Marante

Violette Blattunterseiten und eine hellgrüne bis blaue Blattoberseite, machen die Sorten der Maranta leuconeura so dekorativ, denn die Blüten, die sie entwickelt, sind eher unscheinbar. Die Pflanze stammt ursprünglich aus den Regenwäldern und hat daher an ihre Pflege ähnliche Ansprüche, wie sie auch in ihrer Heimat vorkommen. Doch mit ein wenig Zeitaufwand gedeiht sie im Zimmer und im Sommer auch an einem geschützten Standort im Freien prächtig. Die Marante wird nicht sehr hoch, breitet sich jedoch gerne aus. Das Blattschmuckgewächs kann auch in Hydrokultur kultiviert werden, was das Gießen und die allgemeine Pflege vereinfacht.

kurzer Steckbrief

  • ursprünglich in den Regenwäldern beheimatet
  • Blattschmuckgewächs
  • Blüten sind unscheinbar
  • Blätter Oberseite hellgrün bis bläulich mit Maserungen
  • Unterseite je nach Sorte violett oder bläulich-grün
  • mit samtigem Glanz
  • wird zwischen 10 cm und 30 cm hoch
  • wächst in die Breite
  • Zimmerpflanze
  • kann auch in Hydrokultur kultiviert werden

Standort

junge MaranteDa die Marante nicht winterhart und immergrün ist, wird sie in den hiesigen Breitengraden überwiegend als Zimmerpflanze im Kübel kultiviert. Im Sommer kann sie aber auch nach Draußen auf einen geschützten Balkon oder eine überdachte Terrasse umziehen, die frische Luft fördert das Wachstum. Ansonsten hat sie die folgenden Ansprüche an ihren Standort:

  • hell bis halbschattig
  • direkte Sonneneinstrahlung am Mittag vermeiden
  • die großen Blätter könnten ansonsten ausbleichen
  • Winter-, Morgen- und Abendsonne werden  vertragen
  • hohe Luftfeuchtigkeit
  • keine Zugluft
  • warme Umgebung, auch im Winter nicht unter 18° Celsius

Tipp: Wird die Pflanze an einem Standort im Zimmer kultiviert, an den über Mittag die Sonne einstrahlt, kann ihr durch Gardinen oder Rollos der Halbschatten zu den sonnigen Zeiten gewährt werden, den sie benötigt. Die Pflanze zeigt mit hochgeklappten Blättern an, wenn ihr der Standort zu sonnig ist.

Substrat & Boden

Die Maranta leuconeura benötigt einen Boden, der eine gute Wasserspeicherung hat. Daher ist eine faserige Pflanzenerde optimal, die zudem auch viel Humos enthält. So eignet sich handelsübliche Kübelpfanzen-, Palmen- oder Blumenerde, der ein wenig Torf zugemischt wird. Alternativ hierzu kann die Pflanze auch in Hydrokultur kultiviert werden, da hier eine optimale Wasserspeicherung gegeben ist.

Tipp: Wird die dekorative Zierpflanze in Hydrokultur kultiviert, dann ist neben der Wasserspeicherung auch gleichzeitig eine höhere Luftfeuchtigkeit in der Umgebung der Pflanze gewährleistet, da das Wasser hierbei auch nach oben aus den Kugeln der Hydrokultur verdampfen kann.

Gießen & Düngen

Maranta leuconeuraDie Marante benötigt immer ausreichend Wasser, der Boden sowie auch der Wurzelballen sollten nie austrocknen. Staunässe muss allerdings vermieden werden. So sollte ausreichend gegossen werden, das abgelaufene, überschüssige Wasser wird in einer Schale aufgefangen und nach etwa dreißig Minuten abgegossen. Bei der Kultivierung mit Hydrokultur sollte der Pegel, der den Wasserstand anzeigt, immer im mittleren Bereich stehen. Die Pflanze zeigt jedoch am Tag durch ein seitliches Einrollen ihrer Blätter an, wenn es ihr zu trocken ist. Werden die Blätter am Abend und während der Nacht zusammengerollt, ist dies kein Grund zur Sorge, denn hierbei handelt es sich um einen Verdunstungsschutz, der bei dieser Art typisch ist. Für die geforderte Feuchtigkeit aus der Luft helfen Schalen, die rund um die Pflanze aufstellt werden, elektrische Luftbefeuchter sowie das Einsprühen. Hierzu sollte kalkarmes Wasser gewählt werden, da sich ansonsten auf den Blättern unschöne, weiße Flecke zeigen oder braune Flecken gebildet werden, die eine Schädigung des Blattes anzeigen. Gedüngt werden sollte die Marante wie folgt:

