WPC Diele

Dem gehobenen Stellenwert der Terrasse als verlängertes Wohnzimmer unter freiem Himmel wird durch einen naturverbundenen Belag eindrucksvoll Rechnung getragen. Kalter Beton oder Steinfliesen erzielen dabei nicht annähernd denselben Effekt, wie Holz mit seiner warmen, elementaren Ausstrahlung. Abhängig von Faktoren, wie dem zur Verfügung stehenden Budget, dem zeitlichen Rahmen sowie dem Ausmaß des persönlichen, handwerklichen Geschicks, hat der Gartenfreund die Wahl unter einer Terrasse aus Holzdielen oder einer Auflage aus Holzfliesen.

Terrassenfliesen aus WPC und Holz richtig verlegen

WPC steht für Wood-Plastic-Composites, zu Deutsch: Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffe. Je nach Qualität werden hier Holzfasern mit einem thermoplastischen Bindemittel sowie verschiedenen Farbpigmenten kombiniert. Die Vorteile liegen insbesondere in folgenden Gesichtspunkten:

  • angenehm pflegeleicht;
  • äußerst witterungsbeständig;
  • kein Absplittern, daher auch Barfußfliese genannt;
  • hohe Rutschfestigkeit;
  • Streichen ist nicht erforderlich;
  • restlos recycelbar.

Holzfliesen für die Terrasse sind gegenüber WPC-Fliesen – abhängig von der gewählten Holzart – deutlich preisgünstiger. Im Gegenzug ist ein regelmäßiger Anstrich in Verbindung mit einem Holzschutz unerlässlich, damit das Material nicht verrottet und ergraut. Wird diese jährliche Erhaltungsmaßnahme vernachlässigt, bilden sich darüber hinaus Risse und es stehen Holzfasern heraus, was ein Barfußlaufen unmöglich macht. Die Verlegung von WPC- und Holzfliesen auf der Terrasse erfolgt in gleicher Weise.

In erster Linie sind derartige Fliesen selbst für handwerklich unerfahrene Heimwerker unkompliziert zu verlegen, weil sie auf einer witterungsunempfindlichen Trägermatrix befestigt sind. Vergleichbar mit dem bekannten Klick-Laminat, werden die WPC- oder Holz-Terrassenfliesen miteinander verbunden bzw. zusammen gesteckt, was erfreulicherweise zur Folge hat, dass sie nicht auf dem Untergrund fixiert werden müssen. Trotzdem spielt die Qualität des Untergrunds eine entscheidende Rolle, wenn das Projekt gelingen soll. Die folgende Anleitung geht von der Prämisse aus, dass noch kein fester Boden als Untergrund vorhanden ist, wie Beton oder Estrich. In diesem Fall können die Schritte 1 und 2 natürlich entfallen.

Die Material- und Werkzeugliste:

  • feinkörniger Splitt
  • Terrassenfliesen
  • Unkrautvlies
  • Dehnungsfugenprofilband
  • Wasserwaage
  • Schaufel
  • Hammer
  • Schlagholz
  • evtl. Stichsäge
  • Pflöcke und Schnur
  • Abziehlatte

Erster Schritt: Der Aushub
Terrasse Holz Nachdem die Terrassenfläche ausgemessen und mit den Holzpflöcken abgesteckt wurde, sorgen die gespannten Schnüre für die Orientierung beim Aushub. Der Boden wird etwa 3 cm tiefer ausgekoffert, als die Fliesen hoch sind. Ein leichtes Gefälle zum Garten hin verhindert, dass sich später Regenwasser unter den Terrassenfliesen ansammelt.

Zweiter Schritt: Das Splittbett
In der ausgehobenen Kuhle wird eine dünne Schicht aus Splitt verteilt und mithilfe der Abziehlatte geglättet. Dieses Splittbett wird anschließend mit Unkrautvlies bedeckt, damit keine unerwünschten Gewächse später durch den Belag hindurch stoßen können.

Dritter Schritt: Terrassenfliesen verlegen
Ist das Ziel, ein möglichst symmetrisches Verlegebild zu erhalten, wird grundsätzlich in der Mitte der Fläche begonnen. Jeweils eine Schnur waagerecht und senkrecht durch den Mittelpunkt verlaufend gespannt, bietet eine zusätzliche Orientierung zu den Schnüren, die die Seiten der Fläche markieren. Die erste Terrassenfliese wird genau in der Mitte verlegt, von wo aus sich viertelseitig senkrecht und waagerecht weitere Fliesen anschließen, sodass zum Schluss ein großes Kreuz entsteht. Anschließend werden jeweils die Seitenränder der Terrassenfläche verlegt. Damit ist die Symmetrie gewährleistet und die verbliebenen vier leeren Teilflächen können mit Fliesen belegt werden. Alternativ werden um die Fliese in der Mitte herum vier weitere Fliesen verlegt und sich auf diese Weise in Richtung der Seitenränder bewegt. Abhängig vom gewählten Verbindungssystem, klickt der Heimwerker die Terrassenfliesen ineinander oder steckt sie zusammen. Mit dem Hammer oder dem Schlagholz werden die Fliesen so fest wie möglich verbunden.

