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Monstera, Fensterblatt – Pflege, Schneiden & Vermehrung

Monstera vermehren

Monstera, das Köstliche Fensterblatt, auch Philodendron genannt, ist eine Art aus der Gattung der Fensterblätter, die sich in den tropischen Regionen Mittelamerikas und Südamerikas und auf Karibischen Inseln entwickelt haben. Fensterblätter heißen so, weil sie ganz besondere, durchbrochene Blätter hervorgebracht haben, mit denen sie den in den Tropen häufig sehr starken Winden gut standhalten können. Außerdem lassen die Öffnungen Licht durch, was den unteren Teile der Pflanze sehr gut bekommt.

Standort und Erde für die Monstera deliciosa

Die unglaubliche Verbreitung lässt es schon ahnen – Monstera deliciosa stellt nicht sehr viele Ansprüche. Sie kann guten Gewissens unter die „Anfängerpflanzen“ eingeordnet werden, wenn sie den richtigen Standort bekommt:

  • Standort im Halbschatten oder im Schatten
    • direkte (Mittags-) Sonne mag sie nicht, zumindest nicht in ihrer Jugend
    • jungen Blätter haben aber noch keine „Luftlöcher“ ausgebildet
  • im Winter in unseren Breiten ein wenig zu lichtarm, dann ist auch ein Standort in der direkten Sonne möglich
  • wächst zwischen Frühjahr und Herbst am besten, an einem hellen Standort ohne Sonne
    • auf ausreichenden gelegentlichen Lichteinfall achten
    • Monstera bildet kleine Blätter mit langen stielen, wenn es zu dunkel wird
  • in der warmen Saison auf die Terrasse oder auf den Balkon stellen
  • Stellplatz sollte Temperaturen von etwa 20 Grad aufweisen
  • auch der Topfbereich sollte im Warmen stehen
  • Topferde aus zwei Dritteln guter Komposterde und einem Drittel lockerem Substrat mischen (Lauberde z. B. oder Torfersatz wie Perlit oder Kokoshum)
  • Abflussloch im Pflanztopf nötig, damit keine Staunässe entsteht
  • Topf nicht zu klein wählen, Monstera wächst kräftig
  • Monstera können in Hydrokultur gehalten werden
Fensterblatt, Monstera

Die Monstera braucht eine Rankhilfe

Die Monstera (Philodendron) ist eine Kletterpflanze, die in ihrer Heimat an Ästen und Baumstämmen hochklettert. Deshalb sollten Sie der Pflanze unbedingt eine Stütze oder Rankhilfe mit in das Pflanzgefäß geben. Sie braucht diesen Halt auf jeden Fall, um wirklich gut zu gedeihen. Sehr gut geeignet ist ein dicker Moosstab, an dem sich die Monstera ähnlich wie an einer Baumrinde mit ihren Luftwurzeln festklammern kann.

Die Monstera wird auch mit anderen Rankhilfen aus Metall oder Kunststoff auskommen, an denen die Luftwurzeln aber nicht immer guten Halt finden. Mit einem Moosstab als Wuchshilfe ist sichergestellt, dass die Luftwurzeln am Moos anwachsen. Wenn Sie keinen Moosstab verwenden möchten, sollte man die Luftwurzeln in die Erde leiten. Hier nehmen sie dann wie die eigentlichen Wurzeln Nährstoffe und Wasser auf.

Fensterblatt düngen und umtopfen

Wenn das Fensterblatt noch klein ist, braucht es nur wenig Dünger. Die älteren Pflanzen können sehr gut mit einer nur schwach konzentrierten Düngelösung mit Nährstoffen versorgt werden, bei der die Gefahr einer Überdüngung nicht so hoch ist. Dafür dürfen sie dann etwas häufiger Dünger bekommen, wenn sie gerade sehr gut wachsen.

Fensterblatt düngen

Die Monstera muss erst umgetopft werden, wenn der Topf so knapp wird, dass die Pflanze schon umzufallen droht. Dann können Sie die Gelegenheit nutzen, um in den neuen Topf gleich eine kräftigere Stütze mit einzubringen, die bis unten auf den Topfgrund gut verankert wird.

Fensterblätter gießen

Das Substrat einer Monstera deliciosa wird am besten immer gleichmäßig feucht gehalten. Das gelingt gut, wenn Sie darauf achten, wann sich die oberste Erdschicht im Pflanztopf nicht mehr feucht anfühlt. Dann können Sie ein wenig Wasser nachgeben.

Da die Monstera gerne eine recht hohe Luftfeuchtigkeit mag, genießt sie es, wenn Sie sie in der Badewanne abduschen oder Ihr mit der Spritzflasche eine Dusche verpassen. Erhöhte Luftfeuchtigkeit hilft auch, braune Blattspitzen zu vermeiden und beugt außerdem einem Schädlingsbefall vor. Wenn ein Abduschen nur gelegentlich möglich ist, sollten Sie zumindest regelmäßig die Blätter mit einem feuchten Schwamm abwischen. So kann die Pflanze besser atmen. Es gibt übrigens Monstera-Liebhaber, die behaupten, das Fensterblatt wäre ganz begeistert, wenn Sie diesen Schwamm mit Bier tränken.

