Korallenstrauch Solanum pseudocapsicum

Das Korallenbäumchen, wie die exotische Pflanze häufig bezeichnet wird, ist ein wahrer Spätzünder, denn die weißen Blüten erscheinen erst gegen Ende des Sommers. Parallel dazu kommen die runden, orangefarbenen und leider giftigen Beeren hervor, die dem Gewächs die Namen Korallenkirsche und Jerusalemkirsche eintrugen. Wie ihre Herkunft bereits andeutet, sind die Korallenbäumchen mit der botanischen Bezeichnung Solanum pseudocapsicum nicht winterhart. Im Beet werden sie daher als einjährige Sträucher gepflegt. Im Kübel oder als Zimmerpflanze sind sie indes recht langlebig.

Standort

Der bis zu 100 cm große Korallenstrauch zählt zur Familie der Nachtschattengewächse und ist entsprechend sonnenverliebt, unabhängig davon, ob er als Zimmerpflanze, im Kübel oder im Beet angesiedelt ist:

  • Helle und sonnige Lage.
  • Windgeschützten Standort bevorzugen.
  • In Zimmerkultur vor Zugluft behüten.
  • Bei praller Mittagssonne beschatten.
  • Mit Beerenbehang wird auch volle Sonne vertragen.

Wer lange Zeit Freude an seinem Korallenbäumchen haben möchte, stellt es nach den Eisheiligen bis zum frühen Herbst ins Freie, was sich förderlich auswirkt auf die Widerstandkraft und Blühfreudigkeit. Dabei ist es ratsam, das Solanum pseudocapsicum schrittweise an die Sonne zu gewöhnen, damit es zu keinem Sonnenbrand kommt.

Pflege

Die erfolgreiche Pflege der Korallenkirsche basiert auf den drei Säulen: Sonne, Wasser, Nährstoffe. Infolgedessen sollte folgenden Tipps und Hinweisen genügend Aufmerksamkeit geschenkt werden:

  • Ausgiebig wässern.
  • Überschüssiges Gießwasser gleich abschütten.
  • Kein Wasser im Untersetzer stehen lassen.
  • Von November bis März weniger gießen.
  • Verwelkte Blüten regelmäßig ausputzen.
  • Von April bis Oktober alle 2 Wochen düngen.
  • In Topfkultur flüssigen Volldünger verwenden.
  • Ein Korallenstrauch im Beet erhält organischen Dünger.
  • Während der Winterruhe nicht düngen.

Als Substrat im Kübel genügt herkömmliche Blumenerde vollauf. Im Beet wird die Gartenerde aufgelockert und idealerweise mit gut verrottetem Gartenkompost und Hornspänen angereichert. Sollte der Boden zu schwer sein, sorgen einige Handvoll Sand für mehr Durchlässigkeit.

Überwintern

Korallenstrauch Solanum pseudocapsicum Wenn die Außentemperatur dauerhaft um die 10° Celsius pendelt, ist es an der Zeit, das Korallenbäumchen ins Winterquartier umzusiedeln. Dort sollte es hell und nicht kälter als 8° Celsius sein. Der Nachteil an einer derartigen Lage während der kalten Jahreszeit ist, dass die Freude an den Beeren nur von kurzer Dauer ist, weil sie kurzerhand abgeworfen werden. Es spricht nichts dagegen, die Pflanze auf dem Fensterbrett im Wohnzimmer überwintern zu lassen, solange keine Kinder in der Nähe sind. Da es an diesem Ort wärmer ist, bleiben die dekorativen Beeren länger am Strauch und die Chancen stehen gut, dass die zierlichen Blätter nicht abgeworfen werden. Damit die trockene Heizungsluft dem kleinen Strauch nicht schadet, stellen erfahrene Hobbygärtner den Topf während dieser Zeit in einen mit Steinen und Wasser gefüllten Untersetzer. Alternativ werden Blätter und Beeren mit zimmerwarmem Regenwasser oder entkalktem Leitungswasser eingesprüht. Abhängig von den klimatischen Bedingungen während der Überwinterung wird die Dosierung des Gießwassers bemessen. Der Solanum pseudocapsicum erhält nur so viel Wasser, dass der Wurzelballen nicht austrocknet. Mithilfe der Daumenprobe lässt sich der Bedarf ganz einfach ermitteln.

