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Teichwasser wird grün trotz Filter: so wird trübes Wasser klar

Teich grün trotz Filter

Wenn ein Teichfilter nicht hält, was von ihm erwartet wird, ist guter Rat gefragt. Das grüne Wasser ist immer noch grün, und das darf in einem Teich einfach nicht dauerhaft so bleiben. Doch was ist der Grund, dass der Filter da nichts ausrichten konnte? Oder liegt das gar nicht an ihm? Wie kann die Klärung des Wassers dann überhaupt gelingen?

Was färbt das Teichwasser grün?

Ein grün gefärbtes Teichwasser ist äußerst „lebendig“. Darin tummeln sich unzählige Schwebealgen, die mikroskopisch sehr klein sind. Sie lassen sich weder einzeln mit dem bloßen Auge erkennen, noch lassen sie sich effektiv filtern. Was deutlich wahrnehmbar ist, ist deren grüne Farbe, die so intensiv sein kann, dass die Sichttiefe dadurch auf wenige Zentimetern begrenzt wird. Man spricht dabei von der sogenannten Algenblüte, weil die Algen ideale Lebensbedingungen vorfinden und sich explosionsartig vermehren.

Was sind die Ursachen für das enorme Algenwachstum?
Ein übermäßiges Algenwachstum ist nur in Teichen zu beobachten, in denen kein ökologisches Gleichgewicht herrscht. Bei neuen Teichen kommt grünes Wasser häufiger vor, da sich das Ökosystem noch nicht richtig entwickelt und gefestigt hat. Ebenso kann ein großer Teichwasserwechsel das ökologische Gleichgewicht im Teich durcheinanderbringen. Folgende Faktoren begünstigen das Algenwachstum ebenfalls:

  • starke Sonneneinstrahlung und damit Wassererwärmung
  • ein Überschuss an Nährstoffen durch Überdüngung
  • überschüssiges Fischfutter
  • Mangel an Sauerstoff

Schnelles Reagieren ist angesagt

Teich grün trotz FilterSobald Sie bemerken, dass das Teichwasser sich grün färbt, sollten Sie unverzüglich reagieren. Schwebealgen vermehren sich rasend schnell, dass deren Wachstum so schnell wie möglich ausgebremst werden sollte. Sie nachträglich aus dem Teich zu entfernen ist mühsamer und braucht so seine Zeit.

Tipp: Je größer und flacher ein Teich ist, desto mehr ist er übrigens von diesem „grünen“ Problem betroffen.

Wie kann das grüne Wasser geklärt werden?

Grünes Teichwasser stellt uns gleich vor zwei Herausforderungen. Als erstes soll das Teichwasser wieder klar werden, und als zweitens soll es danach auch klar bleiben. Das erfordert das Wissen um die Ursachen und gleich ein Bündel an Maßnahmen, die sich gegenseitig sinnvoll ergänzen, und natürlich auch etwas Geduld. Die Maßnahmen sollen Folgendes bewirken:

  • bestehende Schwebealgen aus dem Teichwasser entfernen
  • weiteres Algenwachstum durch kurzfristige Maßnahmen eindämmen
  • das ökologische Gleichgewicht langfristig stabilisieren

Ist Wasseraustausch eine Lösung?
Auch wenn der Gedanke an einen kompletten Wasseraustausch als eine naheliegende Lösung gegen grünes Teichwasser erscheint, würde er das komplette Gegenteil bewirken. Mit frischem Wasser werden dem Teich neue Nährstoffe zugeführt, die ihrerseits zu neuem Algenwachstum führen. Innerhalb kürzester Zeit würde sich das Teichwasser erneut grün färben.

Sofortmaßnahmen für klares Teichwasser

Eine Sofortmaßnahme besteht darin, die Algen aus dem Teichwasser nach und nach herauszufiltern. Je früher damit begonnen wird, um so früher wird das Grün verblassen und schließlich ganz verschwinden. Da die Algen so winzig klein sind, kann der Teichfilter allein nichts gegen sie ausrichten.

TeichpumpeFür das Rausfiltern der Schwebealgen werden drei Komponenten benötigt, die gemeinsam gegen die grüne Färbung anarbeiten. Das sind:

  • ein Filter
  • eine Teichpumpe
  • und ein UVC-Vorklärer, auch Teichvorklärer genannt

Der Filterablauf im Detail
Die Teichpumpe fördert das grün gefärbte Teichwasser zum UVC-Vorklärer, der vor dem Filter installiert wird. Das UV-Licht sorgt dafür, dass die Schwebealgen verklumpen und so an Volumen gewinnen. So miteinander verbunden lassen sie sich jetzt gut herausfiltern.

