Schraubenbaum

Schraubenbäume werden in Mitteleuropa ausschließlich als Zimmer- oder Kübelpflanzen kultiviert. Sie sind nicht winterhart, stammen aus warmen Ländern der östlichen Halbkugel und wachsen bevorzugt in der Nähe des Meeres. Es gibt mehr als 600 Arten. Es sind immergrüne Pflanzen mit einer baum- oder strauchförmigen Wuchsform. Charakteristisch für diese Gewächse ist der schraubenförmige Wuchs. Die langen, schmalen Blätter sind wie in einem Schraubengewinde spiralförmig angeordnet. Dazwischen bilden sich Nebentriebe.

Erscheinungsform

Die Blätter der meisten Arten sind schwertförmig und können sehr lang werden. Oft haben sie gezähnte Ränder. Typisch für die Pflanzen sind auch starke Luftwurzeln und so genannte Stelzwurzeln. Diese heben den Schraubenbaum aus dem Topf und dienen häufig als Stütze für die sehr groß und kräftig werdenden Schraubenpalmen, wie sie auch genannt werden.

Als Zimmerpflanze wird hauptsächlich Pandanus tectorius genutzt. Diese Pflanzen gedeihen sehr gut, da sie prima mit trockener Luft zurechtkommen. Auch Pandanus furcatus ist als Zimmerpflanze geeignet, wird aber sehr groß. Man muss genügend Platz haben. Besonders schön finde ich Pandanus javanicus, die Sorte mit den panaschierten Blättern.

Ich selber habe einen Pandanus veitchii. Dieser stammt aus Polynesien und zeichnet sich durch schmale, weiß-grün gestreifte Blätter aus, oft mit weißen Blatträndern. Die Blätter haben ziemlich grobe Stacheln, an denen man sich arg kratzen kann. Umtopfaktionen laufen nur mit dicken, langärmeligen Pullis und dicken Handschuhen.

Die Pflege des Schraubenbaumes

SchraubenbaumDer Schraubenbaum ist absolut pflegeleicht. Man muss Gießen und Düngen, ab und zu ein abgestorbenes Blatt wegschneiden und alle paar Jahre umtopfen. Ansonsten gibt es nicht viel zu tun. Hin und wieder müssen die Blätter feucht abgewischt werden, denn sie stauben stark ein. Da mir das zu aufwändig ist und man sich außerdem an den stacheligen Teilen verletzen kann, dusche ich die Pflanzen ab. Die kleinen Exemplare stelle ich in die Badewanne oder Dusche und brause sie ab. Den großen Pandanus bringe ich in den Garten und lasse ihn vom Regen sauber waschen. Regenwasser hat den Vorteil, dass sich keine Kalkflecken bilden. Der Schraubenbaum ist kinderleicht zu vermehren und eine ideale Zimmerpflanze, da trockene Luft in der Regel keine Probleme bereitet. Bei guter Pflege wird der Schraubenbaum bis 2 Meter hoch und ebenso breit. Außerdem kann er dann auch blühen, was aber wirklich selten vorkommt bei Zimmerhaltung.

Standort

Der Schraubenbaum mag es hell. Je mehr Licht die Pflanzen abbekommen, um so deutlicher ist ihre Blattzeichnung zu sehen. Im Wohnzimmer steht unser großer Schraubenbaum zwar am Fenster, aber die Gardinen sind cremefarben und schlucken eine Menge Licht. Dieser Baum hat fast durchweg gleichmäßig kräftig grüne Blätter. Ein abgetrennter Nachkomme, der im Bad steht, hat dagegen grün-weiß gestreifte Blätter, mit einem kräftigen weißen Rand. Auch das Grün ist eine sehr gesunde Farbe.

  • Hell und im Inneren auch mit Sonne
  • Je mehr Licht die Pflanzen abbekommen, um so deutlicher ist ihre Blattzeichnung zu sehen.
  • Im Freien muss der Schraubenbaum langsam an die Sonne gewöhnt werden. Ich habe bei Renovierungsarbeiten aus Platzmangel mal einen Pandanus raus gestellt, er hatte böse Verbrennungen und das war im Mai. Generell vertragen sie aber Sonne, kommen ja schließlich aus sonnigen Ländern.
  • Keine Temperaturen unter 14° C.

Pflanzsubstrat

Beim Pflanzsubstrat wird gern Erde auf Kompostbasis empfohlen. Ich selbst nutze Kübelpflanzenerde, lockere diese aber noch mit Lavagrus oder Blähton auf. Auch Kies ist dafür geeignet.