  • für die Hydrokultur das spezielle Düngergranulat wählen
  • wird direkt bei der Neupflanzung mit zugegeben
  • hierbei handelt es sich um einen Langzeitdünger
  • muss in der Regel nur alle halbe Jahr verabreicht werden
  • wurde die Pflanze in Erde neu eingesetzt oder umgetopft, ist kein Dünger nötig
  • erst ab dem zweiten Jahr alle vier bis acht Wochen Flüssigdünger nutzen
  • alternativ Langzeitdünger in Form von Stäbchen nutzen

Tipp: Bei dem Gießwasser darauf achten, dass dieses kalkarm ist. Dazu entweder gefiltertes Leitungswasser oder aufgefangenes Regenwasser nutzen. Denn durch zu viel Kalk im Wasser können sich braune Flecken auf den Blättern bilden.

Pflanzen

Vor dem Pflanzen muss der Kübel vorbereitet werden. Damit bei einer Kultivierung in Erde keine Staunässe entstehen kann, muss über dem Pflanzloch eine Drainage angelegt werden. Hier können Tonscherben oder Steine genutzt werden. Darüber wird Pflanzenvlies gegeben, damit keine nasse Erde die Drainage verstopfen kann. Auf das Vlies wird ein Teil der vorbereiteten Erde gegeben, dann wird weiter wie folgt vorgegangen:

  • in den Mitte ein Loch entsprechend der Größe des Wurzelballens ausheben
  • den Wurzelballen vor dem Einsetzen in einem Eimer mit kalkarmen Wasser setzen
  • so können sich die Wurzeln vorab mit genügend Wasser versorgen
  • Marante in den Topf setzen und restliche Erde auffüllen
  • leicht andrücken und gut angießen

Maranta leuconeuraTipp: Wird in Hydrokultur gepflanzt, erübrigt sich das Anlegen einer Drainage, da Idealerweise spezielle Töpfe für diese Art der Kultivierung genutzt werden. Diese sind im gut sortieren Gartenhandel erhältlich und bereits vollständig ausgestattet.

Umtopfen

Ein Umtopfen sollte alle zwei bis drei Jahre erfolgen, damit die Pflanze auch neues Substrat erhält. Das Umtopfen ist bei in Hydrokultur kultivierten Pflanzen nicht erforderlich, wenn diese bereits in genügend großen Gefäßen gepflanzt wurden. Das Austauschen des verwendeten Granulats erübrigt sich in diesem Fall, denn die benötigten Nährstoffe werden hier nur über den speziellen Langzeitdünger verabreicht. Ansonsten sollte das Umtopfen wie weiter erläutert erfolgen:

  • einen oder mehrere Töpfe wie bei der Pflanzung vorbereiten
  • Drainagen anlegen und vorbereitete Erde einfüllen
  • Pflanzen vorsichtig dem alten Gefäß entnehmen
  • alte Erde von den Wurzeln entfernen
  • bei Bedarf teilen
  • weiter wie bei der Pflanzung vorgehen

Tipp: Wurde umgetopft und die Marante in vollständig neue Erde eingesetzt, kann für das folgende Jahr auf Düngergaben verzichtet werden.

Schneiden

Einen Schnitt benötigt die Maranta leuconeura nicht, nur gelbe, braune oder ständig eingerollte Blätter sollten entfernt werden. So kann die dekorative Pflanze wieder neue Blätter austreiben. Für das Schneiden der Blätter wird ein desinfiziertes und scharfes Messer genutzt, mit dem das Blatt direkt an seinem Ursprung entfernt wird.

