Teich

Damit das Gartenteich-System optimal funktioniert, ist eine entsprechende Wasserqualität erforderlich. Nur somit können Lebewesen im Teich langfristig überleben. Verschiedene Elemente tragen dazu bei, wozu vor allem die Karbonathärte in Verbindung mit dem pH-Wert von großer Bedeutung sind. Um was es sich hierbei genau handelt, wie der KH-Wert zu messen, senken und zu erhöhen ist, wird im Folgenden erklärt.

Definition

Bei der Karbonathärte handelt es sich um einen Wert, der die Konzentration gelöster Mineralien im Teichwasser beschreibt. Dazu zählen vor allem Calcium sowie Magnesium. Des Weiteren werden durch die KH-Werte die Pufferkapazitäten von Teichwasser ermittelt. Im Vordergrund steht dabei, inwieweit das Teichwasser pH-Wert-Schwankungen ausgleichen kann.

Der pH-Wert steht als Abkürzung für „potentia hydrogenii, was so viel wie „Wasserstoffstärke“ bedeutet. Dieser gibt Aufschluss darüber, ob sich in einem Gewässer ein saures, neutrales oder basisches/alkalisches Milieu befindet.

Dies bezieht sich grundsätzlich auf alle Gewässer, sodass es irrelevant ist, ob es sich um einen Schwimm-, Koi- oder reinen Pflanzenteich geht.

Karbonat-Funktion

Die Entstehung von Karbonat erfolgt durch die Bindung von freiem Kohlendioxid, Calcium und/oder Magnesium. Auf diese Weise wird eine Kohlendioxid-Quelle geschaffen, welche dann zum Einsatz kommt, wenn Mikroorganismen im Wasser nicht ausreichend CO2 für das Pflanzenwachstum bereitstellen. Liegt ein höherer Bedarf der Teichbewohner an Kohlendioxid vor, bedient sich das Teichsystem an dem Karbonat beziehungsweise der damit verbundenen CO2-Quelle. In der Folge senkt sich die Karbonathärte.

Optimaler KH-Wert

Ein idealer KH-Wert liegt dann vor, wenn sich dieser zwischen sechs und acht ºdH bewegt, wobei zehn als maximaler Wert noch in die Toleranzgrenze fällt. Unter „ºdH“ ist der Grad deutscher Härte zu verstehen, der als Messwert für die Karbonathärte dient.

GartenteichGrundsätzlich gilt: je höher die Werte innerhalb des optimalen Bereiches liegen, desto mehr Stabilität erhält der pH-Wert des Teichwassers. Liegt dieser zwischen 7.5 und 8.5, ist das ideal.

Gleichzeitig spielt zudem die Gesamthärte, kurz GH, eine entscheidende Rolle, welche sich auf die Menge gelöster Mineralien im Wasser bezieht. Gelangt diese in einen zu weichen Bereich, kommt es zunehmend zu Einschränkungen und schlimmstenfalls zu einem Stopp biologischer Prozesse im Gartenteich.
Aus dem Grund gibt der KH-Wert nur in Verbindung mit dem GH-Wert Informationen über die vorliegende Wasserqualität und sind dementsprechend stets zusammen zu messen.

Bedeutung verschiedener Karbonathärtewerte

Unter fünf ºdH

  • definitiv zu geringer Wert
  • kann zu schwerwiegenden Folgen für alle Teichbewohner nach sich ziehen
  • führt zu schwankende pH-Werten
  • im Wasser befindliches Nitrit sowie Ammonium erreichen toxisches Niveau
  • viele Algen bilden sich

Fünf ºdH

  • akzeptabler Wert
  • stabiler pH-Wert
  • Selbstreinigung funktioniert noch
  • regelmäßige Messungen in kürzeren Abständen ratsam, damit Wert nicht unbemerkt auf unter fünf ºdH sinkt
  • empfehlenswert: KH-Wert ein wenig höher setzen, damit die Grenze zwischen gutem und schlechten Wert erweitert wird

Zwischen sechs und zehn ºdH

  • optimale Werte, wobei zehn ebenso noch im akzeptablen Bereich liegt
  • natürliche Selbstreinigung von Teichen funktioniert am besten
  • pH-Wert ist stabil
  • ausgewogenes Gleichgewicht von CO2 und Mineralien sorgt für optimale Versorgung von Pflanzen und Unterwassertieren
  • ab zehn ºdH sollten regelmäßige Kontrollen aufgrund des Grenzwertes vorgenommen werden

Zwischen elf und 14 ºdH

  • Teich Karbonathärtelangsam kritischer KH-Wert
  • kleinere pH-Wert Schwankungen beeinträchtigen die Wasserqualität
  • in der Regel wird das Wasser langsam trüb
  • natürliche Selbstreinigungsfunktion nimmt deutlich sichtbar ab, je höher der Karbonathärtewert steigt

