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Ist Silberregen winterhart? | Dichondra überwintern

Silberregen winterhart

Ein apartes Erscheinungsbild und das schnelle Wachstum sind die Hauptgründe, warum eine Dichondra so beliebt unter den Pflanzenliebhabern ist. Ob Silberregen winterhart ist, wird folgend beantwortet.

Winterhärte

Silberregen ist nicht winterhart, weshalb die Pflanzen häufig nur einjährig gesetzt werden. Wer sich zweijährig oder länger an ihr erfreuen möchte, sollte Folgendes wissen:

Silberregen, Dichondra
  • Abwehrkräfte sowie Stoffwechselfunktionen nehmen bei Temperaturen unter zwölf Grad Celsius rapide ab
  • Bei plus ein bis null Grad Celsius kommt es meist zu Erfrierungserscheinungen (Pflanze kann erfrieren und absterben)
  • Besonders empfindlich, wenn Silberregen in Kübeln kultiviert ist (Kälte trifft intensiver auf die Wurzeln)
  • Fazit: Silberregen hat bei wärmeren und vor allem frostfreien Temperaturen zu überwintern

Rechtzeitig ins Winterquartier

Erfahrungsgemäß können die Temperaturen in der Nacht bereits im Oktober weit unter zehn Grad Celsius fallen. Kurzfristig verträgt eine Dichondra Temperaturen bis etwa sechs oder sieben Grad Celsius, aber eine genaue Temperaturvorhersage ist meist nicht möglich. Deshalb sollte das Windengewächs frühzeitig in ein Winterquartier umziehen. Ende September/Anfang Oktober ist der empfohlene Zeitpunkt – aber spätestens, wenn die Tagestemperaturen auf zehn Grad Celsius abfallen zeigt sich, dass Silberregen nicht winterhart ist.

Ideales Winterquartier

Damit eine Dichondra den Winter gut übersteht und im Folgejahr wieder prächtig ausschlägt, hat der neue Standort im Winterquartier verschiedene Voraussetzungen zu erfüllen:

Silberregen, Dichondra
  • Umgebungstemperaturen: mindestens zehn Grad Celsius – besser 15 Grad Celsius – unter zwölf Grad Celsius wird Wachstum eingestellt
  • Temperatur darf nicht unter zehn Grad fallen
  • Licht: hell, aber kein direktes Sonnenlicht
  • Keine Zugluft
  • Keine trockene Raumluft
  • Optimale Standorte: kühles Schlafzimmer, Treppenhaus, unbeheizter Wintergarten

Vorbereitung

Beim Silberregen bedarf es einiger Vorbereitungen vor dem Umzug ins Winterquartier. Diese unterstützen die Pflanze, gut über die Wintersaison zu kommen:

  • Frühzeitig auf Schädlinge untersuchen und sie gegebenenfalls bekämpfen
  • Letzte Düngung circa sechs Wochen vor geplantem Umzug (wenn kein Langzeitdünger verwendet wurde)
  • Vertrocknete und verholzte Pflanzenteile etwa vier Wochen vor Standortwechsel abschneiden
  • Ansonsten keinen weiteren Rückschnitt ab Spätsommer vornehmen (könnte Jungtrieben schaden)
  • Kübel- und Balkonpflanzen: Erde gut abtrocknen lassen, sonst Fäulnisgefahr

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Die Dichondra besitzt keine giftigen Pflanzenteile und kann deshalb auch an Winter-Standorten platziert werden, zu denen Kinder und Haustiere Zugang zu haben. Oft wird auch die Gewöhnliche Robinie (Robinia pseudoacacia) als Silberregen bezeichnet, bei der vor allem die Rinde hochgiftig ist.„]

Silberregen im Gartenbeet

Ist Silberregen im Beet eingepflanzt, kann sie dort den Winter nicht verbringen und muss ausgepflanzt werden. Durch den Schutz dicker Erdschichten kann sie theoretisch später ins Winterquartier umziehen als Kübel-/Topfpflanzen. Allerdings besteht weiterhin die Gefahr von Erfrierungen oberirdischer Pflanzenteile, weshalb sie im Idealfall auch bis Ende September/Anfang Oktober oder bei konstanten Temperaturen von zehn Grad Celsius ins Winterquartier umziehen sollte. Folgendes ist dabei zu beachten:

Dichondra repens
Quelle: Harry Rose from South West Rocks, Australia, Dichondra repens plant4 (8428937540), Bearbeitet von Gartendialog, CC BY 2.0
  • Vorsichtig ausgraben, ohne Wurzeln zu beschädigen
  • In ausreichend großen Kübel/Topf pflanzen (Wurzeln dürfen nicht abknicken)
  • Hochwertiges Substrat verwenden (reduziert Schimmelbildung und Fäulnisgefahr)
  • Nur Topf/Kübel mit Wasserablaufloch wählen (zur Vermeidung von Staunässe)
  • Nach Topf-/Kübelpflanzung nur minimal angießen

