Yucca Palme mit braunen Blättern

Offenbaren sich an einer Palme braune Spitzen und gelbe Blätter, steht es mit ihrer Gesundheit nicht zum Besten. Es gilt herauszufinden, ob die Pflanze unter Krankheiten, Schädlingen oder Versäumnissen in der Pflege zu leiden hat. Im Anschluss an die Ursachenforschung stehen adäquate Maßnahmen auf dem Programm, das Problem aus der Welt zu schaffen. Hoffen Sie nicht darauf, dass sich das exotische Gehölz eigenständig aus dem Dilemma herauswindet. Ohne gärtnerische Hilfestellung ist das tropische Ziergehölz dem Untergang geweiht. Lesen Sie hier, wie Sie Ihrer angegriffenen Palme effektiv unter die Arme greifen. Das hilft.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie der Palmengewächse (Arecaceae)
  • Mehr als 200 Gattungen mit mehr als 2.500 Arten
  • Davon 2 Arten in Europa:  Chamaerops humilis (Zwergpalme) und Phoenix theoprastii (Kretische Dattelpalme)
  • Weltweit verbreitet in subtropischen und tropischen Regionen
  • Verholzender Stamm, verzweigt und unverzweigt, einstämmig bis mehrstämmig
  • Immergrünes Laub in Fieder- oder Fächerform
  • Wuchshöhen von 50 cm bis 60 m
  • Regelmäßig oder einmalig blühend
  • Früchte in mannigfaltigen Formen, häufig als Beeren- oder Steinfrüchte
  • Kritische Temperaturen mehrheitlich bei 3 bis 5 Grad Celsius, sehr selten frosthart

Bis auf wenige Ausnahmen, sind Palmen nicht für die Kultivierung im Freiland geeignet. Überwiegend gedeihen die tropischen Gehölze im Kübel als Zimmerpflanze, um sich während der warmen Jahreszeit auf Balkon und Terrasse in Szene zu setzen.

Pflege auf den Prüfstand stellen

Zumeist deuten braune Spitzen und gelbe Blätter darauf hin, dass eine Palme Versäumnisse in der Pflege ausbaden muss. Durchleuchten Sie daher im ersten Schritt alle Rahmenbedingungen, um bei auftretenden Problemen sogleich entgegenzuwirken.

Ursache: Falscher Standort

Die fachgerechte Kultivierung von Palmen erfordert ein Umdenken, das bereits bei der Wahl des Standortes einsetzt. Als zentrale Ursache für braune und gelbe Blattverfärbungen hat sich eine ungeeignete Lage erwiesen. Beheimatet in den tropischen Regionen, sind Palmen nicht auf ein Leben im kühlen Schatten ausgerichtet. Gelangen zu wenige Sonnenstrahlen an die Wedel, kommt die Photosynthese ins Stocken. Erste Anzeichen sind braune Spitzen an den Blättern, die sich im weiteren Verlauf gelb färben und absterben.

Das hilft: Standortwechsel

  • Umsiedeln an einen Platz mit mindestens 4 bis 6 Sonnenstunden täglich
  • Von April bis September/Oktober auf den Südbalkon oder die sonnendurchflutete Terrasse stellen
  • Im Winter den Lichtmangel ausgleichen mit einer Pflanzenlampe

Hanfpalme mit braunen BlattspitzenBehalten Sie bei einem Standortwechsel das lokal dominierende Temperaturniveau im Auge. Die große Mehrheit an Zimmerpalmen favorisiert einen Platz bei mindestens 12 bis 15 Grad Celsius und höher.
Tipp: Wenngleich Palmen zu den Sonnenanbetern zählen, werden sie im Frühjahr vor dem Umzug auf den Balkon an die pralle Sonne gewöhnt. Damit es nicht zu braunen Spitzen und gelben Blättern aufgrund von Sonnenbrand kommt, verweilen die Ziergehölze für 10-14 Tage zunächst im Halbschatten.

