Grabbepflanzung

Die Gräberkultur ist in Europa unterschiedlich und stellt den Ort dar, an dem der jeweilige Totenkult betrieben wird. Gräber liegen zwar in Deutschland grundsätzlich auf einem Friedhof, können jedoch in unterschiedlichen Varianten gestaltet werden:

  • die Gruft als unterirdischer Raum für die Aufbewahrung der Verstorbenen
  • Gräber als Einzelgrab, Doppelgrab oder Familiengrab für mehrere Personen
  • Urnengrab
  • Anonyme Grabstätten

Nach diesen Gestaltungsformen richtet sich auch das Aussehen des Grabes. Noch bis vor einigen Jahren war die Erdbestattung, also die Bestattung des Toten im Sarg in einem Erdgrab die überwiegende Form der Beerdigung. Mittlerweile entscheiden sich jedoch immer mehr Menschen dafür, in einem Urnengrab beigesetzt zu werden. Dementsprechend ändert sich auch die Grabgestaltung.

Die Grabgestaltung bei der Erdbestattung

Für die meisten Menschen ist die Grabpflege auch ein Akt der Trauerbewältigung. Ein schön gestaltetes Grab ist nicht nur eine Anerkennung an den Verstorbenen, sondern auch ein Ort der Ruhe und Spiritualität. Wenn die Erdbestattung ausgewählt wurde, um den Verstorbenen beizusetzen, wird entweder ein Einzel- oder ein Doppelgrab ausgewählt. Unabhängig davon muss man sich ein paar Wochen nach der Beerdigung um die Grabgestaltung kümmern. Das gestaltet sich bei einem frischen Grab etwas schwierig. Hier müssen Sie auch die Grabeinfassung und den Grabstein oder das Grabkreuz aussuchen. Manchmal fehlen einfach die Ideen, um sich eine Vorstellung vom späteren Aussehen der Grabstätte machen zu können.

GrabgestaltungImmer mehr Menschen möchten das Grab des Angehörigen möglichst pflegeleicht gestalten. Vielleicht wohnen Sie zu weit entfernt, um sich regelmäßig um die Pflege der Pflanzen kümmern zu können, vielleicht sind sie auch vom Alter her nicht mehr dazu in der Lage. Wie kann man nun ein Grab so gestalten, dass es ansprechend aussieht und trotzdem nicht viel Pflegeaufwand erfordert?

Grabgestaltung mit Kies

Ein Grab mit Kieselsteinen zu gestalten, heißt nicht, keine Bepflanzung zu wählen. Es ist immer möglich, eine oder wenige immergrüne Pflanzen zu integrieren. Dies ist außerdem eine Alternative, wenn man sich nicht ganz auf die Gestaltung mit Steinen festlegen möchte oder es seitens der Friedhofsverwaltung nicht erlaubt ist. In manchen Regionen ist es nicht vorgesehen, dass Gräber nur mit Steinen gestaltet werden, ebenso wie es Vorschrift sein kann, entweder nur einen Grabstein oder nur ein Grabkreuz aufzustellen.

Kieselsteine für die Grabgestaltung sollten Sie entsprechend der Größe der Grabfläche aussuchen. Hierbei können nicht nur Unterschiede in der Größe eines Kiesels gemacht werden, sondern auch die Farbe. Leuchtend weiße Kieselsteine sind nicht jedermanns Geschmack und können auch bei den Mitmenschen für Unmut sorgen. Sie sehen unnatürlich aus und blenden bei Sonnenschein die Augen. Natürliche Kiesel in einer leicht grauen oder marmorbraunen Farbe können da viel natürlicher aussehen und lassen sich mit Bepflanzung oder ohne zu einem schönen Grab gestalten.

ZierkiesGrundsätzlich sollte man bedenken, dass auf einem Einzelgrab kleinere Kiesel besser aussehen. Erst auf einem Doppelgrab sind auch größere Steine sinnvoll. Steine sind im Gegensatz zu Hornspänen oder Mulch Material zwar auch ein lebendiger und natürlicher Stoff, werden aber nicht durch Vögel weggescharrt oder müssen beim Pflanzen von einzelnen Blumen mühsam zur Seite geräumt werden.

