Bergilex, Buchsilex, Ilex crenata - Pflanzen und Pflege

1 hinweis neuDer Berg- oder Buchsilex ist in einheimischen Gärten immer öfter anzutreffen. Er nimmt zunehmend den Platz vom empfindlicheren Buchsbaum ein. Dieser hat mit Buchsbaumwelke und Buchsbaumzünzler zu kämpfen und wird in einigen Gegenden gar nicht mehr angeboten. Ilex crenata



ist eine ähnlich aussehende und pflegeleichte Alternative. Die Pflanzen sind ebenso vielseitig und können ähnlich gut geschnitten und in Form gebracht werden. Selbst als Bonsai machen sie sich gut. Was über die Pflege und die Pflanzen zu wissen gibt, lesen Sie im folgenden Text.

Kurzer Steckbrief des Bergilex
  • wird auch Japanstechpalme genannt, da sie von den japanischen Inseln stammt
  • Crenata bedeutet gekerbt, was darauf hindeutet, dass die Blätterränder gekerbt sind
  • Kleinblättrige Ilexart - immergrün
  • Familie der Stechpalmengewächse
  • Über 30 Sorten
  • Kann ungeschnitten 3 m hoch werden
  • Unterschiedliche Wuchshöhen und -breiten, je nach Sorte
  • Wächst sehr langsam
  • Wuchs anfangs straff aufrecht, später dann ausladend
  • Es gibt männliche und weibliche Pflanzen
  • Blüte eher unauffällig, cremefarben im Juni
  • Schwarze Beeren
  • Vorsicht, die Beeren sind giftig!!!
Sorten
  • Ilex crenata ’Golden Gem’ – etwas kleinere gelbliche Blätter, die aber mit der Zeit etwas vergrünen, wird nur 80 cm hoch, wächst breit, passt gut in niedrige Rhododendronpflanzungen
  • Ilex crenata ’Green Lustre’ – Zwergform, sehr dichte, kugelig wachsende Sorte, stark fruchtend, gut für Flächenpflanzungen und für Formschnittgehölze (Kugel)
  • Ilex crenata ‘Fastigiata’ – Säulen-Ilex, straff aufrechter, kompakter Wuchs, kräftiges, dunkelgrünes Laub, hellgrüner Austrieb, wächst sehr langsam, gut für Gruppen- und Einzelpflanzung
  • Ilex crenata ‘Dark Green’ – ideal für Hecken und Kugeln, recht starker Zuwachs, mag es halbschattig, sehr winterhart, gut schnittverträglich
  • Ilex crenata ’Dark Star’ – dunkelgrünes, glänzendes Laub, wächst aufrecht, winterhart, schnittverträglich, gut für Hecken oder als Formschnittgehölz, keine Früchte, gut für Kinder
  • Ilex crenata ’Blondie’ – gelber Blattaustrieb im Frühling, Blätter vergrünen, gut für Heckenpflanzung oder in Einzelstellung
  • Ilex crenata ’Convexa’ – Berg-Ilex – Blatt ähnlich wie beim Buchsbaum, dunkelgrün, schwach glänzend, gut für schattige Plätze geeignet, kann 3 bis 4 m hoch werden, wächst breit trichterförmig, gut schnittverträglich, starker Schnitt fördert die Verzweigung
  • Ilex crenata ’Ellipta convex’ – kompakter Aufbau, ideales Formschnittgehölz, schmale Blätter, eher länglich, Blattrand leicht gesägt, gut für höhere Formen wie Kegel
  • Ilex crenata ’Hetzii’ – Strauchiger Ilex, breiter Wuchs, kann bis 2 m hoch werden, wächst sehr langsam, nicht ganz frosthart
  • Ilex crenata ’Rotundifolia’ – Löffel-Ilex, dichter, breiter Wuchs, für Halbschatten und Schatten
  • Ilex crenata ’Stokes’ – Polster-Ilex, Blätter wie beim Buchs, kissenförmiger Wuchs, kann bis 1 m hoch werden, langsam wachsend, ideal für den Steingarten, halbschattig und schattig
Pflege

