Lupinen - Aussaat, Pflege und Schneiden

LupinenLupinen wurden früher vor allen Dingen in der Landwirtschaft genutzt. Heute sind sie dort nur noch selten anzutreffen. Dafür findet man sie in vielen Gärten, speziell in Bauern- und Landhausgärten. Es gibt etwa 200 verschiedene Arten, manche in recht kräftigen Farben, andere wieder unscheinbarer. Allein



ihre Größe und ihr Wuchs sind aber schon beeindruckend, vor allem bei Gruppenpflanzung. Die Farben reichen von schlichtem weiß über rosa bis hin zu violett, aber auch gelbe, orange und rote Farbtöne sind nicht unbekannt. Lupinen blühen von Ende Mai bis in den Juli hinein. Es sind dankbare und pflegeleichten Stauden, so genannte Leitstauden, allein durch ihre Größe. Gartenlupinen erreichen nicht selten Höhen von einem Meter und mehr.


beliebter Gründünger

Lupinen werden gern als Gründünger eingesetzt. Sie sind eine Wellness-Kur für jeden Boden. Das liegt daran, dass sie mit den so genannten Knöllchenbakterien in einer Symbiose leben. Die Bakterien sitzen an der Lupinenwurzel. Sie können Stickstoff aus der Luft binden und gegen diesen an die Pflanze ab. Die gibt ihn sogar wieder an die Erde weiter. Deshalb sind Lupinen, besonders für sandige Böden, ideal. Sie reichern einen nährstoffarmen Boden gut an. Außerdem lockern die bis zu zwei Meter langen Wurzeln das Erdreich und lösen Mineralstoffe und Phosphate.

Lupinen haben noch eine Besonderheit. Sie sind verwandt mit Bohnen und Erbsen, allesamt Hülsenfrüchte. Lupinensamen haben aber keinen Eigengeschmack. Sie sind sehr eiweißreich, kalorienarm, laktose- und cholesterinfrei und werden als Ersatz für importiertes Soja genutzt. Sie sind in sehr vielen, vor allem vegetarischen Lebensmitteln zu finden. Allerdings gibt es auch hier eine andere Seite. Sie lösen sehr häufig Lebensmittelallergien aus. Man nutzt allerdings nicht die Gartenlupinen für die Verwendung in Lebensmitteln, sondern eine spezielle Züchtung, so genannte Süßlupinen. Die Zierpflanzen enthalten Giftstoffe.

Vorsicht

blaue LupinenLupinen gehören zu den Giftpflanzen. Am gefährlichsten sind die Samen. Symptome sind Erbrechen, Schluckbeschwerden, beschleunigter Puls und Kreislaufstörungen. In schlimmen Fällen kann es zu Krämpfen kommen, zu aufsteigenden Lähmungen bis hin zur Lähmung der Atmung. Es gibt deutlich mehr Vergiftungen bei Tieren, vor allem bei Rindern, Pferden, Ziegen und dergleichen. Aber auch Haustiere und Vögel kann es erwischen. Hier sind die Symptome Speichelfluss, Magen- und Darmbeschwerden, Unruhe, Zittern und Atemnot.

Schöne Sorten

In unseren Gärten sind hauptsächlich Stauden-Lupinen anzutreffen.
  • Lupinus ’Russel - Hybride Edelknabe’ – karminrote Blüten von Juni bis August, Höhe ca. 100 cm
  • Lupinus ’Russel - Hybride Fräulein’ – strahlend weiße Blüten von Juni bis August
  • Lupinus L.polyphyllus Leguminosae ’The Governor’ – blau-weiße Blüten von Mai bis Juli, Höhe ca. 120 cm
  • Lupinus mutabilis var. cruickshankii ’Sunrise’ – gelb-blaue Blüten von Juli bis September, Höhe 80 bis 120 cm
  • Lupinus nanus ‘Ocean Blue’ – weiß-blaue Blüten von Juni bis Oktober, Zwergsorte nur ca. 45 cm hoch
  • Lupinus polyphyllus ‘Noble Maiden’ – weiße, leicht gelb angehauchte Blüten von Mai bis Juli, Höhe ca. 90 cm
  • Lupinus polyphyllus ’Kastellan’ – blaue Blüten mit weißem Auge von Juni bis August, Höhe ca. 100 cm
  • Lupinus ’Russel-Hybride Kronleuchter’ – leuchtend gelbe Blüten von Juni bis August, Höhe ca. 100 cm
  • Lupinus x hybridus ’Schlossfrau' – rosa Blüten von Juni bis August, Höhe ca. 100 cm
Pflege von Lupinen

Lupinen brauchen nicht viel Pflege. Es sind recht genügsame Pflanzen. Wenn der Standort passt, sie gut angewachsen und vor Wind geschützt sind, erscheinen Ende

Mai die bis zu 60 cm langen Blütenstände und die Blüte dauert bis in den August hinein. Lupinen sind sehr genügsam und pflegeleicht und für jeden Garten empfehlenswert. Allerdings muss man aufpassen, dass sie sich nicht selbst zu stark vermehren.