Wenn Sie in Ihrem Teich einen Filter neu installieren, ist noch etwas Geduld gefragt, bis sich das Resultat auch sichtbar zeigt. Wenn auch nach einem Monat keine Veränderung stattgefunden hat, könnte es sein, dass der Teichfilter für den Teich zu klein bemessen ist.

Trotz eines leistungsstarken Filters kann gelegentlich das Wasser noch grün bleiben. Das Algenwachstum ist anscheinend ungebremst stark, dass es die gefilterte Algenmenge mühelos ersetzt. Deswegen ist es wichtig, es nicht nur bei der Filterung zu belassen, sondern gleichzeitig den Ursachen des Algenwachstums mit anderen Maßnahmen entgegen zu wirken.

Tipp: Prüfen Sie bei einem bereits vorhandenen UVC-Vorklärer, ob der Glaskolben der UV-Lampe sauber ist. Außerdem sollte die UV-Lampe jährlich ausgetauscht werden.

Algenbekämpfungsmittel einsetzen

Im Handel sind Algenbekämpfungsmittel erhältlich, die einen Rückgang der Algenpopulation versprechen. Dazu greifen sie in deren Stoffwechsel ein und erschweren so die Fotosynthese. Ein solches Mittel benötigt 2 bis 3 Wochen, um seine volle Wirkung zu entfalten. Für erwünschte Teichbewohner wie Fische, Wasserpflanzen und nützliche Mikroorganismen soll das Mittel bei sachgemäßer Anwendung gut verträglich sein.

Wasserqualität überprüfen

Teichwasser pH-WertDamit der Filter nicht vergeblich gegen das Grün des Wassers arbeitet, muss neues Algenwachstum gestoppt oder zumindest erst mal reduziert werden. Da mangelnde Wasserqualität mit die häufigste Ursache für derartige Teichprobleme ist, sollte über den Istzustand Klarheit herrschen. Im Handel sind Wasseranalysesets erhältlich, die die entscheidenden Werte messen. Ideal ist es, wenn sich die Ergebnisse der Messungen im optimalen Bereich bewegen:

  • pH-Wert ist zwischen 7 und 8
  • KH-Wert von 5 bis 12
  • GH-Wert von 8 bis 12
  • Nitritwert liegt unter 0,15 mg/l
  • Nitratwert liegt unter 0,50 mg/l

Wenn einzelne Messungen vom Idealwert abweichen, können Sie mithilfe von handelsüblichen Wasseraufbereitern gegensteuern.

Phosphatüberschuss beseitigen

Phosphate sind die Wachstumsgrundlage von Algen, weswegen der Phosphatgehalt in Teichwasser reduziert werden sollte.

Zuerst muss überprüft werden, ob sich im Teich zu viele Fische tummeln. 3 kg Fische pro 1000 l Wasser ist ein idealer Wert. Liegt der Fischbesatz über diesen Wert, sollten Sie sich von einem Teil der Fische trennen.

Verwenden Sie nach Möglichkeit phosphatarmes Futter und füttern Sie nur einmal täglich kleine Mengen. Die Menge sollte so knapp bemessen sein, dass sie innerhalb von 5 Minuten von den Fischen vertilgt wird. Großzügigkeit ist hier fehl am Platz, denn mehr Futter muss wirklich nicht sein.

Auf dem Markt sind zudem spezielle Phosphatbinder erhältlich, von denen manche sogar im Filter integriert werden können.

Teichpflanzen als Nährstoffverbraucher

Optimale Pflanzenpflege der bereits vorhandenen Teichbepflanzung ist wichtig für das biologische Gleichgewicht des Teiches. Doch nicht nur die Pflege auch die Auswahl der Pflanzen spielt eine wichtige Rolle für die Vorbeugung von unkontrolliertem Algenwachstum. Schnell wachsende Pflanzen verbrauchen viel Nährstoffe und sind damit ein natürlicher Nahrungskonkurrent für die unerwünschten Algen. Sie werden daher auch als biologischer Filter bezeichnet. Bewährt haben sich unter anderem folgende drei Pflanzen:

  • Tausendblatt Süßwasserpflanze MyriophyllumHornhaut
  • Tausendblatt
  • Wasserpest

Diese drei Teichpflanzen benötigen aufgrund des starken Wachstums jedoch auch ein Mehr an Pflanzenpflege. Lichten Sie sie gelegentlich aus, damit ihr Wachstum nicht überhandnimmt.

