Gartenpflanzen Gräser, Ziergräser und Farne

Wurzelsperre für Gräser anlegen: Anleitung

Wurzelsperre Gräser

Ziergräser im Garten gestalten diesen lebendig und können die Beete strukturieren. Allerdings breiten sich viele Gräser über unterirdische Wurzeln aus und benötigen daher eine Wurzelsperre, damit sie nicht den gesamten Garten überwuchern.

Wurzelsperre – Definition

Bei einer solchen Sperre handelt es sich um ein unterirdisches Hindernis, das die Wurzeln oder Rhizome verschiedener Pflanzen daran hindern soll, dass diese sich unter der Erde verbreiten, in die Länge wachsen und hier überall neue Pflanze entstehen. So kann diese wie folgt aussehen:

  • Wurzelsperrefertige Sperre aus dem Handel
    • meist dicke Folie
  • mit Schienen, um die Enden miteinander zu verbinden
  • bedingt auch Teichfolie nutzbar
  • um eine Pflanze herum im Boden vergraben
    • ähnlich einem Plastiktopf
  • der Boden nach unten bleibt frei
  • alternativ können auch große Kübel genutzt werden
  • Boden entfernen und eingraben
Tipp: Eine Rhizomsperre aus dem Handel bietet natürlich den größten Schutz und kann gemäß der in der Regel beigefügten Anleitung ganz einfach im Boden eingesetzt werden. Achten Sie beim Anlegen der Sperre darauf, dass das Material aus Polyethylen (HDPE) oder Polypropylen (PP) besteht, da es sich hierbei um starke Folien handelt, in die auch starke Wurzeln wie bei Bambus keine Löcher hineinstoßen können.

Rhizomsperre anlegen – Anleitung

Bevor verschiedene Ziergräser gepflanzt werden ist es wichtig, sich über die Wuchseigenschaften, auch der Wurzeln, zu informieren. So kann direkt von Anfang an gegen eine unterirdische unkontrollierte Ausbreitung mit einer Sperre vorgegangen werden. Wird diese direkt beim Pflanzen in einem neu angelegten Beet mit eingebaut, geht dies schneller, als der nachträgliche Einbau.

Größe planen

zebragras miscanthus sinensis 3144Als erstes muss die Größe der Rhizomsperre geplant werden. Denn fühlt sich eine Pflanze oder ein Ziergras eingeengt, wächst es nur bedingt und verkümmert. Daher sollte bei der Planung folgendes beachtet werden:

  • Menge der Gräser im Beet
  • Größe der Gräser
  • je mehr Platz, desto besser der Wuchs
  • Pflanzloch etwa 80 Zentimeter tief planen
  • Wurzelsperre genauso tief
  • sollte nach oben noch etwa 5 bis 8 cm aus Boden schauen
  • nach unten verjüngen/leicht schräg anlegen
  • verbraucht nochmals ein paar Zentimeter, diese ebenfalls zur Sperre dazu rechnen

So sollte eine Wurzelsperre für Gräser immer etwa einen Meter hoch gewählt werden. Um die Länge zu ermitteln, muss der Umfang des gewünschten Gartenbeetes ausgemessen werden. Auch hier sollten nochmals ein paar Zentimeter zugegeben werden, damit die Sperre gut verschlossen und an der Abschlussstelle ein wenig überlappen kann.

Hinweis: Gräser mit Wurzelausläufern können ohne eine Sperre mit der Zeit nicht nur das gesamte Beet überwuchern sondern dringen auch bis zum Nachbarn vor. Zudem können sehr starke Wurzeln unter Gehweg- oder Terrassenplatten wachsen und diese nach oben heben.

Anleitung zum Anlegen

Wenn man das Beet für die neue Bepflanzung anlegt, hebt man gleichzeitig rundherum ein Graben von etwa 80 Zentimetern Tiefe aus. Hierbei muss man darauf achten, dass dieser sich nach unten leicht zur Mitte hin verjüngt. Weiterhin sollte das Folgende beachtet werden:

  • Wurzelsperre für GräserBeet oder Pflanzloch aufräumen
  • Steine oder Reste von alten Wurzeln entfernen
    • können durch Wurzelwachstum gegen Sperre geschoben werden
    • könnte dadurch Beschädigungen erleiden
  • es kann zu Löchern kommen
  • Weg für Rhizome wird so wieder frei
  • Wurzelsperre einsetzen
  • sollte geschlossenen Ring rund um das Beet bilden
  • an den Enden fixieren
  • Enden miteinander verschweißen
  • alternativ mit Schiene aus Aluminium verschrauben

Aus dem Boden sollte die Sperre ebenfalls noch fünf bis acht Zentimeter heraus schauen, damit die Wurzeln nicht oberirdisch wachsen und man sie frühzeitig entfernen kann.

Tipp: Kontrollieren Sie regelmäßig den Boden auf heraus wachsende Rhizome, die sich den Weg über den Boden suchen, um sich weiter ausbreiten zu können. Durch die erhöhte Sperre werden diese ebenfalls in Schach gehalten, sollten jedoch frühzeitig entfernt werden.

Wurzelsperre für Gräser nachträglich einbauen

Es kann durchaus vorkommen, dass bei der Pflanzung der verschiedenen Ziergräser nicht darauf geachtet wurde, ob es ich um solche mit vielen unterirdischen Wurzelausläufern handelt. Dann sollte die Sperre nachträglich eingebaut werden. Dies bedeutet jedoch einen großen Aufwand und viel Arbeit. Als erstes muss man die Ausläufer unter der Erde verfolgen und finden.

  • Beet grabenBeet und Umgebung großflächig umgraben
  • Ausläufer abstechen und Ausgraben
  • danach rund um Pflanze Graben ausstechen
    • deutlich tiefer als die Wurzeln
  • Steine und Äste aus dem Bereich entfernen
  • auf genügend Platz rundherum für die Pflanze achten
  • Rhizomsperre in den Graben setzen
    • Verschlussleiste muss vollkommen dicht sein
  • Sperre nach unten verjüngen
  • Wurzeln werden so nach oben geleitet

Die Wurzeln sollten immer, ob bei einer Wurzelsperre in einem neuen oder aber eine nachträglich eingebaute, nach oben geleitet werden. So suchen sie sich nicht den Weg unter einer Sperre hindurch, um dann auf der anderen Seite ungehindert weiter zu wachsen.