Ursache: Trockene Luft

Ungeachtet ihrer tropischen Herkunft, können Palmen sich ausgezeichnet mit der trockenen Luft des mitteleuropäischen Klimas arrangieren. Unter dem Einfluss trockener Heizungsluft, kann es dennoch zu braunen Blattspitzen kommen. Betroffen sind alle Zimmerpalmen, die den Winter in beheizten Wohnräumen und Wintergärten verbringen.

Das hilft: Regelmäßig besprühen

  • Palmenwedel und Blätter täglich mit sanftem Sprühnebel befeuchten
  • Hierzu abgekochtes oder destilliertes Wasser verwenden
  • Untersetzer des Kübels füllen mit Kieselsteinen und Wasser

Sie beugen braunen Spitzen an Palmblättern effektiv vor, wenn Sie bereits im Vorfeld die Luftfeuchtigkeit im Raum optimieren. Bestens geeignet hierzu sind handelsübliche Luftbefeuchter, Zimmerbrunnen oder einfach mit Wasser gefüllte Schalen.

Tipp: Es ist kein Grund zur Beunruhigung, wenn sich lediglich die unteren Blätter einer Palme gelb verfärben. Gedeiht zeitgleich in der Krone ein junges Blatt, handelt es sich um einen natürlichen Wachstumsprozess, in dessen Verlauf das älteste Blatt abgestoßen wird.

Ursache: Schieflage im Wasserhaushalt

Mit Blattverfärbungen reagiert eine Palme immer dann, wenn ihr Wasserhaushalt aus dem Gleichgewicht gerät. Das gilt für Ausschläge sowohl in Richtung Trockenheit als auch bei einer Tendenz zur Staunässe. Können Standortprobleme ausgeschlossen werden, sollte sich im nächsten Schritt der Blick richten auf das artgerechte Gießverhalten.

Das hilft: Ausgewogen gießen

  • Durchdringend gießen, bis das Wasser in den Untersetzer läuft
  • Palmen erst dann wieder wässern, wenn die Substratoberfläche 3-4 cm tief angetrocknet ist
  • Untersetzer ohne Kieselsteine nach 10 bis 20 Minuten ausgießen

Der Gießbedarf einer Palme wird somit nicht vorgegeben durch einen definierten Zeitplan. Vielmehr geben die örtlichen Rahmenbedingungen die Häufigkeit vor. An heißen Sommertagen kann es täglich erforderlich sein, zur Gießkanne zu greifen. Demgegenüber reduziert sich der Wasserbedarf im Winter so drastisch, dass nur alle 10 bis 14 Tage oder noch seltener gewässert wird.

Ursache: Nährstoffmangel und Nährstoffüberschuss

Ausgewogenheit ist in Punkto Nährstoffhaushalt die oberste Prämisse. Mit gelben Blättern und braunen Spitzen offenbart eine Palme, wenn dieser Aspekt im Kultivierungsprogramm aus den Fugen gerät.

Das hilft: Moderat düngen

  • Von April bis September organisch düngen oder mit einem Spezialpräparat für Palmen
  • Düngemittel quantitativ abstimmen auf die jeweilige Palmenart
  • Von Oktober bis März keinen Dünger verabreichen

DattelpalmeDüngemittel jeglicher Art dürfen nicht auf getrocknetes Substrat appliziert werden. Andernfalls könnten die Wurzeln Verbrennungen erleiden, die einen Transport von Wasser und Nährstoffen in die Blätter zum Erliegen bringen. Die Folge sind wiederum braune Blattspitzen und gelbe Wedel. Im Zweifel gießen Sie daher bitte mit klarem, kalkfreiem Wasser, um erst anschließend den Dünger hinzufügen.

Tipp: Braune Spitzen an Palmblättern beeinträchtigen das Erscheinungsbild erheblich. Die Verfärbungen können Sie mit einer scharfen, desinfizierten Schere abschneiden. Wichtig zu beachten ist, dass ein dünner Streifen des abgestorbenen Gewebes am Blatt verbleibt.

