Die besten Wasserpflanzen für Teich & Aquarium - Pflege-Tipps

WasserpflanzenGartenteich-Wasserpflanzen gedeihen zumeist genauso im Kaltwasser-Aquarium, sodass sie während der kalten Jahreszeit im Haus bestaunt werden können, statt unter einer öden Eisdecke zu verharren. Exotische Teichpflanzen bevorzugen demgegenüber das Leben im Warmwasser-Aquarium, weil ihnen die hiesigen Frosttemperaturen so gar nicht behagen. Folglich nutzen findige Hobbygärtner ein Aquarium als vorteilhafte Ergänzung zum Teich des Gartens. Da zweifellos beide Varianten einer heimischen Wasserwelt ein gerüttelt Maß an Zeit- und Arbeitsaufwand erfordern, sollte sich hier zumindest eine mustergültige Pflanzengesellschaft tummeln. Wem die besten Wasserpflanzen für Teich und Aquarium noch nicht geläufig sind, sei geraten, sich mit ihnen vertraut zu machen, einschließlich konstruktiver Pflege-Tipps.




Blühende Pflanzen für Teich und Kaltwasser-Aquarium

Als 'Königin der Teichpflanzen' schwingt die Seerose zwar unangefochten das Zepter; freilich haben sich mittlerweile einige andere blühenden Wasserpflanzen hervorgetan, die mit ihr durchaus auf Augenhöhe konkurrieren können.

Afrikanische Wasserähre (Aponogeton distachyos)
Dieses Mitglied der Gattung Wasserähren stammt zwar aus Südafrika, ist indes in Europa winterhart. Die Schwimmblattpflanze bringt unter geeigneten Bedingungen gleich zwei Mal pro Jahr eine verführerisch duftende, weiße Blüte hervor.
  • Gedeiht am sonnigen bis halbschattigen Platz.
  • Die Wasserähre neigt zum Verwildern und sollte im Auge behalten werden.
Goldene Wasserfeder (Hottonia palustris aurea)
Einen unübersehbaren Blickfang stellt die einheimische Goldene Wasserfeder dar, häufig auch Wasserprimel genannt. Die gefiederten Blätter kommen goldenen Kristallgeflechten gleich, denen im Mai und Juni grazile, weiße Blüten entsprießen.
  • Wuchshöhe 20 cm bis 30 cm.
  • Je kühler das Wasser, desto vitaler der Wuchs.
  • Die Wasserfeder benötigt viel Licht.
Kardinalslobelie (Lobelia cardinalis)
Die vielseitige Wasserpflanze für Teich und Aquarium kommt - je nach Sorte - mit grünen oder violetten, cremefarben geadertem Blättern daher. Wo sie sich wohlfühlt, präsentiert sie eine leuchtend rote Blüte im Sommer, die über die Wasseroberfläche hinausragt.
  • Wuchshöhe 20 cm bis 30 cm.
  • Wüchsig und zugleich gut schnittverträglich.
  • Kompakter Habitus mit mittlerem Lichtbedarf.
Seerose (Nymphaea)
rosa SeeroseDas Angebot an Seerosen ist überwältigend und facettenreich hinsichtlich der Farbgebung, der Größe oder der Form von Blättern und Blüten. Da die beliebten Wasserpflanzen im Laufe der Zeit einen beträchtlichen Umfang annehmen, ist eine Kultivierung einzig in einem adäquaten Aquarium ratsam. Da verschiedene Zwergsorten derzeit von sich Reden machen, tut sich eine praktikable Alternative für kleine Teiche und Aquarien auf.
  • Winterhart, solange die Rhizome am Boden nicht durchfrieren.
  • Beste Lebensbedingungen in Wassertiefen bis 150 cm.
  • Die Mehrzahl der Seerosen-Arten steht unter Naturschutz.
Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes)
Die attraktive Schwimmpflanze besticht mit herrlichen Blütenständen und auffälligen, dicken Blattstielen, die als Schwimmkörper dienen. Zieht sie für den Winter ins Aquarium um, sollte dieses über ein ausreichendes Volumen in Verbindung mit starker Beleuchtung verfügen.
  • Wuchshöhe 5 cm bis 30 cm.
  • Temperaturminimum des Wassers liegt bei 15° Celsius.
  • Neigt leider zum Wuchern und sollte regelmäßig geschnitten werden.
Wassermimose (Aeschynomene fluitans)
Tiefgelbe Blüten, die wie Schmetterlinge über hübsch gefiederten Blättern schweben. Mit diesen Attributen gewinnt die Schwimmpflanze die Herzen der Gartenfreunde und Aquarianer.
  • Wuchshöhe 1 cm bis 5 cm.
  • Hoher Lichtbedarf im Teich und Aquarium.
  • Die Pflanze bildet Unterwasser lange Ausläufer.
Grüne Wasserpflanzen

