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Zimmerefeu, Efeu als Zimmerpflanze – Pflege-Tipps

Zimmerefeu

Als immergrüne Blattschmuckpflanze lässt Zimmerefeu keine Wünsche offen. Mit ihrem prächtigen, uni-grünen und panaschiertem Laub ziert die opulente Kletterpflanze selbst lichtarme Nischen, reinigt die Luft von Schadstoffen und reichert mit sauberem Sauerstoff unsere Atemluft an. Dank kräftiger Haftorgane dekoriert Hedera helix formschöne Kletterhilfen oder ihre opulenten Ranken baumeln elegant an einer Ampel herab. Wer jetzt umfangreiche Arbeiten rund um die fachgerechte Kultivierung erwartet, wird angenehm überrascht. Stöbern Sie hier in praxiserprobten Pflege-Tipps für einen üppigen und vitalen Efeu als Zimmerpflanze.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Araliengewächse (Araliaceae)
  • Gattung: Efeu (Hedera)
  • Häufigste Art als Zimmerpflanze: Gewöhnlicher Efeu (Hedera helix)
  • Beheimatet in Europa und dem Mittelmeerraum
  • Immergrüne Blattschmuckpflanze, kletternd dank Haftwurzeln
  • Klettervermögen in Zimmerkultur bis 300 cm und höher
  • In der Jugend krautig, später verholzend
  • Dekorative, mehrlappige Blätter, unifarben bis panaschiert
  • Ausdauernd und winterhart
  • Giftig in allen Teilen

In Anbetracht einer Lebenserwartung von bis zu 500 Jahren, gehen Sie mit Efeu als Zimmerpflanze eine lebenslange Partnerschaft ein, vorausgesetzt, ihre wenigen Kulturansprüche werden berücksichtigt.

Tipps zum Standort

Die Wahl des Standortes bestimmt wesentlich über den erfolgreichen Verlauf der Pflege von Zimmerefeu. Profitieren Sie von der überbordenden Sortenvielfalt, um das ideale Exemplar für die lokalen Lichtverhältnisse herauszufiltern. Treffen Sie Ihre Entscheidung auf Basis folgender Kriterien:

  • Heller bis halbschattiger Standort ist für grünlaubige Sorten ideal
  • Lichtausbeute von mindestens 20 Prozent ist wünschenswert, wie am Nord- oder Ostfenster
  • Buntlaubiger Efeu verlangt nach sonniger Lage mit 2-3 Sonnenstunden täglich
  • Lichtausbeute von mindestens 40 Prozent bis maximal 75 Prozent sollte gegeben sein, wie am Westfenster
  • Schutz vor praller Mittagssonne ist bei jedem Zimmerefeu wichtig

Je dunkler die Blätter, desto schattiger darf der gewählte Platz beschaffen sein. Mangelt es hingegen permanent an Licht, droht die Kletterpflanze zu vergeilen, weil sich die Triebe sehnsuchtsvoll der Sonne entgegenstrecken. Diese ungünstigen Bedingungen treten ein, wenn die Lichtintensität nicht an 20 Prozent heranreicht.

Tipp: Wird die pralle Mittagssonne durch eine Gardine abgeschwächt, gedeiht buntlaubiger Efeu als Zimmerpflanze sogar am Südfenster vital und üppig. Alternativ platzieren Sie die Kletterpflanze hinter sonnenverträglichen Pflanzen, die einen Schatten auf die Ranken werfen.

Temperaturverhältnisse

Zimmerefeu im TopfIm Vergleich zu den divergenten Ansprüchen an die Lichtverhältnisse, sind sich die mannigfaltigen Efeu-Arten und Sorten hinsichtlich der Temperaturen weitgehen einig. So fühlen sich die Kletterpflanzen im Zimmer gut aufgehoben:

  • Von März bis Oktober pendelt die Quecksilbersäule idealerweise zwischen 15 und 18 Grad Celsius
  • Darüber hinausgehende Temperaturen werden toleriert bei entsprechend hoher Luftfeuchtigkeit
  • Von November bis Februar herrschen kühle Bedingungen von 10 bis 15 Grad

Da im Wintergarten oder im Wohnraum ohne Klimaanlage im Sommer steigende Temperaturen schwer zu kontrollieren sind, heben Sie zu dieser Jahreszeit die Luftfeuchtigkeit proportional zur Wärme mit einfachen Mitteln an. Wird die 20-Grad-Marke übertroffen, sprühen Sie die Blattschmuckpflanze täglich mit weichem Wasser ein. Gängige Luftbefeuchter halten ohne Ihr Zutun das lokale Mikroklima konstant leicht feucht, was für den berufstätigen Hobbygärtner besonders sinnvoll ist.

