Gartenpflege Düngen und Bodenpflege

Gemüsebeet düngen: 6 biologische Dünger für Gemüsegärten

Gemüsebeet düngen

Gerade wer im eigenen Garten Gemüse anbaut, möchte beim Düngen auf Chemie verzichten und nutzt daher vermehrt biologische Dünger. So kann das eigene Biogemüse gezogen werden. Die richtige Düngung hat hier aber auch einen hohen Stellenwert, denn nur dann wachsen die Pflanzen kräftig und garantieren eine reiche Ernte. Doch mit biologischen Düngern, von denen es eine große Anzahl gibt, ist es gar nicht so schwer, das Gemüsebeet gut zu versorgen.

Was ist biologischer Dünger

Biologische Düngemittel sind sowohl einfach selbst herzustellen oder fertig bereits im Fachhandel erhältlich. Hierzu gehören alle Düngemittel, die aus einer natürlichen Basis hergestellt wurden und keinerlei Chemie beinhalten. Wenn die Erde im Garten regelmäßig im Frühling und Herbst gut mit biologischem Dünger vorbereitet wird, dann muss über den Sommer in der Regel gar nicht gedüngt werden. Die biologische Düngung ist vor allen wegen der folgenden positiven Eigenschaften so beliebt:

  • Hornspäneversorgen Pilze und Bakterien in der Erde
  • durch diese werden die wertvollen Nährstoffe freigesetzt
  • können so an die Pflanzen abgegeben werden
  • eine gute Erde riecht angenehm erdig
  • es tummeln sich viele Würmer und andere Lebewesen
  • hierdurch entsteht eine lockere Struktur

So sind die im folgenden Artikel aufgeführten biologischen Düngungen in allen Gemüsegärten für eine reichhaltige Ernte und ein gesundes Bio-Gemüse besonders gut geeignet.

Fertiger biologischer Dünger

Im Fachhandel werden viele biologische Düngungsmittel angeboten. Der Vorteil hierbei ist, dass dieser nicht selbst hergestellt werden muss. Zudem sind diese Spezial- oder Universaldünger ideal auf den Bedarf an Nährstoffen der verschiedenen Gemüse abgestimmt. Die Besonderheit bei diesen fertigen biologischen Düngern aus dem Handel ist, dass es sogar vegetarische Düngemittel gibt, die nur aus pflanzlichen Rohstoffen zusammengemischt wurden. Zu den fertigen biologischen Düngern gehören:

  • NPK Düngungsmittel
    • werden flüssig oder fest angeboten
    • oftmals auch aus Schlachtabfällen hergestellt
  • Guano-Dünger
    • aus Vogelmist hergestellt
Hinweis: Gerade wenn Sie tierische Düngemittel im Gemüsebeet verteilen sollten Sie bedenken, dass sich hierin Hormonfutter- oder Antibiotikaspuren und Rückstände befinden könnten. Doch gerade diese haben in Bio-Gemüsegärten nichts zu suchen.

Gründüngung

Buschbohne
Buschbohne

Düngen Sie ein Gemüsebeet nicht während der Kultivierung der Gemüsepflanzen, sondern erst nach dem Ernten. Ist ein Beet durch das Abernten leer geworden, werden verschiedene Pflanzen gepflanzt, die dafür sorgen, dass der Boden sich erholt und für die nächste Gemüsepflanzung gut vorbereitet wird. Eine biologische Gründüngung sorgt dafür, dass der Boden gut durchgelüftet und locker wird. Weiterhin wird die Erde mit Humus angereichert. Zu den idealen Pflanzen für die Gründüngung gehören solche, die tief wurzeln und somit die Erde verbessern. Hierzu gehören die folgenden:

Tipp: Der Vorteil der Gründüngung ist, dass Sie die Pflanzen, die hierfür in Gemüsegärten zur Aufwertung der Böden eingepflanzt werden, ebenfalls teilweise ernten und verwerten können. Das Gemüsebeet liegt daher über den Zeitraum der Gründüngung nicht brach sondern wird anderweitig genutzt und gleichzeitig gepflegt.

Hornmehl oder -späne

HornspäneEine besonders gute biologische Düngung gelingt mit Hornmehl oder -spänen. Dieser tierische Schlachtabfall von den Hufen der Schlachttiere eignet sich sowohl als einzelne Düngung wie auch in Verbindung mit Kompost oder Mulch. Hornmehl ist hierbei feiner gemahlen und kann schneller in der Erde zersetzt und somit auch schneller über die Wurzeln der Pflanzen aufgenommen werden, als die gröberen Hornspäne, die eher als Langzeitdünger zu sehen sind. Mit Hornmehl oder -spänen gelingt das ideale Düngen wie folgt:

  • unter Kompost mischen
  • verbessert so den Kompostdünger
  • direkt unter die Erde heben
  • zusammen mit Kompost unter die Erde heben
  • gemeinsam mit Mulch rund um die Pflanzen aufstreuen

Jauche

Jauchen können aus vielen Pflanzen hergestellt werden und sind ideal für das zweiwöchige Düngen und werden immer mit dem Gießwasser gegeben. Je nach Jauche werden die ausgesuchten Pflanzen mit Wasser angesetzt und mehrere Tage stehen gelassen oder aber erst kurz aufgekocht und dann für die Gärung stehen gelassen. Beide Verfahren bieten ein rein biologisches Düngungsmittel, das die Gemüsepflanzen auch gegen Schädlinge und Krankheiten stärken kann. Zu den idealen Pflanzen zur Herstellung einer Jauche gehören die folgenden:

Brennnesseljauche Rhabarber düngen
Brennnesseljauche
  • Brennnesseln
  • Schachtelhalm
  • Beinwell
  • Rainfarn
  • Schafgarbe
  • Löwenzahn

Wurde eine Jauche hergestellt, muss diese abgeseiht werden, damit sich keine pflanzlichen Reste mehr darin befinden. Danach wird die Jauche in verschließbaren Flaschen bis zum Herbst gelagert. Erst im nächsten Jahr muss der Dünger neu hergestellt werden. Jauche kann oftmals auch gegen Schädlinge auf den Pflanzen selbst angewandt werden, indem die betroffenen Gemüsepflanzen damit besprüht werden.

Idee: In Gemüsegärten bietet es sich an, wenn Sie zusätzlich zum Gemüsebeet auch ein Beet mit Pflanzen für die verschiedenen Jauchen anlegen. So ist immer Vorrat an geeigneten Pflanzen vorhanden und diese müssen Sie nicht erst umständlich in der freien Natur suchen.

Kompost

Bei Kompost handelt es sich wohl um den bekanntesten Dünger. Gerade, wer einen Garten besitzt, hat in der Regel auch in einer der Ecken einen Kompost angelegt. Hierin können alle Gartenabfälle, gehäckselte Zweige und Äste vom Herbstschnitt sowie auch Küchenabfälle und Kaffeesatz entsorgt werden. Je größer die Mischung ist, desto ausgewogener ist der fertige Kompost. Doch nicht nur zum biologischen Düngen ist Kompost in einem Gemüsebeet hervorragend geeignet, sondern auch zur Bodenpflege und als guter Lieferant für Humus. Mit Kompost gelingt das Düngen wie folgt beschrieben:

  • Kompostvor dem ersten Bepflanzen
  • Beet mit Kompost vorbereiten
  • bereits zwei bis drei Monate vor dem Bepflanzen
  • Nährstoffe zersetzen sich besser im Boden
  • können bei Pflanzung sofort über Wurzeln aufgenommen werden
  • in Folge Kompost leicht einarbeiten
  • idealerweise in jedem Frühjahr
  • bei manchen Gemüsesorten auch im Sommer
Hinweis: Ist der Humusgehalt im Boden besonders hoch, dann wird dadurch auch die Nährstoff- und Wasserhaltefähigkeit gesteigert. Dies wird durch den Kompost ebenfalls gefördert.

Tierischer Dünger

Wer in der Nähe von einem Bauern- oder Pferdehof wohnt, kann sich hier die tierischen Düngemittel einfach besorgen. Denn die Bauern sind froh, wenn sie einen Teil ihres verwerteten Mists abgeben können. Für Gemüsegärten kann der hier angesammelte Mist gerade starkzehrende Gemüsepflanzen gut versorgen. Hier ist unter den folgenden Düngern zu unterscheiden:

Rinder- oder Kuhmist

  • Organische Dünger, Kuhmistim Herbst ausbringen
  • dünne Schicht
  • nur oberflächlich leicht einharken
  • besonders gut für Starkzehrer

Pferdemist

  • ist ein sogenannte hitzige Düngung
  • wird auf Frühbeete aufgegeben
  • heizt diese an

Schweinemist

  • sollte vor der Anwendung kompostiert werden
  • wenig Kalkgehalt
  • viel Kali

Ziegen-, Schaf- oder Kaninchenmist

  • ebenfalls ein hitziger Dünger
  • ebenfalls für die Vorbereitung eines frühen Beetes
  • sollte vorab kompostiert werden

Geflügeldünger

  • immer vor dem Düngen mit Erde mischen
  • erst danach unterheben
  • besitzt einen hohen Kaligehalt
  • bis zu 12 % Phosphor
  • besonders für das schnelle Wachstum geeignet
Tipp: Wenn Sie selbst in Ihrem Garten einige Hühner oder auch Kaninchen halten, dann können Sie den Mist aufsammeln und damit Ihr Gemüsebeet auf biologische Art düngen und versorgen.