  • Grobkörnige Erde mit recht geringem Lehm- und Humusanteil
  • Im Prinzip stellt der Pandanus keine großen Anforderungen an das Pflanzsubstrat.

Pflanzen

PandanusWann man umtopfen muss, merkt man meist daran, dass die Pflanzen ihren Halt verlieren. Die stützenden Wurzeln wachsen nicht gleichmäßig und die Schraubenbäume neigen sich in die eine oder andere Richtung. Anfangs kann man das mit Stützen kompensieren, aber irgendwann sieht es einfach nicht mehr gut aus, wenn vier oder mehr Stützstäbe die Pflanze halten. Dann ist Zeit für das Umtopfen.

  • Die Stelzwurzeln nicht mit Erde bedecken!
  • Der Schraubenbaum wächst gut in Hydrogefäßen. Besser noch finde ich die Pflanzgefäße mit Bewässerungssystem.
  • Wer keine der beiden Möglichkeiten nutzt, sollte immer ein schweres Pflanzgefäß verwenden, denn der Schraubenbaum kippt mitunter zur Seite und ein leichtes Gefäß fällt dabei um.
  • Beim Pflanzen und Umtopfen Hände und Arme schützen und auf das Gesicht gut aufpassen – Verletzungsgefahr!
  • Keine Luft- und Stelzwurzeln abschneiden.
  • Erde schön festdrücken, damit die Pflanze Halt hat.
  • Bei Bedarf abstützen. Wer keine Stecken verwenden möchte, kann auch dekorative Steine nutzen und die Stelzwurzeln damit stützen, das sieht oft einfach besser aus. Ich decke die Erde sowieso mit weißen Kieseln ab, weil mir das besser gefällt. Zwei oder drei größere weiße Steine geben dem Ganzen Halt.
  • Besonders gut wirkt ein Pandanus in einem hohen Gefäß, bei welchem die Blätter schön nach unten hängen können. Steht die Pflanze ebenerdig, sind die Blätter zu lang.

Gießen und Düngen

Der Schraubenbaum benötigt nicht wirklich viel Wasser. Weniger ist oftmals besser, als zuviel. Wichtig ist, nicht in die Blattwinkel zu gießen, denn dort bleibt das Wasser stehen und kann zu Fäulnis führen. Deutlich besser ist, immer unten auf die Erde zu gießen. Ich habe meine Pflanze in einem Lechuzza-Gefäß mit Bewässerungssystem stehen. Dort nimmt sie sich ihr Wasser nach Bedarf selbst. Ich habe Pandanus seit mehr als 20 Jahren und so gut wie in diesen Gefäßen sind sie noch nie gewachsen. Allerdings bedeutet das auch, dass sie sehr schnell wachsen und beinah alle zwei Jahre umgetopft werden müssen.

  • Nicht zu viel Gießen
  • Fingerprobe durchführen. Die oberste Erdschicht muss gut abgetrocknet sein.
  • Viele empfehlen, die Erde in der Wachstumszeit immer leicht feucht zu halten. Das kann ich nicht sagen. Allerdings ziehen die Pflanzen in dieser Zeit tatsächlich mehr Wasser, wenn man den Tank regelmäßig füllt.
  • Nicht von oben gießen, damit kein Wasser in den Blattachsen stehen bleibt.
  • Besser ist, immer unten auf die Erde zu gießen, bzw. in den Übertopf.
  • Wenn man unten in den Topf gießt, muss überschüssiges Wasser nach etwa einer Stunde entfernt werden.
  • Staunässe führt zu Wurzelfäulnis.
  • Super sind Gefäße mit Bewässerungssystem. Diese müssen nur alle paar Wochen nachgefüllt werden.
  • Im Winter deutlich weniger Gießen, den Wurzelballen aber nie austrocknen lassen.
  • Gedüngt wird in der Wachstumszeit, also von April bis Ende August, Anfang September. Ich gebe etwa alle vier Wochen Flüssigdünger für Grünpflanzen mit ins Gießwasser bzw. in den Wasserkasten.

Schneiden

Blatt des SchraubenbaumsGeschnitten werden muss nicht viel. Allerdings sterben außen immer wieder ganze Blätter ab, während sich in der Mitte neue bilden. Diese alten Blätter schneidet man besser heraus, sobald sie völlig abgetrocknet sind. Wer nicht so lange warten möchte, weil die braunen Teile nicht wirklich gut aussehen, kann die braunen Blattspitzen immer wieder wegschneiden. Allerdings sollte man immer die letzten 2 Millimeter grün stehen lassen und nicht in das gesunde Gewebe schneiden.

