Blumenzwiebeln - Lagern, Überwintern und Pflanzen bzw. Setzen

Blumenzwiebel RanunkelZwiebelgewächse gehören zu den interessantesten Gartenpflanzen. Besonders Frühjahrsblüher gibt es viele. Zu ihnen gehören Tulpen, Narzissen, Kaiserkronen, Schneeglöckchen, Krokusse und viele andere. Ihre Zwiebeln sind winterhart, können einmal gepflanzt viele Jahre in der Erde bleiben. Aber auch Dahlien, Canna, Gladiolen, Knollenbegonien, Schopf- und Inkalilien, Ranunkeln, Montbretien und andere gehören zu den Zwiebelpflanzen. Ihre Zwiebeln bzw. Knollen sind nicht winterhart und müssen im Herbst aus dem Boden genommen werden. 


Frühjahrsblüher

Frühjahrsblüher kauft man vorzugsweise im Spätsommer. Dann gibt es auch die besten Angebote. Man bekommt sie im Fachhandel, in Bau- und Gartenmärkten, sogar in Discountern. Eine große Auswahl hat man auch im Internet, vor allem bei auf Zwiebelpflanzen spezialisierten Händlern wie „Treppens“. Allerdings sollte man frühzeitig ordern, denn beliebte Sorten sind schnell vergriffen.

Keinesfalls kaufen sollte man Zwiebeln, die bereits auszutreiben beginnen. Sie haben schon einen Teil ihres Nährstoffvorrates aufgebraucht. Der fehlt dann beim Anwachsen.

Die so erworbenen Zwiebeln sollte man nicht lange liegen lassen. Sie gehören in die Erde.

Zwiebeln einpflanzen

Der beste Zeitpunkt zum Pflanzen ist zwischen August und Oktober. In dieser Zeit bilden sich gut Wurzeln. Auch später kann man noch pflanzen, wenn die Zwiebeln vergessen wurden, allerdings nur, wenn der Boden nicht gefroren ist. Sollte man erst im nahen Frühling entdecken, dass Zwiebeln vergessen wurden, sollten diese in Blumentöpfe gepflanzt werden. Sie haben oft schon angefangen auszutreiben. Auch diese Zwiebeln blühen in der Regel problemlos.

Ideal für Frühjahrsblüher sind offene, sonnige Standorte. Einige Arten vertragen auch lichten Schatten. Besonders für die zarten Anemonen ist die Sonne oft nicht gut geeignet. Da machen sie schnell schlapp. Sie gedeihen gut unter Bäumen. Ihr Lebenszyklus ist aber schon abgeschlossen, bevor deren Laub vollständig ausgetrieben ist. So kommen sich die Arten nicht in die Quere. Anemonen verwildern auch gut, wenn man sie lässt. Sie können große Flächen begrünen.

HyazintheIdeal für alle Frühjahrsblumen ist ein wasserdurchlässiger, nährstoffreicher Boden. Lehmige Erde ist nicht so gut geeignet. Diese sollte mit Sand vermischt werden!

Die Pflanztiefe der Zwiebeln richtet sich nach deren Größe. Man pflanzt dreimal so tief, wie die Zwiebel groß ist, mindestens aber doppelt so tief. Auch der Abstand zueinander sollte in etwa so groß sein, obwohl ich gestehen muss, dass ich meine dichter setze und noch keine schlechten Erfahrungen gemacht habe. Ganz im Gegenteil, so stehen die Blumen schön dicht. Wichtig ist, dass der Vegetationspunkt nach oben zeigt.

Zwiebelgewächse pflanzt man in Gruppen, nicht einzeln, das wirkt nicht. Man nimmt immer 5 bis 10 Zwiebeln und setzt sie zusammen.

Nach dem Pflanzen sollten die Zwiebeln angegossen werden. Gerade Narzissen, Schachbrettblumen und einige andere lieben Feuchtigkeit und wollen nicht trocken stehen. Dann wurzeln sie auch schlecht.

Zwiebeln ausgraben

Wenn die Frühjahrsblüher verblüht sind, schneidet man die unansehnlich gewordenen Blütenköpfe ab. Den Rest der Pflanze lässt man aber stehen. Blätter sollten keinesfalls abgeschnitten werden! Nur so kann die Pflanze Kraft für die nächste Saison sammeln. Das Laub ist wichtig.

Sobald es leicht aus dem Boden gezogen werden kann, sollte man das tun. Dann können auch die Zwiebeln aus dem Boden genommen werden. Anhaftende Erde wird vorsichtig entfernt. Dann können die Zwiebeln gleich untersucht werden. Matschige, weiche, vertrocknete und schimmelige Zwiebeln werden sofort aussortiert.

