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Japanische Wollmispel, Eriobotrya japonica – Pflege

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Ursprünglich kommt die Japanische Wollmispel aus China. In Japan wurde sie aber schon sehr früh eingeführt. Bei uns wächst sie in Gebieten mit milden Wintern (wie beispielsweise entlang des Rheins) auch problemlos im Freiland. Ansonsten ist die Wollmispel als Kübelpflanze eine hübsche Alternative für Balkon oder Terrasse. Sie wächst in der Form eines kleinen Baumes mit verholztem und verzweigtem Stamm. Die langen, schmalen Blätter sind olivgrün gefärbt und leicht gewölbt. Junge Blätter weisen einen feinen Flaum aus kurzen, weißen Härchen auf.

Kurzer Steckbrief

  • botanischer Name: Eriobotrya japonica
  • andere Namen: Japanische Mispel, Wollmispel, Nispero, Loquat
  • gehört in die Gattung der Wollmispeln und zur Familie der Kernobstgewächse
  • immergrüner Baum bis etwa 7 m Wuchshöhe
  • Blätter: behaarte Laubblätter, 12 bis 30 cm Länge bei einer Breite von 2 bis 9 cm
  • Blüte: endständiger, rispiger Blütenstand mit weißen, duftenden Blüten
  • Blütezeit: September bis November
  • Früchte: eiförmige, gelbe oder orangefarbene Früchte, essbar
  • immergrün

Standort

Der kleine, immergrüne Busch oder Baum ist in milden Lagen auch im Freiland kultivierbar, wie beispielsweise entlang des Rheins. Im Kübel wird die Japanische Wollmispel leicht über zwei Meter hoch und ist im Fachhandel sowohl als Busch oder auch als Hochstamm erhältlich. Als idealer Standort hat sich ein sonniger bis halbschattiger Platz im Garten oder auf der Terrasse bewährt, der die Pflanze vor Regen und Wind schützt. Die Eriobotrya japonica wächst auch ganzjährig im Wintergarten ausgesprochen gut.

  • Lichtbedarf: halbschattig mit gelegentlicher Sonnenbestrahlung
  • ein paar Stunden Vormittags- oder Nachmittagssonne sind optimal
  • luftig
  • windgeschützt
  • regengeschützt

Tipp: Ältere Kübelpflanzen sollten festgebunden oder anderweitig fixiert werden, damit sie bei kräftigen Böen nicht umkippen.

Boden

Eriobotrya japonicaDie Eriobotrya japonica bevorzugt einen sandigen oder lehmhaltigen Boden, der sowohl Humus als auch körnige Anteile enthält, die das Substrat locker und luftdurchlässig machen. Kalkhaltige Böden sind für den immergrünen Baum kein Problem, der pH-Wert sollte jedoch nicht zu sauer sein. Ein geeignetes Gemisch für das Substrat besteht aus:

  • hochwertiger Blumenerde (60%) mit grobkörnigen Anteilen (Lava, Blähton, Kies)
  • reifem Kompost (20%)
  • Sand (20%)
  • alternativ hochwertige Kübelpflanzenerde

Tipp: Hohe Torfanteile bei einer Kübelpflanzenerde gehören nicht zu den Qualitätsmerkmalen!

Gießen

Während der Wachstumsphase wird die Wollmispel regelmäßig kräftig gewässert. Der Ballen sollte immer etwas feucht sein. Am besten gießt man so lange, bis das Wasser unten aus dem Loch im Boden herausläuft. Nach wenigen Minuten wird das im Untersetzer stehen gebliebene Wasser weggegossen. Wegen der vielen großen und wolligen Blätter verbraucht die Japanische Wollmispel im Sommer sehr viel Wasser. Trotz des hohen Feuchtigkeitsbedarfes toleriert der Baum jedoch keine Staunässe. Gelegentliche Trockenheit toleriert die robuste Pflanze gut, starkes oder häufiges Austrocknen schädigt die Pflanze aber nachhaltig. In der Regel bekommt die Eriobotrya japonica in diesem Fall zunächst braune Blätter, die dann mit deutlicher Verzögerung abgeworfen werden.

Düngen

Der Nährstoffbedarf einer Wollmispel ist mäßig bis hoch. Zwischen Mai und August wird die Japanische Mispel in einem Rhythmus von ein bis zwei Wochen mit hochwertigem Kübelpflanzendünger über das Gießwasser oder auch Düngestäbchen mit zusätzlichen Nährstoffen versorgt.

Freilandpflanzung

In etwas wärmeren Gebieten kann eine gesunde, kräftige Wollmispel versuchsweise als ältere Pflanze an eine geschützte Stelle ins Freie gepflanzt werden. Besonders windgeschützte Hausmauern, die an eine Garage grenzen, eignen sich gut. Bevor die Japanische Wollmispel in die Erde kommt, sollte der Boden gut vorbereitet werden.

