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Blumenerde schimmelt – was tun gegen Schimmel?

Blumenerde schimmelt

Wenn sich Schimmel auf der Blumenerde zeigt, reagieren viele Menschen schon fast panisch – zu Recht, Schimmel in sichtbaren Ausmaßen ist weder gesund noch optisch annehmbar. Das können Sie tun gegen den unerwünschten Belag, vorbeugend und bei aktuellem Befall.

Wieso schimmelt Blumenerde?

Schimmelsporen sind in gewissem Maße in jeder Erde enthalten. Sie sind in jedem abgestorbenen Pflanzenteil enthalten, aber auch in feuchter Luft, vollkommen entkommen kann man ihnen eigentlich nicht. Diese Sporen warten nur darauf, sich auszubreiten, und dazu braucht es unter Umständen nur ein wenig zu feucht und/oder ein wenig zu warm sein. Schon erhält der Schimmel ideale Wachstumsbedingungen. Dann kommt es darauf an, wie viele und welche Schimmelsporen in einer Erde auf den Start warten. Zunächst sollten Sie also prüfen, ob Sie die richtige Blumenerde verwenden.

Die richtige Erde für Ihre Pflanzen

Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, dass Erde und Pflanzenerde nicht das gleiche sind? Wenn Ihrer Blumenerde häufig schimmelt, sollten Sie das sicher einmal tun. Denn was Sie im Handel als „Blumenerde“ erwerben, hat mit Erde häufig nicht sehr viel zu tun. Sie kaufen vielmehr eine Mischung aller möglichen Stoffe, die geeignet sind, einer Topfpflanze Halt zu geben, Wasser und Dünger zu speichern und wieder abzugeben und sich auch nach völligem Austrocknen gut wieder befeuchten lassen.

KompostDas kann Kompost oder Sand sein, aber auch Holzhäcksel und Holzfasern, die in Erde eigentlich nichts zu suchen haben, und noch eine Vielzahl von weiteren organischen und auch mineralischen Substanzen. Und immer noch wird in Blumenerde viel Torf gemischt. Ein nicht wieder gut zu machender Umweltfrevel und schon mal eine gute Chance auf Schimmel in der Blumenerde. Pflanzenerde mit einem hohen Anteil an altem, reifem Torf neigt zu Schimmelbildung, weil dieser Torf das Substrat viel zu fein strukturiert. Aber auch wenn junger Torf genommen wird oder wenn es sich um ein torffreies Produkt handelt, haben Sie gute Chancen, mit der Blumenerde Ihren Schimmel gleich mitzukaufen.

Wenn Sie in der Vergangenheit eine gute Blumenerde gekauft haben, die nicht schimmelt, und diese nun immer wieder kaufen wollen, sind Sie leider auch nicht auf der sicheren Seite. In den Verpackungen befindet sich nicht unbedingt jedes Jahr die gleiche Erde. Jedes Jahr wird eine neue Ausschreibung für die Zulieferung gemacht, bei der der günstigste Anbieter meist den Zuschlag erhält.

Schimmelfreie Erde

  • Gartenerde oder Mutterboden besorgen und mit einem Drittel reifem Kompost mischen
  • Nährstoffgehalt können Sie selbst einstellen, mit organischem Stickstoff (Hornspäne) und Spurenelementen (Urgesteinsmehl)
  • wollen Sie die Erde für Ihre Pflanzen auflockern, sollten Sie Torfersatzstoffe verwenden, die gröber sind
  • z. B. Kokoshumus, speichert Wasser und Luft und ist frei von Schimmelsporen
  • Kokoshumus wirkt von Natur aus leicht fungizid, kann häufig helfen, Schimmelprobleme abzustellen

Vor allem wenn Sie eine möglichst nährstoffarme Anzuchterde brauchen, können Sie auch Perlit beimischen, einen sterilen Stoff mit Gesteinsstruktur, die nicht schimmeln kann.

Schimmel auf der Blumenerde vorbeugen

BlumenerdeHäufig entwickelt sich der Schimmel, wenn Sie versuchen, Ihre Pflanzen vorbeugend zu gießen, weil Sie z. B. über das Wochenende in einen Kurzurlaub starten. In diesem Fall können Sie der Schimmelbildung vorbeugen, wenn Sie ein Bewässerungssystem einsetzen. Das versorgt die Pflanzen nach und nach mit Wasser anstatt den Untersetzer voll Wasser zu gießen. Dadurch entsteht vor allem bei warmen Temperaturen sehr schnell ein ausgesprochen schimmelfreundliches Klima. Wenn Sie noch kein geeignet Bewässerungssystem gefunden haben, sollten Sie lieber einen Nachbarn bitten, Ihre Pflanzen zu gießen.