Zwiebeln lagern

Die sauberen Zwiebeln werden nun bis zum Herbst kühl und luftig gelagert. Ideal ist ein grobmaschiges Netzt oder ein Korb. Sie sollten nicht übereinander gestapelt werden. Überall muss gut Luft hingelangen können.
Bei schlechter Lagerung kann sich leicht Schimmel bilden. Eine schimmelige Zwiebel reicht, um die anderen anzustecken. Feuchtigkeit ist generell schädlich für die Blumenzwiebeln. Aufpassen muss man, dass Mäuse nicht an die Zwiebeln kommen. Für diese sind sie nämlich ein Leckerbissen.
Es empfiehlt sich, die gelagerten Zwiebeln regelmäßig zu kontrollieren! Schimmlige oder faule Zwiebeln müssen aussortiert werden!

Vorsicht Mäuse!

Mäuse lieben Blumenzwiebeln. Lediglich Narzissen und Kaiserkronen werden verschont, meistens jedenfalls. Falls aber nichts anderes da ist, werden auch die gefressen. Besonders Hyazinthen haben Mäuse zum Fressen gern. Dagegen helfen nur Drahtkörbe. Die gibt es im Handel zu kaufen oder wem das zu teuer ist, kann sich aus engmaschigem Hasendraht selbst welche zurechtbiegen. Wer allerdings schlaue Mäuse im Garten hat, wird auch damit nicht viel erreichen. Die Mäuse gehen auch von oben in die Körbe, wenn der Hunger groß genug ist.

Sommerblüher

Sommerblüher werden getopft im Sommer in den Gärtnereien angeboten. Zwiebeln und Knollen kann man aber schon zeitig im Jahr kaufen. Auch diese gibt es im Garten- und Baumarkt, beim Fachhändler, im Discounter und im Internet. Pflanzen im Frühjahr ist deutlich besser. So haben die Pflanzen Kraft, um gut anzuwachsen. Sie blühen länger, denn sie sind nicht vorgezogen. Außerdem werden die Pflanzen bei der Anzucht im Profihandel mit Wachstumshemmern und anderen Mittelchen behandelt, dass sie beim Verkauf schön gedrungen und dicht aussehen und viele Blüten haben. Zu Hause halten sie allerdings oft nicht lange und im nächsten Jahr sehen die Gewächse oft ganz anders aus, haben viel längere Stängel, sind überhaupt nicht sonderlich kompakt und blühen viel später. Die Schönheit war künstlich arrangiert. Also, besser ist es, sich Zwiebeln und Knollen zu kaufen und diese zu pflanzen. Das ist auch die deutlich preiswertere Variante.

Pflanzen

Das Pflanzen ist simpel, wenn Sie die einzelnen Knollen und Zwiebeln gekennzeichnet haben, Wenn nicht, gibt es im Beet oder Kübel ein ziemliches Durcheinander.

Man kann die Blumen vortreiben, sie also schon im März in Kübel mit frischer Erde pflanzen. Stellt man sie warm und gießt vorsichtig, treiben sie bald aus. Der Standort muss hell sein, denn sonst schießen die Stängel nur in die Höhe, haben aber keine Kraft. Nicht düngen, denn sonst werden die Triebe ebenfalls schwächlich.
Vorgezogene Pflanzen müssen langsam an den Aufenthalt im Freien gewöhnt werden und vor allem an die Sonne, sonst kann es leicht passieren, dass die zarten Triebe verbrennen.
Nach den Eisheiligen können die Zwiebeln und Knollen dann entweder im Kübel nach draußen gestellt oder aber richtig ausgepflanzt werden.
  • Dahlien pflanzt man etwa eine Handbreit tief ein. Ausreichend Pflanzabstand einhalten!
  • Knollenbegonien sollte man ab Mitte Februar vortreiben. Die schüsselartige Vertiefung der Knolle muss nach oben zeigen! Knollen nur zur Hälfte mit Erde bedecken!
  • Canna auch etwa eine handbreit tief eingraben. Pflanzabstand mindestens 2 cm. Die Knollen sollen sich nicht berühren!
  • Gladiolen etwa 15 cm tief pflanzen, damit die doch recht langen Stängel einen guten Halt bekommen!
  • Schopf- und Inkalilien dreimal so tief eingraben, wie die Zwiebel hoch ist.
Ausgraben aus dem Sommerquartier

DahlienDahlien, Gladiolen und Co müssen vor dem ersten Wintereinbruch aus der Erde sein. Die ersten Nachtfröste machen den Zwiebeln nichts aus, lediglich das Laub oberhalb stirbt ab. Es wird matschig. Dann kann man die Zwiebeln getrost aus dem Boden nehmen. Am besten gelingt dies mit Hilfe einer Grabegabel.

Zuerst schneidet man aber die verbliebenen Blumenstängel auf eine Länge von 10 bis 15 cm ab. Mit der Grabegabel wird anschließend der Boden um die Zwiebeln bzw. Knollen vorsichtig gelockert. Die Zwiebeln dürfen bei dieser Aktion nicht verletzt werden! Ist die Erde locker genug, können die Zwiebeln entnommen werden. Sie werden grob von Erde befreit und zum Trocknen an einem trockenen, sicheren Ort ausgelegt. Beim Reinigen kann gleich sortiert werden. Zwiebeln und Knollen mit Faulstellen werden ausrangiert. Auch weiche Exemplare nimmt man raus. Nun können auch gleich Knollen geteilt und Tochterzwiebeln abgetrennt werden. Bei allen anderen ist darauf zu achten, die empfindlichen Wurzeln nicht zu verletzen. Jede Verletzungsstelle ist eine Eintrittspforte für Krankheitserreger und Fäulnis.

