Gartengestaltung Gartenteich + Teich

Seekanne, Nymphoides peltata – Pflege-Informationen

Seekanne
Quelle: Gouwenaar, 18820180704 Dotterbloemen Veersloot Molensloot langs Pannepad, Bearbeitet von Gartendialog, CC BY-SA 4.0

Ihre glänzend-grünen, runden Blätter erinnern an eine Seerose. Spätestens wenn sich die gelben Schalenblüten im Juni entfalten, gibt sich die Europäische Seekanne zweifelsfrei zu erkennen. Während der hübsche Blütenteppich das Erscheinungsbild stehender und leicht fließender Gewässer wunderbar ziert, trumpft das Fieberkleegewächs mit einer weiteren faszinierenden Gabe auf. An den Unterseiten des formschönen Laubs entlang der flutenden Stängel befinden sich winzige ‚Wassertrinker‘. Diese Hydropoten filtern überschüssige Nährstoffe heraus und erzeugen eine kristallklare Wasserqualität. Wie Sie dieses geniale Geschenk von Mutter Natur fachgerecht kultivieren, vermitteln die folgenden Pflege-Informationen.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Fieberkleegewächse (Menyanthaceae)
  • Populärste Art der Gattung Seekannen (Nymphoides)
  • Wissenschaftlicher Name: Europäische Seekanne (Nymphoides peltata)
  • Beheimatet in Europa und gemäßigten Regionen Asiens
  • Wasserpflanze mit 80 bis 150 cm langen, flutenden Stängeln
  • Kriechende Wurzelstränge, rasch Ausläufer bildend
  • Runde bis ovale, dunkelgrüne Blätter
  • Grau-grüne bis rötliche Laubunterseiten besetzt mit Hydropoten (Wassertrinker)
  • Kleine, gelbe Schalenblüten von Juni bis August
  • Unscheinbare Fruchtkapseln mit schwimmfähigen Samen im Herbst
  • Laubabwerfend und winterhart

Die Ähnlichkeit mit der Seerose beschränkt sich vorwiegend auf die Optik. Botanisch gesehen besteht keine Verwandtschaft zwischen den beiden Wasserpflanzen-Arten. Tatsächlich neigt die Seekanne nicht annähernd so stark zum Wuchern wie eine Seerose und kann den Winter im Teich verweilen aufgrund ihrer robusten Winterhärte.

Standort

Befindet sich das Gewässer an einem sonnigen und warmen Ort, fühlt sich die Seekanne wohl. In halbschattigen Lagen entfaltet die Wasserpflanze ihren optischen und praktischen Nutzen ebenfalls perfekt. Von einer Kultivierung im Schatten eines kühlen Weihers ist demgegenüber abzuraten, da sich weder die Blüte noch die mit Hydropoten besetzten Blätter entwickeln können.

Boden und Wassertiefe

Mit ihren kräftigen Rhizomen verankert sich eine Nymphoides peltata fest im Boden, während ihre Schwimmblätter sich an meterlangen Ranken auf dem Wasser wiegen. Folglich steht nicht einzig das Erdreich im Fokus, sondern ebenso die Wasserqualität und -tiefe, wenn es gilt, der Seekanne die ideale Heimat zu bieten. Auf diese Kriterien kommt es an:

  • Anmoorige bis moorige Erde
  • Humos und reich an Nährstoffen
  • Kalkarmes, weiches Wasser
  • Wassertiefen von 10 cm bis 1 Meter

Sie können die Seekanne im sumpfigen Uferbereich ansiedeln, wo die Wassertiefe bei 10 cm liegt. Wundern Sie sich freilich nicht, wenn die eigenwillige Wasserpflanze sich im Laufe der Zeit auf eigene Faust an den best möglichen Standort wandert. Erfahrungsgemäß befindet sich die favorisierte Lage eher in mittleren bis tiefen Teichregionen.

Tipp: Besteht Unsicherheit in Bezug auf die Wasserhärte im Teich, bietet das Gartencenter praktische Testsets an. Die unkomplizierte Anwendung basiert auf Färbereaktionen und erfordert keinerlei chemische Vorkenntnisse. Pendelt das Ergebnis bei einem pH-Wert von unter 10° dH, entspricht die Wasserqualität den Anforderungen einer Seekanne.

