur mäßigen Wasserbedarf. Zu den häufigsten Erkrankungen der Aloe-Vera gehört die Wurzelfäule, auch Wurzelbrand oder Schwarzbeinigkeit genannt. Die Krankheit ist lebensbedrohlich für die Pflanze, deshalb ist es wichtig, möglichst rasch die richtigen Schritte zu unternehmen.

Aloe Vera Wurzeln

Ursachen & erste Anzeichen

Meist sind Pilze der dafür verantwortlich, dass die Wurzel bei der Aloe-Vera fault, es kommen aber auch verschiedene Bakterien als Übeltäter dafür infrage. Diese Erreger sind überall im Gartenboden und Blumenerden in geringen Mengen enthalten. Gesunden Pflanzen fügen sie keinen Schaden zu. Erst dann, wenn die Pflanze geschwächt oder die Wurzel beschädigt ist, können Pilze, Bakterien und Viren in die Pflanze eindringen und sich dort über die Leitungsbahnen ausbreiten. Begünstigt wird eine Infektion vor allem durch:

  • Staunässe im Boden
  • kühle Temperaturen (unter 12 Grad)
  • nasse Blattachseln (gießen über die Blätter)

Besteht der Verdacht, dass die Wurzel fault, sollten Sie diese freilegen. Das ist bei Topfpflanzen relativ einfach. Holen Sie die Pflanze aus dem Gefäß und entfernen so viel der Erde wie möglich. Zu diesem Zeitpunkt können nasse Erde und ein muffiger Geruch bereits ein erstes Anzeichen für Staunässe sein. Gesunde Wurzeln haben eine hellbeige Farbe und sind fest und elastisch. Sind die Wurzelstränge dunkelbraun und weich, ist das ein eindeutiges Anzeichen für Wurzelfäule. Die Infektion breitet sich im Laufe der Zeit über die gesamte Pflanze aus. Als weitere Symptome für eine Schädigung der Wurzel gelten:

  • welken einzelner Triebe
  • herabhängende Blätter
  • Chlorosen durch Nährstoffmangel (Verfärbung der Blätter)
  • Umfallkrankheit (Pflanze steht wackelig im Topf)
  • Wurzelbräune (braune, trockene Wurzel mit weißer Spitze)

Bekämpfung

Da es unheimlich viele verschiedene Ursachen für faulende Wurzeln gibt, ist es in der Regel schwierig, den Erreger im Einzelfall zu bestimmen. Oft ist dies nur in einem speziellen Labor möglich. Für den Haus- und Gartenbereich sind zudem keine Mittel gegen die Schadpilze und -bakterien zugelassen oder überhaupt vorhanden.

Aloe Vera Wurzel

Je nachdem, wie weit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist, gibt es drei unterschiedliche Methoden, die Pflanze vor dem sicheren Tod zu retten:

Entfernen der Wurzel

Sind die fleischigen Blätter noch fest und hellgrün, können Sie die Aloe-Vera eventuell noch durch das Entfernen der Wurzel retten. Schauen Sie sich die Wurzeln genau an. Alle matschigen und braunen Teile müssen unbedingt großzügig herausgeschnitten werden. Verwenden Sie dazu ausschließlich scharfe, saubere Schneidwerkzeuge. Ist ein Großteil der Wurzel verfault, schneiden Sie diese komplett ab, sodass nur noch ein kurzes Stück des Wurzelhalses erhalten bleibt. Lassen Sie die Schnittstelle einige Tage an der Luft trocknen, bevor Sie die Pflanze in Anzuchterde oder einer speziellen Sukkulentenerde mit hohem Sandanteil eintopfen. Verwenden Sie in jedem Fall einen neuen Topf und frische Erde, damit Sie die Aloe-Vera nicht gleich wieder mit den Erregern infizieren. Ab sofort darf die Sukkulente nur sparsam gewässert werden.

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Stellen Sie die Aloe-Vera zum Bewurzeln an einen sonnengeschützten Platz, um sie vor starker Verdunstung zu schützen.„]

Ableger entnehmen

Fault bereits der Wurzelhals, also die Basis der Pflanze, sind die oben beschriebenen Maßnahmen nicht mehr erfolgreich. Da eine Aloe-Vera bereits in jungen Jahren Ableger austreibt, können Sie diese zur Nachzucht verwenden. Diese Ableger bilden sich in der Regel im unteren Bereich seitlich an der Mutterpflanze und bestehen aus mindestens zwei bis drei rosettenförmig angeordneten Blättern.