Den Mangel einer prächtigen Blüte gleichen grüne Wasserpflanzen aus durch zahlreiche nutzbringende Eigenschaften, auf die ein Biotop nicht verzichten kann. In erster Linie dienen sie als Sauerstofflieferant, verhindern durch ihren hohen Nährstoffverbrauch zuverlässig eine Algenblüte und bieten den Lebewesen Schutz, Nahrung, einen Platz zum Laichen sowie Geborgenheit.

Hornkraut (Ceratophyllum demersum)
Die wurzellose Stängelpflanze wirkt sehr dekorativ mit ihren verzweigten Blattquirlen. Zugleich wächst das Hornkraut zügig, während es reichlich Phosphor, Eisen, Kalium sowie weitere lebenswichtige Elemente verbraucht und Sauerstoff produziert.
  • Wuchshöhe 5 cm bis 80 cm und höher.
  • Verträgt alle Wasserhärten.
  • Gedeiht am dunklen und hellen Standort.
Quellmoos (Fontinalis antipyretica)
Als Unterwasserpflanze ist Quellmoos unverzichtbar. Wie der Name bereits andeutet, ist das Wasser dort, wo die immergrüne Pflanze angesiedelt ist, klar und rein. Mit seinen Haftorganen hält sich das Moos am
Untergrund, auf Steinen und Dekorationsmaterial fest und vollbringt sein nutzbringendes Werk.
  • Geeignet für alle Wassertemperaturen.
  • Hält einem Fischbesatz mit Barschen stand.
  • Wächst auch unter schwierigen Lichtverhältnissen.
WasserpestSchmalblättrige Wasserpest (Egeria Najas)
Unverzichtbar für Teich und Aquarium ist mindestens eine Sorte der Wasserpest. Diese recht zierliche Sorte ist für alle Einsatzbereiche in großen und kleinen Gewässern bestens geeignet, um dort wirksam einer Algenblüte vorzubeugen.
  • Wuchshöhe bis maximal 60 cm.
  • Wünscht sich eine sonnige bis vollsonnige Lage.
Großes Teichlebermoos (Monosolenium tenerum)
Die populäre Unterwasserpflanze modelliert bauschige, kräftig grüne Polster. Da sie nur locker zusammenhält und schnell auseinander fällt, setzt der pfiffige Hobbygärtner sie mithilfe eines Haarnetzes in Teich und Aquarium ein, das mit Steinen beschwert ist.
  • Wuchshöhe 2 cm bis 10 cm.
  • Stelle sich flexibel auf die Lichtfülle ein.
  • Ideal sind Wassertemperaturen zwischen 5° und 28° Celsius.
Exotische Grünpflanzen für Teich und Warmwasser-Aquarium

Den Sommer hindurch verwandeln sie den Gartenteich in eine exotische Wunderwelt, um ihr Werk im Verlauf der dunklen, kalten Jahreszeit im Haus fortzusetzen. Tropische Wasserpflanzen ertragen keine Temperaturen unter 15° Celsius und überwintern am liebsten im Warmwasser-Aquarium.