Tipp: Wird die Pflanze insgesamt zu groß, dann wird sie Idealerweise geteilt. Die so neu entstandenen Pflanzen können zur Vermehrung genutzt werden. Wer bereits genügend Marante in seinem Zimmer stehen hat, kann die abgeteilten Pflanzenteile auch an seine Nachbarn oder Bekannte verschenken.

Vermehren

Die Zierpflanze besitzt Rhizomen, die geteilt werden können. So kann die Marante vermehrt werden. Wer jedoch die Pflanze nicht Teilen möchte, damit sie groß und ausladend wird, kann diese auch aus Stecklingen vermehren.

Bei der Teilung sollte wie folgt vorgegangen werden:

  • Pflanze vorsichtig der Erde oder dem Hydrogranulat entnehmen
  • geteilt wird Idealerweise während des Umtopfens
  • den Wurzelballen mit einem scharfen Messer teilen
  • in zwei, drei oder vier Teile
  • hierbei kommt es darauf an, wie viele neue Pflanzen gewünscht werden
  • alle einzelnen Teile in neue Erde und neue, vorbereitete Kübel einsetzen
  • bei in Hydrokultur kultivierten Pflanzen muss das Granulat nicht ausgetauscht werden

Bei der Vermehrung mit Stecklingen wird wie folgt vorgegangen:

  • Trieb mit Stiel und Blättern schneiden
  • dies kann über das ganze Jahr erfolgen
  • die unteren Blätter entfernen
  • in ein Glas oder eine Vase mit kalkarmen Wasser geben
  • wird in Hydrokultur kultiviert, kann der Steckling direkt ins Granulat gesetzt werden
  • auf genügend Luftfeuchtigkeit achten
  • an einem warmen, hellen Ort platzieren
  • zeigen sich erste Wurzeln und neue Blätter an der Spitze, kann eingepflanzt werden

Überwintern

Maranta leuconeuraDie dekorative Grünpflanze kann das ganze Jahr über an ihrem Standort im Zimmer verbleiben, wenn hier die Temperatur im Winter nicht unter 13° Celsius sinkt. Steht die Pflanze an einem warmen Ort, etwa im beheizten Wohnzimmer, muss gerade aufgrund der hier herrschenden trockenen Heizungsluft auf genügend Luftfeuchtigkeit geachtet werden. Daher bietet sich gerade im Winter ein elektrischer Luftbefeuchter an, der der Zierpflanze das passende Umfeld bietet. Die Marante benötigt keine Winterruhe. Es wird weiter gegossen und gedüngt wie bisher.

Pflegefehler, Krankheiten oder Schädlinge

Ist es der Marante zu kalt oder zu trocken, dann rollt sie ihre Blätter vom Rand her ein und es entstehen braune Stellen. Dann sollte sofort Abhilfe geschaffen, ein anderer Standort gewählt oder der Wurzelballen gut gegossen werden. Die geschädigten Blätter sollten in einem solchen Fall mit einem scharfen und desinfizierten Messer direkt am Blattursprung entfernt werden, damit die Pflanze neu austreiben kann. Ein Platz mit zu viel Sonne hingegen kann die Blätter ausbleichen, auch hier sollte umgehend für Abhilfe und Schatten gesorgt werden. Wird die Pflanze ausreichend gegossen, der Standort ist warm genug und trotzdem treten Flecken an den Blätter auf, dann ist das Wasser zu kalkhaltig. Besser ist es dann, wenn gefiltertes Leitungswasser oder aufgefangenes Regenwasser zum Gießen und Besprühen genutzt wird. Die Maranten können von Spinnmilben befallen werden, wenn die Luft zu trocken ist. Erst wenn die ideale Luftfeuchigkeit wieder hergestellt wurde, lohnt sich auch eine Bekämpfung der Schädlinge.

Fazit

Die Maranta Leuconeura ist eine relativ pflegeleichte, immergrüne Zierpflanze, die vor allem für die Kultivierung in der Wohnung geeignet ist. Doch im Sommer bevorzugt sie einen wind- und zugluftgeschützten Platz im Freien. Wird ihr die gewünschte Luftfeuchtigkeit in ihrer Umgebung geboten, entwickelt sie sich prächtig, ohne dass ein weiterer großer Pflegeaufwand betrieben werden muss.