Trockenmauer selber bauen, anlegen und bepflanzen - Bauanleitung

TrockenmauerTrockenmauern bereichern den Garten auf vielfältige Weise. Sie dienen als Hangbefestigung, stützen Terrassen ab, fassen Beete ein, schaffen einen Hochteich oder lockern als frei stehende Mauern das Gesamtbild auf. Zumeist werden sie aus Natursteinen errichtet, die ohne die Verwendung von Mörtel, aufeinander geschichtet



werden. Ein ausgesprochen reizvolles Erscheinungsbild entsteht, wenn die Fugen der Trockenmauer mit Stauden bepflanzt werden. Damit eine Trockenmauer nicht nur schön anzusehen, sondern auch stabil ist, sind bei deren Bau einige wichtige Vorgaben zu beachten. Die folgende Anleitung dient dem ambitionierten Hobbygärtner als umfassende Hilfestellung, wenn er eine Trockenmauer bauen möchte, die über Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte hinweg den Garten kultiviert.


Geeignete Steine für eine Trockenmauer

Grundsätzlich können alle Steinarten für eine Trockenmauer verwendet werden. Es bietet sich an, auf Steinsorten zurückzugreifen, die typisch sind für die heimische Region und möglichst aus einem nahegelegenen Steinbruch stammen. Einerseits harmoniert die Trockenmauer mehr mit der Umgebung; andererseits werden auf diese Weise die Lieferkosten im Griff behalten, die bei den schwergewichtigen Steinen nicht unbeträchtlich sein können. Darüber hinaus dürfen die Steine keine Risse aufweisen, verwittert sein oder Hohlräume aufweisen. Obwohl der Reiz einer Trockenmauer unter anderem auch in der natürlichen Unregelmäßigkeit des Mauerwerkes liegt, ist es ratsam, dass die gewählten Steine maximal fünfmal so lang, wie hoch sind, aber auch nicht kürzer als hoch. Die beliebtesten Steinsorten für eine Trockenmauer sind:
  • Granit
  • Sandstein
  • Basalt
  • Quarzgestein
  • Kalkstein
  • Grauwacke
Trockenmauer bauenWer trotz aller Natürlichkeit der Trockenmauer ein gleichmäßiges Bild erhalten möchte, wählt vom Steinwerk bearbeitete Steine, die im Gegensatz zu Bruchsteinen, allesamt etwa gleich groß sind.

Planung und Vorbereitung

Um die Stabilität der Trockenmauer gewährleisten zu können, hat sich als Faustformel bewährt, dass der Mauerfuß in der Breite etwa ein Drittel der Höhe betragen sollte. Aus diesem Grunde übersteigen Trockenmauern im Gartenbereich selten 1,50 m an Höhe, denn diese erfordert einen Mauerfuß von 40 cm bis 50 cm. Größenordnungen, die darüber hinausgehen, werden von erfahrenen Hobbygärtnern als unwirtschaftlich betrachtet. Hinzu kommt, dass bei Mauern ab einer Höhe von 2 m ein Standsicherheitsnachweis gesetzlich zwingend vorgeschrieben ist. Dieser ist von einem geprüften Statiker zu erstellen, selbst dann, wenn ein Fachbetrieb die Mauer erstellt. Die jeweilige Landesbauordnung sowie der Bebauungsplan der örtlichen Gemeinde sollten daher im Rahmen der Planung der Trockenmauer eingesehen werden, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Dient die Trockenmauer als Stütze für einen Hang, der deutlich höher ist als 1,50 m, hat sich als Lösung ein terrassenförmiger Bau mehrerer Mauern bewährt. Aus diesen Prämissen ergibt sich die erforderliche Anzahl an benötigten Steinen. Folgende Materialien und Werkzeuge sollten also bereitstehen:
  • Steine
  • Schotter oder Kiessand
  • Sand
  • Splitt
  • Spaten oder Schaufel
  • evtl. Rüttelplatte
  • Pflöcke und Richtschnur
  • Zollstock
  • Gummihammer
  • evtl. Drainagerohr
Trockenmauer anlegenJe nach der geplanten Größe und Länge der Trockenmauer und des damit verbundenen Fundaments, lohnt es sich, für die Verdichtungsarbeiten eine Rüttelplatte zu mieten oder zu leihen.