Tipp: Ist der Untersetzer von Zimmerefeu gefüllt mit Kieselsteinen und Wasser, steigt im Sommer verdunstende Feuchtigkeit auf, um die Ranken vor äußerlichen Trockenheitsschäden zu bewahren. Wichtig zu beachten ist, die Schale am Morgen oder in den Abendstunden täglich aufzufüllen.

Gießen

Halten Sie den Wasserhaushalt von Efeu auf einem ausgeglichenen Niveau, kommt diese Umsicht einer quicklebendigen Wuchskraft und Kletterfreudigkeit zugute. Prüfen Sie alle 2-3 Tage per Daumenprobe das Substrat, um bei Trockenheit sogleich zu wässern. Obgleich Efeu sich ein konstant feuchtes Erdreich wünscht, mag es mit Staunässe dennoch nicht behelligt werden. Leeren Sie daher einen Untersetzer spätestens nach einer Viertelstunde aus. Um einem Kalküberschuss in der Erde vorzubeugen, empfehlen wir die Verwendung von kalkfreiem Gießwasser. Dabei kann es sich um gesammeltes Regenwasser handeln oder abgestandenes Leitungswasser. Kundige Hobbygärtner hängen in eine mit normalem Wasser gefüllte 10-Liter-Gießkanne einen mit Torf gefüllten Baumwollsack, um auf natürliche Weise innerhalb von 3-5 Tagen eine Entkalkung durchzuführen.

Gönnen Sie Efeu als Zimmerpflanze eine winterliche Ruhepause bei 10 bis 15 Grad Celsius, reduziert sich analog der Wasserbedarf. Je kühler der Standort, desto seltener gießen Sie die Blattschmuckpflanze. Sprühen Sie weiterhin die Ranken alle paar Tage mit kalkfreiem Wasser ein, um einem Schädlingsbefall vorzubeugen.

Tipp: Trocknete der Wurzelballen während Ihrer kurzzeitigen Abwesenheit einmal aus, tauchen Sie den Wurzelballen so lange in Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. In Ausnahmefällen übersteht Zimmerefeu auf diese Weise Trockenstress ohne Nachwirkungen.

Düngen

Frisch eingetopft, steht Zimmerefeu zunächst für 4-6 Wochen ein ausreichender Nährstoffvorrat im Substrat zur Verfügung. Da im begrenzten Volumen des Pflanzgefäßes kein naturgegebener Nachschub stattfindet, wie im Beet, obliegt die weitere Zufuhr dem Gärtner. In diesem Aspekt der Pflege gibt sich Efeu als Zimmerpflanze besonders anspruchslos. So handhaben Sie das Thema richtig:

  • Von März bis September alle 14 Tage flüssig düngen
  • Das Präparat niemals auf angetrocknetes Substrat verabreichen
  • Im Zweifel zuvor ein wenig gießen mit weichem Wasser

Hedera helix als ZimmerpflanzeAls Blattschmuckpflanze verlangt Hedera helix nach einem Stickstoff-betonten Präparat, das allerdings in verdünnter Konzentration appliziert wird. Eine Überdüngung verursacht regelmäßig ein mastiges Wachstum, zulasten einer kompakten, dicht beblätterten Silhouette.

Tipp: Wo der Geruch nicht stört, fungiert Brennnesseljauche als idealer organischer Dünger für Efeu – ganz ohne Gefahr einer Überdosierung.

Schneiden

Es ist nicht zuletzt die genügsame Schnittverträglichkeit, die Efeu alljährlich im Ranking der beliebtesten Zimmerpflanzen ganz nach oben katapultiert. Einerseits erfüllt die muntere Wüchsigkeit schöpferische Begrünungspläne im Nu. Andererseits gerät der Umfang niemals außer Kontrolle, da zu lange Ranken kurzerhand abgeschnitten werden. So schneiden Sie Zimmerefeu fachgerecht:

  • Der beste Zeitpunkt für einen Rückschnitt ist das zeitige Frühjahr
  • Den Schnitt knapp oberhalb eines nach außen gerichteten Blattknotens ansetzen
  • Vertrocknete und kümmerliche Zweige an der Basis auslichten

Unterjährig sind jederzeit kleinere Korrekturen mit der Schere problemlos möglich. Verwenden Sie ausschließlich frisch geschärftes und penibel desinfiziertes Werkzeug. An jungen Exemplaren fördern Sie ein buschiges und kompaktes Wachstum, indem Sie regelmäßig die Triebspitzen ausbrechen. Diese Maßnahme macht insbesondere Sinn an Sorten, die von Natur aus nicht so üppig verzweigen, wie andere. Versäumen Sie nicht, sich mit Handschuhen vor den toxischen Inhaltsstoffen von Efeu zu schützen.

