Flammendes Kätchen Kalanchoe

Die Kalanchoe blossfeldiana – besser bekannt als Flammendes Käthchen – ist inzwischen zur beliebtesten Zimmerpflanze Deutschlands geworden. Sie ist die bekannteste Vertreterin der Sukkulenten-Gattung der Kalanchoe und in vielen Haushalten zu finden. Bei korrekter Pflege kann man das Flammende Käthchen zur jährlichen sechs- bis achtwöchigen Blüte bringen. Da die Kalanchoe eine große Sukkulenten-Gattung bildet, ist diese Pflege vergleichsweise simpel.

Der optimale Standort für das Flammende Käthchen

Das Flammende Käthchen stammt aus den tropischen Teilen Asiens und Afrikas, und ist auf Madagaskar am weitesten verbreitet. Aus diesem Grund ist die Pflanze besonders gut an helle Gebiete angepasst. Grundsätzlich ist ein heller Platz für das Flammende Käthchen der beste Standort, vor allem im Sommer sollte die Pflanze an die frische Luft gestellt werden. Allerdings sollte die Pflanze vor direkter Mittagssonne geschützt werden, da sonst unästhetische Brandflecken entstehen und die Kalanchoe eventuell austrocknet. Im Winter braucht das Flammende Käthchen eine Raumtemperatur von etwa fünfzehn Grad. Damit überhaupt Knospen für den Sommer entstehen können, darf die Kalanchoe ab November täglich höchstens neun Stunden dem Licht ausgesetzt sein.

Tipp: Rötliche Blätter sind ein deutliches Warnsignal vor Verbrennungen, die Pflanze sollte schnellstmöglich aus der Sonne genommen werden.
Der optimale Standort auf einen Blick
  • heller Standort, halbschattig
  • frische Luft
  • keine Mittagssonne
  • im Winter bei 15°C, höchste Belichtungszeit: 9 Stunden

Die richtige Pflege für eine lange Blütenpracht

Generell ist die Kalanchoe blossfeldiana äußerst pflegeleicht und simpel zu handhaben. Sie kann, je nach Art, in gelben, orangenen, weißen oder roten Blütenfarben sprießen. Um die Blütezeit besonders lang zu halten und die Samen nicht zu zerstören, sollte man dennoch einige Hinweise beachten: Die Hauptblütezeit liegt zwischen Februar und Juli, wobei sich die größte Blütenpracht in den Monaten April, Mai und Juni konzentriert. Während dieser Wachstums- und Blütezeit sollte auf eine befeuchtete Erde geachtet werden, wobei kein wirkliches Gießen in dem Sinne erforderlich ist. Einige Spritzer mit einem Wasserverteiler direkt auf die Erde sind ausreichend.

  • einmal pro Woche ist gießen
  • nie gießen, bevor die oberste Schicht der Erde wieder trocken ist

Die Daumenprobe ist sehr hilfreich bei der Einschätzung der Feuchtigkeit der Erde. Bei der Daumenprobe wird der Daumen auf die zu wässernde Erde gesetzt. Bleibt Erde am Daumen hängen, ist die Erde noch zu feucht, um gegossen zu werden. Im Winter wird, aufgrund der größeren Kälte und der daraus resultierenden geringeren Verdunstung, möglichst wenig gegossen. Es sollte der Grundsatz beachtet werden, dass mit ansteigender Wärme auch häufiger gegossen werden muss, da bei Kälte die Fäulnisgefahr besteht.

Da das Flammende Käthchen eine starke Tendenz zum Wachstum in die Höhe besitzt, kann und sollte die Pflanze ab und zu gestutzt werden, da sie sonst wuchert und ein gigantischer Busch entsteht. Für Ästhetik-Liebhaber ist dies nicht empfehlenswert.

Flammendes Kätchen Kalanchoe Die richtigen Temperaturen spielen für die perfekte Blüte eine große und wichtigeRolle.

  • Im Sommer 20 bis 22°C am Tag
  • Im Sommer 18 bis 20°C in der Nacht
  • Im Winter 16 bis 20°C
  • Im Winter nachts nicht unter 15°C

Im Sommer kann die Blütezeit durch eine Temperatur von unter 18°C oder über 22°C verzögert werden, eine Durchschnittstemperatur von unter 15°C unterbindet die Blütezeit vollständig.

Tipp: Es sollten nach Möglichkeit nur einzelne abgeblühte Blüten und Blätter entfernt werden, anstatt des gesamten Blütenstiels, da so neue Blüten aus den befreiten Rispen blühen.