Vierter Schritt: Dehnungsfugenprofilband
In der Regel grenzt die Terrasse an eine Hauswand. Dort wird ein Dehnungsfugenprofilband aus Schaumstoff angebracht, bevor die letzte Fliesenreihe verlegt wird. An dieser Stelle übernimmt es die gleiche Funktion, wie Silikon in der herkömmlichen Fliesenverlegung; hat demgegenüber allerdings den Vorteil, dass die Terrassenfliesen ohne Probleme für eine gewisse Zeit entfernt werden können, beispielsweise während des Winters.

Fünfter Schritt: Dekorativen Abschluss gestalten
Grenzt die Terrasse an eine Hauswand, ist die Kreativität des Gartenfreundes gefragt bei der Gestaltung der verbliebenen drei Seiten der Fläche. Für ausgesprochen elegante Kanten bietet der Fachhandel Abschlussprofile an, die schräg zum Boden hin abfallen, einschließlich der abgerundeten Eckstücke. Das vermittelt nicht nur ein ästhetisches Erscheinungsbild, sondern verhindert zuverlässig, dass die Terrassenseiten zu Stolperfallen mutieren. Die Verbindung mit den Fliesen erfolgt ebenfalls nach dem Klick- oder Stecksystem. Einen interessanten Gegenentwurf stellt die Verwendung von Zierkies dar für den Übergang von der Terrasse zur Gartenfläche, der in der Farbe auf die Fliesen abgestimmt wird. Wer sich an seinem neuen Sitzplatz im Freien vor neugierigen Blicken schützen möchte, pflanzt gleich im Anschluss an die Terrassenkante eine Sichtschutzhecke.

Sollte es erforderlich sein, die eine oder andere Terrassenfliese zu kürzen, geht diese Arbeit mithilfe einer Stichsäge leicht von der Hand. Übrigens eignen sich WPC- und Holzfliesen auch als Fussboden für den Balkon und verwandeln diesen innerhalb kurzer Zeit in ein kleines Idyll.

Kreative Verlegemuster

Terrasse Holz Quadratische Terrassenfliesen im klassischen Kreuzverband zu verlegen – also schön in der Reihe und hintereinander – mag ausgesprochen akkurat und ordentlich aussehen; es geht jedoch noch einen Hauch fantasievoller. Im Folgenden werden einige weitere Verlegemuster vorgestellt zur Inspiration für die individuelle Gestaltung der Terrasse mit WPC- oder Holzfliesen:

  • Schachbrett – Bei dieser einfachen Variante werden quadratische Holzfliesen gegeneinander versetzt verlegt, sodass keine durchgängig verlaufenden Linien entstehen. Noch mehr Abwechslung kommt dabei ins Spiel, wenn verschiedenfarbige WPC- und Holzfliesen verwendet werden.
  • Wilder Verband – Steht die gewünschte Terrassenfliese in verschiedenen Größen zur Verfügung, eröffnet dies dem ideenreichen Heimwerker die Möglichkeit, diese innerhalb der Fliesenreihen zu mischen. Das Verlegebild ähnelt dann einem großen Puzzle und erinnert an den Römischen Steinfliesen-Verband.
  • Diagonalverlegung – Diese Variante funktioniert im Prinzip wie der Kreuzverband, verläuft jedoch diagonal. Das Erscheinungsbild wird aufgelockert und wirkt nicht so streng. Allerdings sorgt dieses Muster wegen der schrägen Schnittkanten an der Hauswand und den Rändern für einen merklichen Mehraufwand.
  • Im 1/4 oder 1/2 Verband verlegen – Da WPC- und Holzfliesen auch im rechteckigen Format 30 cm x 60 cm erhältlich sind, entsteht ein zwangloses Verlegebild, wenn sie zwar im Kreuzverband, dabei jedoch versetzt zueinander angeordnet werden. Die benachbarten Fliesen werden auf halber oder einem Viertel der Länge angelegt. 

Bei der Entscheidung hinsichtlich des Verlegemusters sollte generell bedacht werden, dass jede Modifikation – abgesehen vom Kreuzverband – mit zusätzlichen Planungs- und Berechnungsarbeiten verbunden ist sowie einem Mehraufwand durch präzises Zurechtschneiden der WPC- und Holzfliesen.