Tipp: Von Efeu-Schnittgut geht eine lebensbedrohliche Gefahr für Pferde und Weidevieh aus. Entsorgen Sie abgeschnittene Ranken daher niemals auf einer Wiese oder auf einem Kompost, wenn die Tiere dorthin gelangen können.

Schädlinge

Während Efeu sich mit seinen giftigen Inhaltsstoffen zahlreiche Krankheiten vom Hals hält, scheren sich einige Schädlinge nicht darum. Die häufigsten Plagegeister an Hedera helix in Zimmerkultur mit Tipps zu deren Bekämpfung im Überblick:

Spinnmilben
Ganz oben auf der Liste tierischer Feinde von Zimmerefeu rangieren Spinnmilben. Die winzigen Insekten nutzen in erster Linie trockene Heizungsluft, um den Blättern den Saft auszusaugen. Als Symptome für einen Befall erkennen Sie helle Sprenkel auf den Blattoberseiten. Im weiteren Verlauf färbt sich das Laub gelb und braun, um abzufallen. Werfen Sie einen Blick auf die Blattunterseite, sind hier bereits im frühen Stadium die typischen weißen Gespinste zu erkennen, die den Schädlingen den Namen verliehen. So gehen Sie gegen die Plage vor:

  • Zimmerefeu ab sofort täglich einsprühen mit kalkfreiem Wasser
  • Die befallene Pflanze wiederholt kopfüber abduschen
  • Mitsamt Topf in eine Plastiktüte packen, um den Spinnmilben den Sauerstoff zu nehmen

Hedera helixDa im Wohnräumen der Griff zum chemischen Insektizid verpönt ist, greifen umwelt- und gesundheitsbewusste Hobbygärtner zur klassischen Schmierseifenlösung. Sie bereiten den Schädlingen den Garaus mit einem Mix aus 1 Liter Regenwasser und jeweils 1 Esslöffel reiner Schmierseife oder flüssiger Kernseife und Spiritus. Geben Sie noch einen Spritzer Spülmittel hinzu, damit sich die Zutaten gut vermischen. Alle 2-3 Tage auf die Ober- und Unterseiten der Blätter aufgesprüht, bestehen zumindest im frühen Stadium gute Erfolgsaussichten.

Blattläuse
Die prächtigen Schmuckblätter von Zimmerefeu locken mitunter Blattläuse in Scharen an. Da sich die saugenden Insekten zunächst auf den Blattunterseiten ansiedeln, sollte die Pflanze regelmäßig dort in Augenschein genommen werden. Die Läuse sind 2-3 mm klein und erscheinen in verschiedenen Farben, wie Braun, Gelb, Grün oder Schwarz. Verfärben sich Triebe und Blätter gelb, besteht dringender Handlungsbedarf. Je frühzeitiger Sie einer explosionsartigen Vermehrung der Parasiten entgegenwirken, desto schneller sind die Läuse Geschichte. Der Griff zum Insektizid ist erwiesenermaßen weniger effizient, als eines der folgenden Hausmittel:

  • In 1 l heißem Wasser 50 g Kernseife auflösen, abkühlen lassen und die Pflanze wiederholt besprühen
  • Alternativ alle Ranken kopfüber in die Seifenlösung tauchen und mit klarem Wasser abbrausen
  • In 200 ml Regenwasser 100 ml Frischmilch (keine H-Milch) geben und auf die Blätter auftragen

Darüber hinaus hat sich Backpulver als effektives Bekämpfungsmittel gegen Blattläuse erwiesen, da das Backtriebmittel den pH-Wert im Insektenkörper mit letalem Resultat verändert. In 1 Liter Regenwasser lösen Sie 1 gehäuften Löffel Backpulver auf und geben einen Tropfen Spüli als Emulgator hinzu. Eingefüllt in einen Handsprüher, wenden Sie das Hausmittel so lange an, bis die Blattläuse verschwunden sind.