Düngen

In der Blütezeit zwischen April und August kann ein Dünger verwendet werden. Dies ist nicht zwingend notwendig und nur bei geringer Blütenpracht empfehlenswert. Ein geringfügiger Anteil an Flüssigdünger im Gießwasser kann alle zwei bis drei Wochen dem Flammenden Käthchen zugeführt werden. Sollte die Pflanze allerdings von vornherein zu Wucherungen neigen, ist von jeder Art des Düngens abzuraten.

Der Ablauf der Aussaat

Die Vermehrung der Kalanchoe durch eine Aussaat ist relativ kompliziert und zeitaufwändig. Es erfordert ein kleines Glashaus und viel Geduld. Die ideale Zeit für eine erfolgreiche Aussaat liegt zwischen Januar und März bei einer Zimmertemperatur von etwa 20 bis 25°C – diese erhöht die Chancen einer Keimung. Mit einem Gramm Korn können dreißig- bis fünfzigtausend Pflanzen gezüchtet werden. Je nach Sorte beträgt die Keimzeit zwischen zehn und fünfunddreißig Tagen.

Nach etwa fünf bis acht Wochen sollte auf vier mal vier cm pikiert werden. Dies garantiert optimale Platzverwendung. Erst, nachdem das dritte Blattpaar auftritt, sollten die Sämlinge einen Blütenreiz aufnehmen. Daher ist auch erst ab dem Zeitpunkt die Sommerbehandlung notwendig.

Als nächstes werden die Pflanzen umgetopft. Töpfe mit einem Durchmesser von zehn bis elf Zentimetern sind ideal, für kleinere Kalanchoe-Arten sind jedoch sechs bis sieben Zentimeter geeigneter. Die Weiterkultur erfolgt nach den unter „Die richtige Pflege für eine lange Blütenpracht“ beschriebenen Anweisungen.

Der Ablauf der Aussaat auf einen Blick:

  • zwischen Januar und März bei 20-25°C
  • nach 5-8 Wochen auf 4x4cm pikieren
  • Weiterkultur nach dem dritten Blattpaar
  • Topfgröße 10-11cm bzw. 6-7cm

Die bessere Alternative: Stecklings-Vermehrung

Flammendes Kätchen Kalanchoe Eine Aussaat bei dem Flammenden Kätchen ist sehr zeitaufwändig und kompliziert. Oftmals kann kein Erfolg garantiert werden. Daher empfiehlt es sich, die Pflanze durch Stecklinge zu vermehren. Dabei werden fruchtbare, gesunde Triebspitzen von etwa zehn Zentimetern Länge von der Pflanze geschnitten und aus diesen die neue Pflanze kultiviert. Beim Schneiden sollte möglichst gerade und klar sein, damit die Wurzelbildung problemlos von statten gehen kann. Der Schnitt wird kurz angetrocknet und dann in einen Topf gepflanzt. Ein Erde-Sand Gemisch imitiert die heimischen Bedingungen in Madagaskar und sorgt für optimale Entwicklung. Es sollte wieder eine geringere Feuchtigkeit beachtet werden, die Daumenprobe sollte vor jedem Gießen durchgeführt werden. Die Temperaturen für das Ausschlagen von Wurzeln und ein schnelles Wachstum sind verhältnismäßig frei, empfehlenswert ist eine Umgebungstemperatur von 20 bis 25°C.

Tipp: Wenn Blüten erwünscht sind, sind 22°C die Höchsttemperatur.
Die besten Ergebnisse können bei einer Stecklings-Vermehrung im Frühjahr erzielt werden. Zu Beginn der Kultivierung sollte die Pflanze im Zimmer gehalten werden. Direkte Sonne ist dringend zu vermeiden.

Krankheitsbilder und Schädlinge

Die Kalanchoe blossfeldiana ist nicht bloß aufgrund der schönen Blütenpracht so beliebt. Die einfache Pflege und vor allem die geringe Anfälligkeit auf Krankheiten machen die Pflanze robust gegen äußere Einflüsse und vergeben auch den ein oder anderen Fehltritt in der Pflege.

Am wichtigsten sind die Folgen der Nässe und Überfeuchtung. Das Flammende Käthchen reagiert höchst empfindlich auf feuchten Untergrund. Die Folgen sind Fäulnis an Wurzeln und Stamm und eine längerfristige Schwäche der Pflanze.