  • Pflanzloch: mindestens dreifache Ballengröße, doppelte Tiefe
  • bei schwerem Boden Drainage anlegen
  • zunächst hochwertige Gartenerde mit ein wenig Sand mischen
  • Pflanzloch damit zur Hälfte füllen
  • Wurzelballen für mindestens 10 Minuten in einen Eimer mit Wasser stellen
  • feuchten Wurzelballen ins Pflanzloch setzen
  • mit einem Gemisch aus Gartenerde, Sand und Humus auffüllen
  • Erde gut antreten
  • leicht angießen
  • etwa 20 bis 25 % der Triebe einkürzen

Bäume wie die Japanische Wollmispel benötigen ein paar Wochen, bis sich ihre Wurzeln gut im Erdreich ausgebreitet haben. In dieser Zeit nimmt die Pflanze nur schwer Wasser über die Wurzeln aus der Umgebung auf. Im ungünstigsten Fall vertrocknet der Baum bei heißem Wetter, bevor er wirklich angewachsen ist. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, wird die Verdunstung über die Blätter eingedämmt, indem man etwa ein Drittel der Triebe herausschneidet. Dieser Schnitt wird auch Pflanzschnitt genannt.

Umtopfen von Kübelpflanzen

Im Handel sind die Wollmispeln meist in winzigen Töpfen kultiviert. Wer seine Pflanze mit nach Hause nimmt, sollte sie deshalb gleich das erste Mal umtopfen (oder in milden Lagen in den Garten pflanzen).

  • ausreichend großen Kübel verwenden
  • immer einen Kübel mit Loch im Boden wählen, damit das Wasser ablaufen kann
  • für die Wohnung oder den Wintergarten ist auch ein Untersetzer notwendig
  • im Alter entwickelt die Wollmispel sehr große Wurzelballen
  • je größer und schwerer der Kübel, umso besser
  • am besten Terrakottakübel verwenden
  • Pflanzerde: hochwertige Kübelpflanzenerde mit Humusanteil und Granulat

Wollmispel pflanzenEin neues, größeres Gefäß ist bei jüngeren Pflanzen meist jährlich notwendig. Die Wollmispel durchwurzelt die Erde rasch und kräftig. Im Alter neigt die Japanische Wollmispel zu Blattverbräunungen an den Blattspitzen. Meist sind die Ursachen hierfür Trocken- oder Salzschäden. Diese können auftreten, wenn der Wurzelballen längere Zeit zu trocken war oder die Düngerkonzentration etwas zu hoch. Hier hilft nur eins: umtopfen! Mit frischer Erde und einem größeren Topf werden neue Speicherkapazitäten für Wasser und Nährstoffe geschaffen. Zudem muss natürlich auch immer dann umgetopft werden, wenn das Erdreich bereits gut durchwurzelt ist.

  • Intervall: alle zwei bis drei Jahre
  • bei Jungpflanzen jährlich
  • jährlich den Wurzelballen kontrollieren

Tipp: Wer keinen Platz für große Töpfe hat, kann in regelmäßigen Abständen (jährlich) auch nur das Substrat erneuern. In jeden Fall nur sehr hochwertiges Substrat verwenden. Das Geld ist gut investiert, denn diese Erde bleibt lange stabil und hat eine optimale Luft- und Wasserführung.

Schneiden

Regelmäßige Schnitte sind bei der Japanischen Wollmispel nicht unbedingt notwendig. Im zeitigen Frühjahr vertragen junge Japanmispeln einen Rückschnitt. Ältere Bäume, die schon Blüten und Früchte tragen, scheidet man am besten nach der Ernte. Die exotisch wirkenden Bäumchen sind sehr schnittverträglich. Zu lange Triebe, die das Gesamtbild stören oder nur wenig verzweigt sind, kürzt man maximal um die Hälfte ein. Geschnitten wird immer über einem Blattansatz oder Auge, das nach außen gerichtet ist. Zudem werden alle Triebe herausgenommen, die abgestorben oder krank sind. Kreuzen sich zwei Äste, wird einer davon entfernt. Nach innen wachsende Triebe schwächen den Baum und müssen daher ebenso herausgeschnitten werden. An den Spitzen der verzweigten Ästen bilden sich die Blüten und später die Früchte. Manchmal vertrocknen die Astspitzen nach der Ernte, sodass sie herausgenommen werden sollten.

Vermehrung

Zur Vermehrung der Japanischen Wollmispel werden in der Regel Samen verwendet. Diese Samen können im Fachhandel erworben werden. Wer schon eine Wollmispel im Garten hat, kann die Kerne auch direkt aus den Früchten entnehmen. Die Aussaat ist nicht schwer, denn die Kerne sind etwa so groß wie Apfelkerne. Nach der Entnahme aus der Frucht muss der Kern erst einmal gewaschen werden. Eventuell anhaftendes Fruchtfleisch führt schnell zu Schimmelbildung, die unbedingt zu vermeiden ist. Danach werden die Kerne in feinkrümeliges Substrat mit niedrigem Nährstoffgehalt gelegt.

