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Brennholz richtig stapeln: Anleitung | An Hauswand, als Turm & Co

Brennholz stapeln

Es gibt kaum etwas Schöneres, als im Winter vor einem lodernden Kaminfeuer zu sitzen. Voraussetzung dafür ist allerdings richtig gelagertes Feuerholz. Damit Brennholz richtig trocknet, muss es, je nach Holzart, bis zu drei Jahren lagern, was am besten in Stapeln passiert. Die Stapel sorgen dafür, dass die Luft gut durch das Holz zirkulieren kann, wodurch die Feuchtigkeit entweichen kann.

Geeigneten Ort wählen

Ziel der Holzstapel ist es, die Feuchtigkeit zu reduzieren, aber auch das Holz vor Regen zu schützen. Der Gedanke ist naheliegend, dass vielleicht ein beheizter Keller ideal ist. Doch das Gegenteil ist der Fall. Im Keller kann die Luft nicht ausreichend zirkulieren. Was dazu führt, dass das Holz „erstickt“. Dadurch sinkt auch der Brennwert drastisch ab und im schlimmsten Fall kann sich punktuell sogar Schimmel bilden.

Die idealen Plätze um Brennholz zu stapeln sind luftige Schuppen oder im Freien unter einem Regenschutz. Das kann eine Überdachung für die Stapel sein oder die Lagerung entlang einer Hauswand mit Dachvorsprung.

Tipp: Sollten Sie bisher noch keinen geeigneten Holzlagerplatz haben, können Sie einen einfachen Platz mit vier Kanthölzern, die mit Bodeneinschlaghülsen verankert werden bauen. Auf zwei Querträgern wird ein Wellplastik als Dach befestigt, wodurch das Holz vor Regen oder Schnee geschützt ist.

Im Handel gibt es auch Abdeckplanen für Holz zu kaufen. Diese Planen eignen sich jedoch nicht als dauerhafter Schutz vor Feuchtigkeit. Die Planen liegen zu dicht auf, wodurch wiederum eine Luftzirkulation gemindert wird.

Untergrund vorbereiten

Wird ein Standort im Freien gewählt, muss in der Regel auch der Untergrund vorbereitet werden. Das Brennholz darf nicht direkt auf der Erde aufliegen, da es sonst zu verfaulen beginnen kann. Zudem nimmt das Holz vom Boden Feuchtigkeit auf und wird nicht trocken.

Der Untergrund sollte nicht nur waagerecht sein, sondern mit Paletten oder Brettern ausgelegt werden. Dadurch wird verhindert, dass das Brennholz direkt auf der Erde aufliegt und damit auch gut trocknen kann. Paletten sind häufig kostenlos oder sehr günstig bei Baumärkten zu bekommen. Alternativ können alte Holzbretter verwendet werden. Diese sollten jedoch eine gewisse Stabilität haben, da sie einer großen Last standhalten müssen. Die Bretter können zwar mehrere Jahre als Untergrund verwendet werden, sind sie morsch, müssen sie erneuert werden.

Geeignete Größe

BrennholzDamit Brennholz rasch trocknet und sich die Lagerzeit nicht unnötig erhöht, sollten die einzelnen Holzscheite die gleiche Größe haben. Zwar ist es nicht notwendig mit dem Lineal nachzumessen, wer selbst Brennholz macht, sollte vor allem auf die gleiche Länge achten, da dies später das Stapeln erleichtert. Das Idealmaß für Brennholz liegt zwischen 25 und 33 cm. Dadurch passt es problemlos durch die Tür der Öfen. Empfohlen wird jedoch von den Herstellern von Öfen, sich an die untere Grenze zu halten. Ausnahme bilden lediglich Öfen oder Kamine, die sehr große Feuerräume haben. In diesem Fall kann die Länge durchaus bis zu 50 cm betragen.

Hinweis: Haben Sie sich für eine Länge entschieden, sollte die Schwankung nicht mehr als 1 - 2 cm betragen.

Neben der Länge ist auch der Durchmesser wichtig. Die Scheite trocken dadurch gleichmäßig und es wird verhindert, dass einzelne Scheite eine längere Trockenzeit benötigen. Der Durchmesser sollte maximal 7 cm betragen. Gemessen wird dies an der breitesten Seite des Holzes. Allerdings sollte auch Rundholz, das bereits diesen Durchmesser hat, zumindest ein Mal gespalten werden. Das begünstigt eine rasche Trocknung der Scheite.

Reihenstapel an einer Hauswand

Der Vorteil von einem Wandstapel ist, dass die Scheite an einer Hauswand angelehnt werden können. Werden das Holz auf einem festen Untergrund geschichtet, wie Beton, muss als Untergrund dennoch eine Palette oder Bretter verwendet werden. Denn auch auf einem befestigten Boden können sich beispielsweise Pfützen bilden. Zudem sorgt die Auflage dafür, dass der Stapel auch gut von unten belüftet wird.