Umtopfen

Nach dem Überwintern werden Korallenbäumchen jedes Frühjahr umgetopft:

  • Der neue Topf ist etwas größer als der bisherige.
  • Unverzichtbar ist ein Ablaufloch für überschüssiges Gießwasser.
  • Den Korallenstrauch auch dem alten Topf entnehmen.
  • Einen prüfenden Blick auf den Wurzelballen werfen.
  • Vertrocknete, faulende Wurzeln mit scharfem Messer abschneiden.
  • Schnittwunde mit Holzkohlepulver bestreuen.
  • Drainage aus Blähton oder Perlite über dem Ablaufloch anlegen.
  • Darüber eine Schicht Blumenerde-Kompost-Mischung verteilen.
  • Die Korallenkirsche mittig platzieren.
  • Die restliche Pflanzerde darum verteilen.
  • Einen Gießrand freilassen, damit nichts überschwappt.

Im Rahmen der Umtopf-Aktion erhält das Solanum pseudocapsicum durch das frische Substrat einen guten Nährstoffvorrat, sodass frühestens nach 4 bis 6 Wochen wieder gedüngt wird.

Schneiden

Mit dem Umtopfen einher geht der jährliche Rückschnitt. Dabei werden die Triebe des Vorjahres um 2/3 gestutzt. Diese Maßnahme erfordert ein scharfes Schneidewerkzeug, damit die Zweige nicht gequetscht werden. Zudem darf auf keinen Fall unter direkter Sonneneinstrahlung geschnitten werden, damit die frischen Schnittstellen nicht austrocknen. Strebt der Hobbygärtner einen ausnehmend buschigen Wuchs an, werden in einem zweiten Durchgang die jungen Triebe im späten Frühjahr kupiert. Wer sich anschließend die Zeit nimmt, das Korallenbäumchen ein Mal pro Tag mit kalkarmem Wasser zu besprühen, wird mit einem vermehrten Beerenwachstum belohnt.

Vermehren

Diejenigen unter den Gartenfreunden, die bereits stolzer Besitzer eines Korallenbäumchens sind, können das Prachtstück problemlos vermehren. Zur Wahl stehen zwei unterschiedliche Vorgehensweisen:

Stecklinge
Korallenstrauch Solanum pseudocapsicum Die bestmögliche Zeit, die 10 cm bis 15 cm langen Stecklinge von der Mutterpflanze zu schneiden, ist im Sommer, bevor die Blüten erscheinen. Die gewählten Triebe sollten kräftig sein und über mindestens zwei Augen verfügen. Am unteren Ende wird das Messer knapp unter einem Auge angesetzt und der Schnitt schräg ausgeführt. Die Triebspitze wird über einem Auge gerade abgeschnitten. Eventuell vorhandene Blätter in der unteren Hälfte werden entfernt und die restlichen halbiert. Anschließend stellt der Gartenfreund sie in ein Glas Wasser, wo sie innerhalb von 2 bis 3 Wochen bewurzeln. Alternativ kommen die Stecklinge gleich in einen 9-cm-Topf, der mit Anzuchterde gefüllt ist und über einen Ablaufschlitz für überschüssiges Wasser verfügt. Es ist sinnvoll, das Anzuchtgefäß mit einer Plastiktüte abzudecken, weil einerseits ein feucht-warmes Klima geschaffen wird und andererseits Insekten daran gehindert werden, in das Substrat ihre Eier abzulegen. An einem hellen, warmen Standort, der morgens und abends etwas Sonnenschein erhält, durchwurzeln die jungen Pflanzen den Topf innerhalb kurzer Zeit, wenn sie ausreichend feucht gehalten werden. Danach ist es an der Zeit, sie umzutopfen in ein größeres Gefäß und ab diesem Zeitpunkt wie ein erwachsenes Korallenbäumchen zu pflegen.