Grabgestaltung mit Steinen

Auch Steine können auf dem Grab ganz unterschiedlich eingesetzt werden. Manches Mal sieht man sie auch als Einfassung, was ein sehr schönes und naturnahes Bild ergibt. Sie können ebenso in verschiedenen Größen wie in unterschiedlichen Farben gekauft werden, wer es ganz individuell möchte, kann sie auch als Findlinge sammeln. Manchmal ist regional ein bestimmter Stein ganz typisch, wie es beispielsweise der Schieferstein sein kann. Der Gestaltungsvielfalt mit Steinen auf dem Grab sind nicht viele Grenzen gesetzt. Auch hier sollte man wie grundsätzlich immer auch ein bisschen die Vorliebe des Verstorbenen berücksichtigen. Wie hätte er gerne ein Grab gestaltet? Das kann manchmal weiterhelfen, wenn man selbst unschlüssig ist.

Tipp: Mit Steinen die Grabfläche flächig bedecken bietet Raum für kunstvolle Gestaltung.

Je seltener Angehörige auf einen Friedhof gehen können, um dort die Grabpflege vorzunehmen, desto eher möchten sie ein „pflegeleichtes“ Grab. Das muss nicht in einer Steinplatte enden, die jeglicher Pflege entbehrt. Auch mit Steinen kann man individuell sein und entgegen dem üblichen Trend ein ganz persönliches Grab darstellen. Es können Muster gelegt werden, die mit oder ohne zusätzliche Bepflanzung ein schönes Bild ergeben. Dazu kann es notwendig sein, Führungslinien zu schaffen, die die Steine an Ort und Stelle halten und das Muster nicht durcheinanderbringen. Solche Führungsschienen können aus Metall sein, aber auch aus Kunststoff. Eventuell bietet ein Gartencenter hier die gewünschten Artikel an.

Besonders bei Doppelgräbern bietet sich eine bildhafte Gestaltung an, auf einem Einzelgrab sollte das Muster nicht zu umfangreich ausfallen. Teilt man das Grab mit einer Linie in zwei Hälften oder drittelt es, können verschiedene Steingrößen und Steinfarben bereits eine schöne Wirkung erzielen.

Gestaltung mit Steinen und Pflanzen

Die Bepflanzung eines Grabes ist umso schwieriger zu handhaben, je kleiner das Grab ist, denn die sehr begrenzte Fläche lässt nur eine sehr durchdachte Bepflanzung zu. Weil viele Gräber möglichst pflegeleicht sein sollen – das heißt, man möchte nicht täglich zum Blumen gießen auf den Friedhof gehen – fällt die Bepflanzung entsprechend spärlich aus. Welche Pflanzen sind jetzt dazu geeignet, auf dem Grab für ein pflegeleichtes schönes Gesamtbild zu sorgen? Grundsätzlich werden sie in Pflanzen eingeteilt, die die Basis bilden und in solche, die saisonale dazu gepflanzt werden:

  • zwergmispelBoden bedeckende Pflanzen wie Efeu, Zwergmispel oder Moos
  • Blütenpflanzen, z. B. Stiefmütterchen, Chrysanthemen, Tagetes, Eisbegonien
  • Kleine Bäume und Sträucher wie Japanische Azalee, Zwergzypresse

Bei der Auswahl der Bepflanzung müssen Sie unbedingt auch den Standort des Grabes berücksichtigen. Liegt es sonnig oder schattig, unter einem Baum oder wird es ungehindert von allen Wetterlagen beeinflusst? Ferner muss berücksichtigt werden, wie groß die Pflanzen werden, damit sie nicht nach ein oder zwei Jahren die gesamte Grabstelle überwuchern.

Immer mehr Angehörige entscheiden sich auch aus diesen Gründen dafür, die Grabstelle mit Kies oder mit Steinen zu gestalten. Das ist nicht nur dauerhaft, sondern auch pflegeleicht und sorgt so immer für einen schönen Anblick. In diesem Fall beschränkt sich die Bepflanzung auf wenige Elemente, die in einer Schale oder in einer Aussparung zwischen den Steinen angeordnet werden können.