Ursache: Verdichtetes Substrat

Im Gegensatz zu einheimischen Bäumen und Sträuchern, verfügt eine Palme nur kurzzeitig über die tief reichende Primärwurzel. Diese wird bereits kurz nach der Keimung ersetzt durch ein weit reichendes Geflecht aus Adventiv- und Haarwurzeln. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Durchlässigkeit des Substrats. Wird das Wurzelsystem mit Verdichtungen konfrontiert, können explizit die Feinwurzeln regelrecht abgewürgt werden. Wasser und Nährstoffe gelangen nur noch sporadisch bis in die Blätter, was an braunen Spitzen und gelben Verfärbungen zu erkennen ist.

Das hilft: Locker-durchlässige Pflanzenerde

Je näher die Qualität des Substrats an die natürlichen Bedingungen im Habitat von Palmen heranreicht, desto schneller erholt sich die Pflanze. Konnten Sie eine Substratverdichtung als Auslöser für das Manko identifizieren, topfen Sie die Palme unverzüglich um in diese Erde:

  • Kübelpflanzenerde in Premium-Qualität, angereichert mit Laubkompost oder Rindenhumus
  • Alternativ auf 1 Teil Lehmerde je 1 Teil Laub- oder Gartenkompost geben, optimiert mit Perlite Atmungsflocken
  • Als weitere Variante Lauberde und Kompost zu gleichen Teilen vermischen, unter Zugabe von Lavagrus oder Kokoshum

Handelsübliche Blumenerde ist ungeeignet für die Kultivierung von Palmen. Aufgrund des hohen Torfanteils, neigen derartige Substrate zur Verdichtung, die sich nach jedem Antrocknen noch verstärkt. Dabei bleibt eine ausreichende Luftzufuhr des weit verzweigten Wurzelsystems auf der Strecke. Überdies lässt die Fähigkeit zur Wasserspeicherung stetig nach. Das Gießwasser passiert nahezu ungenutzt die Wurzeln, sodass die Palme trotz regelmäßiger Wassergaben von den Blattspitzen her vertrocknet.

Ursache: Hartes Wasser

Gelangten Sie im Ausschlussverfahren bis zu diesem Punkt, befindet sich in Sachen Standort, Luftfeuchtigkeit, Wasser- und Nährstoffhaushalt sowie Substratqualität alles im grünen Bereich. Spätestens jetzt rückt die Qualität des Gießwassers in den Fokus. Die Relevanz von kalkfreiem Wasser in der Pflege von Palmen wird zumeist darauf reduziert, dass unansehnliche weiße Kalkränder zu vermeiden sind. Tatsächlich kann die Verwendung harten Wassers Blattchlorose auslösen, eine Mangelerscheinung, die sich in braunen und gelben Verfärbungen offenbart. Im Substrat kumuliert im Laufe der Zeit der Kalkgehalt, woraufhin wichtige Nährstoffe blockiert werden, wie Eisen oder Magnesium.

Das hilft: Stets gießen im weichem Wasser

  • Leitungswasser vor der Verwendung abkochen oder entkalken
  • Alternativ einen Baumwollsack mit 1 Liter Torf für 1 Woche in eine 10-Liter-Gießkanne hängen
  • Regenwasser in einer Tonne sammeln, filtern und verwenden

Bestens geeignet für die Palmenpflege ist Teichwasser. Hier stimmt nicht nur der pH-Wert, sondern es tummeln sich wichtige Nährstoffe darin, die Ihrer Palme gut tun und sie wappnen gegen Mangelerscheinungen.

Ursache: Frostschaden

Eine Palme gesund und munter durch den Winter zu geleiten, erfordert eine besondere Umsicht. Bis auf einige wenige Ausnahmen, sind Palmengewächse nicht frostfest. Verweilen die exotischen Gehölze im Kübel zu lange auf dem Balkon, ereilt sie ein Frostschaden in Form von braunen Spitzen. Friert sogar der Wurzelballen durch, werden die Wedel gelb.