Höher als 14 ºdH

  • definitiv zu hoher Wert (kommt selten vor)
  • milchiges Wasser
  • kaum bis keine Sicht mehr von Fischen
  • Teichlebewesen leiden unter den zu hohen Wert
  • natürliches Selbstreinigungssystem funktioniert nicht mehr
  • kalkempfindliche Pflanzen können absterben
  • manche biologische Prozesse verlangsamen sich
  • Teichfilterpumpen und ähnliche technische Gerätschaften können Schaden erleiden

KH-Wert senken

Ist der Karbonathärte-Wert zu hoch, ist dieser auf verschiedene Weisen zu senken:

  • teilweiser oder vollständiger Wasserwechsel des Teichs mit Brunnenwasser oder Wasser aus der Regentonne
  • extra weiches Wasser täglich einlaufen lassen (eignet sich am bestem im Sommer, wenn viel Wasser verdunstet)
  • während der Regenzeit Teichwasser täglich etwas ablassen und von dem Regenwasser wieder auffüllen lassen
  • spezielle UVC-Lampe zum Senken des KH-Wertes nur bei vorhandener Filterpumpen – je höher die Wattzahl, desto schneller die Senkung, aber auch höhere Stromkosten
  • Umkehrosmoseanlage – sie entzieht dem Wasser bis zu 95 Prozent der Mineralien
  • Teich PumpeProdukte zur pH-Senkung, mit dem gleichzeitig die Karbonathärte zu senken ist (vorsichtig dosieren, damit der KH-Wert nicht zu tief sinkt
  • Torf – senkt ebenfalls den pH-Wert – weniger empfehlenswert aufgrund umweltbelastender Torf-Gewinnung aus Mooren

Tipp: Wird Teichwasser mit hoher Karbonathärte in den Garten abgelassen, sollte auf die Bepflanzung in der Umgebung geachtet werden. Viele Pflanzen vertragen kein hartes Wasser und könnten danach unter Umständen eingehen.

Karbonathärte-Wert erhöhen

Wenn der KH-Wert unter fünf ºdH liegt, was meist bei neu angelegten und/oder stagnierenden Teichen vorkommt, dann ist dieser bis in den optimalen Bereich zwischen sechs und zehn ºdH zu erhöhen, damit Fische und Pflanzen lebensfähig bleiben/werden.

KH-Werte können folgendermaßen erhöht werden:

  • Muschelgrit (eigentlich Zusatzfutter für Hühner) enthält viel Kalk und erhöht die Karbonathärte natürlich
  • Kalksteine weisen gleichen Effekt auf (sollten in fließendes Wasser gelegt werden, wie Filteranlage oder Wasserlauf)
  • Kreidekalk kann in ausreichender Dosis niedrige KH-Werte neutralisieren, aktiviert biochemische Prozesse, wirkt desinfizierend
  • kohlensäurefreier Magnesiumkalk besitzt eine gute Wirkung zum Erhöhen von KH-Werten
  • Spezielle Teichprodukte aus dem Fachhandel zur KH-Wert-Steigerung (beispielsweise KH Plus von SUI JIN)
  • kalkhaltiges Leitungswasser kann zum Wasserwechsel genutzt werden

Tipp: Es sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Erhöhung des KH-Wertes und damit der gleichzeitige Anstieg des pH-Wertes pro Tag nicht 1 ºdH überschritten wird, da ansonsten die Belastung für Tiere und Pflanzen zu hoch wäre und natürliche Prozesse durch den plötzlichen Situationswechsel gestört werden können.

Karbonathärte messen

pH-Wert senken Zum Messen des KH-Wertes bietet der Fachmarkt eine ganze Reihe an Test-Sets. Optimal ist ein Produkt, das neben der KH-Wert-Messung auch den pH- sowie GH-Wert ermitteln lässt. Praktisch sind sogenannte Schnelltest-Kits. Sie werden einfach in das Wasser gehalten. Im Anschluss bilden sich Farben auf den Teststreifen, über welche die einzelnen Werte abgelesen werden können.
Alternativ stehen Tröpfchentest zur Auswahl. Sie sind in der Regel teurer als Schnelltests, sind dafür aber deutlich genauer in der Messung.

Fazit
Die Karbonathärte ist enorm wichtig für alle Arten von Teichen – nicht nur für die Lebensfähigkeit von Pflanzen, Fischen und/oder anderen Teichbewohnern, sondern auch technische Geräte, wie Teichpumpen, können in Mitleidenschaft gezogen werden. Mit den hier beschriebenen Methoden sind zu niedrige Werte unkompliziert zu erhöhen und zu hohe Werte zu senken.