Keine Trockenmauer ohne Fundament

Da bei dem Bau einer Trockenmauer ein flexibles Mauerwerk entsteht, ohne die Verwendung von Mörtel, ist kein Fundament aus Beton erforderlich, das bis in die frostfreie Tiefe von 80 cm hinunterreicht. Es genügt vollauf, den Boden etwa 40 cm tief auszuschachten. Dieser Graben wird bis 30 cm mit Schotter oder Kiessand aufgefüllt und verdichtet. Dann folgt eine 10 cm dicke Sandschicht, die ebenfalls sorgfältig verdichtet wird.

Dient die Trockenmauer als Stütze für einen Hang, bietet es sich an, diese von Beginn an mit einer Neigung bzw. einem Anlauf von 5 % bis 15 % anzulegen. Diese Maßnahme hat zwei positive Effekte: Die Standfestigkeit der Trockenmauer wird erhöht und die optische Erscheinung, dass die Mauer zu kippen scheint, wird vermieden. Das Ausmaß der Neigung ist abhängig von der Höhe der Trockenmauer. Diese kann bereits bei dem Bau des Fundaments angelegt werden mithilfe einer zusätzlichen Sand- oder Splittschicht. Zudem wird die gewünschte Neigung zum Hang hin erreicht, wenn während der Aufschichtung der Steine, diese 2 cm bis 3 cm Richtung Hang versetzt werden.

Der Bau der Trockenmauer kann beginnen

Wird die Trockenmauer aus Natursteinen in unterschiedlichen Größen erstellt, bilden die größten Exemplare die erste Steinreihe. Dient die Mauer als Stütze für einen Hang, wird sie in einem Abstand von 40 cm gebaut, um genügend Platz zu erhalten für die spätere Hinterfüllung. Wer vorzugsweise eine gerade Trockenmauer errichten möchte, spannt als Orientierung eine Richtschnur, die an zwei Pflöcken befestigt ist. Sind Boden und Umgebung sehr feucht, ist es ratsam, hinter der unteren Steinreihe ein Drainagerohr mit etwas Gefälle einzufügen, damit das Wasser in eine bestimmte Richtung abfließen kann. Nun kann das eigentliche Mauerwerk erstellt werden, unter Beachtung der folgenden Hinweise:
  • die Fugen mit lehmigem Sand füllen;
  • Steine versetzt aufschichten;
  • mit einem Gummihammer festklopfen;
  • die Steine dürfen nicht mehr wackeln;
  • größere Fugen mithilfe von Splitt verkeilen;
  • Querfugen verlaufen möglichst gerade;
  • Kreuzfugen vermeiden;
  • Lücken mit den Stauden bepflanzen;
  • für die Mauerkrone die schönsten Steine reservieren;
  • in den Ecken die größten Steine platzieren.
Trockenmauer aus NatursteinWährend die Trockenmauer Schicht für Schicht erbaut wird, erfolgt gleichzeitig die Hinterfüllung zum Hang. Handelt es sich um eine frei stehende Mauer, werden zwei hintereinander liegende Mauern erstellt. Um welche Variante es sich auch

handelt, wichtig zu beachten ist bei der Erstellung, dass durchschnittlich jeder sechste bis achte Stein quer zur Mauerrichtung verlegt wird. In einem Hang fungieren diese Quersteine wie Verankerungen. In einer freistehenden Trockenmauer bilden sie die Verbindung zwischen den beiden Steinwänden. In diesem Fall raten Fachleute, keinen Abstand zwischen den Wänden entstehen zu lassen, der mit Schotter, Kies, Lehm oder Sand verfüllt wird. Dieses Material kann vom Regen ausgewaschen werden und die Stabilität der Mauer gefährden.

