Kaffeestrauch

Nicht nur Kaffeeliebhaber erfreuen sich an einem eigenen Kaffeebaum im heimischen Garten. Doch als Bohnenlieferant zur Herstellung des beliebten Heißgetränks eignen sich von den insgesamt rund 60 Coffea-Arten ausschließlich Coffea arabica; dieser Kaffeestrauch entfaltet etwa drei oder vier Jahre nach erfolgreicher Kultivierung weiße, duftende Blüten. Anschließend bilden sich auch die typischen Kaffeebohnen aus, die zunächst grün, später rot und zum Schluss schwarz gefärbt sind. Als dekoratives Gewächs, das eine Höhe von zwei oder drei Metern erreichen kann, verschönert die Coffea arabica-Pflanze jede Grünanlage.

Standortwahl

Damit der Kaffeebaum optimal gedeihen kann, sollte der Standort sorgfältig ausgewählt werden. Während der Sommermonate eignen sich sehr helle Bereiche im Garten. Allerdings sollte die Pflanze keinesfalls permanent der prallen Mittagssonne ausgesetzt sein. Bei Temperaturen zwischen 20 und 25°C gedeiht die Pflanze besonders gut. Der gewählte Standort sollte ausreichend Luftbewegung zulassen, ohne dass der Kaffeebaum ständiger Zugluft ausgesetzt ist. Der Kaffeestrauch kann zwar auch im Sommer grundsätzlich im Haus kultiviert werden; allerdings hat es sich bewährt, das Gewächs während dieser Zeit im Freien zu belassen, da im Garten die Blütenbestäubung von den Insekten vorgenommen wird. Bei der Kultivierung im Haus ist es notwendig, die Bestäubung mithilfe eines Pinsels manuell vorzunehmen. Als Zimmergewächs bevorzugt die Coffea arabica-Pflanze ein Platz auf der Fensterbank. Dabei spielt die Ausrichtung des Fensters eine bedeutende Rolle; wird die Pflanze auf der Fensterbank eines Südfensters kultiviert, besteht die Gefahr der direkten Sonneneinstrahlung. Aus diesem Grund hat es sich bewährt, ein Fenster zu wählen, das entweder gegen Osten oder gegen Westen ausgerichtet ist. Alternativ fühlt sich der Kaffeestrauch auch in einem Gewächshaus wohl. Egal, welcher Standort gewählt wird – eine hohe Luftfeuchte ist stets von Vorteil, besonders in den Monaten zwischen März und September.

KaffeebaumNeben den idealen Standortverhältnissen trägt auch ein geeignetes Substrat zum Gedeihen der Pflanze bei. In diesem Zusammenhang sind ähnliche Eigenschaften zu berücksichtigen, die auch für Erden zur Kultivierung von Azaleen, Kamelien und Rhododendron dienen:

  • nahrhaft
  • humos
  • leicht sauer

Bei der Kultivierung des Kaffeestrauches spielt eine erhöhte Durchlässigkeit des verwendeten Substrats eine besondere Rolle; es ist sehr wichtig,, dass Gießwasser abfließen kann. Aus diesem Grund kann der herkömmlichen Gartenerde entweder Perlit oder KokoHum zugefügt werden. Alternativ lohnt sich ein Versuch mit Blumenerde auf Kompostbasis. Außerdem hat es sich bewährt, am Boden des Pflanzengefäßes eine Drainageschicht auszulegen. Zu diesem Zweck kann man die Coffea arabica-Pflanze auf Kiesel stellen, die in einem Untersetzer liegen. Auf diese Weise kommen die Wurzeln nicht permanent mit der Feuchtigkeit in Berührung.

Gießen, Düngen, Schneiden – Pflege des Kaffeestrauches

Die Bewässerung erfolgt mit Bedacht, damit der Kaffeestrauch einerseits mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt wird und andererseits nicht übernässt wird. Während der Sommermonate erfolgt die Bewässerung durchdringend, so dass sich der gesamte Wurzelbereich mit der Flüssigkeit vollsaugen kann. Anschließend wartet man einige Tage lang, bis der Ballen gut abgetrocknet ist, bevor eine erneute Wassergabe erfolgt. Um eine hohe Luftfeuchtigkeit zu erreichen, hat es sich bewährt, die Pflanze zusätzlich mit Wasser zu besprühen. Stehendes Wasser ist unbedingt zu vermeiden. Zur Bewässerung des Kaffeebaumes eignet sich vor allem kalkarmes Wasser, zum Beispiel Regenwasser.

Bohnen Coffea arabicaEine zusätzliche Versorgung mit Nährstoffen durch einen speziellen Dünger erfolgt ausschließlich während der Wachstumsphase und maximal bis Ende August. Die Pflanze wird einmal in der Woche gedüngt, wobei kalkarmen Düngemitteln den Vorzug zu geben ist. Besonders gut eigen sich Produkte, die in flüssiger Form angeboten werden.

