Gartenpflege Düngen und Bodenpflege

Erde fürs Gewächshaus selber mischen: Anleitung

Gewächshaus, Erde, mischen

Wenn ein Gewächshaus für Gemüse und Salat angelegt wird, dann ist es sinnvoll, hier auch auf eine nährstoffreiche und gehaltvolle Erde zurückzugreifen. Welche Erde hier bevorzugt wird und wie die Mischung aussehen sollte erklärt die folgende Anleitung.

Zutaten zum Mischen

Wie die Erde im Gewächshaus aussehen sollte, hängt vor allem davon ab, für welchen Zweck diese genutzt werden soll. So werden hier Aussaaten und Anzuchten im frühen Frühjahr von Gemüse, Obst und Blumen kultiviert, damit diese später nach den letzten Nachtfrösten ins Gartenbeet umziehen können. Andere Pflanzen, wie Tomaten, Paprika oder Gurken sollten insgesamt im warmen Gewächshaus kultiviert werden, damit die Ernte erfolgreich ausfällt. Entsprechend sollte aber auch die vorhandene Gartenerde mit den verschiedenen Komponenten und Nährstoffen gemischt werden. Zu den Bestandteilen, die in die Gartenerde gemischt werden können, um einen nährreichen Boden zu erhalten, gehören die folgenden:

Erde auflockern
  • ein Drittel Gartenerde
  • ein Drittel Kompost
  • Pferde- oder Kuhmist (alternativ zu Kompost)
  • zu etwa einem Zwölftel Lehm
  • je nach zu hohem pH-Wert Torf
  • zu einem sechstel Sand
  • zu einem zwölftel Kalk
  • wenn Boden zu sauer
  • Rindenmulch als Abschluss
  • über die Erde geben
Tipp: Fehlt Ihnen Erde zum Mischen, dann müssen Sie diese nicht extra teuer kaufen. Vielleicht gibt es einen Hausbau in Ihrer Nähe, bei dem viel Muttererde ausgehoben wird. Fragen Sie hier doch einfach nach, ob Sie sich ein paar Tüten abfüllen dürfen.

Erde für Anzucht und Aussaat

Wenn ausgesät wird, ist es wichtig, der Gartenerde am Anfang keinen zu nährstoffreichen Boden zu bieten. Denn gerade am Anfang benötigen die Samen und Keimlinge eine eher nährstoffarme Erde, damit sie nicht zu schnell gedeihen und wachsen. Denn vor allem jetzt ist ein langsames Wachstum der Keimlinge wichtig, damit sich eine kräftige und robuste Pflanze entwickeln kann. Damit sich die Wurzeln gut entwickeln können, sollte sich der Keimling anstrengen müssen, um an Nährstoffe zu gelangen. Daher wird im Handel auch spezielle Anzuchterde angeboten, die diese Voraussetzungen mitbringt. Die Erde für eine Aussaat sollte daher wie folgt gemischt werden:

Anzuchterde, Erde
  • Gartenerde
  • Sand setzt Nährstoffgehalt herunter
  • wenig bis gar kein Kompost
  • Torf macht den Boden locker
  • senkt den pH-Wert
Hinweis: Wurde die Gartenerde im Gewächshaus im Vorjahr bereits mit Kompost versorgt, dann kann dies durchaus für die Aussaat ausreichend sein. Sie müssen dann keinen neuen Kompost zufügen.

Erde für Tomaten und Co.

Gerne werden im Garten auch einheimische Gemüse angebaut. Zu den beliebten, die aber auch ein wenig Schutz benötigen und daher idealerweise die gesamte Vegetationszeit in den Gewächshäusern verbleiben sind Paprika, Tomaten oder Gurken. Oftmals gesellen sich hier auch Gemüse vom Mittelmeer, wie Auberginen hinzu. Tomaten besitzen zum Beispiel einen sehr hohen Nährstoffbedarf, da sie zu den sogenannten Starkzehrern gehören. Vor allem der pH-Wert muss hier entsprechend hoch sein. Gurken sollten in einem anderen Beet gepflanzt werden, da der pH-Wert hier niedriger ausfällt. Daher sollten Sie beim Mischen der Gartenerde für Gurke, Tomaten und andere Gemüsesorten auf das Folgende achten:

  • Tomaten wünschen pH-Wert zwischen 6,5 und 7
  • ebenso viele andere Gemüsesorten
  • Bohnen, Sellerie
  • Brokkoli, Erbsen, Lauch, Melone,
  • Möhren, Paprika, Rosenkohl, Rote Beete, Spargel, Spinat
  • Grünkohl, Radieschen, Zucchini
  • Gurken bevorzugen pH-Wert zwischen 5,6 und 6,5
  • Mangold, Kohlrabi, Kürbis verhalten sich ähnlich wie Gurken
  • der neutrale pH-Wert liegt bei 7
  • ein Boden ist sauer unter einem Wert von 7
  • ein Boden ist alkalisch über einem pH-Wert von 7
pH-Wert messen

In der Regel bevorzugen alle Pflanzen einen neutralen bis sauren Boden. Das heißt auch, die Pflanzen wünschen so wenig Kalk wie möglich. Es gibt aber durchaus auch Ausnahmen, bei denen die Pflanzen, wie zum Beispiel viele Salate oder Grün- und Blumenkohl gut kalkverträglich sind, allerdings sollte auch hier der pH-Wert von 7 bis 7,5 nicht überschritten werden. Um den Boden saurer zu machen, kann Torf eingesetzt werden, der den pH-Wert niedriger werden lässt.

