Zimmerpflanzen Tipps zur Pflege von Zimmerpflanzen

Ficus Benjamini schneiden: Grundlagen-Anleitung

Birkenfeige Ficus Benjamini

Ficus Benjaminis, die Birkenfeige, begeistert mit ihrer Pflegeleichtigkeit. Im Grunde ist nicht einmal ein Rückschnitt erforderlich. Allerdings erweist sich das Bäumchen als sehr wuchsfreudig, was sich auf die Verwendung als Zimmerpflanze eher ungünstig auswirkt. In diesem Fall darf der Gärtner ruhig zur Schere greifen. Ficus Benjaminis ist lobenswert schnitttolerant. Dank der gewünschten Grundlagen-Anleitung entsteht die gewünschte Optik. Hier erfahren Sie, was beim Schneiden des Ficus Benjamini zu beachten ist.

Zeitpunkt

Im Grunde ist es möglich, die Birkenfeige zu jeder Jahreszeit mit verschiedenen Schnittarten in Form zu bringen. Kleine Ausbesserungen verkraftet die schnitttolerante Zimmerpflanze problemlos. Lediglich in der Hauptwachstumsphase von März bis Juli, reagiert das Bäumchen anfälliger. Der beste Zeitpunkt für einen Radikalschnitt ist daher der Winter kurz vor dem Neuaustrieb zum Frühjahr hin.

Hinweis: Ein jährlicher Rückschnitt ist bei Ficus Benjaminis nicht erforderlich. Die Zeitabstände sollten sich nach dem Bedarf richten, dürfen sich aber gerne über einen gewissen Zeitraum erstrecken.

Wichtige Vorbereitungen

Birkenfeige - Ficus Benjamina BenjaminiBeim Schneiden der Birkenfeige tritt ein giftiger Pflanzensaft aus. Er hinterlässt nicht nur schwer entfernbare Flecken auf dem Fußboden, sondern ruft bei Kontakt starke Hautirritation, allergische Reaktion oder Ekzeme hervor. Folgende Maßnahmen sind daher erforderlich:

  • Fußboden mit altem Zeitungspapier oder einer Plane abdecken
  • oder Ficus Benjaminis draußen schneiden
  • Arbeitshandschuhe tragen
  • Arme schützen
  • anschließend alle Werkzeuge mit hochprozentigem Alkohol desinfizieren
  • Schnittstellen direkt nach dem Kappen mit Taschentüchern oder Vlies abdecken
Hinweis: Fälschlicherweise verwechseln viele Menschen einen klebrigen Belag auf den Blättern der Zimmerpflanze mit Rückständen des Pflanzensafts. Meistens handelt es sich hierbei jedoch um Honigtau. Bei Erscheinung ist es wichtig, Ficus Benjaminis auf Blattläuse zu kontrollieren.

Werkzeug

GartenschereKleine Äste lassen sich problemlos mit einem Messer oder einer Gartenschere entfernen. Sehr schmale Triebe sowie das Totoholz kann der Gärtner auch mit der bloßen Hand abreißen. Für dickere Äste empfiehlt sich eine Säge. Im Idealfall nutzt er eine handliche Klappsäge, um auch Äste inmitten der Krone zu erreichen. In jedem Fall muss das Werkzeug steril und scharf sein. Quetschungen der Zweige verheilen schlecht und bieten Schädlingen außerdem einen idealen Zugang ins Pflanzeninnere.

Verschiedene Schnittarten

Folgende Schnittarten sind bei Ficus Benjaminis denkbar:

  • Formschnitt
  • Rückschnitt
  • spezielle Wuchsformen erzeugen

Formschnitt

Formschnitt Ficus BenjaminiDer Formschnitt erfordert keinen großen Aufwand und bedarf auch keiner ausgefeilten Technik. Im Grunde geht es lediglich darum, störende Triebe oder abgestorbene Zweige zu entfernen. Dabei darf der Gärtner ruhig bis ins alte Holz schneiden. Durch einen regelmäßigen Formschnitt wächst die Birkenfeige buschiger.