Der Kaffeestrauch muss nicht zwangsläufig geschnitten werden. Wird die Pflanze jedoch zu groß, eignet sich ein gezielter Rückschnitt, der am besten im Frühjahr durchgeführt wird. Während dieser Maßnahme können zahlreiche Stecklinge gewonnen werden, die man zur Vermehrung nutzen kann. Daneben kann das Gewächs regelmäßig umgetopft werden. Der beste Zeitpunkt hierfür ist das zeitige Frühjahr vor dem ersten Austrieb. Dann setzt man den Kaffeebaum in größere Gefäße.

Überwinterung

Sobald die Nächte kälter werden, muss die Coffea arabica-Pflanze gezielt auf die Überwinterung vorbereitet werden. Keinesfalls darf das Gewächs während der kalten Jahreszeit im Freien verbleiben, denn der Kaffeestrauch ist nicht frostfest. Bezüglich der idealen Temperatur sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:

  • ideale Temperaturen: zwischen 15 und 22°C
  • bei niedrigeren Temperaturen rollen sich die Blätter ein
  • Bodenwärme: 16°C

Kaffeebaum im TopfWährend der Wintermonate sollte für den Kaffeestrauch ein heller Standort gesucht werden. Die Bewässerung erfolgt während dieser Zeit sehr zurückhaltend. Der Kaffeebaum wird gerade soviel gegossen, dass der Wurzelballen nicht austrocknet. Allerdings muss auch und besonders im Winter auf eine optimale Luftfeuchtigkeit geachtet werden; gerade, wenn die Pflanze in der Nähe einer Heizung steht, ist die Pflanze besonders gefährdet. Um die heiße und trockene Heizungsluft zu kompensieren, hat es sich bewährt, den Kaffeebaum zusätzlich mit Wasser zu besprühen. Wiederum ist darauf zu achten, dass es sich vorzugsweise um weiches Wasser handelt.

Vermehrung und Aussaat

Die Vermehrung der Kaffeesträucher kann sowohl über Samen als auch über Stecklinge erfolgen. Allerdings gestaltet sich die Aussaat häufig problematisch, da ausschließlich frische Samen zum Einsatz kommen können. Älteres Saatgut weisen hingegen Schwierigkeiten beim Keimen auf. Wurden die Samen länger als vier Wochen gelagert, sind sie überhaupt nicht mehr keimfähig. Bevor die Aussaat erfolgen kann, muss man die Silberhaut der Kaffeebohne entfernen. Anschließend wird das Saatgut in die Erde eingebracht; hierzu steckt man die Samen maximal einen Zentimeter tief in den Boden. Als Substrat eignen sich vor allem spezielle Anzuchterden oder Kokos-Substrate. Es sollte darauf geachtet werden, dass der Boden nährstoffarm ist. Nach dem Eingeben der Samen in die Erde wird das Saatgut mit lauwarmem Wasser gegossen. Auch in der Folgezeit sollte auf eine regelmäßige Bewässerung geachtet werden; allerdings darf das Substrat, das durchaus feucht sein soll, nicht beständig nass werden. Eine erneute Wassergabe darf erst erfolgen, wenn die Erde bereits etwas angetrocknet ist. Damit die Keimung erfolgreich verläuft, sollten ideale Umgebungsbedingungen geschaffen werden. Hierzu gehören vor allem viel Licht und viel Wärme. Es hat sich deshalb als sinnvoll erwiesen, ein Minigewächshaus zu verwenden, das im Idealfall beheizt ist.

KaffeepflanzeEs kann auch ausreichen, einen Plastikbeutel über die Saat zu stülpen. Jetzt sollten die Samen sorgfältig beobachtet werden; sobald Keimlinge hervortreten, ist der Standort heller und ohne direkte Sonneneinstrahlung zu wählen. Bei etwa 25°C Umgebungstemperatur ist die Keimung in der Regel innerhalb von vier Wochen abgeschlossen. Sobald die Keimlinge eine Höhe von etwa drei Zentimetern erreicht haben, kann die Abdeckung entfernt werden. Beim anschließenden Vereinzeln bleiben nur die kräftigsten Exemplare bestehen. Diese werden weiterhin mäßig gegossen und einmal im Monat mit Nährstoffen durch einen Flüssigdünger versorgt. Erst wenn die jungen Kaffeepflanzen eine Höhe von sieben bis zehn Zentimetern erreicht haben, erfolgt das Umsetzen in Komposterde. Anschließend kann man die Coffea arabica-Pflanze wie einen erwachsenen Kaffeebaum behandeln.