Fugenverlauf bestimmt die optische Wirkung

Der Fugenverlauf spielt eine wichtige Rolle hinsichtlich der Optik und der Stabilität der Trockenmauer. Versetzte Fugen fangen insbesondere bei einer Hangmauer den dort herrschenden Erddruck auf. Daher sind Kreuzfugen unbedingt zu vermeiden, denn sie schwächen die Standfestigkeit. Ein sehr regelmäßiges Erscheinungsbild wird bei einem Schichtmauerwerk erzielt, da hier die verwendeten Steine gleich hoch sind. Wer gerne etwas mehr Abwechslung erzielen möchte, arbeitet mit unterschiedlich hohen Natursteinen, die zu rechteckigen und quadratischen Formen bearbeitet wurden. Ein ausgesprochen kreativer Look der Trockenmauer entsteht bei der Verwendung von unbearbeiteten Bruchsteinen, bei denen trotzdem auf durchgängige Querfugen geachtet wird. Erfahrene Hobbygärtner, die zusätzlich über ein ausgeprägtes handwerkliches Geschick verfügen und gleichzeitig eine besonders rustikale Trockenmauer bauen möchten, entscheiden sich für ein Zyklopenmauerwerk. Hierbei handelt es sich um eine Sonderform des Bruchsteinmauerwerks. Es werden ausschließlich besonders große, oft auch runde, unbearbeitete Natursteine verwendet. Diese werden mit äußerster Sorgfalt aufeinander geschichtet, wobei in diesem Fall auch keine durchgehenden Querfugen gebildet werden. Der Vorteil dieser Bauweise liegt neben dem urigen Erscheinungsbild in den zahlreichen Fugen, die sich ausgezeichnet zur Bepflanzung mit Stauden eignen. Allerdings geht dies zulasten der inneren Festigkeit der Trockenmauer.

Die Mauerkrone bedarf der besonderen Beachtung

Da bei einer Trockenmauer, gegenüber herkömmlichen Mauern, keine zusätzliche Abdeckung mithilfe von Platten erfolgt, übernimmt die Mauerkrone den Schutz des gesamten Bauwerkes. Aus diesem Grunde werden von Beginn an die größten und schönsten Steine dafür zur Seite gelegt. Für mehr Stabilität sorgt dabei, dass beim Bau der Mauerkrone weniger Fugen entstehen. Idealerweise sind die Steine so lang, dass sie gleich mehrere Stoßfugen abdecken. Beabsichtigt der Hobbygärtner einen ausnehmend üppigen Bewuchs der Trockenmauer, wird die Mauerkrone abschließend mit einer Schicht aus Mutterboden bedeckt und kann daher durchgängig bepflanzt werden. Handelt es sich um eine frei stehende Mauer, die gleichzeitig dem Schutz des Grundstücks dient, haben findige Hobbygärtner eine interessante Lösung für die Mauerkrone entwickelt. In diesem Fall werden vorzugsweise platte Steine senkrecht und sehr eng nebeneinander gestellt, sodass sie sich verkeilen. Auf diese Weise entsteht eine gezackte Mauerkrone, die dunkle Gestalten von einem unerlaubten Übersteigen effektiv abhält.

Trockenmauer bauen im Gefälle

Trockenmauer mit StufenFachkundige Maurer haben ermittelt, dass eine Trockenmauer sich einem Längsgefälle bis maximal 8 % anpassen kann. Darüber hinausgehendes Gefälle wird im Rahmen der Erstellung des Fundaments aufgefangen, das - ebenso, wie der Mauerfuß - abgetreppt wird. Zusätzlich wird die Mauerkrone treppenartig dem Gefälle angeglichen. Wer sich eine etwas elegantere Lösung wünscht und Mehrarbeit nicht scheut, formt die obere Mauerkante so, dass sie parallel zum Gefälle verläuft. Diese Bauweise erfordert allerdings permanentes, präzises Ausmessen während der Bauarbeiten. Darüber hinaus müssen die Steine der oberen Schicht aufwendig bearbeitet werden.

Ecken bei einer Einfriedung mauern

Dient die Trockenmauer dem Zweck der Einfriedung eines Beetes, verdienen die Ecken besondere Aufmerksamkeit. Es mag auf den ersten Blick schwierig erscheinen, ist es jedoch nicht, wenn folgende Anleitung berücksichtigt wird:
  • erste Steinreihe bis zur geplanten Ecke verlegen;
  • an den letzten Kopfstein den ersten Stein der abgewinkelten Seite ansetzen;
  • zweite Reihe verlegen;
  • Kopfseite der Steine ist von außen sichtbar;
  • Steinreihen abwechselnd durchziehen;
  • es bildet sich die gewünschte Verzahnung;
  • für die Ecken nur große Steine wählen.
Je größer die Natursteine sind, die in den Ecken verlegt werden, desto stabiler wird die Trockenmauer. Dies gilt bei Mauern, die keine Ecken bilden, für die End- und die Anfangssteine ebenfalls.