Aussaat
Die Samen werden einer reifen Beere entnommen und gründlich vom Fruchtfleisch gereinigt. Nachdem sie an einem luftigen Ort getrocknet sind, werden sie bis zum nächsten Frühjahr in einem dunklen Gefäß aufbewahrt. Anschließend erfolgt die Aussaat in einer mit Anzuchtsubstrat gefüllten Schale im Abstand von 1 cm. Da es sich um Dunkelkeimer handelt, werden die Samen leicht mit Erde bedeckt. Zur Abdeckung kommt noch eine Plastikfolie oder ein Deckel darüber. Platziert an einem hellen, warmen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung, setzt die Keimung innerhalb von 14 Tagen ein. Haben die Keimlinge eine Größe von etwa 10 cm erreicht, erhalten sie ihre erste Ration Flüssigdünger. Ab einer Höhe von 15 cm werden sie pikiert und erhalten ihren eigenen Blumentopf, der mit normalem Substrat gefüllt ist.

Beliebte Sorten

Dank der schmückenden Früchte, hat das Korallenbäumchen unter den Hobbygärtnern immer mehr Anhänger für sich begeistern können. Zu den schönsten Sorten zählen:

Solanum pseudocapsicum ‚Variegata‘

  • Wuchshöhe bis 60 cm
  • orange-rote Beeren
  • schöne panaschierte Blätter
  • blüht und trägt Früchte gleichzeitig

Solanum pseudocapsicum ‚New Patterson‘

  • Wuchshöhe 60 cm bis 80 cm
  • leuchtend orange-gelbe Früchte
  • weiße Blüten mit gelbem Auge

Solanum pseudocapsicum ‚Mandarin‘

  • sattgrüne, zierliche Blätter
  • Beeren erinnern an Mandarinen
  • Wuchshöhe 50 cm bis 60 cm
  • besonders starkwüchsig

Solanum pseudocapsicum ‚Goldball‘

  • große, goldgelbe Früchte
  • Wuchshöhe 60 cm bis 80 cm
  • zahlreiche tiefgrüne Blätter

Solanum pseudocapsicum ‚Thurino‘

  • Korallenstrauch mittlerer Größe
  • etwas kleinere Früchte als bei ‚Mandarin‘
  • auch als Zwerg-Strauch erhältlich

Solanum pseudocapsicum ‚Tucana‘

  • eine der imposantesten Sorten
  • dementsprechend etwas größeres Laub
  • gute geeignet für großvolumige Kübel
  • gelb-grüne Früchte verfärben sich in orange

Verwechslungsgefahr mit dem Karibischen Korallenstrauch

Ein aus den Tropen stammender Strauch wird ebenfalls als Korallenstrauch bezeichnet. Dabei handelt es sich jedoch um die Pflanzengattung Erythrina mit mehr als 50 Arten in den unterschiedlichsten Wuchsformen und Größen. Es bilden sich zwar auffällige Blüten, die an Tigerkrallen erinnern; von Früchten oder Beeren ist jedoch weit und breit nichts zu sehen. Beim Erwerb der Pflanze oder ihrer Samen ist es daher angeraten, einen Blick auf die botanische Bezeichnung zu werfen, um eine Verwechslung sicher auszuschließen.

