Gartengestaltung Balkon & Terrasse

WPC-Dielen verlegen – Montageanleitung für Terrassendielen

WPC-Dielen

An WPC-Dielen (Wood-Plastic-Composites) kommt kein Hausherr vorbei, wenn er eine Terrasse plant, die der Witterung standhält, wartungsarm sowie pflegeleicht ist und obendrein mit einer stilvollen Optik besticht. Dank eines Holzanteils von 50 % bis 90 %, bleibt die warme Ausstrahlung erhalten, während der enthaltene Kunststoff lästige Behandlungen mit Holzschutzmitteln überflüssig macht. So viel Luxus hat natürlich seinen Preis. Folglich kommt es Bauherren durchaus gelegen, dass WPC-Dielen sich wunderbar verlegen lassen und keine ausgefeilten handwerklichen Fachkenntnisse erfordern. Die folgende praxisnahe Montageanleitung für Terrassendielen weist den Weg zu einem weiteren Stück verbesserter Lebensqualität für die ganze Familie.

Richtig planen

Eine fundierte Planung stellt einen reibungslosen Ablauf der Verlegearbeiten dar und reduziert Verluste an Zeit und Geld auf ein Minimum.

Bedarfsermittlung

  • Die Fläche exakt ausmessen.
  • Die Ausrichtung der Dielen festlegen.
  • Quer dazu die Unterkonstruktion entwerfen.

Stehen die Maße fest, ist der Materialbedarf von Dielen und Hilfsmitteln nicht mehr schwierig zu ermitteln. Terrassendielen gibt es in Standardlängen von 3 bis 6 Metern oder in Sondergrößen zwischen 1,50 Meter und 13 Meter. Die Multiplikation von Flächenbreite und Dielenbedarf pro m² ergibt die Anzahl der Bretter. Hinzu kommen die Basisprofile, die zumeist in einer einheitlichen Größe geliefert werden, um im 90°-Winkel zur Terrassenfläche für Stabilität zu sorgen. Im Unterbau ist es nicht erforderlich, die Profile dicht an dich zu verlegen, sondern im Abstand von 40 cm. Die Menge der benötigten Montageklammern ergibt sich aus der Gesamtfläche dividiert durch 40.

Material- und Werkzeugliste

  • WPC-Dielen, Basisprofile und Montageklammern gemäß der Bedarfsrechnung.
  • Akku-Schrauber mit niedrigem Drehmoment.
  • Handkreissäge oder Stichsäge.
  • Hammer, Zollstock, Winkel, Schnur und Stift.
  • Drehfüße für die 1-2 prozentige Neigung der Fläche.
  • Bei Bedarf Dehnungsfugenprofilband.
  • Unkraut- oder Gartenvlies.

Es macht Sinn, bei sämtlichen Materialien eine kleine Reserve einzurechnen, denn es ist äußerst ärgerlich, die Montage von Terrassendielen zu unterbrechen, weil noch ein Profil, eine Montageklammer oder ein Drehfuß fehlt.

Vorbereitungsarbeiten

Stehen am Bauplatz sämtliche Materialien bereit, starten die Verlegearbeiten mit der Vorbereitung des Bodens.

Untergrund

WPC-Dielen Zweifellos geht die Montage von WPC-Dielen leichter von der Hand, je ebener der Untergrund beschaffen ist. Bereits präsente Steinplatten lassen sich ausgezeichnet überbauen. Andernfalls legt der erfahrene Heimwerker eine ca. 10 cm dicke Drainage aus Kies oder Splitt an und zieht sie mit dem Rechen möglichst glatt. Zuvor ist es unverzichtbar, den Null-Punkt als Höhe zu definieren, an dem sich später die Oberkante der fertig montierten Terrasse befindet. Eine gute Orientierung bieten Hausecken oder Lüftungsschächte. Liegt in der Addition von Drainage, Dielenhöhe und Drehfüßen die Gesamthöhe über dem erwünschten Null-Punkt, ist es erforderlich, den Boden so tief auszukoffern, dass es passt.

Pflanzenschutz

Über der Drainage legen vorausschauende Hobbygärtner ein Unkrautvlies aus. Das Geotextil ist wasser- und luftdurchlässig, sodass Unkraut keine Chance hat und Staunässe sich nicht bilden kann. Sofern das Gartenvlies mit einer Überlappung von 10 cm bis 15 cm verlegt wird, sind keine weiteren Befestigungen vonnöten.

