Gartenpflege Düngen und Bodenpflege

Gartenkalk ausbringen| Anleitung für Rasenkalk & Co.

Gartenkalk ausbringen

Kalk kann im Garten wie eine Frischzellenkur für den Boden wirken. Das gilt vor allem dann, wenn er von Hause aus etwas zu sauer ist. Er versorgt Pflanzen aber auch mit dem wichtigen Nährstoff Calcium und bewirkt, dass diese Nährstoffe ganz allgemein leichter aufnehmen können. Insbesondere der Rasen ist meist sehr dankbar dafür, wenn er einmal im Jahr gekalkt wird.

Gartenkalk

Bei Kalk handelt es sich grundsätzlich um eine chemische Verbindung. Gartenkalk ist jedoch nicht gleich Kalk. Vielmehr lässt sich eine ganze Reihe von Varianten unterscheiden, die allerdings nicht alle für den Garten geeignet sind. Folgende Kalkarten können Sie grundsätzlich verwenden:

  • Kalkduünger RaskenkalkCalciumcarbonat
  • Calciumoxid
  • Mischung aus Calciumcarbonat und Calciumoxid
  • Kalk plus

Die mit sehr großem Abstand am weitesten verbreitete Variante für den Garten ist Calciumcarbonat. Nicht umsonst wird er gerne auch Rasenkalk genannt. Bei Kalk plus handelt es sich im Prinzip auch um Calciumcarbonat. Der Verbindung wurden allerdings weitere Zusatzstoffe beigemischt, was ihn zu einem sehr effektiven und hochwertigen Dünger macht. Er kostet dafür allerdings auch bis zu zehn Mal mehr als herkömmliches Calciumcarbonat.

Hinweis: Calciumoxid eignet sich nur bedingt als Düngemittel für den Garten, da die Verbindung stark ätzend wirkt. Sollte ausschließlich Calciumoxid zur Verfügung stehen, muss es sehr sparsam und mit großer Vorsicht eingesetzt werden.

Wirkungsweise

Häufig bilden Böden ein zu saures Milieu aus. Für die meisten Pflanzen ist ein derartiger Boden dann nicht ideal, um wirklich wachsen und gedeihen zu können. Gartenkalk führt nun dazu, dass der pH-Wert des Bodens ansteigt. Daher ist es von großer Bedeutung, vor dem Kalken den pH-Wert zu ermitteln. Das ist mit einem Test-Set aus dem Fachhandel kein Problem und geht relativ schnell vonstatten. Als Faustregel gilt: Sollte der pH-Wert des Bodens unter 5,3 liegen, sollte Kalk zugesetzt werden. Das gilt insbesondere für den Rasen. Kalk versorgt Pflanzen aber auch mit Calcium, was wiederum deren Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten verstärkt. Schlussendlich bewirkt Kalk auch noch, dass sich Nährstoffe leichter aufnehmen lassen. Zudem erwärmt sich der Boden im Frühjahr schneller und Feuchtigkeit wird besser gespeichert.

Hinweis: Stehen Pflanzen wie etwa Besenheiden, Hortensien, Kamelien oder auch Rhododendren im Garten, sollte man auf das Kalken grundsätzlich verzichten. Diese Pflanzen benötigen nämlich explizit einen sauren Boden, ohne den sie eingehen würden.

Anleitung zum Kalken

Um einen Garten zu kalken empfiehlt sich vor allem Calciumcarbonat oder Kalk plus. Mit diesen beiden Varianten kann man eigentlich nichts falsch machen. Sie können das ganze Jahr über ausgebracht werden. Wir der Rasen im Garten vertikutiert, sollte die Kalkgabe direkt nach dem Vertikutieren erfolgen. Bei Regen oder einem angekündigten Regen darf man nicht kalken. Es ist daher ratsam, eine Trockenperiode zu nutzen. Dazu sollte man wissen, dass Gartenkalk bei Nässe verklumpt und dadurch nicht mehr optimal wirkt. So geht man beim Kalken vor:

  • Kalk sehr gleichmäßig auf der Fläche verstreuen
  • dafür entweder eine kleine Schaufel benutzen oder die Hand (Handschuhe tragen)
  • stets auf eine sehr feine Verteilung achten
  • nach Möglichkeit den Kalk mit einer Harke in den Boden einarbeiten
  • dabei sehr vorsichtig und zurückhaltend agieren

GartenkalkVon ganz besonderer Bedeutung ist beim Kalken die Dosierung. Diese richtet sich in erster Linie nach dem pH-Wert des Bodens. Eine genaue Überprüfung dieses Wertes ist deshalb vorab Pflicht. Folgende Dosierungen haben sich als sinnvoll erwiesen:

  • pH-Wert unter 5,3: 150 bis 200 g pro Quadratmeter
  • pH-Wert 5,3 bis 5,7: 120 bis 180 g pro Quadratmeter
  • pH-Wert unter 5,7: 300 bis 400 g pro Quadratmeter
  • pH-Wert unter 6,3: 400 g pro Quadratmeter

Idealerweise ermittelt man zunächst die Gesamtfläche des zu kalkenden Bodens. Anschließend wird passend zum pH-Wert die dafür nötige Kalkmenge abgewogen und dann ausgesprochen gleichmäßig über die gesamte Fläche verteilt. Die Menge muss dabei nicht für jeden einzelnen Quadratmeter genau stimmen. Gewisse Abweichungen sind kein Problem und lassen sich auch nicht vermeiden.

Sicherheitshinweise

So gut Gartenkalk dem Boden und letztlich auch den Pflanzen tun mag, ist er dennoch nicht ganz ungefährlich. Er wirkt mehr oder weniger stark ätzend. Beim Kalken sollten Sie deshalb immer Schutzhandschuhe tragen. Absolut empfehlenswert ist auch eine Schutzbrille, die die Augen vor feinem Kalkstaub schützt. Nach dem Kalken sollten vor allem kleine Kinder und Haustiere einige Zeit von den betroffenen Stellen ferngehalten werden. Die Gefahr ist spätestens dann vorüber, wenn vom Kalk selbst nichts mehr zu sehen ist. Wichtig ist darüber hinaus, zu bestimmten Pflanzen einen Sicherheitsabstand zu halten. Vor allem Koniferen und Moorbeetpflanzen reagieren zum Teil sehr empfindlich auf Kalk. Hier sollte auf jeden Fall ein Puffer von etwa zwei Metern eingeplant werden. Dieser Puffer darf unter keinen Umständen gekalkt werden. Dabei gilt es auch die Flussrichtung des Regenwassers zu berücksichtigen, da eventuell eine Kalklösung zu den Pflanzen gespült werden könnte.