Dipladenia

Die Dipladenia – dazu zählt auch die Mandevilla oder Sundaville – stammt aus dem südamerikanischen Raum und gehört zu den Hundsgiftgewächsen (Apocynaceae). Sie wird in unseren Regionen als Terrassenpflanze kultiviert und beeindruckt hier in den Sommermonaten jeden, der einen Blick darauf wirft. Von ihr gibt es über 100 verschiedene Arten, dazu zählen aber die ursprünglichen Sorten, die es heute fast nicht mehr gibt. Die bei uns kultivierten Pflanzen stammen von der Sorte Dipladenia sanderi und werden als Hybriden für die Terrasse oder den Garten angeboten.

Die Pflanze und ihre verschiedenfarbigen Blüten

Die Dipladenia ist eine Kletterpflanze mit ovalen, grün-glänzenden Blättern und Trichterblüten, die ihren Namen durch ihr trichterförmiges Aussehen erhalten haben. Die Pflanze kann in unterschiedlichen Blütenfarben im Gartenfachhandel gekauft werden. In einem schönen Kübel auf der Terrasse wächst und gedeiht sie sehr gut, aber auch an einem Spalier stehend ziert sie eine Mauer oder wächst an einem Zaun hinauf. Leider ist sie bedingt durch ihre Herkunft nicht winterhart und verträgt auch keine Temperaturen unter 8°. Aus diesem Grund muss man sie schon frühzeitig hereinholen, denn durch Kälte werden ihre Blätter gelb. Besonders diese schöne Variation ist sehr beliebt:

Dipladenia Sundaville „Red“, reich blühend auch in rot, rosa und weiß

Bis zu diesem Zeitpunkt blüht sie jedoch unermüdlich und erfreut den Besitzer durch die immer wieder neu einsetzende Blütenpracht. Am häufigsten wird die Dipladenia mit rosafarbenen Blüten angeboten, die bis in den Farbton pink hineingehen. Ebenso kann man aber auch Pflanzen mit knallroten oder strahlend weißen Blüten bekommen, manche haben sogar noch einen gelb gefärbten Innenbereich.

Dipladenia - MandevillaDipladenien gehören zu den sogenannten Hundsgiftgewächsen, das heißt, hinter ihrer beeindruckenden Schönheit lauert auch ein bisschen Gefahr. Diese Art der Pflanzen ist in allen Pflanzenteilen giftig, deshalb sollte man sie nicht aufstellen, wenn kleine Kinder im Haus sind. Sie könnten die Pflanze in ihrer Neugier näher untersuchen, ein Blatt abbrechen und dabei mit dem austretenden weißen Milchsaft in Berührung kommen. Dieser verursacht Hautreizungen und ist sehr giftig.
Achtung: Die Dipladenia ist giftig, ihr Milchsaft verursacht Hautreizungen, Vorsicht mit Katzen.

Die Dipladenia kann bis zu zwei Metern hoch wachsen, wenn man ihr die Gelegenheit dazu gibt. Damit die Pflanze im Kübel zunächst gedrungen wächst, wird sie mit einem speziellen Mittel am Höhenwachstum gehindert. Später im Alter von 2 Jahren kann sie dann an einem Spalier hinaufwachsen, die Wuchshöhe kann der Blumenfreund selbst bestimmen.

Standort der Dipladenia

Die Pflege der Dipladenia ist nicht besonders aufwendig oder umständlich. Sie mag ein sonniges Plätzchen auf der Terrasse oder an der Hauswand und lässt sich gerne vor Regen schützen. Versucht man, ihr einen „artgerechten“ Standort zu geben, ist sie sehr dankbar und belohnt den Besitzer mit vielen, vielen Blüten. Ein solcher Standort sollte auch windgeschützt sein, wie viele andere Pflanzen aus dem Süden Amerikas auch mag sie keinen Wind und keine Nässe. So sollte der Standort also am besten aussehen:

  • Windgeschützt
  • Sonnengeschützt
  • Regengeschützt
  • Hell
  • luftig
  • Mäßig gießen
  • Großer Nährstoffbedarf