Lüftungsabstand

WPC-Dielen bestehen zu einem großen Teil aus Holzfasern. Bei Regen quellen sie mitunter leicht auf, was ein vollkommen natürlicher Vorgang ist, auch wenn das Wasser aufgrund der leichten Neigung rasch abfließt. Folglich wird standardmäßig ein Überstand von 2 cm bis 5 cm zur Hauswand eingerichtet bis zur Kante der ersten Diele. Für den Fall, dass die Terrassenfläche über die Hauswand hinaus ragt, dient eine gespannte Schnur als Orientierung.

Damit sind die Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen und die eigentliche Montage von WPC-Terrassendielen kann beginnen.

Tipp: Ein Dehnungsfugenprofilband zwischen Hauswand und der ersten Diele übernimmt die Funktion der Silikonversiegelung in Feuchträumen.

Verlegen in offener Bauweise

Auf dem Unkrautvlies werden nun die Drehfüße platziert, die einerseits für das Gefälle von 1 % bis 2 % ausgerichtet sind und andererseits eine unerwünschte Bodenberührung der Basisprofile verhindern. Steht ein glatter Untergrund zur Verfügung, werden die Drehfüße auf Gummipads gestellt. Werden die WPC-Dielen im Rahmen einer Sanierung auf den Steinplatten oder Fliesen einer bestehenden Terrasse verlegt, die bereits über die gebotene Neigung verfügt, können die Drehfüße eingespart werden zugunsten preisgünstigerer Gummi- oder Korkpads.

  • Die Basisprofile mit den Drehfüßen verschrauben oder darauf festklicken.
  • Erfahrungsgemäß bewegt sich der Abstand zwischen den Profilen um 40 cm.
  • Die Anfangs- und Endklammern mit den Basisprofilen zuerst verschrauben.
  • WPC-Dielen in die Klammern schieben und fixieren.

Nachdem die erste und letzte Terrassendiele montiert ist, erfolgt die restliche Montage nach einem einheitlichen Muster: Die Verlegehilfe bzw. den Abstandhalter zwischen die Dielen stecken. Daraufhin die Latte heranschieben, die Montageklammer einfügen und andrücken. Die Abstandhalter sorgen für einen einheitlichen Zwischenraum von 8 mm als Dehnungsfuge.

Verlegen in geschlossener Bauweise

WPC-Dielen Ist eine geschlossene Terrassenfläche gewünscht, beträgt die Mindestaufbauhöhe der Konstruktion 8 cm, um eine umlaufende Unterlüftung zu gewährleisten. Darüber hinaus entfallen die Verlegehilfen und es kommen spezielle Edelstahlklammern zur Anwendung.

  • Für eine spaltfreie Terrassenfläche werden Fugenschläuche statt Abstandhalter eingesetzt.
  • Die Lüftungsfugen zur Hauswand bleiben offen, damit Feuchtigkeit abziehen kann.
  • Auf die Verwendung von Dehnungsfugenprofilen wird in diesem Fall verzichtet.

Tipp: Die Mindestaufbauhöhe von 8 cm wird erzielt, indem kurzerhand 2 Basisprofile übereinander montiert werden.

Beliebte Verlegemuster

Die Verlegung von gleichlangen WPC-Dielen mit durchgehenden Fugen erscheint auf den ersten Blick als die simpelste Variante. Abhängig von der Größe der Terrasse, kann die Montage sehr langer Dielen problematisch werden. Der Holz-Kunststoff-Verbund punktet zwar mit einer hohen Stabilität; trotzdem können leichte Schwankungen nicht restlos ausgeschlossen werden. Bei einer 6 Meter langen Terrassendiele beträgt bereits eine minimale Krümmung von 1 % satte 6 cm. Der Zusammenbau wird durch diesen Umstand zwar nicht unmöglich, zumindest jedoch erschwert. Wer sich derartige Komplikationen ersparen möchte und zugleich ein aufgelockertes Verlegemuster favorisiert, entscheidet sich für eine der folgenden Alternativen:

  • WPC-Dielen unterschiedlicher Längen im Wechsel verlegen.
  • Gleich lange Terrassendielen mit quer verlaufenden Mittelstücken montieren.

Ein diagonales Verlegemuster – beginnend in einer Ecke – ist prinzipiell ebenfalls denkbar. Es kommt indes zu einem hohen Verlust durch Verschnitt, der angesichts des wertvollen WPC-Werkstoffes die Kosten unnötig in die Höhe treibt.