Aloe vera vermehren
  • Substrat: Anzuchterde, Kakteenerde
  • Alternative: alle sandhaltigen Substrate, die das Wasser gut ableiten
  • Einpflanztiefe: etwa 3 cm
  • Loch mit dem Finger oder einem Spatel vorstechen
  • Erde leicht andrücken
  • Standort: warm und hell (ohne direkte Sonne)
  • nur sehr sparsam gießen
  • nicht düngen

Beginnt der Steckling zu wachsen, ist das ein eindeutiges Zeichen dafür, dass sich bereits Wurzeln gebildet haben. Ab diesem Zeitpunkt können Sie die junge Pflanze wie eine ausgewachsene Aloe-Vera behandeln.

Blattstecklinge

Sind keine Ableger vorhanden, ist es noch möglich, Stecklinge aus den Blättern zu entnehmen, um die Aloe zu retten. Suchen Sie ein festes, gesund aussehendes Blatt aus und knicken Sie dies so weit wie möglich am Blattansatz ab. Dabei ist es wichtig, zu kontrollieren, ob die Schaderreger bereits durch die Leitungsbahnen in den Trieb vorgedrungen sind. Gesunde Leitungen sind hell, erkrankte Stellen braun gefärbt. Tupfen Sie die Schnittstelle mit einem sauberen Tuch ab und lassen es an der Luft für ein paar Tage trocknen. Der Steckling darf erst dann in die Erde, wenn sich bereits eine dichte Haut über der Wunde gebildet hat. Das ist notwendig, damit keine Bakterien und Pilze in die Wunde gelangen. Beim Einpflanzen gehen Sie wie bei den Ablegern beschrieben vor.

Blattsteckling

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Beachten Sie, dass der Steckling bis zur Bewurzelung von den Nährstoffen leben muss, die im Blatt enthalten sind. Deshalb sollte er eine Mindestlänge von etwa zehn Zentimetern haben.„]

Vorbeugende Maßnahmen

Neben einem optimalen Standort ist vor allem das richtige Gießverhalten entscheidend für die Gesundheit der Pflanze. Die Aloe-Vera gehört zu den Sukkulenten, die Feuchtigkeit in ihren fleischigen Blättern speichern kann und deshalb relativ wenig Wasser benötigt. Gießen Sie deshalb erst dann mit kalkarmem Wasser, wenn sich das Substrat trocken anfühlt. Sobald es kälter wird, legt die Wüstenpflanze eine Ruhephase ein. Damit ihre Wurzel nicht fault, darf der Ballen der Aloe jetzt schon richtig trocken sein, bevor Sie erneut verhalten wässern.

  • Gießintervall: etwa einmal wöchentlich in der Wachstumsphase
  • bei Hitze: zweimal wöchentlich
  • lieber häufig wenig als einmal zu viel
  • nicht über die Blätter wässern
  • Übertopf auf überschüssiges Wasser prüfen
  • keine gebrauchte Erde zum Umtopfen nutzen
  • nur sterile, saubere Töpfe verwenden

Kräuterauszüge und Tees

Zur Vorbeugung gegen Wurzelfäule zeigen einige Extrakte aus Pflanzen eine gute vorbeugende Wirkung. Sie funktionieren natürlich nur dann, wenn Sie nicht gleichzeitig zu viel gießen.

Kamillentee

  • ½ Tasse Kamillenblüten oder 3 Teebeutel
  • 1 Liter Wasser
  • 1 Tag stehen lassen, absieben
  • Anwendung in 1:5-Verdünnung als Gießwasser
Kamillentee

Ackerschachtelhalm-Brühe

  • 1 kg frischer Ackerschachtelhalm (grob zerkleinert)
  • 10 l Wasser
  • 30 Minuten kochen
  • 1 Tag stehen lassen
  • Anwendung: Gießen mit 1:5 verdünnter Brühe

Knoblauch-Extrakt

  • 300 g frischer Knoblauch
  • 5 l heißes Wasser
  • 1 Tag ziehen lassen
  • Anwendung: 1:3-Verdünnung (Topf tauchen)

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert es, bis die Aloe-Vera neue Wurzeln bildet?

Bei optimalen Bedingungen dauert es rund zwei Wochen, bis sich erste zarte Wurzeln bilden. Eine gute Durchwurzelung der Pflanze beziehungsweise ihrer Stecklinge ist nach etwa 30 bis 40 Tagen zu erwarten.

Woran erkenne ich, dass der Blattsteckling bewurzelt?

Ist der Steckling nach einiger Zeit in der Lage, durch ein stabiles Wurzelwerk Wasser und Nährstoffe aufzunehmen, beginnt er mit dem Austreiben eines kleinen grünen Sprösslings an der Basis. Aus diesem wächst dann eine neue Aloe-Vera-Pflanze.