Ilex crenata profitiert von den Problemen, die Buchsbäume vielerorts haben, denn diese Gehölze werden gern als Buchsersatz genutzt. Kein Buchsbaumsterben und kein Zünzler bedrohen die Gewächse. Außerdem sind zahlreiche neue Sorten auf den Markt gekommen. Sie eignen sich prima für Hecken, Flächenbepflanzungen, Einfassungen und Formschnittgehölze. Super sind sie auch als Gartenbonsai, durch den speziellen Schnitt kommt die charakteristische Form eines Bonsais gut zur Geltung. In der Pflege sind die Gehölze nicht sonderlich anspruchsvoll. Sie mögen, je nach Sorte, einen sonnigen bis schattigen Standort, wobei meist knallige Sonne und tiefer Schatten nicht so günstig sind. Das Pflanzsubstrat sollte durchlässig, humos und etwas nährstoffhaltig sein. Kalkhaltige Substrate sind ungünstig, besser ist ein etwas saurer bis neutraler Boden. Gepflanzt wird am besten im Frühjahr, damit der Ilex bis zum Herbst richtig anwachsen kann. Nur so kann das Gehölz den Winter überstehen. Der Buchsilex benötigt ausreichend Wasser, im Sommer nicht so viel wie im Herbst, aber trocken stehen sollte eine Ausnahe bleiben.

Gedüngt werden muss nur bei sehr nährstoffarmen Böden. Schneiden ist nicht zwingend erforderlich, aber die meisten der Pflanzen werden geschnitten und vertragen das auch gut. Ins alte Holz sollte man aber besser nicht schneiden, da die Pflanzen von dort nur schwer wieder austreiben. Bei der Überwinterung ist vor allem bei Kübelpflanzen darauf zu achten, dass die Gefäße nicht durchfrieren. Die Vermehrung erfolgt durch Stecklinge, wobei auch Aussaat möglich ist. Krankheiten und Schädlinge sind eher selten.

Standort

Beim Standort kommt es auf die Sorte des Ilex crenata an. Es gibt solche, die Sonne mögen, die meisten bevorzugen aber einen halbschattigen Platz. Auch für Schatten gibt es geeignete Exemplare, wobei reiner Schatten bei den meisten nicht ganz so günstig ist.
  • Halbschattig bis schattig
  • manche Sorten vertragen auch Sonne recht gut
  • Im Vollschatten ist der Wuchs eher locker
  • Windgeschützt, sonst kann das Gehölz verkahlen
Pflanzsubstrat

Das Pflanzsubstrat sollte durchlässig, humos und etwas nährstoffhaltig sein. Kalk wird nicht vertragen, besser ist ein etwas saurer Boden. Zu schwere Böden sollten aufgelockert werden, zu sandigen gibt man Humus zu, am besten Rindenhumus.
  • Saure bis neutrale Böden
  • Kein Kalk
  • Humos und nährstoffhaltig
  • Schwere und stark verdichtete Böden mit and auflockern
  • Außerdem etwas Torf oder Rindenhumus untermischen
Pflanzen

Gepflanzt wird am besten im Frühjahr, damit der Ilex bis zum Winter richtig anwachsen kann. Das ist wichtig, damit die Fröste unbeschadet überstanden werden können. Bei Herbstpflanzung ist das nicht immer gegeben und es können Schäden auftreten. Wichtig ist, den Boden zu mulchen, damit er nicht so schnell austrocknet.
  • Mulchen, denn die Wurzeln wachsen sehr oberflächennah
  • Beim Pflanzen unbedingt Torf untermischen
  • Für kleine Hecken reichen 8 Pflanzen pro laufendem Meter (klein, im 10 cm Topf)
  • Wurzelballen vor dem Pflanzen gut wässern
  • Pflanzloch sollte doppelt so tief und breit sein, wie der vorhandene Wurzelballen
  • Aushub mit organischem Dünger vermischen
  • Bei in Jute

    ballierten Pflanzen kann das Ballentuch mit ins Pflanzloch, da es verrottet. Es muss nur aufgeknotet werden.
  • Nach dem Einpflanzen den Wurzelrandbereich leicht antreten.
  • Gut angießen und auch in den nächsten Wochen reichlich gießen!
  • Keine Staunässe
  • Boden mulchen
Tipp - Grundsätzlich nicht tiefer pflanzen, als bis zur Wurzelballenobergrenze. Außerdem ist es günstig, direkt nach dem Pflanzen zurückzuschneiden, etwa um ein Drittel. Das erleichtert den Gehölzen das Anwachsen.