Das hilft: Rechtzeitig einräumen

  • Bei den ersten Anzeichen von braunen Blattspitzen unverzüglich einräumen
  • Ins helle, frostfreie Winterquartier tragen, bei Temperaturen bis maximal 18 Grad Celsius
  • Garten-Palmen mit atmungsaktivem Vlies umhüllen und die Wurzelscheibe bedecken mit Laub und Reisig
  • Erfrorene Blätter nicht abschneiden, sondern abwarten, bis sie vollkommen eingezogen sind

Längst sind die klimatischen Bedingungen nicht mehr so kalkulierbar, wie noch vor wenigen Jahrzehnten. Während in einem Jahr zu Weihnachten so milde Temperaturen herrschen, dass über Outdoor-Grillen spekuliert werden kann, kommt der Winter im nächsten Jahr mit klirrendem Frost ab Anfang Oktober daher. Behalten Sie daher zugunsten Ihrer Palme die Wettervorhersagen im Auge. Fallen die Temperaturen dauerhaft unter die 10-Grad-Marke, räumen Sie die Pflanze ein ins helle, frostfreie Winterquartier. So

Braune Spitzen und gelbe Blätter als Symptom für Schädlingsbefall

Hat die bisherige Analyse ergeben, dass die Kultivierung keinen Anlass zu Modifizierungen gibt? Dann rückt ein möglicher Schädlingsbefall in das Zentrum der Untersuchungen. Im Folgenden beleuchten wir häufige Schädlinge, die an Palmen braune Blattspitzen und gelbe Laubverfärbungen hervorrufen.

Ursache: Spinnmilben

Sie sind mit 0,2 bis 0,8 mm winzig klein und fügen Ihrer Palme dennoch schlimmen Schaden zu. Die saugenden und stechenden Spinnmilben traktieren Blätter und Wedel von den Unterseiten her mit Vehemenz. Mehr als 20 Mal pro Minute stechen die Insekten in die Epidermis, um an den Pflanzensaft zu gelangen. Einige der häufigsten Arten sind zu erkennen an weißen Gespinsten auf den Blättern und zwischen den Blattachseln. Erst im fortgeschrittenen Stadium ist der Befall zu diagnostizieren an braunen Blattspitzen. Färben sich die Blätter bereits gelb, besteht dringender Handlungsbedarf.

Das hilft: Umweltverträglich bekämpfen

  • Die Luftfeuchtigkeit im näheren Umfeld erhöhen
  • Befallene Palme gründlich abduschen
  • Wiederholt behandeln mit der Schmierseifenlösung
  • Bekämpfen mit ökologischen Insektiziden auf der Basis von Rapsöl

Um den Spinnmilben den Garaus zu bereiten, bedienen sich umwelt- und gesundheitsbewusste Hobbygärtner immer häufiger der Schützenhilfe emsiger Nützlinge. Über gute Erfahrungswerte verfügt der Einsatz von Raubmilben, Florfliegen und Schwarzer Kugelmarienkäfer. Diese machen sich auf die Jagd nach Spinnmilben und wandern ab, sowie die Plage beseitigt ist.  

Fazit

Mit braunen Spitzen und gelben Blättern signalisiert eine Palme gesundheitliche Probleme. Damit sich das tropische Ziergehölz rasch wieder regeneriert, deckt eine genaue Analyse die Ursachen auf, um daraus auf adäquate Gegenmaßnahmen zu schließen. Hauptursache für das Schadbild sind in der Regel Engpässe in der Pflege. Stellen Sie sämtliche Rahmenbedingungen auf den Prüfstand, vom Standort über den Wasser- und Nährstoffhaushalt, die Substratqualität bis hin zur idealen Überwinterung. Verläuft hier alles der Norm entsprechend, bleibt noch der Blick auf einen möglichen Schädlingsbefall. Untersuchen Sie die gebeutelte Palme auf Spinnmilben hin, da diese Plagegeister besonders häufig verantwortlich sind für unansehnliche Blattspitzen und gelb verfärbte Wedel.