Düngen

Die Seekanne bezieht ihre Nährstoffe aus zwei Quellen. Die Rhizome durchwurzeln den humosen und nährstoffreichen Boden, der im Teich als Umschlagplatz dient für abgestorbene Pflanzenteile und Kleinstlebewesen sowie dem Kot der Fische. Darüber hinaus nehmen die Blätter über ihre integrierten Hydropoten ebenfalls reichlich Nährstoffe auf und lagern diese in den Pflanzenbahnen und Wurzeln ein. In einem ökologisch ausbalancierten Gewässer ist von Natur aus für permanenten Nachschub gesorgt. Eine Zufuhr von Dünger, wie an Gartenpflanzen ist in der Regel nicht erforderlich. Kommt es zu Mangelerscheinungen, verbergen sich zumeist andere Ursachen dahinter, wie eine schattige Lage oder hartes Wasser. Können diese Auslöser für vergilbte Blätter, kümmerliche Blüten und ein schwaches Wachstum ausgeschlossen werden, sollte in diesem Ausnahmefall ein spezieller Pflanzendünger für Teichpflanzen verabreicht werden. Sobald sich die Seekanne wieder erholt, stellen Sie die zusätzliche Nährstoffzufuhr ein, um kein Algenwachstum herauszufordern.

Schneiden

Blüte der SeekanneFindet die Nymphoides beste Rahmenbedingungen vor, in Kombination mit einer fachgerechten Pflege, legt sie ein zügiges Wachstum an den Tag. Eine umsichtige Handhabung des Rückschnitts lenkt den Zuwachs in die erwünschte Richtung. So machen Sie es richtig:

  • Verwelkte Blätter und Blüten regelmäßig ausputzen
  • Korrekturschnitte während des Sommers problemlos möglich
  • Zu lange Triebe mit einer scharfen, desinfizierten Schere oder einem Messer abschneiden

Da die Seekanne zu den laubabwerfenden Wasserpflanzen zählt, sollte das verwelkte Laub rechtzeitig abgeschnitten werden, damit es später nicht auf dem Wasser umherschwimmt und die Qualität beeinträchtigt. Sofern eine Selbstaussaat nicht erwünscht ist, schneiden Sie die Blüten rechtzeitig vor der Bildung von Samenständen ab.

Tipp: Wird die Seekanne im ausbruchsicheren Pflanzenkorb eingesetzt, bleibt ihre Ausbreitung im Teich unter Kontrolle. Wichtig zu beachten ist, dass die Pflanze dazu neigt, über den Rand des Gefäßes zu klettern und sollte daher im Auge behalten werden.

Überwintern

Die Europäische Seekanne ist vollkommen winterhart. Im Herbst wirft sie ihre Blätter ab und zieht sich restlos zurück. Es überwintern die kräftigen Rhizome im Boden, um im darauf folgenden Frühjahr wieder auszutreiben. Daher sind für Exemplare in großen Teichanlagen keine besonderen Vorkehrungen zu treffen. Fungiert eine Nymphoides peltata dagegen im Mini- oder Terrassenteich als natürlicher Filter und Sonnenschutz, sind vor dem ersten Frost folgende Maßnahmen ratsam:

  • Mobile Teichanlage umsetzen in ein helles, frostfreies Winterquartier
  • Aus unbeweglichen Klein-Gewässern die Seekanne mit Pflanzkorb aus dem Wasser holen
  • Einen großen Eimer oder Maurerbottich füllen mit moorigem, nährstoffreichem Substrat und kalkarmem Wasser
  • Die Wasserpflanze darin einsetzen, um sie im Frühjahr rechtzeitig wieder auszuräumen

Sollten sich vor dem Umzug ins Winterquartier noch Triebe und Laub an der Pflanze befinden, werden diese abgeschnitten. Es überwintern einzig die Rhizome im Wasser mit einer Temperatur um 5 Grad Celsius. Über 10 Grad sollten weder die Wasser- noch die Lufttemperatur steigen, damit die Seekanne nicht vorzeitig austreibt.

Vermehren

Kultivieren Sie erst einmal eine Seekanne, ist der Erwerb weiterer Exemplare nicht erforderlich. Die Pflanze liefert nicht nur die Samen sondern auch reichlich Material für die vegetative Vermehrung. Beide Methoden der Nachzucht werden im Folgenden näher vorgestellt:

Teilung

Im Frühjahr, wenn der diesjährige Austrieb noch nicht eingesetzt hat, ist die ideale Zeit für eine Teilung der Rhizome. Zu diesem Zweck holen Sie die Seekanne in ihrem Korb aus dem Teich. Mit der Hand oder Grabegabel wird der Wurzelballen gelockert. Daraufhin schneiden Sie mit einem frisch geschärften, desinfizierten Messer oder einer Schere mehrere Rhizomteile ab. Ein für die Vermehrung geeigneter Wurzelstrang ist 10-20 cm lang und verfügt über mindestens zwei Augen. In diesen Schritten gehen Sie weiter vor:

  • Die Schnittwunden an der Mutterpflanze und den Rhizomstücken mit Holzkohlepulver bestäuben
  • Jedes Segment in einen eigenen Pflanzkorb setzen, der gefüllt ist mit moorig-lehmigem Substrat
  • Die Pflanzerde fixieren mit einer Schicht Kieselsteine oder Blähton

Für die Zeit der Bewurzelung setzen Sie die Jungpflanzen am halbschattigen Standort in die Flachwasserzone. Im Anschluss an diese Übergangsphase wechseln die Seekannen an ihren eigentlichen Platz im Gewässer, sobald sich die Stängel gut entwickelt haben. Wahlweise überlassen Sie Ihren Zöglingen die Standortwahl, denn Nymphoides peltata neigen dazu, sich ihren Lieblingsplatz im Teich selbständig zu suchen.