So gelingt die Bepflanzung der Trockenmauer

Trockenmauer bepflanzenBereits während die Trockenmauer gebaut wird, sollten die Pflanzen eingesetzt werden. Wird dies erst nach Fertigstellung der Mauer durchgeführt, besteht die große Gefahr, dass die Wurzeln der Pflanzen beschädigt werden, während sie in die Lücken geschoben werden. Als Pflanzsubstrat in den Fugen hat sich eine Mischung bewährt, die zu je einem Teil aus Sand, Lehm- und Lauberde besteht. Vor dem Einsetzen in die Fugen werden die Pflanzen vollkommen durchnässt, damit sie schnell und sicher anwachsen. Folgende Pflanzen fühlen sich in einer sonnig gelegenen Trockenmauer besonders wohl:
  • kriechende Goldgarbe
  • Mauer-Steinkraut
  • Teppich-Silberraute
  • Hängepolsterglocke
  • Pfingstnelke
In Mauerfugen im halbschattigen bis schattigen Standort kommen folgende Pflanzen:
  • Zwerg-Frauenmantel
  • Blaue Alpenaster
  • Weiße Alpenaster
  • Goldtröpfchen
  • Frühlings-Segge überhängend
Je üppiger eine Mauerkrone bepflanzt ist, desto wirkungsvoller gestaltet sich ihr Erscheinungsbild. Befindet sie sich an einem sonnigen Platz im Garten, eignen sich die folgenden Pflanzen:
  • Serbische Garbe
  • Kriechende Goldgarbe
  • Steintäschel Armenien
  • Mauer-Steinkraut
  • Sommer-Steinkraut
  • Blaukissen
Auf einer Mauerkrone, die im halbschattigen bis schattigen Gartenbereich steht, gedeihen die folgenden Pflanzenarten:
  • Blaustieliger Streifenfarn
  • Alpen-Silbermantel
  • Rosa Katzenpfötchen
  • Wundklee Balkan
  • Kaukasische Gänsekresse
Alternativ zur gezielten Bepflanzung der Trockenmauer besteht die Möglichkeit, diese Aufgabe der Natur zu überlassen. Natürlich erfordert ein derartiger Vorgang einige Jahre Geduld. Es kann für den begeisterten Hobbygärtner jedoch ein spannendes Erlebnis sein, von Jahr zu Jahr zu beobachten, wie Mutter Natur die Trockenmauer bewachsen lässt.

Mit einer Trockenmauer einen bleibenden Bestandteil des Gartens bauen

Wer als Hobbygärtner mit viel Freude und Begeisterung seinen Garten gestaltet, ist nicht gezwungen, einen so entscheidenden Bestandteil, wie eine Trockenmauer fremden Händen zu überlassen. Mit ein wenig handwerklichem Geschick und dieser Anleitung, gelingt das Vorhaben komplett in Eigenleistung. Neben dem persönlichen Erfolgserlebnis, wird auf diese Weise auch jede Menge Geld gespart; eine Tatsache, die nicht zu unterschätzen ist. Entscheidend für eine gelungene Trockenmauer, bewachsen mit üppiger Pflanzenpracht ist, dass nach einer wohldurchdachten Planung gearbeitet wird.
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Tipps für Schnellleser
Trockenmauer selber bauen und anlegen

- Mithilfe der Anleitung einen detaillierten Plan erstellen.
- Für eine Trockenmauer eignen sich alle Natursteine.
- Auf ein Fundament aus Beton kann verzichtet werden.
- Als Stützmauer für einen Hang wird eine Neigung von 5-15 % berücksichtigt.
- Die erste Reihe besteht aus den größten Steinen.
- Der Mauerfuß ist ein Drittel so breit, wie die Mauer hoch ist.
- Trockenmauern ab 2 m Höhe bedürfen einer Standfestigkeitsbescheinigung.
- Hangbefestigung über 2 m mithilfe mehrerer terrassenförmiger Trockenmauern.
- Bei der Aufschichtung der Steine Kreuzfugen vermeiden.
- Lockere Steine mit Splitt verkeilen.
- Der Fugenverlauf bestimmt das optische Erscheinungsbild.
- Jeder sechste bis achte Stein ist ein Querstein.
- Eine freistehende Trockenmauer besteht aus zwei Steinwänden.
- Während der Bauarbeiten die Pflanzen bereits einsetzen.
- Die Mauerkrone aus extra großen Steinen bilden.
- Trockenmauern ab 8 % Gefälle abtreppen.
- Bei der Bepflanzung den Standort berücksichtigen.
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