Bei der Vermehrung über Stecklinge werden stets die Triebspitzen verwendet, die jedoch nicht von einem Seitentrieb stammen sollten, damit eine möglichst gerade Wuchsform erreicht wird. An der Unterseite sollte der Trieb darüber hinaus leichte Verholzungen aufweisen. Zur Vorbereitung des Stecklings entfernt man alle Blätter bis auf solche, die sich frisch an der Triebspitze gebildet haben. Jetzt können die Stecklinge in Töpfe mit spezieller Anzuchterde gesteckt werden. Auch bei der Vermehrung über Stecklinge ist es notwendig, auf optimale Umgebungsbedingungen zu achten. Hierzu gehören vor allem eine hohe Luftfeuchtigkeit und ausreichend Wärme. Insgesamt sollte die Anzuchtschale an einem eher schattigen Standort verbracht werden.

Schädlinge und Krankheiten

Zu den klassischen Schädlingen des Kaffeebaumes gehören Schuldläuse, die anhand ihres charakteristischen Schadbildes leicht zu erkennen sind:

  • Schilde auf den Blättern (napfförmig oder deckelförmig)
  • krustenartige Beläge
  • klebrige Ausscheidungen von Honigtau

KaffeebaumUm die Pflanze vor einem Befall zu schützen, lohnt sich vorbeugend der Einsatz natürlicher Feinde, zum Beispiel Marienkäfer oder Schlupfwespen. Bei einem akuten Befall reinigt man die befallenen Pflanzenteile mit einer Zahnbürste, so dass die Schilde abfallen. Darüber hinaus haben sich spezielle Spritzungen bewährt, zum Beispiel auf Basis von Paraffinöl oder Rapsöl.

Auch vor Spinnmilben ist der Kaffeestrauch nicht gefeit. Ist die Pflanze von dem Schädling befallen, sind ab dem Frühjahr zahlreiche helle Pünktchen auf den Blättern zu erkennen – Saugmale, die sich wie Sprenkel über das gesamte Blatt verteilen. Durch die eindringende Luft wirken die Saugstellen silbrig, bevor sie später zu grauen Flecken verschmelzen. Im weiteren Verlauf des Befall rollen sich die Blätter ein und fallen schließlich ab. Bei der Bekämpfung von Spinnmilben kommen ebenfalls Insektizide auf Ölbasis zum Einsatz; als vorbeugende Maßnahme kann sich auch das gezielte Einbringen von natürlichen Feinden wie Laufkäfer, Raubmilben oder Raumwanzen lohnen.

Wenn die Fleckenminiermotte sich an dem Kaffeestrauch vergreift, sind meist fleckige Aufhellungen mit braunen Rändern auf einzelnen Pflanzenteilen zu sehen. Miniermotten hinterlassen außerdem schlangenlinienartige Miniergänge, an deren breiten Enden sich Raupen befinden. Betroffene Blätter müssen stets entfernt werden; notfalls helfen auch Insektizide.

Kaffeebaum Coffea arabicaUnter Gärtnern sid jedoch nicht die Schädlinge, sondern der Kaffeerost als häufig auftretende Erkrankung gefürchtet. Die von dem Rostpilz ausgelöste Krankheit verursacht insbesondere auf den Blättern junger Pflanzen typische hellgelbe Flecken, die an Rost erinnern. Die Blätter werden nekrotisch und sterben innerhalb kurzer Zeit ab. Unter den Kaffeebäumen finden sich das weitläufige Teppiche mit den abgeworfenen Blättern. Das Auftreten kann durch die Höhe der Stickstoffdüngung beeinflusst werden. Außerdem helfen Fungizide, die den Wirkstoff Triadimefon enthalten oder aus diversen Kupferverbindeungen bestehen. Abhilfe verschafft auch der Hyperparasit Verticillium hemileiae.

Nicht zuletzt können auch die Bedingungen bei der Kultivierung des Kaffeebaumes zur Entstehung von Krankheitssymptomen beitragen. Besonders Veränderungen an den Blättern können Aufschluss über falsche Pflege der Pflanze geben. Verfärben sich die Blätter beispielsweise gelb oder braun, können sowohl eine zu hohe Wasserzufuhr während der Ruhephase als auch ein zu dunkler Standort hierfür die Ursache sein. Weisen die Blätter während der Sommermonate Verfärbungen auf, kann darüber hinaus auch eine geringe Verdunstung ursächlich sein; außerdem spielen dann aber auch zusätzlich eine erhöhte Wasserzufuhr und Lichtmangel eine Rolle. Gegen zu dunkle Standorte können besonders im Winter spezielle Pflanzenbestrahler Abhilfe schaffen, zum Beispiel Punktstrahler oder Neonröhren.

Fazit

Kaffeebäume im eigenen Garten stellen für jeden Pflanzenfreund ein ganz besonderes Highlight dar. Damit die Kultivierung gelingt, sind jedoch einige Vorkenntnisse erforderlich; ist die Anzucht jedoch einmal geglückt, können sich passionierte Hobbygärtner noch lange an dem dekorativen Gewächs erfreuen, das durch seinen aromatischen Kaffeeduft für eine ganz besondere Atmosphäre im Garten sorgt.