  • abgestorbene Triebe direkt am Stamm zurückschneiden
  • quer wachsende Zweige abschneiden
  • zu eng stehende Zweige entfernen, damit jüngere Triebe sich besser entwickeln

Die Grundlagen-Anleitung sieht dabei folgende Schnitttechnik vor:

  • Äste 3 bis 5 mm unterhalb eines wechselständigen Blattes oder Knotens abschneiden
  • je näher die Schnittstelle an einem Blatt oder Knoten liegt, umso buschiger treibt Ficus Benjaminis aus
  • abgestorbene Triebe erkennt der Gärtner an bräunlichem, trockenem Pflanzenmaterial unterhalb der Rinde
  • diese Triebe entfernt er vollständig
  • frisches, grünes Pflanzenmaterial unterhalb der Rinde weist auf einen intakten Trieb hin
  • dieser bleibt erhalten

Rückschnitt

Rückschnitt Ficus schneidenWenn die Zimmerpflanze aufgrund ihrer wuchsfreudigen Eigenschaft zu groß für ihren Standort wird, kommt der Gärtner nicht drum herum, ihre Äste radikal zu kürzen. Der Rückschnitt dient gleichzeitig der Verjüngung der Pflanze.

  • alle abgestorbenen Triebe bis auf Weiteres abschneiden
  • karge und zu eng stehende Äste auslichten
  • restliche Triebe bis auf die Hälfte oder zwei Drittel kürzen
  • Ficus Benjaminis austopfen
  • Wurzelballen kontrollieren
  • alle faulen sowie trockenen Wurzelrhizome entfernen
  • in frisches Substrat pflanzen

Spezielle Wuchsformen

Da die Birkenfeige ohne menschliches Eingreifen sehr hoch wächst, ist es aufwendig, besondere Optiken zu erzeugen. Entsprechend teuer sind diese Exemplare im Handel. Mit etwas Geduld gelingt es dem Gärtner jedoch, spezielle Schnittarten auf eigene Faust herzustellen. So zum Beispiel den Hochstamm oder den Bonsai.

Hochstamm

HochstammFür die Erziehung eines Hochstammes sind drei Phasen erforderlich:

  • Startphase
  • Aufbauphase
  • Kronenerziehung

Startphase

  • einen starken Mitteltrieb auswählen
  • einen Holzstab neben diesem Mitteltrieb in das Substrat stecken
  • Stamm und Stab mithilfe von Schlauchbindern oder Ringen miteinander verbinden

Hinweis: Lässt sich kein geeigneter Mitteltrieb finden, bindet der Gärtner mehrere Bodentriebe zu einem Stamm zusammen.
 

Aufbauphase

  • Konkurrenztriebe des ausgewählten Stammes entfernen
  • Seitentriebe des Stammes entfernen
  • zukünftigen Stamm immer wieder an den Stab binden

Kronenerziehung

  • Triebspitzen erst bei gewünschter Stammhöhe zurückschneiden
  • Schere 3 bis 4 Blätter oberhalb der gewünschten Kronenhöhe ansetzen
  • Seitentriebe der Krone für einen buschigen Wuchs um ein Drittel kürzen
  • Triebe am Stamm komplett entfernen, sodass eine Kugelform entsteht
  • quer wachsende Zweige regelmäßig entfernen
  • Krone regelmäßig auslichten

Bonsai

Für die Aufzucht eines Bonsais reicht es nicht aus, die Birkenfeige einmal jährlich zu schneiden. Der Formschnitt sollte demzufolge von April bis September alle sechs Wochen erfolgen.

  • BonsaiZweige, welche mindestens 5 Blätter tragen, auf 2 bis 3 Blätter kürzen
  • aus der Krone stehende Zweige abschneiden
  • im Frühjahr und Herbst tote Zweige entfernen
  • Wurzeln beim regelmäßigen Umtopfen um ein Drittel einkürzen
  • Ficus Benjaminis genügend Regenerationszeit zwischen den einzelnen Schnittterminen gewähren

Ficus Benjamini mit Schnittgut vermehren

Schneidet der Gärtner seinen Ficus Benjaminis radikal, fällt häufig viel Schnittgut an. Dieses lässt sich indes wunderbar nutzen, um neue Birkenfeigen heran zu ziehen. Für die Vermehrung der Birkenfeige gilt folgende Grundlagen-Anleitung:

  • Triebspitzen auf 10 bis 15 cm zurecht schneiden
  • halbverholzte Triebspitzen auswählen
  • alle Blätter bis auf die vier obersten entfernen
  • Anzuchttöpfe vorbereiten
  • Treibspitzen tief in die Anzuchterde stecken
  • nur die obersten Blätter ragen aus dem Substrat
  • angießen und mit Wasser besprühen
  • zusätzlich eine Folie über die Stecklinge stülpen
  • Anzuchttöpfe an einem hellen, sonnigen Ort bei Temperaturen über 25°C lagern
  • bilden sich neue Blätter, war die Vermehrung erfolgreich