Sorten-Empfehlungen für Zimmerefeu

Chicago (Hedera helix ‚Chicago‘)
Ein Klassiker für die Zimmerkultur aus den 1960er Jahren. Die Sorte besticht mit grünen und rosafarbenen Stielen sowie dreilappigen Blättern in hübscher Herzform. Darüber hinaus bietet die Sorte eine Variegata-Variante mit weiß umrandetem Laub.

  • Abstand der Internodien: 2-4 cm
  • Für halbschattige bis schattige Lagen

Goldefeu (Hedera helix ‚Goldheart‘)
Dieser gelbbunte Zimmerefeu zieht die Blicke auf sich mit dreieckigen Blättern, deren Mitte goldgelb verziert erscheint. Mit einem jährlichen Zuwachs von 15-35 cm, hält sich der Ausbreitungsdrang in beherrschbarem Rahmen.

  • Wuchshöhe 400 cm
  • Für den sonnigen Standort ohne pralle Mittagssonne

Harlekijn (Hedera helix ‚Harlekijn‘)
ZimmerefeuMit bunt geflecktem Laub auf dunkelgrünem Untergrund, setzt sich die prächtige Sorte in der Ampel und dem Blumenkasten in Szene. Die Züchtung von 2004 verfügt über eine natürliche Fähigkeit zur üppigen Verzweigung.

  • Wuchshöhe 250-350 cm
  • Gut winterhart, daher auch für das kühle Treibhaus geeignet

Glacier (Hedera helix ‚Glacier‘)
Mit seinen weiß-grün gezeichneten Schmuckblättern, überzogen von einem silbrig-schimmernden Hauch, fungiert diese Sorte als ideale Zimmerpflanze. Auf der Suche nach einem Efeu mit langen, nur wenig verzweigten Ranken, werden Sie bei Glacier fündig für den sonnigen bis halbschattigen Standort.

  • Wuchshöhe 300 cm
  • Dank guter Winterhärte auch für den Balkon geeignet

Buntlaubiger Kaukasischer Efeu (Hedera colchica ‚Dentata Variegata‘)
Es muss nicht immer Hedera helix sein, um Efeu als Zimmerpflanze zu kultivieren. Diese Premium-Sorte überzeugt mit langsamer Wuchsgeschwindigkeit und wunderschönen cremeweißen und grünen Blättern. Die ideale Züchtung für den großen Wintergarten. Kann es Ihnen nicht bunt genug sein an dem emsigen Kletterer, wählen Sie die Spielart ‚Ravenholst‘, die zusätzlich rote Triebe hervorbringt.

  • Wuchshöhe 400-600 cm
  • Ideal für das halbschattige West- oder Ostfenster

Curly Variegated (Hedera helix gelockt)
Mit intensiv gewellten Blatträndern erzeugt diese Efeu-Sorte zusätzliche Fülle im Erscheinungsbild. Die brandneue Züchtung gilt noch als Geheimtipp unter kreativen Hobbygärtnern, die creme-grün gezeichnetes Laub an Zimmerefeu favorisieren.

  • Wuchshöhe 250-300 cm
  • Verträgt keine Temperaturen unter 0 Grad Celsius

Fazit

Mit Zimmerefeu schaffen sich kreative Hobbygärtner ein immergrünes Refugium in Wohnräumen und dem Wintergarten. In erster Linie Hedera helix fungiert als ebenso dekorative wie anspruchslose Begrünung an der geschmackvollen Kletterhilfe, im eleganten Blumentopf oder der augenfälligen Ampel. Damit der schöpferische Blattschmuck über viele Jahre vital und gesund gedeiht, sind keine gärtnerischen Herausforderungen zu meistern, die das Einsteiger-Niveau übertreffen. Mit der Wahl des nicht zu sonnigen oder allzu dunklen Standortes mit angenehm kühlen 15 bis 18 Grad Celsius, ist die Hälfte des Weges bereits geschafft. Regelmäßiges Gießen mit weichem Wasser und wohl dosiertes Düngen runden den Pflegeplan sinnvoll ab. In welchem Umfang ein Rückschnitt erfolgt, obliegt Ihrer individuellen Entscheidung. Bedenken Sie überdies bei allen Pflegearbeiten den Giftgehalt von Zimmerefeu, verläuft die Kultivierung wunschgemäß.