Gartengestaltung Gartenteich + Teich

Sumpfdotterblume, Caltha palustris – Standort und Pflege

Sumpfdotterblume

Sumpfdotterblumen benötigen viel Feuchtigkeit. Sie gedeihen am besten am Rand oder in Flachwasserzonen eines Gartenteiches. Günstig ist, wenn sie mit den Füßen immer etwas im Wasser stehen. Der Wasserstand darf sich ruhig verändern, nur austrocknen sollte der Boden nie. Als Substrat benötigen die Pflanzen einen nährstoffhaltigen, schweren und humosen Boden. Sind diese beiden Gegebenheiten zu ihrer Zufriedenheit, wächst und blüht die Sumpfdotterblume kräftig, lange und breitet sich aus. Ansonsten gibt es pflegetechnisch gesehen fast nichts zu tun. Was bei der Pflege zu beachten ist, erfahren Sie in unserem Text. Lesen Sie weiter!

Kurzer Steckbrief zur Sumpfdotterblume

  • Familie der Hahnenfußgewächse
  • Wird auch als Schmalzblume, Butterblume, Eierblume, Wiesengold oder Goldrose bezeichnet
  • Etwa 10 Arten
  • Ist weit verbreitet, in Europa, im gemäßigten und nördlichen Asien, im nördlichen und arktischen Nordamerika
  • Mehrjährige, krautige Pflanze
  • 15 bis 50 cm hoch
  • Besitzt kräftige Rhizome
  • Wächst aufrecht bis etwas bogig
  • Herz- bis nierenförmige Blätter, leicht gezahnt
  • Einfache, goldgelbe, glänzende Schalenblüten, seltene Sorten auch weiß
  • Blüte ab März bis April, je nach Standort auch bis Juni
  • Gelegentlich Zweitblüte von Juli bis Oktober
  • Können sich durch Regenbestäubung selbst bestäuben
  • Kleine Balgfrüchte
  • Schwach giftig bis giftig!!!
  • Vergiftungserscheinungen bei empfindlichen Menschen schon durch Berührun
  • Haut- und Schleimhautreizung, gelegentlich Anschwellen im Gesicht
  • Verzehr kann zu Schwindel, Erbrechen und Krämpfen führen

Interessante Sorten

Caltha PalustrisDa in Hausgärten immer mehr Teiche und Bachläufe angelegt werden, ist die Sumpfdotterblume zu einer beliebten Pflanze geworden. Durch zahlreiche gärtnerische Bemühungen entstanden in den letzten Jahren einige interessante neue Sorten.

  • Caltha palustris ’Monstrosa’ – pomponartige stark gefüllte und große Blüten in gelb, 15 bis 25 cm hoch, Blüte von April bis Mai, häufig später, hoher Nährstoffbedarf, recht selten im Angebot
  • Caltha palustris ’Flore Pleno’ – sehr dicht gefüllte gelbe Blüten, Blüte von März bis April und im September, bis 30 cm hoch, nach der Blüte etwas zurückschneiden für frischen Flor und gegen Mehltau
  • Caltha palustris var. Alba – weiße Blüten, ungefüllt, blüht etwas früher (März bis Mai), gedrungener Wuchs, 15 bis 25 cm hoch, kalkarmer Boden, gedeiht auch recht schattig, besser nicht im direkten Wasser, nur feucht halten
  • Caltha palustris ’Auenwald’ – gelbe, ungefüllte Blüten von April bis Mai, 15 bis 25 cm hoch, besonders blütenreich, Blüten häufig 1 oder 2 Blütenblätter mehr als Wildform, gute Moorpflanze
  • Caltha palustris ’Goldschale’ – kräftig orange-gelbe ungefüllte Blüten, dazu rötliche Blütenstiele, sollte nach der Blüte zurückgeschnitten werden, damit sie sich nicht selbst aussät (nicht sortenrein)
  • Caltha palustris ’Multiplex’ – gefüllte, goldgelbe Blüte, blüht etwas früher, häufige Nachblüte im Hochsommer, muss sonnig stehen und benötigt sehr nährstoffhaltigen Boden, 15 bis 20 cm hoch
  • Caltha palustris ’Honigtau’ – große ungefüllte Blüten in zitronengelb, reichlich Laub, englische Sorte, bei uns kaum erhältlich
  • Caltha palustris  ’Plena’ – doppelt gefüllte Blüte in chromgelb oder goldgelb, sehr frühe Blüte, blüht langsam auf, beim Öffnen sieht es aus, als ob die Blüte auf einer Untertasse sitzt, später wie ein Ball, breitet sich wenig aus
  • Caltha palustris ’Stagnalis’ – einfache dottergelbe Blüten, verbreitet sich schnell, auch über große Flächen, nichts für kleine Teiche und Gärten, Blüte im April, wird recht hoch, englische Sorte
  • Caltha palustris var. radicans – Miniatursumpfdotterblume – kleine, dafür reichliche gelbe ungefüllte Blüten, ideal für kleine Teiche, Blüte April/Mai, nur etwa 10 cm hoch, selten, englische Sorte