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Wem das Ein- und Auspflanzen zu viel Mühe bereitet, können Dichondras auch im geeigneten Topf ins Gartenbeet gepflanzt werden. Das erspart Hobbygärtnern und den Pflanzen den Erd-/Substratwechsel vor und nach der Überwinterung.„]

Silberregen im Kübel

Bei Dichondras in Kübeln sind penibelst die Außentemperaturen zu beobachten. Werden sie von plötzlichem Bodenfrost überrascht, reichen oftmals wenige Stunden aus, um ihr Leben zu beenden. Wenn die Nächte kühler werden, empfiehlt sich zumindest ein Umstellen an einen Regen- und windgeschützten Standort, bis es dann endgültig ins Winterquartier geht. Wichtig ist, dass das Substrat vor dem Umzug abtrocknet und locker ist. Ist eine Lockerheit nicht gegeben, sorgt eine Verdichtung für ein erhöhtes Schimmel- und Fäulnisrisiko.

D. argentea
Dichondra argentea, Quelle: DC Gardens, U.S. Botanic Garden Conservatory (23908685871), Bearbeitet von Gartendialog, CC BY 2.0

Gießen im Winter

Weil weder Sonne noch Wärme Gießwasser verdunsten lassen und Dichondras im Winter nur über einen geringen Wasserbedarf verfügen, ist lediglich ein minimales Gießen erforderlich. Die ersten zwei bis drei Zentimeter Erde sollten gut angetrocknet sein, bevor erneut gegossen wird. Ein vollständiges Austrocknen während der Wintersaison ist in jedem Fall zu vermeiden. Optimal ist der perfekte Zeitpunkt zum Gießen mittels „Daumentest“ zu ermitteln. Dabei wird der Daumen in die Erdoberfläche gedrückt und über die Eindrücktiefe der Gießbedarf wie folgt bestimmt:

  • Tiefer als zwei/drei Zentimeter: nicht gießen
  • Weniger als zwei Zentimeter Tiefe: gießen

[infobox type=“info“ content=“Hinweis: Es sollte ausschließlich Gießwasser verwendet werden, das die gleiche Temperatur wie die Umgebung besitzt. Ist es deutlich kälter, kann es zu einem ‚Kälteschock‘ führen, der einer Erfrierung gleich kommt und das Absterben zur Folge haben kann.„]

Überwintern beenden

Die Überwinterung ist für Dichondras beendet, sobald kein Frost mehr zu erwarten ist. Das ist spätestens nach den Eisheiligen Mitte Mai der Fall. Zu diesem Zeitpunkt beginnt auch die erneute Vegetationsperiode des Silberregens. Um neu auszutreiben, benötigt das Gewächs nun warme Sonne beziehungsweise Tageslicht. Zu beachten ist hierbei, dass die Pflanze langsam an die neuen Außen- und vor allem Lichtverhältnisse gewöhnt wird. Ein halbschattiger Standort ist für die ersten zwei Wochen angeraten. Danach kann es an einen sonnigen Platz gehen.

Silberregen

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Wer nach dem Überwintern direkt im Anschluss einen großzügigen Rückschnitt vornimmt, darf sich in der Regel über ein üppiges Wachstum während der Vegetationsperiode freuen.„]

Häufig gestellte Fragen

Können Dichondras während der Überwinterung umgetopft werden?

Auf ein Umtopfen während der Winter- und Ruheperiode des Silberregens sollte grundsätzlich verzichtet werden. Jeder Substratwechsel ist mit einer hohen Stressbelastung der Pflanze verbunden. Es raubt ihr Energie, die sie zur Überwinterung benötigt und eigentlich auch nicht in dem Maße zur Verfügung hat, weil der Stoffwechsel stark heruntergefahren wird. Wenn Sie vor dem Überwintern auf hochwertige und lockere Erde achten sowie richtig gießen, sollte aber ein Substratwechsel nicht erforderlich sein.

Sollten Dichondras als Zimmerpflanzen auch überwintern?

Ja. Durch die Reduzierung der Umgebungstemperatur auf mindestens 15 Grad Celsius kann sie als Zimmerpflanze ihr System runterfahren und neue Kräfte für die kommende Wachstumsperiode sammeln. Behalten Sie sie bei einer höheren Zimmertemperatur, kann sie diese Winterruhe nicht vollziehen. Im Resultat ist mit einem eingeschränkten Wachstum in der Folgesaison zu rechnen. Zudem mindert dies die Lebenserwartung. Mit einem Überwintern unter optimalen Bedingungen leben sie oft länger als nur zwei Jahre.

Gibt es keine Silberregen-Sorte, die winterhart ist?

Ja und nein. Es gibt die Dichondra repens. Diese wird aber hauptsächlich als Rasen-Alternative aufgrund ihres teppichartigen Wachstums genutzt. Im Winter bildet sich diese Sorte nahezu vollständig zurück und schlägt im Folgejahr dann wieder aus. Damit ist sie winterhart, wird aber in der Regel nicht als dekorative Hänge- und Kletterpflanze gewählt.