Tipp: Wenn die Blätter anfangen, grundlos und vermehrt zu fallen, sollte unbedingt auf Fäulnis überprüft werden.
Um Fäulnis zu bekämpfen, kann man nur versuchen, durch Umtopfen die faulen Stellen wieder zu trocknen. Bei einer stark ausgeprägten Überfeuchtung ist jedoch meist keine Abhilfe möglich.
Ein anderes Indiz für Überfeuchtung, das meist in einem späteren Stadium auftritt, ist das Abknicken der Stiele. Sobald die hochwachsende Pflanze anfängt, lasch und kraftlos zu wirken, sollte sofort umgetopft werden. Möglichst wenig gießen (alle 14 Tage).

Auch vom berüchtigten Mehltau werden die Pflanzen leider nicht verschont. Grund hierfür ist wieder zu hohe Feuchtigkeit, allerdings nicht in der Erde, sondern in der Luft. Dem kann nur mit chemischen Hilfsmitteln entgegen gewirkt werden. Ein Mehltauspray ist zumeist ausreichend. Dieses sollte jedoch nicht nur auf die betroffenen Stellen gespritzt werden, sondern auch auf umliegende Gebiete, da der Mehltau anfangs kaum sichtbar ist und sich sonst ausbreitet.

Kalte Standorte führen häufig zu Veränderungen an den Blättern, nicht selten wird eine Korkbildung beobachtet. Einfach die Pflanze wärmer Stellen, so verschwinden die Symptome von selbst.
Die Auswirkungen von einer zu geringen Lichtzufuhr sind blasse Blätter und Blüten bzw. ein Mangel an Blüten und ein eingeschränktes Wachstum. Hier sollten jedoch äußerst vorsichtige Maßnahmen ergriffen werden, die Lichtzufuhr sollte nur stückweise erhöht werden, da sonst die Gefahr von Verbrennung besteht. An sich ist eine geringe Lichtzufuhr zunächst nicht schädlich für die Pflanze, sie verliert nur an ästhetischem Wert.

Da das Flammende Käthchen eine Sukkulente der robusten Art ist, wird sie eigentlich nie von Schädlingen befallen.

Krankheiten der Kalanchoe blossfeldiana auf einen Blick:

  • Überfeuchtung: Fäulnis an Stiel und Blättern, Einknicken des Stiels
  • Maßnahmen: Umtopfen
  • hohe Luftfeuchtigkeit: Mehltau
  • Maßnahmen: mit Mehltauspray die betroffenen und umliegenden Stellen bespritzen
  • Kälte: Veränderungen und Korkbildung an Blättern
  • Maßnahmen: wärmerer Standort
  • Dunkelheit: Blässe und Blütenarmut
  • Maßnahmen: schrittweise Erhöhung der Lichtzufuhr
  • Schädlinge: keine

Hinweise zum Überwintern und Übersommern

Flammendes Kätchen Kalanchoe Das Flammende Käthchen ist eine vergleichsweise anspruchslose und dennoch schöne Pflanze. Allerdings hat sie den Nachteil, dass sie sich, trotz der angegebenen Hinweise, nicht besonders gut überwintern lässt. Sie ist, ähnlich dem Weihnachtsstern, eine Kurztagspflanze und wird selten länger als ein Jahr gehalten. Die Kalanchoe erneut zum Blühen zu bringen, ist nicht einfach. Auch wenn mit den aufgelisteten Tipps mit ziemlicher Sicherheit ein Erfolg verzeichnet werden kann, ist doch die Blütenpracht selbst vergleichsweise gering. Nach zwei Jahren verliert die Pflanze ihre Form, und die Blüten werden kleiner und farbloser. Daher wird für gewöhnlich nach spätestens zwei Jahren die Ursprungspflanze durch nachgezüchtete Stecklings-Nachkommen ersetzt.

Wer seine Pflanze dennoch nicht aufgeben möchte, sollte im Winter vor allen Dingen die Dunkelperioden von mind. 16 Stunden tgl. einhalten. Das Flammende Käthchen kann dafür ganz einfach in einen Schrank o.ä. gestellt werden.

Fazit
Aufgrund ihrer Pflegeleichtigkeit und erfrischenden Blütenpracht ist das Flammende Käthchen zu Recht die beliebteste Zimmerpflanze Deutschlands. Sie kann sowohl draußen stehen, als auch den Innenraum schmücken. Die Robustheit gegen Krankheiten und Schädlinge, sowie ein geringer Bedarf an Wasser und Düngemitteln machen die Kalanchoe zu einer sehr pflegeleichten Pflanze. Für den gelernten Botaniker oder Hobbygärtnert mit einem Grünen Daumen kann die Pflanze sogar mehrere Jahre blühen. Leider gilt dies nur in Verbindung mit einem hohen Zeitaufwand und ständiger Kontrolle der Luft-, Licht- und Temperaturverhältnisse.