Spannende Inszenierung im Garten: die Holz-Stein-Terrasse

Da Terrassenfliesen aus WPC oder Holz so flexibel und unkompliziert in der Verlegung sind, bieten sie sich an für faszinierende Kombinationen mit Natursteinplatten, wie Granit. Eine atemberaubende Optik entsteht beispielsweise, wenn eine quadratische oder rechteckige Terrassenfläche in der Mitte aus Natursteinen in Form von Platten oder Zierkies besteht, die umrandet werden von WPC- oder Holzfliesen. Wer den etwas höheren Arbeitsaufwand nicht scheut, geht wie folgt vor:

Die Material- und Werkzeugliste:

  • Terrassenfliesen
  • Abschlussprofile
  • Natursteinplatten oder Zierkies
  • Fugenkreuz
  • Verlegesplitt
  • Unkrautvlies
  • Dehnungsfugenprofilband
  • Quarzsand
  • Holzpflöcke und Schnur
  • Wasserwaage
  • Schaufel
  • evtl. Rüttelplatte
  • Besen

Stehen alle Utensilien bereit, kann es auch schon losgehen mit der Arbeit:

Erster Schritt:
WPC DieleDie gesamte Terrassenfläche wird vermessen und mit den Holzpflöcken abgesteckt, die durch die Schnüre verbunden werden.

Zweiter Schritt:
Das Areal wird mithilfe der Schaufel 5 cm tiefer ausgekoffert, als die Natursteinplatten hoch sind. Diese sind in der Regel höher, als die WPC- bzw. Holzfliesen, sodass die dafür vorgesehene Verlegefläche in einem späteren Arbeitsschritt noch etwas aufgeschüttet wird, damit eine durchgängige Fläche entsteht. Ein kleines Gefälle von 2 % vom Haus weg wird Regenwasser daran hindern, sich unterhalb der Terrasse zu stauen. Wer sich nun die Zeit nimmt, die Unkrautfolie auszubreiten, wird sich später nicht mit unerwünschtem Grün herumschlagen müssen, das durch den Terrassenbelag hindurchwächst.

Dritter Schritt:
Die komplette Fläche wird mit Verlegesplitt verfüllt. Steht eine Rüttelplatte zur Verfügung, wird diese Splittschicht verdichtet.

Vierter Schritt:
Das vorgesehene Feld für die Natursteine im Zentrum wird vermessen und ebenfalls mit Holzpflöcken und Schnüren markiert. Mithilfe des Fugenkreuzes werden hier hinein die Natursteinplatten verlegt und mit dem Quarzsand eingekehrt. Alternativ verteilt der emsige Gartenfreund den Zierkies, der ebenfalls durch Quarzsand in den Fugen mehr Stabilität erhält.

Fünfter Schritt:
Abhängig von der Höhe der WPC- oder Holzfliesen wird die verbleibende Fläche mit Splitt noch soweit aufgefüllt, dass sie am Ende bündig mit den Natursteinen abschließen wird.

Sechster Schritt:
Um ein möglichst ebenmäßiges Verlegebild zu erhalten, beginnt der erfahrene Heimwerker mit der Verlegung der Terrassenfliesen um das steinerne Zentrum herum. Daran anschließend setzt er die Arbeit in Richtung Hauswand und der Seiten fort.

Siebter Schritt:
Bevor die letzte Fliesenreihe an der Hauswand in einem Abstand von mindestens 10 cm verlegt wird, sollte das Dehnungsfugenprofilband angebracht werden.

Achter Schritt:
Das Finale bilden die zu den Terrassenfliesen passenden Abschlußprofile, die einfach an den drei freien Seiten angesteckt werden.

Nach dieser Anleitung dürfte es nicht schwerfallen, weitere unikate Varianten einer Holz-Stein-Terrasse zu entwerfen. Die Anordnung der steinernen Fläche muss sich nicht zwangsläufig auf das Herzstück der Terrasse beschränken. Denkbar wäre zum Beispiel, innerhalb des Belags ab und zu eine Fliese auszulassen und diese Stelle mit Zierkies zu füllen. Dank des kinderleichten Klick-Systems wird dabei niemand vor unüberwindliche Hürden beim Verlegen der Terrassenfliesen gestellt.

Übrigens entsteht ein besonders romantisches Ambiente auf der Terrasse, wenn in einigen WPC- oder Holzfliesen LED-Leuchten integriert sind. Im Fachhandel werden Fliesen mit bereits eingebauten Leuchten angeboten. In diesem Fall werden die Zu- und Ableitungen natürlich vor den Fliesen verlegt. Noch einen Schritt umweltbewusster sind Terrassenfliesen mit eingebauter Solarzelle, um die Lampen mit Energie zu versorgen. Der Vorteil dieser Variante liegt nicht nur in der Stromeinsparung; auch auf die Zu- und Ableitungen kann in diesem Fall verzichtet werden.

Fazit
Holzterrassen liegen zunehmend im Trend, insbesondere seitdem die innovativen Terrassenfliesen mit dem Klick- und Stecksystem entwickelt wurden. Kinderleicht, wie ein Puzzle, werden die einzelnen Fliesen miteinander verbunden. Da eine Befestigung am Untergrund überflüssig ist, sind sie genauso schnell wieder demontiert. Dank ihrer Flexibilität steht es dem Gartenfreund frei, aus einer schier unendlichen Vielfalt an Verlegemustern zu wählen. Das Projekt ‚Holzterrasse‘ liegt mithilfe dieser Anleitung selbst für den handwerklich ungeübten Hobbygärtner zum Greifen nah.