Gartenpflege Düngen und Bodenpflege

Sollte man Rosen mit Hornspäne oder Hornmehl düngen?

Rosen düngen

Wer seinen Rosen einen natürlichen Dünger bieten möchte, der kann auch auf Hornspäne oder Hornmehl zurückgreifen. Beides sind gute organische Dünger die Nährstoffe enthalten, die die Rosen für ein gesundes Wachstum benötigen. Doch hier stellt sich vor allem auch die Frage nach den Unterschieden zwischen den beiden Düngern. Oder gibt es den Unterschied gar nicht und es sind zwei verschiedene Namen für ein und denselben Dünger?

Unterschiede

Hornmehl wie auch Hornspäne stammen beide von dem gleichen Abfallprodukt ab, nämlich dem Horn der geschlachteten Tiere. Somit bieten beide Dünger auch dieselben Nährstoffe. Dennoch gibt es einen relevanten Unterschied, der beachtet werden sollte, wenn die Rosen gedüngt werden sollen:

  • HornspäneHornmehl ist ein Kurzzeitdünger
  • Hornspäne sind ein Langzeitdünger

Dies liegt daran, dass die Nährstoffe aus dem Mehl bereits zerkleinert sind und somit schneller von den Wurzeln über das Gießwasser aufgenommen werden können. Damit sind die Nährstoffe aber auch schneller wieder verbraucht und die Rosen müssen öfters gedüngt werden. Späne hingegen sind ein Langzeitdünger. Die Nährstoffe setzen sich erst langsam frei und werden erst später von der Pflanze aufgenommen, stehen so aber auch länger in der Erde zur Verfügung.

Richtiger Zeitpunkt

Für die Düngung mit Horndünger muss der richtige Zeitpunkt gewählt werden. So werden die Späne als Langzeitdünger immer zu Beginn der Vegetationsphase oder bei der Pflanzung der Rosen verabreicht. Da die Nährstoffe nur langsam abgegeben werden, reicht es dann vollkommen aus, nach etwa drei Monaten nochmals nachzudüngen. Das Mehl hingegen ist ein Sofortdünger, der dann gegeben werden sollte, wenn es nötig ist. Das kann in den folgenden Situationen der Fall sein:

  • im späten Winter
  • zusätzlich zu den Hornspänen
  • so kann Pflanze direkt mit Dünger durchstarten
  • immer wenn Rose länger nicht gedüngt wurde
Hinweis: In der Ruhephase zwischen Oktober und Februar/März sollten die Rosen gar keine Düngung erhalten.

Anleitung Rosen düngen mit Horn

Das Mehl ist ein Kurzzeitdünger, da die Nährstoffe hier soweit zerkleinert sind, dass sie direkt ins Erdreich dringen können und von hier mit dem Gießwasser über die Wurzeln aufgenommen werden können. Hornspäne hingegen sind Langzeitdünger. Bei beiden Düngerarten sollte jedoch beim Düngen gleich vorgegangen werden. So sollten das Mehl wie auch die Späne nicht nur auf die Erde aufgestreut sondern auch untergehoben werden. Ansonsten entweicht der enthaltende Stickstoff in die Luft und die Düngung zeigt keinen Erfolg. Daher sollte bei der Düngung wie folgt vorgegangen werden:

  • Horndünger um Rosen streuen
  • Erde sollte feucht sein
  • vorsichtig mit einer Handharke unterheben
  • bei einer Pflanzung direkt ins Pflanzloch geben
  • alternativ in den Kompost mischen
  • dann alles zusammen unterarbeiten
Tipp: Horndünger kann gegen Schnecken und Unkraut helfen. Gegen die Schnecken werden die Späne auf der Erde belassen. Gegen Unkraut werden die Späne unter den Rindenmulch gemischt. Hierdurch wird Stickstoff freigesetzt, der ansonsten von dem Mulch zur Kompostierung aus der Erde gezogen würde.

Horndünger als Flüssigdünger

Wem es zu viel Arbeit ist, regelmäßig das Hornmehl oder die Späne unter die Erde zu mischen, der kann auch Flüssigdünger nutzen, der selbst hergestellt werden kann. Die Anleitung für die Gewinnung von flüssigem Horndünger sieht daher wie folgt aus:

  • Rosen düngenHornspäne nutzen
  • in eine Schüssel oder eine Flasche geben
  • lauwarmes Wasser übergießen
  • mehrere Tage ziehen lassen

Dieser Flüssigdünger kann nun wie jeder andere Flüssigdünger aus dem Handel genutzt werden. Es wird alle paar Wochen gedüngt. Hierzu wird jeweils eine Verschlusskappe Hornflüssigdünger mit zum Gießwasser gegeben und den Rosen verabreicht.

Tipp: Der Flüssigdünger eignet sich vor allem gut für im Kübel kultivierte Pflanzen.

Nachteile

Düngen Sie Ihre Rosen mit Horn, unerheblich, ob es sich hierbei um Späne oder Mehl handelt, gibt es leider nicht nur Vorteile, sondern auch einige Nachteile, die bei der Düngung bedacht werden sollten. Daher sollte hierbei noch das Folgende bedacht werden:

  • guter Stickstoff-Lieferant
  • muss in Boden eingearbeitet werden
  • sonst entweicht das Gas
  • Stickstoff gelangt oberflächlich nicht an die Pflanze
  • ausschließliches Düngen mit Horn zu einseitig
  • mit mineralischen Düngern kombinieren
  • alternativ organische Dünger
  • z.B. Blut- oder Knochenmehl

Fazit
Wer seine Rosen mit Hornmehl oder Spänen düngen will, der sollte wissen, dass das Mehl für die Kurzzeitdüngung gedacht ist, die Hornspäne hingegen als Langzeitdünger wirken. Horn enthält neben anderen Nährstoffen auch Stickstoff, der das Wachstum der Pflanzen anregt. Wird die Anleitung zum Düngen genau beachtet, kann mit schönen und kräftig gewachsenen Rosen gerechnet werden. Allerdings sollte Horn nicht als einziger Dünger eingesetzt werden und immer mit weiteren organischen oder auch mineralischen Düngern gemischt und zugefügt werden.