Die Pflege der Sumpfdotterblume

Sumpfdotterblume am TeichLeider ist die Sumpfdotterblume in freier Natur recht selten geworden. Viele nasse Wiesen werden trockengelegt, Bachläufe werden begradigt und Gräben verrohrt. Weil sie sich leichter mähen lassen, werden immer mehr Wiesen planiert und somit Senken und Mulden beseitigt. Gerade dort, wo sich das Wasser sammeln kann, fühlen sich die Pflanzen aber am wohlsten. In einigen Bundesländern steht die Sumpfdotterblume deshalb schon auf der Roten Liste. Gut, dass sie inzwischen in Hausgärten wieder auftaucht. Wichtig dabei ist, dass die Pflanzen nicht der Natur entnommen, sondern im Handel gekauft werden.

Bei idealem Standort kommen Sumpfdotterblumen fast ohne Pflege aus. Am Rand eines Teiches stehen sie gut. Im Teich werden sie am besten in einen Pflanzkorb gesetzt. Sollten Kois im Teich leben, muss der Korb mit Flusskieseln beschwert werden, denn sonst ziehen sie ihn umher und reißen auch gern die Pflanzen heraus. Gießen kann man sich sparen bei Teichkultur, aber es darf natürlich nicht soviel Wasser verdunsten, dass sie Sumpfdotterblumen auf einmal auf dem Trockenen stehen. Düngen im Teich fördert das Algenwachstum. Schneiden muss man so gut wie nicht. Die Überwinterung bereitet in den meisten Fällen auch keine Probleme. Die Vermehrung ist einfach, erfolgt durch Aussaat oder Teilung. Krankheiten und Schädlinge sind selten.

Standort

In ihrem natürlichen Umfeld wächst die Sumpfdotterblume in Sumpfwiesen, an Quellen, Bächen und Gräben. Sie liebt wechselnden Wasserstand. Im Garten mag sie ähnliche, etwas feuchte Bedingungen. Es muss kein Teich sein, aber trockene Standorte sind absolut ungeeignet.

  • Sonnig bis halbschattig
  • Bei zu dunklem Standort bilden sich lange, unförmige Triebe. Der Kompakte Wuchs geht verloren.
  • Ideal ist ein Platz in der Flachwasserzone (Feucht- und Sumpfzone) eines Teiches
  • Wassertiefe maximal 10 cm
  • Keine Wasserströmung!
  • Alternativ feuchte und humose Beete
  • Keine trockenen Standorte

Pflanzsubstrat

Beim Pflanzsubstrat ist das Wichtigste, dass es dauerhaft feucht ist. Die meisten Arten und Sorten mögen es gern richtig nass. Sie stehen gut im Teich. Normale Gartenerde darf dort natürlich nicht verwendet werden. Bei Beetpflanzung muss der Boden richtig schön feucht sein.

  • Bevorzugt nährstoffreiche oder grundwasserfeuchte, humose Lehm- und Tonböden
  • Auf alle Fälle sollte der Boden schwer und gut durchnässt sein
  • Einige Sorten bevorzugen leicht saure Böden
  • Andere wiederum mögen kalkhaltige Substrate
  • Alle mögen einen nährstoffreichen Untergrund

Pflanzen

Caltha PalustrisTeichpflanzen werden am besten in spezielle Pflanzkörbe gesetzt. Darin können sie sich gut halten und ein Ausbreiten wird weitestgehend verhindert, bzw. kann gut geschnitten werden. So bekommt man Ausläufer in den Griff, wenn man die Vermehrung unterbinden möchte.

  • Bei Pflanzung im kleinen Teich sollte ein Pflanzkorb genutzt werden. So bleiben die Pflanzen an Ort und Stelle und können sich nicht unkontrolliert ausbreiten.
  • In größeren Teichen (ab 15 m²) mit größerer Uferrandzone kann loses Substrat genutzt werden. So können sich die Pflanzen besser entwickeln und ausbreiten.
  • In Gruppen pflanzen, 3 bis 5 Pflanzen in kleinen Tuffs
  • Pflanzabstand 20 bis 30 cm
  • Keine sich stark ausbreitenden Nachbarpflanzen

Tipp – Gute Begleitpflanzen, weil sie ähnliche Bedingungen an Standort und Pflanzsubstrat stellen, sind Kohldistel, Mädesüß, Schlangen-Knöterich, Schwarzerlen, Kuckuckslichtnelke und Sumpfvergissmeinnicht.