Große Amazonas-Schwertpflanze (Echinodorus bleheri)
Ein Klassiker unter den Solitärpflanzen ist diese anspruchslose Froschlöffel-Art. Im nährstoffreichen Bodengrund bildet sie einen üppigen Habitus, der durch den regelmäßigen Rückschnitt im Zaum gehalten wird.
  • Wuchshöhe 20 cm bis 50 cm.
  • Einfache Vermehrung durch Adventivpflanzen.
  • PH-Wert gerne zwischen 5 und 9.
Kleiner Indischer Wasserfreund (Hygrophila polysperma)
Die hellgrüne Stängelpflanze aus Südostasien rangiert in der Bliebtheitsskala ganz weit oben. Rasant schießt sie in die Höhe und bildet unzählige, länglich ovale Blättchen. Im gleichen Zug punktet sie mit erfreulicher Genügsamkeit und lässt sich kinderleicht durch Kopfstecklinge vermehren.
  • Wuchshöhe 25 cm bis 40 cm
  • Überwuchert schnell ihre Nachbarpflanzen.
  • Kommt mit allen Lichtverhältnissen zurecht.
Muschelblume (Pistia stratiotes)
Ihr Ruf ist legendär unter den Wasserpflanzen, denn mit ihren grünen Rosetten ziert sie jedes ruhende Gewässer. Hobbygärtner und Aquarianer nennen sie liebevoll 'Wassersalat', denn Kleinstlebewesen und Fische profitieren ungemein von der hübschen Schwimmpflanze.
  • Wuchshöhe 1 cm bis 5 cm.
  • Verträgliches Temperaturminimum liegt bei 15° Celsius.
Flammenmoos (Taxiphyllum spec. Flame)
Das beliebte Aufwuchsmoos aus Südostasien entwickelt aufrechte Triebe, die aufgrund ihrer spiralförmigen Drehung an flackernde Flammen erinnern. Daher wird es auch als 'Feuer-Moos' bezeichnet, freilich im grünen Flammen.
  • Wuchshöhe 5 cm und darüber hinaus.
  • Ideale Wassertemperatur 15 ° bis 30° Celsius.
  • Regelmäßiger Rückschnitt fördert den kompakten Habitus.
Blühende und farbige Exoten

Ihre atemberaubende Schönheit mutet an, als entstammten sie einer anderen Welt. Tropische Wasserpflanzen bringen Farbe ins optische Erscheinungsbild von Teich und Aquarium, ohne sich um einen besonderen Nutzenwert zu scheren. Immerhin fordern nur die wenigsten Exemplare eine aufwändige Pflege.

Burgunder-Rotes Papageienblatt (Alternanthera reineckii)
Je mehr Licht auf die Wasserpflanze trifft, desto intensiver leuchten ihre Farben. Im sommerlichen Teich und offenen Aquarium streckt sich die populäre Stängelpflanze über die Wasserfläche hinaus. Die Sorte Rosablättriges Papageienblatt (Alternanthera reineckii 'Pink') ist etwas unkomplizierter in der Pflege.
  • Wuchshöhe 20 cm bis 50 cm.
  • Benötigt mittlere bis helle Lichtverhältnisse.
  • Verstärktes Wachstum durch CO2-Zufuhr.
SeeroseTropische Seerosen (Nyphaea)
Diejenigen unter den Arten und Sorten der Seerose, die tropischen Ländern entstammen, sind in Mitteleuropa zwar nicht winterhart, präsentieren im Gegenzug eine üppigere Blütenpracht im Verhältnis zur Blattmasse. Glücklich die Hobbygärtner, die über ein Warmwasser-Aquarium verfügen, in welchem die exotischen Kostbarkeiten ungefährdet den Winter überdauern.
  • Duftende und nicht duftende Blüten in vielen Größen.
  • Wassertemperaturen unter 20° Celsius werden selten ertragen.
  • Seerosen legen einen unstillbaren Ausbreitungsdrang an den Tag.
Wasserorchidee (Spiranthes cernua var. odorata)
Der Großteil einer Wasserorchidee befindet sich unter Wasser. Dort wächst sie nur sehr langsam und nimmt sich Zeit, bis sie die begehrte Blüte an der Oberfläche erscheinen lässt.
  • Wuchshöhe der Blüte: 10 cm bis 20 cm.
  • Gedeiht im tiefen Schatten ebenso, wie im Sonnenlicht.
  • Bei Rückschnitt der Wurzeln bleibt die Blüte aus.
Pflege-Tipps

Im Detail stellt jede Wasserpflanze ihre spezifischen, mehr oder weniger anspruchsvollen Ansprüche an die Pflege. Indes gelten verschiedene grundsätzliche Prinzipien in Bezug auf Düngen, pH-Wert und Schneiden, deren Beachtung allen Pflanzen im Teich und Aquarium gut bekommt.