Dipladenia - MandevillaHell und windgeschützt und bei zu vielen Regen unter ein Dach gestellt wird die Dipladenia dem Besitzer sehr dankbar sein. Er sollte allerdings darauf achten, dass sie trotzdem ausreichend luftig steht, denn stehende Luft mag sie nicht. Den großen Nährstoffbedarf kann man mit Dünger stillen, den man alle 1-2 Wochen ins Gießwasser gibt. Besonders während der Blütezeit ist der Nährstoffbedarf der Dipladenia hoch. Im August sollte dann jedoch nicht mehr gedüngt werden, weil dann bereits die Ruhephase zur Überwinterung beginnt.

Wird die Pflanze zu reichlich gegossen, entwickeln sich die Triebe zu stark und es werden weniger Blüten gebildet. Trotzdem sollte man aufpassen, dass die Erde der Pflanze nicht austrocknet, wie es im Sommer und vor allem bei trockenem und warmem Wetter schnell passiert. Wenn die Erde zwischen zwei Wassergaben ein bisschen auf der Oberfläche abtrocknen kann, dankt die Dipladenie dies sehr. Sie mag keine Staunässe, deshalb auch den Untersetzer oder den Übertopf vom Restwasser befreien.

Man kann sagen, je mehr man die Pflanze in der Blühphase düngt, desto mehr Blüten bildet sie aus, aber nur, wenn sie gleichzeitig nur wenig bis mäßig gegossen wird. Viel Wasser würde sie nur in die Bildung von Trieben investieren und dabei die Bildung der Blüten vergessen. Das wäre viel zu schade, denn die herrlichen Blüten sind eine wahre Augenweide, gleich, in welcher Farbe sie sind. Die Blüten werden nur an den frischen Trieben gebildet, deshalb kann sie auch bedenkenlos zurückgeschnitten werden.

Zurückschneiden kann man die Pflanze entweder im Frühjahr, wenn sie gerade mit dem Austreiben beginnt oder auch noch im Herbst, wenn sie ihre Winterruhe beginnt. Sowohl die Seitentriebe wie auch die allgemeine Höhe kann dabei zurückgeschnitten werden.

Hinweis: Die Blumenerde sollte ähnlich wie Geranien Erde neutral bis leicht kalkhaltig sein.

Blumenerde und Umtopfen

Die Blumenerde sollte für die Dipladenia aus einem humusreichen Substrat bestehen. Wichtig ist, dass das Wasser abfließen und keine Staunässe entstehen kann. Zu diesem Zweck werden einfach ein paar Tonscherben über das Wasserabzugsloch am Topfboden gelegt. Wenn die Pflanze umgetopft werden muss, sollte das im Frühjahr erfolgen. Es ist aber nicht notwendig, die Prozedur jedes Frühjahr vorzunehmen, wenn der neue Topf eine Nummer größer ausfällt.

Überwintern

Eine ausführliche Anleitung zur Überwinterung finden Sie hier. Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung:

Dipladenia - MandevillaDie meisten Pflanzenliebhaber möchten ihren Balkon oder ihre Terrasse mit schönen Sommerpflanzen schmücken, haben aber zu wenig Platz für die Überwinterung. Alleine schon, wenn man seine Geranien überwintern möchte, braucht man neben dem erforderlichen Geschick dafür auch den nötigen Platz. Auch die Dipladenia braucht Platz für ein Winterquartier, denn sie kann keinen Frost und auch keine Temperaturen unter 8° vertragen.

Natürlich möchte man eine solche schöne Pflanze auch dann hegen und pflegen, wenn sie ihre Ruhezeit hat und sich erholen möchte, um im Frühling wieder neue Blüten ausbilden zu können. Bei dieser Pflanze beginnt die Winterruhe jedoch bereits im August, auch wenn sie dann noch voller Blüten ist. Nun heißt es zunächst einmal wachsam sein und das Thermometer beobachten. Sollte dieser Monat bereits mit kühlen Nächten aufwarten, muss die Dipladenia am Abend hereingeholt werden. Auch die Bewässerung muss nun auf den „Winterbetrieb“ eingestellt werden. Das heißt in diesem Fall, nur noch mäßig gießen, sodass die Erde an der Oberfläche abtrocknen kann. In dieser Zeit sollte die Temperatur am Standort der Pflanze ungefähr 13° betragen.