Gießen und Düngen

Ilex crenata hat einen recht hohen Wasserbedarf. Der Boden sollte immer etwas feucht sein. Staunässe wird hingegen gar nicht vertragen. Düngen ist nicht zwingend erforderlich. Bei nährstoffarmen Böden kann allerdings nachgeholfen werden. Düngen von Frühjahr bis Ende Juli.
  • Besonders im Herbst wässern
  • Im Sommer eher trocken halten
  • Auch im Winter wird bei Trockenheit Wasser benötigt. Nur an frostfreien Tagen gießen. Vor allem Kübelpflanzen nicht vergessen!
  • Nie direkt auf die Blüten gießen, da die danach gern abfallen
  • Zum Gießen ist Regenwasser am besten geeignet. Alternativ geht abgestandenes Leitungswasser.
  • Düngen kann man, es ist aber nicht zwingend notwendig.
  • Wenn düngen, dann von Frühjahr bis Ende Juli in halber Konzentration
  • Danach nicht mehr düngen, damit die Triebe ausreifen können.
  • Organischer Dünger ist am besten geeignet.
  • Bei heißer Witterung nicht düngen!
Schneiden

Dieser Ilex muss nicht geschnitten werden, wird es aber meistens. Gerade, wenn die Pflanzen zu einer niedrigen Hecke (Beeteinfassung) gepflanzt wurden, müssen sie geschnitten werden. Ist ein Formschnittgehölz geplant, muss auch ein Schnitt durchgeführt werden. Die Häufigkeit der Maßnahmen richtet sich nach dem Wachstum. Einige Sorten kommen mit einem Schnitt aus, andere müssen während des gesamten Wachstums gekürzt werden.

Tipp - Da der Ilex aus dem alten Holz nur schwer wieder austreibt, sollten starke Schnittmaßnahmen bis dahin eher unterlassen werden. Besser von Anfang an regelmäßig nur leicht schneiden, als einen Radikalschnitt durchzuführen. Den kann das Gehölz übel nehmen.

Schnittzeitpunkt
  • Im zeitigen Frühjahr, vor dem Austrieb – ideal für Hecken, weil das Gehölz dann gleichmäßig austreibt
  • Bei Schnitt im Frühjahr zweiter Schnitt im August, spätestens bis Ende September
  • Danach nicht mehr schneiden, damit die Neutriebe vor Winterbeginn noch aushärten können
  • Nie bei Sonnenschein schneiden – Verbrennungsgefahr
  • Schneiden mit einer herkömmlichen Heckenschere
  • Nicht zu tief ins alte Holz schneiden, es dauert lange, bis diese Stellen wieder zuwachsen
  • Besser regelmäßig schneiden, dafür dann wenig. Aus den oberen Triebspitzen ist der Austrieb deutlich stärker
  • Beim Formschnitt die Schere gleichmäßig auf die zu schneidende Fläche auflegen
  • Ideal sind vorgeformte Drahtgestelle, an deren Rändern entlanggeschnitten wird
Tipp - Bei elektrischen oder motorisierten Heckenscheren kann es zu Quetschungen der Blätter kommen. Diese werden gelb und braun, was unschön aussieht.