Standort

Der Standort ist mitentscheidend, dass sich die Lupinen wohl fühlen und gedeihen. Er sollte keinesfalls sehr windig sein, denn dann biegen sich die Stängel in Windrichtung und stehen nicht mehr aufrecht. Bei voll erblühter Blütenrispe kann so ein Stängel auch mal knicken und abbrechen. Ansonsten brauchen die Pflanzen Sonne und sollten keinesfalls zu wenig davon abbekommen.
  • Sonniger bis halbschattiger Standort, mindestens 3 Stunden volle Sonne
  • Wichtig ist ein windgeschützter Platz, damit die langen Stängel nicht knicken.
  • Günstig ist ein warmer Standort.
Pflanzsubstrat

Blätter der LupineLupinen dienen als Bodenverbesserer. Sie können mit Hilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff im Boden aufbauen. Deshalb werden sie auch gern untergepflügt, gerade auf ausgelaugten Feldern. Ansonsten sind sie sehr genügsam und kommen auch mit kargen Böden zurecht.
  • Gut durchlässiger Boden
  • Günstig ist ein leicht sandiges und schwach saures Substrat
  • Ideal ist tiefgründiger, lockerer und humoser Boden.
  • Zu schwere Böden sind ungünstig und sollten mit Sand aufgelockert werden!
  • Dauerhaft feuchter oder gar nasser Boden bringt die Pflanzen um.
Pflanzen

Lupinen werden häufig im Sommer angeboten, wenn sie voll in der Blüte stehen. Besser ist allerdings, sie schon früher zu beziehen. Im April oder Mai ist die Pflanzung günstiger, die Blüte dauert länger, man hat mehr davon. Ansonsten werden Lupinen gepflanzt, wie andere Stauden auch. Man wässert den Pflanzballen, setzt ihn in ein ausreichend tiefes Loch, gibt die Erde wieder rein und wässert gründlich. Mehr ist es nicht.
  • Pflanzen entweder im August oder April/Mai
  • Pflanzabstand 30 cm
  • Am besten in den Hintergrund pflanzen, damit sie andere Pflanzen nicht verdecken
  • Als

    Begleiter eignen sich Rittersporn, Rosen, Astern oder einjährige Sommerblumen
Gießen und Düngen

Eigentlich sind Lupinen sehr genügsame Pflanzen. Sie kommen ohne Wasser und Dünger aus. Bei Jungpflanzen bzw. frisch gepflanzten Exemplaren sieht es anders aus. Um die muss man sich schon ein paar Wochen kümmern, bis sie angewachsen sind. Spätestens im darauffolgenden Jahr helfen sich die Pflanzen selbst, ihre Wurzeln sind lang und sie ziehen Wasser aus tiefen Schichten.
  • Junge Stauden brauchen zum Anwachsen viel Wasser, etwa 8 bis 12 Wochen lang.
  • Boden ansonsten zwischen den Wassergaben etwas antrocknen lassen, aber nicht völlig austrocknen!
  • Ältere Pflanzen haben sehr lange Wurzeln, oft länger als die Blütenstängel lang sind. Sie holen sich ihr Wasser aus tiefen Bodenschichten, müssen kaum gegossen werden.
  • Dünger wird nicht benötigt, weil die Wurzeln gut Stickstoff speichern können.
  • Allenfalls mit Kompost düngen
  • Wer hat, kann hin und wieder Teichwasser zum Gießen nutzen, das ist gleichzeitig Dünger.
Schneiden

rote LupinenMit dem Schnitt hat man bei Lupinen nicht viel Arbeit. Es sind dankbare Stauden. Sie werden im Herbst bis zum Boden geschnitten und das reicht schon. Wer verhindern möchte, dass sich die Lupinen überall im Garten ausbreiten, muss die Samenstände entfernen, bevor sie reif sind. Wer eine zweite Blüte anregen möchte, muss zwischendrin noch einmal schneiden.
  • Da sich nach der Blüte Samenschoten bilden, schneidet man die verblühten Blütenstände nicht ab. Die Schoten können gleich zur Vermehrung verwendet werden.
  • Will man allerdings eine Nachblüte erreichen, was in vielen Jahren gut gelingt, müssen die Blütenstängel abgeschnitten werden. Die Pflanze steckt sonst ihre Kraft in die Ausreifung der Samen und bildet keine neuen Blüten.
  • Nochbesser ist es, den Stängel etwa 10 Zentimeter über dem Boden abzuschneiden. Nach diesem Schnitt gut wässern und auch etwas düngen!
  • Im Herbst eine Handbreit über dem Boden abschneiden.
  • Das kann auch im Frühjahr erledigt werden, aber da muss man aufpassen, dass man keine jungen Triebe beschädigt oder aber man muss sehr früh schneiden.
Überwintern

Lupinen sind in der Regel winterhart, je nach Sorte bis –25° C, einige auch bis –35° C. Die Pflanzen brauchen keinen Winterschutz.