Tipp: Pflanze in eine Schale mit Kieselsteinen und Wasser stellen erhöht die Luftfeuchtigkeit.

In dieser Zeit wird auch das Düngen der Pflanze eingestellt. Erst im Frühling, wenn die Pflanze wieder mit ihrem Wachstum beginnt, kann mit mäßigen Düngergaben begonnen werden.

Vermehrung

Wer viel Freude an seiner Dipladenia hat, möchte vielleicht auch Ableger davon kultivieren. Auch dazu ist das Frühjahr die geeignete Jahreszeit. Die Dipladenia wird durch die sogenannten Kopfstecklinge vermehrt. Dazu wird das obere Ende des Triebes mit einem sehr scharfen Messer (Handschuhe anziehen wegen des Milchsaftes) unterhalb eines Blattknotens (Blattpaar) abgetrennt. Die unteren Blätter oberhalb der Schnittstelle werden entfernt. Dieses Stück Trieb nennt man Steckling, denn er wird nun in einen mit einem Gemisch aus Sand und Torf gefüllten Topf gesteckt. Das Mischungsverhältnis beträgt 1:1, der neue Erdenbürger wird dann mit einer Plastikhülle geschützt an einem warmen, aber nicht sonnigen Platz gestellt. Bei einer Temperatur von 23° bis 27° sollte der Steckling gut gedeihen. Wichtig ist, ihn nicht zu viel zu wässern, lediglich eine leichte Feuchtigkeit ist erwünscht.

Tipps und die Vermeidung von Pflegefehlern

Pflanzen sind Lebewesen und haben ihre eigenen Bedingungen. Wenn man sie nicht kennt oder noch keine ausreichenden Erfahrungen im Umgang mit einer bestimmten Pflanze hat, kann es leicht zu Problemen kommen. Hier sind die typischen Fehler im Umgang mit der Dipladenia:

  • MandevillaEin zu warmer Standort in der Winterpause kann dazu führen, dass die Blüten im nächsten Jahr ausbleiben oder nur wenig ausgebildet werden
  • Vor der Winterpause die Triebe kürzen, die Blüten werden an den neuen Trieben gebildet
  • Im Winterlager gibt es schnell Schädlinge, häufig kontrollieren und behandeln
  • Zu viel Wasser ist besonders in der Winterruhe Grund für Pflanzenschäden wie faule Wurzeln
  • Ein paar abfallende Blätter sind in der Winterruhe normal, sie bilden sich im Frühling wieder neu

Nach der Winterruhe im Februar wird die Dipladenia langsam wieder an die aktive Phase gewöhnt. Nun bekommt sie einen wärmeren Standort, der außerdem hell genug ist. Zunächst kann dazu ein Südfenster gewählt werden, wenn die Temperaturen es zulassen, wird die Pflanze wieder ins Freie gestellt. Dann wird auch wieder regelmäßig gegossen, etwas Dünger zugesetzt und wenn die eingangs erwähnten Hinweise befolgt werden, wird ein reiches Blütenwachstum die Belohnung sein.

Tipp: Pflanze langsam an die Winterruhe gewöhnen, nachts im Haus, tagsüber draußen.

Fazit
Die herrlich aussehende und reich blühende Dipladenia ist eine Freude für jeden Pflanzenliebhaber. Durch ihre Wuchsfreudigkeit sollte man bedenken, dass man sie schon ein paar Monate später ins Winterquartier holen muss, so sie Platz benötigt. Deshalb sollten die Triebe lieber in Schach gehalten werden. Außerdem hat dies den Vorteil, dass sich ein buschiger Wuchs entwickelt und die Blüten reichlich gebildet werden. Zu hoch wachsende Pflanzen können leicht kahl werden und sehen dann einfach nicht mehr so schön aus.