Der Umgang mit den Luftwurzeln der Monstera

Vor allem für ältere Monstera deliciosa ist charakteristisch, dass sie eine zunehmende Menge an Luftwurzeln ausbilden. Diese Luftwurzeln werden mitunter als optisch störend empfunden, können aber trotzdem auf keinen Fall einfach abgeschnitten werden. Sie müssen im Gegenteil sogar mit einiger Vorsicht behandelt werden, da sie ziemlich leicht brechen. Und das sollen sie nicht, es sind nämlich keineswegs sinnlose Auswüchse, sondern wichtige Pflanzenteile einer Monstera, die eine besondere Behandlung bekommen möchten:

Monstera
  • Monstera deliciosa haftet sich mit Luftwurzeln an ihrer Stütze an
  • sind an der Aufnahme von Nährstoffen und Wasser beteiligt

[infobox type=“check“ content=“Tipp: Wenn Sie auch zu den Menschen gehören, die die Luftwurzeln der Monstera eher unattraktiv finden, können Sie einen Trick anwenden. Biegen Sie die Wurzeln vorsichtig und jeweils einzeln in die Erde hinunter. Sie werden dann in die Erde hineinwachsen und fallen so kaum mehr auf.„]

Wenn Ihre Monstera jedoch so steht, das die Luftwurzeln nicht sofort ins Auge fallen, können Sie sie auch in einen Wasserbehälter im Hintergrund wachsen lassen. Das ist eine optimale Art der Feuchtigkeitsversorgung für eine Monstera.

Für Aquarianer gibt es noch eine spannende Alternative: Lassen Sie die Luftwurzeln in das Aquarium hineinwachsen. Sie entzieht dem Wasser im Aquarium zahlreiche Stoffe, die Sie dort nicht haben möchten, Nitrat und Nitrit zum Beispiel. Der Pflanze schadet das nicht, sie kann diese Stoffe als Nahrung verwerten.

Schnitt und Vermehrung

Die Monstera wird wohl einen Rückschnitt niemals übelnehmen, im Gegenteil. Sie wird den Schnitt eher als Aufforderung sehen, so richtig kräftig loszuwachsen und sie kann im Zuge des Schnitts gleich vermehrt werden:

Monstera vermehren
  • Jeder abgeschnittene Trieb ist ein Steckling, aus dem ein neues Fensterblatt werden kann
  • Triebe mit einigen Blättern und Luftwurzeln in ein Glas mit Wasser oder direkt in einen Topf mit feuchter Erde stecken
  • an einen warmen Standort ins Helle stellen
  • Wenn sie Wurzeln angesetzt haben, sehen Sie das daran, dass der Steckling neue Blätter bekommt
  • wächst Ihnen die Pflanze „über den Kopf wächst“, können Sie die Pflanze ohne weiteres radikal verjüngen
    • Pflanze oben kappen, das bremst sie eine Weile in ihrem Wachstum
    • Behandlung kann mehrfach wiederholt werden
  • auch an den Seiten können Sie ganze Triebe zurückschneiden (und daraus neue Monstera machen)
  • beim Umtopfen generell alle Wurzeln kontrollieren
  • dabei können vertrocknete Wurzeln weggeschnitten werden

Sonstige Pflegeansprüche, Schädlinge und Krankheiten

Wenn Sie einen guten Sommerstandort und einen guten Winterstandort für Ihre Monstera deliciosa gefunden haben, sollte sie an diesen möglichst ruhig stehen dürfen. Das Fensterblatt mag es überhaupt nicht, wenn es zwischendurch noch einmal umziehen soll oder gedreht wird. Die Pflanze kann ihre mächtigen Blätter nicht schnell genug ins Licht drehen.

Für übermäßigen Schädlingsbefall ist die Monstera nicht bekannt, Schildläuse bzw. Wolläuse können zwar gelegentlich auftreten, können bei regelmäßiger Kontrolle aber meist so rechtzeitig erkannt werden, dass die Bekämpfung nicht allzu schwierig wird. Sie kann biologisch erfolgen, im Fachhandel werden verschiedene Schlupfwespenarten und räuberische Käfer verkauft, die verschiedene Schildlausarten den Garaus machen.

Fensterblatt gelbe Blätter

Falls sich Schimmel auf der Erde zeigen sollte, liegt das meist an zu viel Feuchtigkeit. Dann werden Sie die Monstera komplett „nackt machen“ müssen, bevor Sie die Wurzeln gut abwaschen und in einem neuen Topf mit neuem Substrat setzen. Meist können Sie den Schimmel auf diese Art loswerden.

[infobox type=“alert“ content=“Achtung: Für Katzen ist die Monstera giftig. Bei Haustieren im Haushalt sollten Sie also auf eine Anschaffung verzichten.„]

Besondere Zuchtformen der Monstera

Neben der „normalen“ Monstera deliciosa können Sie zwei Zuchtformen der Pflanze erwerben, die bestimmte besondere Eigenschaften aufweisen:

  1. Die Monstera deliciosa „Borsigiana“ ist nicht so wuchsfreudig wie das gewöhnliche Fensterblatt. Sie eignet sich deshalb gut als Zimmerpflanze für eher begrenzte Stellplätze bzw. Räume, an denen eine normal wachsende Monstera ihren Besitzer schnell zu Platzangst verhelfen kann.
  2. Die Monstera deliciosa „Variegata“ ist ebenfalls auf einen etwas schwächeren Wuchs gezüchtet, hat aber dazu noch optische Besonderheiten zu bieten. Ihre Blätter sind nämlich weiß-grün gestreift (panaschiert).

Fazit
Die Monstera deliciosa ist die richtige Pflanze für alle, die gerne viel Grün um sich haben, aber weder viel Gedanken noch viel Zeit auf die Pflege einer komplizierten Pflanze verschwenden möchten.