Überwintern

Zwar ist Ilex crenata winterhart, aber gerade Pflanzen in Gefäßen müssen vor dem Durchfrieren der Erde geschützt werden. Auch vertragen die Gehölze kalten Wind nur sehr schlecht, weshalb sie windgeschützt stehen sollten. Ausgepflanzte Exemplare werden mit den Jahren immer härter im Nehmen. Anfangs sind sie noch recht empfindlich und bei zweistelligen Minusgraden freuen auch sie sich über etwas Schutz. Sind die ersten Winter sehr streng, ist mit Schäden zu rechnen.
  • Frosthart, sollte aber nicht zu zugig stehen, vor allem, wenn er als Kübelpflanze genutzt wird
  • Kübel vor dem Durchfrieren schützen
  • Gießen im Winter ist wichtig, die Pflanzen sind immergrün und verdunsten auch im Winter Wasser.
  • Nur an frostfreien Tagen gießen!
  • Kübelpflanzen können natürlich auch frostfrei überwintert werden.
Vermehren

Die Vermehrung erfolgt in der Regel durch Stecklinge. Die Triebe dafür werden nach der Blüte geschnitten. Zwar dauert die Bewurzlung recht lange, aber die Pflanzen aus Stecklingen entwickeln sich besser, sind kräftiger, als bei der Aussaat.
  • Stecklingsvermehrung im Juli oder August
  • Empfehlenswert ist, ein Bewurzlungsmittel zu verwenden
  • Bewurzlung beginnt etwa nach 4 Wochen
  • Bewurzlungsquote etwa 50 Prozent
  • Samen muss vor der Aussaat etwa ein Jahr lang in einem sandigen Substrat gelagert werden
Krankheiten und Schädlinge

Der Ilex ist wesentlich wiederstandsfähiger als der Buchs. Auch wird er nicht von so vielen speziellen Krankheiten und Schädlingen bedroht. Allerdings gibt es auch für Ilex crenata Pilzkrankheiten und tierische Schädlinge.
  • Bodenpilze – treten in der Regel nur bei zu nassen Böden auf, was der Berg-Ilex nicht verträgt. Die Pilze besiedeln die empfindlichen Wurzeln. Zu erkennen ist der Befall an den schwarzen abgestorbenen Wurzelspitzen und einer weißen Ummantelung der Wurzel. Die Fäulnis ist meist nicht zu übersehen und man riecht sie auch.
  • Spinnmilben – bei warmer, trockener Witterung, können sich bei langanhaltender Wetterlage stark vermehren, saugen an der Blattunterseite, junge Blättchen bleiben deutlich kleiner, Blätter grünlich weiß gesprenkelt, durchscheinend, es kommt zu Blattabfall
  • Zu hohe pH- Werte führen zu Chlorosen.
Häufige Fragen

Kann Ilex crenata sofort nach einer durch den Buchsbaumpilz eingegangenen Hecke gepflanzt werden oder muss die Erde ausgetauscht werden?
Der Buchsbaumpilz ist nicht auf den Ilex übertragbar. Die Erde muss nicht ausgetauscht werden.

Gibt es Sorten, die keine der giftigen Beeren haben?
Ja, es gibt rein männliche Sorten. Dazu gehören Ilex crenata ’Dark Star’ und ’Schlossgarten’. Damit sind diese völlig ungefährlich für Gärten, in denen sich Kinder aufhalten. ’Dark Green’ ist männlich und hat erst gar keine Blüten und Früchte. ’Schlossgarten’ hat ungiftige Beeren.


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Tipps für Schnellleser
- Ilex crenata – gute Alternative zu Buchs
- Immergrüne, sehr schnittverträgliche Pflanze
- Beeren giftig, es gibt aber auch rein männliche Sorten ohne Beeren
- Unterschiedliche Sorten – siehe ausführlicher Text
- Standort – sonnig bis schattig – je nach Sorte
- Unbedingt windgeschützt
- Pflanzsubstrat – humos, durchlässig und etwas nährstoffreich
- Kalkfrei, leicht sauer, nicht zu schwer
- Pflanzen - am besten im Frühjahr
- Gießen – besonders im Herbst reichlich
- Im Sommer normal gießen, nicht austrocknen lassen
- Düngen – kein muss, wenn dann in halber Dosis
- Schneiden – gut verträglich
- 2 Zeiträume, 1. im zeitigen Frühjahr, 2. im August
- Besser regelmäßig wenig, als selten viel schneiden
- Überwintern – benötigt einige Jahre bis zur guten Winterhärte
- Gießen nicht vergessen
- Vermehren – Stecklinge oder Aussaat
- Krankheiten – Bodenpilze bei zu nassem Substrat
- Schädlinge – Spinnmilben
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