  • Zeitpunkt: ganzjährig
  • Aussaattiefe: etwa 1 cm
  • Substrat: gleiche Teile angefeuchtete Aussaaterde und Sand
  • Keimzeit: 6 bis 8 Wochen
  • Keimtemperatur:  nicht unter 20 Grad
  • nach der Keimung etwas kühler
  • Standort: hell, aber keine direkte Sonne
  • Erde leicht feucht halten
  • um die Verdunstung zu reduzieren, kann der Topf mit einer Glasplatte oder Plastiktüte abgedeckt werden
  • gelegentlich lüften

Hat der Keimling eine Größe von acht bis zehn Zentimetern erreich, kann er in einen größeren Topf mit humoser, sandhaltiger Kübelpflanzenerde (auf Kompostbasis) gepflanzt werden.

Tipp: Die Keimdauer hängt vom Frischegrad des Kerns ab. Je älter der Kern ist, umso länger dauert es, bis er keimt. Manchmal hift es, den Kern über Nacht in lauwarmes Wasser zu legen, damit er schon einmal vorquellen kann.

Überwintern

1. Kübelpflanzen
Japanische WollmispelDie Japanische Wollmispel zeigt sich auch bei kühlen Temperaturen recht robust. Leichte, kurzzeitige Fröste von etwa -8 Grad schaden dem Baum nicht, deshalb muss er – anders als andere frostempfindliche Kübelpflanzen – erst ab etwa November in sein Winterquartier.  Zuverlässig winterhart in allen Lagen ist die Pflanze jedoch nicht. Im kommenden Frühjahr darf die Wollmispel zusammen mit Oliven und Oleander schon zeitig wieder nach draußen (ab März). Bei der Temperatur in ihrem Winterquartier ist die Japanische Wollmispel nicht sehr anspruchsvoll. Egal, ob im Kalthaus oder in einem kühlen Zimmer, zwischen 2 und 15 Grad verträgt die Pflanze nahezu alle Gegebenheiten, insofern ihr ausreichend Licht zur Verfügung steht.

  • bis etwa -8 Grad im Freien
  • dann ins Winterquartier stellen
  • Temperatur: zwischen 2 und 15 Grad
  • hell (da die Pflanze ihre Blätter nicht verliert)
  • immer noch durchdringend gießen
  • Wasserbedarf ist etwas geringer als im Sommer, aber immer noch beachtlich
  • Staunässe und Trockenheit unbedingt vermeiden

2. Freilandpflanzen
Bäume, die ins Freiland gepflanzt wurden, sollten auf jeden Fall vor dem Wintereinbruch gut gemulcht werden, um die Wurzeln zu schützen. Zur Abdeckung der Erdschicht eignet sich Rindenmulch, trockenes oder verrottendes Laub oder auch eine dicke Schicht Stroh. Junge Wollmispeln können mit einem hellen (lichtdurchlässigen) Vlies umhüllt werden, das unten mit einer Schnur zusammengehalten wird. In trockenen, frostfreien Perioden darf das Gießen nicht vergessen werden.

Krankheiten und Schädlinge

Mit Krankheiten oder Schädlingen hat die robuste Wollmispel kaum Probleme. Lediglich in sehr nassen Sommern kommt es gelegentlich zu einem Pilzbefall (Schorf). Dieser ist daran zu erkennen, dass auf den Blättern zunächst grünliche Flecken entstehen, die sich später braun färben und vergrößern. Zudem sind auf den Früchten schwarze Punkte erkennbar und die Blätter der immergrünen Pflanze fallen ab. Zum Schutz vor einem Pilzbefall wird die Wollmispel am besten an einen regengeschützten Platz gestellt.

  • im Frühling treten an sehr warmen Überwinterungsorten Blattläuse auf
  • im Winter auf Woll- und Schmierläuse achten
  • kühle, feuchte Überwinterung fördert (wie bei allen Rosengewächsen) die Bildung von Grauschimmel (Botrytis cineraria) an den Blüten; wer nichts dagegen tut, hat aber maximal den Verlust der Früchte im Folgejahr zu befürchten

Tipp: Dass sich die Rinde abschält, ist völlig normal und kein Grund zur Beunruhigung.

Fazit

Bis auf ihren hohen Wasserbedarf gehört die Japanische Wollmispel zu den pflegeleichten Pflanzen. Etwas Vorsicht ist im Winter geboten. In milden Gebieten kann die Japanmispel bedenkenlos an einen (gegen Wind und Regen) geschützten Platz im Garten gepflanzt werden. Besteht jedoch die Gefahr, dass die Temperaturen unter etwa -8 Grad fallen, muss der Baum zum Überwintern in den Wintergarten oder einen hellen, kühlen Wohnraum oder Wintergarten gestellt werden.