Kapillarsperre überprüfen bzw. einbauen

Eine Kapillarsperre trennt das Ökosystem Teich vom übrigen Garten. Unter anderem verhindert sie auch den Austausch von Nährstoffen. Ohne eine solche Sperre kann Regenwasser ganz leicht Nährstoffe aus dem umliegenden Gartenboden in den Teich spülen. Bereits eingebaute Kapillarsperren sollten jetzt auf ihre volle Funktionsfähigkeit überprüft werden.

Eine fehlende Kapillarsperre kann auch nachträglich eingebaut werden. Der Teichrand sollte etwas erhöht liegen und am besten durch einen Drainagegraben geschützt werden. Dieser sollte rund um den Teich gehen, etwa 15 cm breit und 15 bis 30 cm tief sein. Befüllt wird er mit grobem Kies. Darin kann das Regenwasser versickern, bevor es den Teich erreicht.

Teichpflege optimieren

Bei der Vorbeugung eines Nährstoffüberschusses hilft auch die richtige Pflanzenpflege. Zur richtigen Pflanzenpflege gehört es beispielsweise, zeitnah abgestorbene Pflanzenreste aus dem Teichwasser zu entfernen. Auch herabgefallene Blätter von nahen Bäumen müssen bald aus dem Teichwasser gefischt werden.

Wenn Biomaterial im Teich verbleibt, verbraucht es beim Verrottungsvorgang den in Wasser gelösten Sauerstoff. Sauerstoffmangel ist aber eine der Ursachen von Algenwachstum. Beim Verrotten wird organisches Material zudem in Nährstoffe zersetzt, was den Algenwachstum weiter befeuert.

Wird die Pflanzenpflege vielleicht aus Zeitgründen vernachlässigt, kann verrottendes Material zu Faulschwamm führen. Dieser färbt das Wasser nicht grün, sondern trübt es ein.

Auch das Düngen gehört zur Pflanzenpflege und steht damit auf der To-do-Liste des Teichbesitzers. Wenn das Teichwasser jedoch grün ist, sollte das Düngen eine Pause einlegen. Wer achtsam auf seine Teichpflanzen achtet, merkt rechtzeitig, wann diese wieder eine neue Düngegabe benötigen.

Sauerstoffgehalt erhöhen

Teich GoldfischeHoher Sauerstoffanteil im Teichwasser ist eine gute Vorbeugung gegen Algen. Sogenannte Sauerstoffpflanzen, wie zum Beispiel Grünes Pfennigkraut, erhöhen den Sauerstoffgehalt im Teichwasser auf natürliche Art.

Bei kleinen Teichen bringt auch ein Springbrunnen einiges an Sauerstoff ins Teichwasser. Erwägen Sie auch, ob nicht die Anschaffung eines größeren Filters lohnt.

Sonneneinstrahlung fernhalten

Der Maßnahmenkatalog zur Vorbeugung von Algenblüte sollte sich auch mit der Sonneneinstrahlung befassen. Je nach Lage des Teiches kann das Wasser im Frühling und Sommer übermäßig viel direkte Sonnenstrahlung abbekommen. Sechs Stunden täglich sollten jedoch nicht überschritten werden. Bekommt der Teich mehr Sonne, als er verträgt, muss dringend für mehr Schatten gesorgt werden. Da sich die Sonne nicht am Scheinen hindern lässt, muss der Teichbesitzer seinen Teich vor ihr ausreichend abschirmen.

  • Sträucher und kleine Bäume in Ufernähe pflanzen
  • Bambus wächst schnell und hält die Sonne ab
  • Schwimmpflanzen auf der Wasseroberfläche sind hilfreich

Falls Sie die Möglichkeit haben, ein Sonnensegel zu befestigen, sollten Sie das zumindest vorübergehend in Erwägung ziehen. Kleine Teiche, die mit grünem Wasser zu kämpfen haben, können kurzfristig auch mit einem großen Sonnenschirm beschattet werden. Da ein Sonnenschirm aber nicht für einen Dauereinsatz geeignet ist, muss parallel dazu eine andere Lösung angegangen werden.

Fazit
Der Garten darf grün sein, aber nicht das Teichwasser. Wenn es sich dennoch grün färbt, ist sein ökologisches Gleichgewicht längst gestört. Doch dieses lässt sich zum Glück auch wieder herstellen. Während ein Filter die Schwebealgen herausfiltert, hilft ein Bündel von Maßnahmen, die Wasserqualität zu verbessern und so neuem Algenwachstum vorzubeugen.