Krankheiten und Schädlinge

Korallenstrauch Solanum pseudocapsicum Selbst bei noch so sorgfältiger Pflege, kann das Korallenbäumchen nicht gänzlich geschützt werden vor einem Befall durch Schädlinge oder Pilze:

Weiße Fliege
Die weiße Fliege ist mit 2 mm Länge winzig klein. Da sie im Gegensatz zu ihrer Verwandtschaft, den Schildläusen, über Flügel verfügt, breitet sie sich rasend schnell aus. Auf befallenen Blättern zeigen sich gelbe Sprenkel als Zeichen für das gnadenlose Aussaugen des Pflanzensaftes. Hilfreich ist, die Pflanzen an einem möglichst luftigen Standort zu platzieren und im Winter kühl, jedoch nicht unter 8° Celsius zu verwahren. Klebefallen tragen ebenfalls wirksam zur Bekämpfung bei. Einer ihrer natürlichen Feinde, die Schlupfwespe, ist im Fachhandel erhältlich und vernichtet die Schädlinge innerhalb kurzer Zeit.

Blattläuse
Es gibt kaum eine Pflanze, die sie verschonen. Daher hat sich eine umfangreiche Palette effektiver Bekämpfungsmethoden entwickelt, angefangen von dem Besprühen mit einer Schmierseifen-Lösung über den Einsatz von Florfliegenlarven und Marienkäfern bis hin zu Niemhaltigen Insektiziden. Erfahrene Gartenfreunde halten sich mithilfe der Pflanzenschutzmittel-Datenbank auf dem Laufenden, welche Mittel aktuell für den Einsatz im Hausgarten zugelassen sind.

Spinnmilben
Die Gefahr durch einen Befall von Spinnmilben ist insbesondere im Verlauf der Überwinterung hoch, wenn das Korallenbäumchen im beheizten Zimmer steht. Die Schädlinge selbst sind mit einer Größe von 0,5 mm bis 1 mm kaum mit bloßem Auge zu erkennen. Lediglich die weißen Gespinste, die zwischen den Blattachseln und an den Unterseiten des Laubs erscheinen, deuten auf eine Heimsuchung durch die saugenden Schädlinge hin. Als vorbeugende Maßnahme sollte die Korallenkirsche regelmäßig mit kalkfreiem Wasser besprüht werden. In der biologischen Bekämpfung der recht widerstandsfähigen Milben haben sich Raubmilben als erfolgreich erwiesen, die in Gartencentern und in Online Shops erhältlich sind. Sie vertilgen die Spinnmilben, ohne der Pflanze Schaden zuzufügen.

Das wachsende Umweltbewusstsein im privaten und im öffentlichen Bereich offenbart sich verstärkt im Einsatz biologischer Schädlingsbekämpfung. Das Ziel ist nicht die restlose Beseitigung der unerwünschten Insekten sondern die gezielte Kontrolle ihrer Vermehrung, um das Ökosystem im Gleichgewicht zu halten. Der Einsatz von natürlichen Fressfeinden und pflanzlichen Bekämpfungsmitteln ist ein wesentlicher Bestandteil der Prinzipien. Diese Vorgehensweise bringt jedoch mit sich, dass die Anwendung in der Regel mehrfach wiederholt werden muss, damit die gewünschte Wirkung eintritt.

Fazit
Selbst Gartenfreunde, die bereits eine Vielzahl faszinierender Pflanzen kennengelernt haben, geraten angesichts eines Korallenstrauches ins Schwärmen. Der tropische Kleinstrauch lässt geduldig den anderen Pflanzen des Sommers den Vortritt, um ihnen dann im Spätsommer die Schau zu stehlen. Zahlreiche weiße Blüten erscheinen gleichzeitig mit zuerst gelbgrünen und später leuchtend orangen oder roten Beeren. Bis dahin benötigt er nur wenig Aufmerksamkeit, solange ausreichend Licht, Wasser und Nährstoffe zur Verfügung stehen. Im Beet erfreut er den Hobbygärtner leider nur bis die Temperaturen fallen, denn Frost verträgt die Korallenkirsche überhaupt nicht. Daher wird die Pflanze vorzugsweise als Zimmer- oder Kübelpflanze kultiviert. Leider sind die dekorativen Beeren nur zum Anschauen und nicht zum Verzehr gedacht, weil sie giftig sind.