Vermehrung

Lupinen neigen dazu, sich selbst auszusäen. Die Samen werden im Umkreis von bis zu 7 Metern verteilt. Wenn man nicht aufpasst, breiten sich die Pflanzen im ganzen Garten aus. Durch Samen sind Lupinen jedenfalls leicht zu vermehren. Teilung ist auch möglich, aber durch die tiefe Wurzel oft ungünstig. Besser sind dann Stecklinge, so genannte Basalstecklinge.
  • Aussaat im Frühjahr oder Herbst, am besten aber im zeitigen Frühjahr (März)
  • Ein Vorteil ist, dass erbreine Sorten entstehen.
  • Samen müssen vor der Aussaat 24 h in warmem Wasser eingeweicht werden.
  • Aussaat dann direkt im Freiland
  • Schon nach zwei Monaten sollten die ersten Blüten erscheinen. Einige Sorten blühen aber auch erst im darauffolgenden Jahr.
  • Teilung ist oft schwierig, aber generell möglich. Bei älteren Pflanzen macht das Teilen vor allem dann Sinn, wenn die Blühfreudigkeit nachlässt.
  • Außerdem ist die Vermehrung durch Basalstecklinge möglich.

Lupinen mehrfarbigBasalstecklinge schneidet man im Frühjahr aus der Mutterstaude heraus. Wenn die neuen Triebe an der Pflanzenbasis erscheinen und etwa 10 cm lang sind, werden einzelne vorsichtig am Ansatz abgeschnitten. Sie werden sofort in einen sogenannten kalten Kasten eingepflanzt. Als Erde eignet sich sterile Anzuchterde. Nach etwa 6 Wochen sollten sich Wurzeln gebildet haben, so dass man die Pflänzchen in separate Töpfe umsetzen kann. Im Herbst schließlich kommen sie ins Staudenbeet

Krankheiten und Schädlinge

In der Landwirtschaft sind Lupinen deutlich anfälliger für Krankheiten und Schädlinge, als im Garten. Die Pflanzen sind recht gesund und widerstandsfähig. Mehltau tritt recht häufig auf, aber dagegen lässt sich ja einiges tun. Auf Schnecken muss man aufpassen, sonst fressen sie die zarten Triebe gleich beim Austrieb weg und es gibt keine Lupine mehr.
  • Mehltau – oft an zu feuchten Standorten oder in feuchten Jahren
  • Schnecken – besonders bei Jungpflanzen – Schneckenkorn
  • Flecken auf den Blättern und sehr schwache Stängel – oft Hinweis auf Viruserkrankung – ausgraben und vernichten, um Ausbreitung zu verhindern
Fazit

Lupinen sind tolle Blühpflanzen. Es gibt wunderschöne Sorten. Ich persönlich finde es schön, immer nur eine Sorte zu verwenden, davon aber reichlich Pflanzen. Wenn man zu viele unterschiedliche Sorten pflanzt, wird es schnell zu bunt. Durch andere Stauden kommt ja noch mehr Farbe hinzu. In der Pflege sind Lupinen sehr einfach zu handhaben. Sie machen kaum Arbeit und sehen einfach toll aus. Allerdings wirken sie nur, wenn nicht alle Pflanzen zu dicht gedrängt stehen. Lupinen sind schöne Solitärstauden mit einer tollen Wirkung.
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Tipps für Schnellleser
Aussaat, Pflege und Schneiden in Kürze

- Lupinen – wunderschöne Blühpflanzen mit Blüte von Ende Mai bis Juli/August
- Außerdem sehr gut für den Boden, werden als Gründünger eingesetzt
- Viel in der Lebensmittelindustrie genutzt (spezielle Sorte)
- Vorsicht – Lupinen sind giftig
- Besonders schöne Sorten siehe Haupttext
- Pflege einfach
- Standort – sonnig bis maximal halbschattig und unbedingt windgeschützt
- Pflanzsubstrat – tiefgründiger, lockerer und humoser Boden
- Pflanzen am besten im April/Mai
- Gießen nur in den Wochen nach dem Pflanzen oder Jungpflanzen
- Düngen eigentlich nicht nötig, allenfalls mit Kompost
- Schneiden nur im Herbst, eine Handhoch über dem Boden 
- Für eine zweite Blüte zwischendurch runterschneiden
- Lupinen sind winterhart, auch ohne Schutz
- Vermehrung durch Aussaat, Teilung und Basalstecklinge
- Aussaat einfach und gelingt zuverlässig
- Teilung mitunter schwierig, da die Wurzel sehr tief geht
- Basalstecklinge im Frühjahr direkt aus der Mutterstaude schneiden
- Krankheiten – Mehltau – spritzen
- Flecken auf Blättern uns schwache Stängel – Viruserkrankung – entsorgen
- Schädlinge - Schnecken
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