Düngen

In der Regel ist es nicht erforderlich, Wasserpflanzen zu düngen. Die Werte des Wassers sind hingegen nicht statisch, sondern unterliegen Einflüssen, wie der Zusammensetzung des Pflanzen- und Fischbestandes, die für Schwankungen sorgen. Folglich kann es auch zu Mangelerscheinungen kommen, wenn beispielsweise eine Gehäuse-Schnecken-Plage den Gartenreich heimsucht und den Kalk entzieht oder die Wasserlinsen im Aquarium wuchern und den Eisenvorrat verbrauchen. Im Gegensatz zu Beetpflanzen, die zumeist nach einem fest zementierten Zeitplan mit Dünger versorgt werden, kommt bei Wasserpflanzen eine Nährstoffzufuhr nur bei Bedarf infrage.
  • Blasse Farben und kümmerlicher Wuchs deuten auf Nährstoffbedarf hin.
  • Einzig in minimalster Dosierung düngen und eventuell später nachdüngen.
  • Eine zu hohe Gabe von Dünger ist schwerlich rückgängig zu machen.
  • Vorzugsweise speziellen Flüssigdünger für Wasserpflanzen anwenden.
Starke Wurzelzehrer im Teich oder Aquarium erfordern nicht selten eine zusätzliche Düngung des Bodengrunds. Bestens geeignet sind in diesem Fall Düngekugeln oder Stäbchen, die in das Substrat gedrückt werden.

pH-Wert senken

Fische, Wasserpflanzen und andere Kleinlebewesen bevorzugen kalkarmes Regenwasser und tummeln sich nicht gerne im harten Leitungswasser. Längst nicht jeder Hobbygärtner hat Zugang zu einer ausreichenden Menge an Regenwasser, sodass angesichts eines hohen pH-Wertes Handlungsbedarf besteht, um eine pflanzenverträglichere Umgebung zu schaffen.
  • Einen mit Torf gefüllten Nylonstrumpf ins Wasser hängen.
  • Torf zieht ca. 3 % seines Gewichtes in Form von Kalk aus dem Wasser.
  • Gezielt Wasser-Schnecken ansiedeln, deren Gehäuse den Kalk verbraucht.
Da der pH-Wert des Wassers selten konstant ist, sorgt der vorausschauende Hobbygärtner durch eine abwechslungsreiche Auswahl an Pflanzen dafür, dass einige Exemplare stets vorhanden sind, die angesichts der aktuellen Bedingungen besonders gut gedeihen.

Schneiden

Zu den charakteristischen Merkmalen von Wasserpflanzen zählt nicht selten die Neigung zum Wuchern. Von diesem Umstand sollte sich auch der Einsteiger nicht irritieren lassen, denn durch regelmäßiges Schneiden lässt sich selbst der eifrigste Ausbreitungsdrang bestens kontrollieren.
  • Wasserpflanzen im Teich spätestens im Herbst zurückschneiden.
  • Schwimm- und Unterwasserpflanzen wiederholt auslichten.
  • Stängelpflanzen um die Hälfte kürzen und den oberen Teil neu einpflanzen.
  • An Rosettenpflanzen die alten Blätter herausschneiden.
Selbst dem Moos gefällt ein Verjüngungsschnitt ab und zu. Erfahrene Hobbygärtner nehmen den bewachsenen Stein heraus und schneiden das Moos außerhalb von Teich und Aquarium zurecht.

Fazit

Eine universell geltende Rangliste der besten Wasserpflanzen für Teich und Aquarium hat bislang niemand erstellt. Das ist verständlich, denn die vor Ort geltenden Rahmenbedingungen bestimmen, welche Arten und Sorten den Favoriten zugeordnet werden. Was zählt ist, dass eine sinnvolle Mischung aus nutzbringenden und ausstaffierenden Wasserpflanzen formiert wird.


Tipps für Schnellleser
Pflege-Tipps für Wasserpflanzen

- Das Aquarium gilt als sinnvolle Ergänzung zum Gartenteich.
- Wasserpflanzen lediglich bei Mangelerscheinungen düngen.
- Bevorzugt speziellen Flüssigdünger verwenden.
- Nährstoffzufuhr unter Umständen durch Düngekugeln sichern.
- PH-Wert senken durch Torf in Säckchen oder Nylonstrümpfen.
- Gehäuse-Wasserschnecken im Teich ansiedeln.
- Regelmäßiges Schneiden kontrolliert wuchernde Wasserpflanzen.
- Teichpflanzen spätestens im Herbst zurückschneiden.
- Schwimm- und Unterwasserpflanzen auslichten.
- Maximal die Hälfte der Wasseroberfläche zuwachsen lassen.
- Verwelkte, faulende Pflanzenteile sogleich abschneiden.
- Stängelpflanzen halbieren und den Steckling neu pflanzen.
- Die Mutterpflanze wahlweise stehen lassen oder entsorgen.
- Alte Blätter an Rosettenpflanzen herausschneiden.
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