Gießen und Düngen

Das Gießen entfällt, wenn die Pflanzen im Wasser stehen. Mit dem Düngen im Teich sollte man sehr vorsichtig sein, denn Nährstoffe fördern die Algenbildung. Bei Kultur im Beet sollte dafür gesorgt werden, dass der Boden immer ordentlich feucht bis nass bleibt.

  • Im Beet reichlich für Feuchtigkeit sorgen.
  • Düngen kann man hier gut.
  • Es empfiehlt sich ein Einarbeiten von Kompost oder Hornspänen im Frühjahr.

Schneiden

Zum Schneiden hat man bei Sumpfdotterblumen nicht viel. Die Pflanzen sterben im Herbst oberirdisch ab. Sie ziehen ein und überwintern im Wurzelstock. Sie können im Frühjahr einfach durch Abdrehen entfernt werden.

Tipp – Fachleute empfehlen, Sumpfdotterblumen nach der ersten Blüten zurückzuschneiden. Zum einen wird so Mehltau vorgebeugt und zum anderen wird ein zweiter Blütenflor gefördert. Außerdem verhindert man damit, dass sich Samen bilden und sich die Pflanzen durch Aussaat stark vermehren, vor allem da, wo man die Pflanzen gar nicht haben möchte.

Überwintern

Sumpfdotterblumen sind sehr robust und winterhart. Sie benötigen keinerlei Schutz. Allerdings muss man im Frühjahr aufpassen, wenn der Teich abgedeckt und gesäubert wird. Die Knospen sind schon angelegt und reißen schnell ab. Man muss da sehr vorsichtig vorgehen.

Vermehren

Die Sumpfdotterblume breitet sich selbst mit Hilfe ihrer unterirdischen Rhizome aus. Wo sie sich wohlfühlt, kann sie dichte Teppiche bilden. Ansonsten ist sie durch Aussaat und Teilung zu vermehren. Gefüllte Sorten sind nur vegetativ zu vermehren.

Über Samen

  • Direktaussaat an Ort und Stelle
  • Kaltkeimer
  • Auch Pflanzschalen ohne Abzugslöcher sind geeignet
  • Samen nur ganz leicht mit Erde bedecken
  • Es dauert, bis sich die Sämlinge zeigen

Durch Teilung nach der Blüte
Gefüllte Sorten nur durch vegetative Vermehrung, sie sind steril. Einfach unterirdische Ausläufer abtrennen und separat einpflanzen

Tipp – Die Samen bleiben immer nur sehr kurze Zeit keimfähig. Deshalb sollte schnell ausgesät werden, gleich noch im Herbst.

Krankheiten und Schädlinge

Sumpfdotterblume Sumpfdotterblumen sind robust und gesund. Krankheiten sind recht selten. Bei trockener und heißer Witterung kann Mehltau auftreten. Auch Rostpilze kommen immer wieder mal vor.

  • Rostpilze – zu erkennen an länglichen, rostbraunen Pusteln entlang der Blätter. Diese hinterlassen staubfeine Sporen. Häufig durch Nährstoffmangel ausgelöst. Befallene Blätter sollten abgeschnitten und entsorgt werden. Sie dürfen keinesfalls auf den Kompost. Schnittwerkzeuge danach desinfizieren, damit die Sporen nicht übertragen werden.
  • Mehltau – zu erkennen an mehlig, weißen bis grauen Belägen auf den Blättern. Vorbeugen, indem man die Blätter im Sommer bei großer Hitze ausdünnt. Bekämpfen kann man durch Besprühen mit einer Wasser-Milch-Mischung (9:1), was im Teich natürlich ungünstig ist. Hilfreich sind ein Rückschnitt und das Entfernen aller betroffenen Teile.

Häufige Fragen

Die Samen sehen farblich recht unterschi9edlich aus. Woran liegt das?

Das ist durch den unterschiedlichen Reifegrad zu erklären. Der ist wichtig, will man Samen aussäen. Die grünen Samen sind absolut unreif und werden nicht aufgehen.  Sie sind für die Vermehrung nicht geeignet.

Wie tief darf die Sumpfdotterblume im Wasser stehen?

Nicht zu tief. Das Herz der Pflanze sollte maximal 5 cm unter Wasser sitzen. Am besten stehen die Pflanzen am Ufer, am Teichrand sozusagen. Der Name sagt es schon, Sumpfgebiet und am Teichrand ist es dementsprechend, es sei denn, die Ränder sind zu steil und die Pflanzen finden dort keinen Halt. Stehen die Wurzeln zu tief, beispielsweise in Pflanzkörben, wachsen die Pflanzen nicht gut, bilden nur kleine Blätter und wenige Blüten.