  • Evtl. Kindel entfernen, da die Pflanze sonst noch schneller große Ausmaße annimmt.
  • Ich lassen immer viele Kindel haften, so sieht der Pandanus unten dichter aus. Man sieht keine Erde. Letzten Endes ist das aber Geschmackssache.

Überwintern

Den Winter verbringt der Schraubenbaum am besten in einem warmen Zimmer, bei Temperaturen um die 20° C. Gegossen wird weniger als im Sommer. Der Ballen sollte allerdings nicht austrocknen. Wegen der oft fehlenden Luftfeuchte kann der Pandanus immer mal wieder mit Wasser besprüht werden. Am besten nutzt man Regenwasser. Gedüngt wird nicht.

Vermehren

Die Vermehrung gelingt denkbar einfach. Die Pflanze vermehrt sich selbst. Sie bildet laufend kleine Nebentriebe. Die kann man an der Pflanze lassen, damit sie groß und stattlich werden oder abtrennen. Ich stelle sie immer in ein Wasserglas, damit sich Wurzeln bilden, habe aber auch gelesen, dass sie gleich eingepflanzt werden können, dann in ein Substrat aus gleichen Teilen Torf und scharfem Sand. Die Schnittstellen sollten dabei mit Holzkohlepulver getrocknet werden. Außerdem stülpt man eine Tüte über die Pflanze und das Gefäß, um eine hohe Luftfeuchte zu gewährleisten. Ich lasse die abgetrennten Pflänzchen einen Tag liegen, damit die Trennungsstelle eintrocknet und stelle die Pflanze (meist sind es eine Menge) in ein Glasgefäß. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass man zum Bewurzeln ein blaues Glasgefäß nehmen soll. Ich tue das seitdem und ich habe große Erfolge damit, auch mit Pflanzen, bei denen das früher nie geklappt hat.

Krankheiten und Schädlinge

Der Schraubenbaum ist sehr robust. Ich hatte in den gut 20 Jahren, in denen ich diese Pflanzen pflege, nur einen Fall, dass ich mal eine entsorgt habe, denn sie war voller Wollläuse. Die hatten sich im Bereich der Stelzwurzeln angesiedelt und ich hatte das nicht bemerkt. Sie hatten sich so vermehrt, dass ich es aufgegeben hatte, sie abzuklauben. Ich habe einige Schraubenbäume und da ist immer Nachwuchs vorhanden. Also habe ich mir die Arbeit erspart. Ansonsten wachsen und gedeihen diese Gewächse prächtig und ab und zu muss ich einen verschenken, weil der Platz nicht mehr reicht. 2 x 2 Meter hat die Pflanze dann. Firmen freuen sich immer über so große Pflanzen für ihr Foyer.

  • Braune Blattspitzen treten meist auf, wenn zu wenig gegossen wurde. Ich nutze diesen Umstand folgendermaßen. Bei meinem großen Pandanus überwuchern die Blätter das Wasserstandsanzeigeröhrchen. Wenn ich also vergesse Wasser nachzufüllen, werden die Blattspitzen etwas braun. Da dies bei den Nebentrieben anfängt, oft mit ganzen braunen Blättern, merkt man den Notstand, bevor die Mutterpflanze betroffen ist. Dann wird gegossen.
  • Braune Blattspitzen können auch von trockener Luft kommen. Hier hilft, die Pflanze mit Wasser zu besprühen.
  • Ich habe gelesen, dass bei trockener Luft auch Läuse auftreten. Bis auf das eine Mal die Wollläuse hatte ich aber noch nie Schwierigkeiten.
  • Kühle Temperaturen und zu viel Feuchtigkeit oder die Kombination aus beidem können schnell zu Wurzelfäulnis führen.

Fazit

Der Schraubenbaum ist für mich eine absolut pflegeleichte Zimmerpflanze. Wichtig sind ausreichend Licht und im Sommer genügend Wasser. Ansonsten ist, gerade bei Kultur in Hydro oder Gefäßen mit Bewässerungssystem nicht viel zu tun. Ich liebe diese pflegeleichte und dekorative Pflanze. Allerdings sind die gezähnten Blätter nicht ungefährlich und Familien mit Kindern kann ich den Pandanus nicht wirklich empfehlen. Man kann sich richtig weh tun, das muss ich aus eigener Erfahrung sagen. Außerdem sollte man Platz haben. Bei eBay habe ich Dutzende angebotene große Pflanzen gesehen, die alle aus Platzmangel angeboten werden. Wer eine recht schnell wachsende, dekorative und pflegeleichte Pflanze sucht, dem sei der Schraubenbaum empfohlen.