Anleitung zum Schichten an der Hausmauer:

  • Hauswand gegebenenfalls mit OSB-Platten schützen
  • an Enden jeweils Holz 3 – 4 Scheiter immer längs und quer schichten für die Stabilität
  • reihenweise Holz auflegen mit Rindenseite nach unten
  • maximal 2 – 3 Meter Höhe ohne zusätzliche Seitenstützen
  • bei Bedarf mit Wellblech oder Wellkunststoff vor Regen oder Schnee schützen

HolzDer Wandstapel ist eine praktische Variante, weil die Mauer als Stütze dient. Kleine niedrige Türe aus Brennholz können Sie problemlos ohne zusätzliche Seitenstützen stapeln. Ab einer Höhe drei Metern reicht die über Kreuz Stapelung an den Seiten als Stütze nicht mehr aus. Diese würden von den Scheitern in der Mitte auseinander gedrückt werden.

Über Kreuz Stapelung wird auch angewandt, wenn ein Fenster an der Hauswand freigelassen werden muss. In diesem Fall wird ab Fensterhöhe links und rechts zur Stabilität wieder über Kreuz geschichtet. Abgeschlossen wird der Stapel über Fensterniveau mit einem Brett, wodurch oberhalb des Fensters die Schichtung fortgesetzt werden kann.

Hinweis: Der Wandstapel sollte an der Ost- oder Westseite errichtet werden. Dadurch trocknet er nicht zu schnell, dafür jedoch gleichmäßig.

Wandstapel im Schuppen

Der Wandstapel kann auch im Schuppen errichtet werden. Er hat den Vorteil, dass hier mehrreihig errichtet werden kann. Brennholz kreuz und quer zu stapeln ist in diesem Fall allerdings an den Enden nur dann notwendig, wenn es keine stützende Mauer gibt. Allerdings kann in diesem Fall nicht Reihe an Reihe gestellt werden, da dadurch keine ausreichende Belüftung mehr möglich ist. Deshalb wird zwischen jeder Reihe etwa Scheitlänge freigelassen. In diese Lücke werden die Holzscheite einfach locker quer zu den Reihen hineingeworfen.

Wandstapel fürs Auge

HolzObwohl die Scheite eigentlich eine einheitliche Größe und Dicke haben sollten, gibt es dennoch manchmal Ausnahmen von dieser Regel. Viele weichen bewusst davon ab, um mit unterschiedlich dicken und langen Hölzern kreative Muster in die Stapel zu machen. Manche kreative Stapler machen daraus richtige Kunstwerke etwa auch aus den Farbnuancen unterschiedlicher Holzarten.

Manche verbauen darin sogar alte Holzräder, was durchaus von Vorteil ist bei großen Stapeln. Dadurch können auch mittlere Bereiche der Stapel gut belüftet werden.

Klafterstapel errichten

Das Klafter ist eine historische Maßeinheit. Es entspricht der Spanne zwischen den waagerecht ausgestreckten Armen eines männlichen Erwachsenen. Daraus ergibt sich auch die Schwierigkeit, dass ein Klafter kein exaktes Maß ist. In der Regel wird davon ausgegangen, dass ein Klafter einer Länge von rund 1,80 m entspricht.

Als Raummaß wird es gelegentlich noch für Scheitholz verwendet. Ein Klafterstapel entspricht eine Länge, Breite und Höhe von je einem Klafter. Das sind in etwa 2 – 3 Festmeter an Brennholz. Allerdings wird er Klafterstapel selten dafür verwendet fertiges Brennholz zu stapeln. In der Regel eignet er sich dafür grob gespaltenes Holz, das noch passend für Öfen zugeschnitten werden muss, im Wald zu stapeln.

Hinweis: Für einen Klafterstapel von Brennholzscheitern im Freien braucht es einen geeigneten Unterstand, der mindestens das Klaftervolumen haben muss. Er benötigt eine Abdeckung, die über den Stapel ragen muss.

Rundstapel schichten

Während der Klafterstapel eher aufwendig ist, ist der Rundstapel weniger aufwendig zu schichten. Beim Rundstapel wird ein runder Turm Schicht für Schicht aufgebaut. Je nach Durchmesser kann der Turm mehrere Meter hoch werden. Grundsätzlich sind mit größerem Durchmesser auch höhere Türme möglich. Häufig ist zu lesen, dass der Rundstapel keine Abdeckung benötigt, das erhöht allerdings die Lagerzeit. Theoretisch läuft das Wasser an den Seiten ab, was allerdings bedeutet, dass die oberen Scheite und die Seiten wiederholt nass werden. Daher ist es von Vorteil, den Rundstapel dennoch abzudecken.

Anleitung für einen Rundstapel:

  • Brennholz Rundstapelwaagerechtes, kreisförmiges Fundament legen
  • Brennholz sorgfältig in Form eines Zylinders stapeln
  • die Mitte parallel mit Scheiten auffüllen
  • ab 1 m Höhe immer weiter in die Mitte legen
  • bei der letzten Schicht Holz mit Rinde nach oben auflegen

Nicht immer ist der Standort optimal für einen runden Turm und durch ungleich dicke Scheiter kann er rasch schief werden. In diesem Fall werden zwischendurch immer wieder einzelne Scheite waagerecht aufgelegt, um solche Unregelmäßigkeiten auszugleichen. Anschließend wird wieder nach Anleitung Holz aufgeschichtet.

Der Vorteil von den runden Stapeln ist, dass sie sehr flexibel in Bezug auf den Standort sind. Der Nachteil ist allerdings, dass die unterste Reihe meist vermodert, da sie häufig direkt auf der Erde aufliegt. Alternativ kann auch in diesem Fall der Boden mit alten Brettern abgedeckt werden.