Idee: Steine können unerwünschten Unkrautwuchs reduzieren.

Unkraut wächst im Prinzip überall durch, das wissen Hausbesitzer auch sehr gut. Gräser können zwischen Steinen hindurchdrücken, deshalb sollte man die Oberfläche des Grabes mit einer speziellen Kunststofffolie auslegen. Aber das verhindert nicht zu 100%, das sich Unkraut wieder hindurchdrückt, es wird aber auf jeden Fall zum größten Teil verhindert. Nutzt man Folie als Unterlage, muss man sich überlegen, ob und wo man eine Pflanze einsetzen soll. Dafür muss man dann eine Öffnung in die Folie schneiden, damit die Pflanze dort später hinein kann.

Den meisten Angehörigen reicht es aus, wenn durch die Steine der größte Teil von unerwünschtem Bewuchs verhindert wird. Die Erde sollte vorher gut durchgeharkt werden, auch um eventuell noch vorhandene Reste von alten Pflanzen zu entfernen.

Schwarze Erde und Steine

GrabgestaltungEine weitere Möglichkeit der Grabgestaltung mit Steinen ist die Verwendung von Grab Erde oder schwarzer Erde, die in Kombination mit Steinen sehr schön zur Geltung kommt. Stellt man sich die Fläche des Grabes vor, kann am Rande eine Bepflanzung mit Polsternelken, mit kleinen Buchsbaumpflanzen o. ä. vorgenommen werden. Die Freifläche in der Mitte könnte man mit Steinen auslegen. Man könnten Pflanzen in die Mitte setzen und den Rest mit Steinen aufgefüllen oder es bleibt neben den Pflanzen ein Rand aus Steinen und der schwarzen Erde als Kontrast.

Auf Gräbern sind neben Grablaternen auch Blumenvasen zu finden. Der Platz dafür sollte bei den Überlegungen zur Gestaltung mit einbezogen werden. Soll die Grablaterne am vorderen Rand aufgestellt werden oder lieber in der Mitte? Auch die Vase kann man hier oder dort aufstellen. Wenn man mit Steinen arbeitet, muss man es sich nur gut überlegen, da später Änderungen nur Arbeitsaufwand bedeuten.

Ein kleiner Garten auf dem Grab

Viele Angehörige wählen einen ganz natürlichen und persönlichen Stil für die Grabgestaltung. Wie wäre es mit einer Einfassung aus gesammelten Steinen in entsprechender Größe? Wenn sie hübsch nebeneinander gelegt werden, ergeben sie ein schönes und natürliches Bild.

Tipp: Die Steine sollten zur Farbe des Grabsteins passen.

Bärenfellgras, Polsternelken oder Bodendecker können zusammen mit Steinen ein schönes Bild darstellen. Je mehr Steine man verwendet, desto weniger Erde wird letztlich zu sehen sein, denn auch diese Pflanzen werden größer und nehmen Raum ein. Man sollte auch bei immergrünen Pflanzen darauf achteen, ob das Grab in der Sonne liegt oder im Schatten. Vielleicht war der Verstorbene ein Rosenliebhaber? Dann würde auch eine Bodendecker Rose passend erscheinen. Auch wenn die Verstorbenen die Bepflanzung nicht erleben können, die Gewissheit, ein Grab nach ihren Vorlieben zu schaffen, hilft vor allem bei der Bewältigung der Trauer.

Fazit
Bei der Gestaltung des Grabes muss man oft auf viele Faktoren Rücksicht nehmen. Zunächst sollte Gewissheit bestehen, dass die Gestaltung mit Steinen auf dem Friedhof erlaubt ist, was ja nicht überall der Fall ist. Ferner ist es wichtig, zu überlegen, ob man Steine mit oder ohne zusätzliche Bepflanzung aufbringen möchte. Das ist nicht nur entscheidend für die Menge an Steinen. Immergrüne Bepflanzungen sind pflegeleicht, lassen aber noch ein bisschen Natürlichkeit auf dem Grab übrig. Ausschließlich Steine zu verwenden kann hingegen sehr schnell steril wirken. Folie unter den Steinen verhindert Unkrautbewuchs, kann ihn aber nicht ganz vermeiden.