Lagerung der Knollen und Zwiebeln

Am besten packt man die Zwiebeln und Knollen ist eine luftige Holzkiste. Dabei ist natürlich immer darauf zu achten, dass man die einzelnen Sorten getrennt aufbewahrt, am besten auch gekennzeichnet. Ansonsten hat man im nächsten Jahr Schwierigkeiten, die zusammengehörigen Exemplare herauszufinden. Unten auf den Boden legt man Papier, wobei man darauf achten muss, chemisch unbehandeltes zu benutzen.

Das beste Quartier für den Winter ist ein dunkler, kühler, aber auf jeden Fall frostfreier Raum, der gut belüftet wird. Es darf nicht zu warm sein, sonst treiben die Pflanzen aus. Wichtig ist eine gleichmäßige Luftfeuchte. Ideale Temperaturen liegen zwischen 5 und 10 °C.

Nach drei Wochen schaut man spätestens nach, wie es den Zwiebeln und Knollen geht. Sie dürfen keinerlei Veränderungen zeigen. Alles, was nicht gesund aussieht, wird aussortiert. Auch auf Schädlinge ist zu achten! Gegebenenfalls müssen diese bekämpft und entfernt werden!

Für den Rest des Winters bekommen die Blumenzwiebel einen ihrer Art entsprechenden Platz.
  • Dahlien und Gladiolen – am besten in Sand packen, aber so, dass sie sich nicht berühren. Alternativ kann man sie auch in Zeitungspapier wickeln.
  • Knollenbegonien in reinen Sand stecken!
  • Canna – mit Torf oder alternativ mit Sand bedecken!
Fazit

Zwiebel- und Knollenpflanzen gehören in jeden Garten. Sie sorgen für das erste Farbspektakel im Jahr und auch im Sommer für Farbe und schöne Formen im Beet. Die Pflanzen sind pflegeleicht und es gibt unzählige Sorten. Da findet jeder für sich passende Sorten. Wichtig bei der Auswahl ist, nicht zu viel Farbe ins Spiel zu bringen. Auch darf man sich nicht wundern, wenn die Farben mit den Jahren immer mehr zurückgehen und die ursprüngliche Zuchtfarbe wieder hervorkommt. Fast alle Zuchttulpen werden irgendwann wieder gelb, wenn sie lange genug überdauern. Zwiebel- und Knollengewächse finde ich auch sehr schön in Pflanzgefäßen. Da können auch Mäuse nicht heran. Außerdem kann man die Töpfe nach der Blüte etwas versteckt stellen, damit das unansehnliche Laub in Ruhe abtrocknen kann. So sind die Zwiebeln einfach leichter zu händeln. Allerdings muss man bei Kübelhaltung darauf achten, nicht zu viel zu gießen, sonst kommt es zu Fäulnis. Das geht recht zügig.
Einen Garten ohne Zwiebel- und Knollenblumen kann ich mir nicht vorstellen. In diesem Sinne, fröhliches Shoppen und ran an die Zwiebeln!
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Tipps für Schnellleser
Blumenzwiebeln - Lagern, Überwintern und Pflanzen

Man unterscheidet Frühjahrs- und Sommerblüher

Frühjahrsblüher
- Im Sommer kaufen und zwischen August und November pflanzen!
- Nach der Blüte die Blüten abschneiden und Laub unbedingt eintrocknen lassen!
- Zwiebeln anschließend ausgraben, von Erde säubern und einige Tage trocknen lassen!
- Bis zum Herbst kühl und luftig lagern!
- Nicht übereinander schichten!
- Nach Sorten sortiert aufbewahren!
- Regelmäßig auf Schimmel und Fäulnis kontrollieren!
- Pflanzen – sonniger bis halbschattiger Standort
- Wasserdurchlässiger, nährstoffreicher Boden
- Dreimal so tief pflanzen, wie Zwiebel hoch ist!
- Vorsicht Mäuse – Drahtkörbe verwenden!!!

Sommerblüher
- Nach dem ersten Bodenfrost ausgraben!
- Verbliebene Stängel auf 15 cm einkürzen!
- Zwiebeln und Knollen mit Grabegaben vorsichtig ausgraben!
- Abtrocknen lassen und aussortieren (schimmlige, faulige und weiche)!
- Nach Sorten getrennt lagern!
- Dunkler, kühler aber frostfreier Raum (5 bis 10 °C)
- Am besten Zwiebeln und Knollen in Sand packen, dann trocknen sie nicht aus.
- Pflanzen nach den Eisheiligen
- Etwa eine handbreit tief einpflanzen
- Zwiebeln können vorgetrieben werden, müssen aber nicht
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