Tipp: Um den pH-Wert festzustellen, können Sie im gut sortierten Gartenfachhandel Messstäbchen erwerben. Diese stecken Sie einfach in den Boden. Das Stäbchen gibt dann den pH-Wert des Bodens an und Sie können und entsprechend gegen steuern, falls dieser zu hoch oder zu niedrig ist.

Beispiel-Anleitung: Tomatenerde

Anhand von den beliebten Tomaten, die häufig in den hiesigen Gewächshäusern kultiviert werden, wird die Anleitung für das ideale Mischverhältnis für die ideale Erde wie folgt gegeben:

  • ein Drittel oder mehr Gartenerde
  • ein Drittel oder mehr Kompost
  • beide sollten den größten Anteil ausmachen
  • einen kleinen Teil Lehm
  • sorgt für Feuchtigkeit
  • etwa ein Sechstel Sand
  • sorgt für Durchlässigkeit
  • ein wenig Kalk, wenn Boden zu sauer
Erde Gewächshaus, Tomatenerde

Bei der Mischung für die geeignete Tomatenerde sollte auf Torf völlig verzichtet werden, da der Boden dann zu sauer wird. Anders sieht es bei Gurken aus, für die im Allgemeinen die gleiche Mischung gilt. Hier sollte jedoch auf Kalk ganz verzichtet und für einen leicht sauren Boden ein kleiner Teil Torf zugefügt werden. Für eine regelmäßige Nährstoffversorgung und um die Feuchtigkeit im Boden zu halten kann immer eine Schicht aus Rindenmulch rund um die Pflanzen aufgelegt werden.

Hinweis: Wird das Gewächshaus bei verschiedenen Pflanzen nur für die Anzucht genutzt, dann sollte später die Erde im Gartenbeet das gleiche Mischungsverhältnis erhalten, wie es für das Gewächshaus auch vorgegeben wurde.

Verschiedene Bestandteile

Um eine gute Erde für das Gewächshaus zu erhalten, werden verschiedene Bestandteile benötigt, die verschiedene Eigenschaften mit sich bringen. Diese Eigenschaften sehen daher wie folgt aus:

Gartenerde

  • meist ohne Nährstoffe wenn unbehandelt
  • kann locker oder auch fest beschaffen sein

Kompost

  • bringt die pflanzlichen Nährstoffe
  • sind die natürlichsten Nährstoffe
  • ideal für alle Gemüse- und Obstpflanzen
Kompost

Rindenmulch

  • bietet ebenfalls viele Nährstoffe
  • das ganze Jahr über auf Erde verteilen
  • gibt so regelmäßig Nährstoffe ab
  • hält die Gartenerde zudem feucht

Pferde- oder Kuhmist

  • als Alternative zu Kompost
  • enthält viel tierischen Dünger
  • kann bei Nutzpflanzen ungewollte Stoffe übertragen
  • zum Beispiel Antibiotika
  • nicht immer sinnvoll für Gemüsepflanzen
  • gelangen beim Verzehr in den menschlichen Körper
Kuhmist

Lehm

  • macht trockenen Boden feuchter
  • zu viel kann den Boden fester machen
  • nur wenig zugeben

Torf

  • verhilft, den pH-Wert zu senken
  • macht einen Boden saurer
  • erst nach pH-Wert-Überprüfung einsetzen
  • nur einen kleinen Teil zur Mischung zufügen
  • dann nochmals pH-Wert messen

Sand

  • macht den schweren Boden locker
  • sorgt für Frische und Feuchtigkeit im Boden
  • vorsichtig einsetzen, setzt Nährstoffgehalt herab
Sand

Kalk

  • entsäuert den Boden
  • ist dieser zu sauer leicht Kalk einstreuen
  • Kalk nur wenig einsetzen
  • viele Pflanzen vertragen keinen Kalk
  • daher lange vor dem Pflanzen Erde mit Kalk mischen
  • bessert die Bodenstruktur auf
Hinweis: Wichtig ist, dass Sie darauf achten, wenn Sie die Gartenerde mit den anderen Komponenten mischen, dass diese später krümelig und locker ist und nicht so schnell verdichtet. Denn ist dies der Fall, kann es schneller zu Staunässe kommen, die auf jeden Fall vermieden werden muss.