Aussaat

Die Seekanne ich eine selbstbewusste Wasserschönheit, die sich nicht nur ihren bevorzugten Platz aussucht und dorthin wandert. Sie verfügt zudem über ein ausgeklügeltes System für die generative Vermehrung. Lassen Sie der Pflanze freie Hand, geben die reifen Früchte im Herbst bewimperte Samen frei. Diese sind nicht nur flugfähig, sondern vermögen aufgrund kleiner Luftkammern zu schwimmen. Es stehen somit mehrere Verteilungswege für das Saatgut zur Verfügung. Dessen ungeachtet steht es Ihnen frei, mittels gezielter Aussaat weitere Seekannen heranzuziehen. Die besten Erfolgsaussichten bestehen in der geschützten Umgebung hinter Glas. So gehen Sie dabei vor:

  • Eine wasserdichte Schale füllen mit Moorbeeterde oder leicht saurer Saaterde
  • Darauf die Samen ausstreuen und 1-2 cm dick mit Substrat bedecken
  • Mit kalkfreiem Wasser soweit auffüllen, dass die Erde ca. 1 cm hoch unter Wasser steht
  • Am halbschattigen Fensterplatz für 2-4 Wochen aufstellen bei 18 bis 22 Grad Celsius

Setzt die Keimung innerhalb dieser Zeit nicht ein, verlangen die Samen nach einem Kältereiz. Im Winter stellen Sie das Saatgefäß für 4-6 Wochen auf den Balkon, geschützt mit einem transparenten Deckel. Alternativ verbringt die Aussaat diese Frist im Gemüsefach des Kühlschranks bei 0 bis 4 Grad Celsius. In Einzeltöpfe pikiert werden die Jungpflanzen, wenn sie über mindestens 2 Blattpaare verfügen. Ab April/Mai setzen Sie die Seekannen an ihren Platz im Teich ein, idealerweise im Pflanzkorb zur effektiven Wachstums- und Ausbreitungskontrolle.

Schädlinge

Auf die Ähnlichkeit einer Seekanne mit einer Seerose fallen außerhalb der Blütezeit nicht nur die menschlichen Betrachter herein. Die Seerosen-Blattläuse unterscheiden ebenfalls nicht zwischen beiden Wasserpflanzen. Insbesondere bei warmer, sonniger Witterung fallen die Schädlinge über das Laub und die Knospen her, um den Pflanzensaft auszusaugen. Warten Sie nicht, bis Ihre Nymphoides peltata übersät ist mit schwarzen Läusen, sondern handeln Sie bei den ersten Symptomen so:

  • Die infizierte Seekanne täglich mit hartem Wasserstrahl überbrausen
  • Diese Behandlung so lange fortsetzen, bis keine Läuse mehr zu sehen sind
  • Als umweltverträgliches Bekämpfungsmittel Schachtelhalm-Extrakt von Neudorff verwenden

Ein hoher Befallsdruck mündet in folgende, etwas aufwändigere Bekämpfung von Blattläusen auf einer Wasserpflanze. Umlegen Sie die beblätterten Ranken einer Seekanne mit Pappe oder Zeitungspapier. Anschließend besprühen Sie die Schädlinge mit einem Niem-haltigen Präparat aus dem Fachhandel oder der klassischen Schmierseifenlösung. Insbesondere bei einem Fischbesatz sollte sichergestellt sein, dass die Mittel nicht oder minimal ins Teichwasser gelangen.

Fazit
Sommerlicher Dauerblüher und emsiger Arbeiter für beste Wasserqualität. Mit diesen Attributen hat die Seekanne sich als unentbehrlich für den privaten Wassergarten etabliert. Damit ihre aparten gelben Sternenblüten einen dichten Teppich bilden und die Blätter ihre Funktion als Filterstation perfekt erfüllen, bedarf es keiner aufwändigen Kultivierung. Befindet sich das Gewässer am sonnigen bis halbschattigen Standort, bietet einen nährstoffreichen Boden und eine kalkarme Wasserqualität, läuft die Nymphoides peltata zur Hochform auf. Mit ihren zahlreichen Hydropoten filtert das dekorative Fieberkleegewächs überschüssige Nährstoffe sowie Schadstoffe aus dem Wasser heraus. Regelmäßig ausgelichtet, im Frühjahr in Form geschnitten und bei Mangelerscheinungen ein wenig gedüngt, haben Teichbesitzer gut Lachen, denn von Algen ist weit und breit keine Spur.