Verlängern der Basisprofile

Die Mehrzahl der Anbieter von WPC-Dielen bieten die dazugehörigen Basisprofile in einer einheitlichen Länge an. Sind die Profile zu lang, werden sie problemlos mittels einer feinzahnigen Säge gekürzt. Die Montage einer großen Terrasse kann im Gegensatz dazu ergeben, dass die Profile der Unterkonstruktion zu kurz sind. Angesichts diese Umstandes weiß sich der kundige Bauherr zu helfen:

  • Die Verlängerung mit einer exakt austarierten Überlappung montieren.
  • Die letzte Diele auf dem endenden Basisprofil ist zugleich die erste Diele des nächsten Profils.
  • Diese eine WPC-Diele muss zwingend auf beiden Profilen mit Klammern fixiert sein.

Darüber hinaus reduziert sich der Abstand der Basisprofile von 40 cm auf maximal 10 cm, um die Stabilität zu gewährleisten.

Begradigen und Verschließen

Sind alle WPC-Dielen sicher verlegt, nimmt der Bauherr die Begradigung der Enden vor. Mit einer Kappsäge entstehen glatte Schnitte für ein harmonisches Erscheinungsbild. Farblich passende Endkappen verleihen der neuen Terrasse den letzten Schliff und schützen zugleich vor eintretender Feuchtigkeit. Wo sich noch einige naseweise Grate blicken lassen, sorgt eine Feile für Abhilfe. Bei der Montage von Terrassendielen aus Wood-Plastic-Composites dürfte dies indes die absolute Ausnahme sein, denn die gefürchteten Holzsplitter lassen sich aufgrund des Kunststoffanteils meist nicht blicken.

WPC-Dielen Alternativ eignen sich glänzende Winkel aus Aluminium, um die Dielenenden in Szene zu setzen. Dabei ist darauf zu achten, dass mindestens 5 cm Spielraum bleiben zwischen Winkel und Dielenende, als Lüftungsöffnung.

Eine ausgesprochen professionelle Optik entsteht, wenn farblich passende Kanthölzer als Abschluss verwendet werden. Als Auflage dient ein Basisprofil, auf dem die Kantbretter ganz einfach festgeschraubt werden. Der Abstand zur Hauswand darf hierdurch freilich nicht unterschritten werden.

Tipp: Da es sich bei WPC-Dielen um ein ausgesprochen massives Material handelt, sollte grundsätzlich jede Verschraubung vorgebohrt werden.

Beleuchtung installieren

Einen Hauch mystischer Romantik zaubert der kreative Heimwerker in seine neue Terrasse, indem er in die Dielen eine dezente LED-Beleuchtung integriert. Er erspart sich eine Menge Zeit und Mühen, wenn die Zu- und Ableitungen rechtzeitig verlegt werden, also zeitgleich zur Montage der Unterkonstruktion. Die Leuchten selbst sind anschließend rasch installiert.

  • Mit einem Kreisschneider passende Öffnungen in die WPC-Dielen bohren.
  • Das Lampengehäuse einführen und nach Herstellerbeschreibung befestigen.
  • Das Anschlusskabel sollte seitlich unter den Dielen herausführen.

Kundige Heimwerker ersparen sich einen eventuellen Kabelsalat, indem sie sich für solarbetriebene LED-Leuchten entscheiden und im gleichen Zug Stromkosten einsparen.

Fazit
Innovative WPC-Dielen verleihen der Terrasse eine wohnliche, warme Aura, die zum Verweilen einlädt. Da der Holz-Kunststoff-Verbundstoff die Vorteile beider Komponenten in sich vereint, entscheiden sich immer mehr Hausherren für die Montage von WPC-Terrassendielen. Dank der unkomplizierten Verlegetechnik, sind selbst Heimwerker in der Lage, den neuen Bodenbelag ihres verlängerten Wohnzimmers einzusetzen. Eine stabile Unterkonstruktion aus Basisprofilen erhält durch Drehfüße ein leichtes Gefälle vom Haus weg, damit sich kein Wasser ansammelt. Darauf folgen die edlen Dielen, die kinderleicht nach einem Klick-System installiert und mit Klammern befestigt werden. Zu guter Letzt noch eine dekorative Randgestaltung und fertig ist die atemberaubende Terrasse.