Die Schimmelbildung kann auch dadurch verursacht werden, dass Sie es generell zu gut meinen mit der Wasserversorgung Ihrer Pflanzen. Wenn die Erde in den Blumentöpfen einige Zeit so richtig schön nass ist, bildet sich gerne Schimmel auf der Erde. Diese Zeit muss nicht sehr lang sein, wenn viele Sporen in der Erde sind, kann sich sichtbarer Schimmel von einem Tag zum anderen entwickeln.

Von einer wohldosierten Wassergabe werden übrigens auch Ihre Pflanzen profitieren: Zu viel Wasser ist schädlich für die Pflanzen. Experten schätzen, dass mehr Pflanzen an übermäßigem Gießen eingehen als an allen sonstigen Pflegefehlern. Bis Sie Ihre Pflanzen durch Überbewässerung ertränkt haben, haben Sie dann noch gute Chancen, Trauermücken anzulocken, die lieben sattfeuchte Blumenerde und legen hier ihre Larven ab.

Wenn sich immer wieder Schimmel auf der Erde zeigt, sind vielleicht auch eine zu hohe Luftfeuchtigkeit und Temperatur mit beteiligt. Aber als erstes sollten Sie auf jeden Fall Ihr Bewässerungsverhalten überprüfen.

Die richtige Bewässerung schützt vor Schimmel

Diese Tipps helfen Ihnen, Ihre Pflanzen ausreichend, aber nicht übermäßig mit Wasser zu versorgen:

  • Bewässerung über Wasser im Untersetzer ist an sich nicht die schlechteste Methode, besonders wenn Sie unsicher sind, welche Wassermengen eine Pflanze braucht
    • diese Bewässerung kontrollieren
    • nach etwa einer halben Stunde nicht aufgenommenes Wasser entsorgen
  • Bromelie gießengießen Sie von oben, (bis auf wenige Ausnahmen) immer erst Wasser nachgeben, wenn sich die oberste Schicht trocken anfühlt
  • Pflanze vergessen, nicht versuchen, die vergessene Wassergabe durch mehrere üppige Bewässerungen nachzuholen
    • tauchen Sie die Pflanze lieber einmal so lange komplett in Wasser, bis keine Luftbläschen mehr hochkommen
    • dann sehr gut abtropfen
    • erst wieder sparsam gießen, wenn die Erdoberfläche wirklich trocken ist
  • Als Schimmelvorsorge soll auch etwas Vogelsand auf der Blumenerde dienen, in dem sich die Sporen nicht entwickeln können

Vorhandenen Schimmel bekämpfen

Wenn es doch passiert ist, sollten Sie Schimmel auf Pflanzenerde sofort entfernen, wenn Sie ihn bemerken. So sollte die Schimmelentfernung durchgeführt werden:

  • Pflanzen ins Freie tragen und Folie auslegen, die nachher auf den Müll wandert
  • Pflanzen aus ihren Töpfen nehmen
  • alte Blumenerde ist von Schimmelsporen durchsetzt, sie darf nicht mehr verwendet werden
  • von den Wurzeln so viel Erde wie möglich abschütteln
  • Pflanzen mit den möglichst „nackten“ Wurzeln in einen auswaschbaren Kunststoffbehälter geben
  • Pflanzenwurzeln direkt über einem Abfluss mit Wasser abspülen
  • Pflanztöpfe mit möglichst heißem Wasser, Reinigungsmittel und anschließend einer Essiglösung gründlich säubern
  • Anschließend frische, schimmelfreie Blumenerde in die Töpfe füllen und abgespülten Pflanzen einsetzen
  • Folie mit der alten Erde zusammenfalten und in einen verschließbaren Müllbehälter geben

Blumenerde SchimmelWenn Sie diese Beschreibung ziemlich „pingelig“ finden – bei der Schimmelentfernung sollten Sie wirklich sauber und gründlich arbeiten, weil der Schimmel keineswegs nur ein „optischer Störfaktor“ ist. Dieser Schimmel ist auch für uns Menschen nicht ganz unbedenklich. Außerdem kann ein Schimmelbefall die Entstehung von Krankheiten an Pflanzen erheblich fördern, weil er die Pflanze insgesamt schwächt.

Wenn sich der Schimmel im Terrarium entwickelt hat, sollten Sie zuerst alle abgefallene Pflanzenteil einsammeln. Der Schimmel könnte aber auch durch das Futter von Terrarientieren eingeschleppt werden, hier hilft nur laufende Säuberung der Näpfe und deren Umgebung. Bevor Sie das Terrarium komplett ausräumen, könnten Sie versuchen, einige Zeit mit Lapachotee zu gießen. Dieser Baumtee enthält einen Stoff, der Tieren nicht schadet, aus dem aber Fungizide hergestellt werden. Ein Zaubermittel gegen Schimmel im Terrarium sollen bestimmte exotische Arten von Asseln und Springschwänzen sein, die es in Zoohandlungen zu kaufen gibt.

Wenn Sie Pflanzen kultivieren, die in einer solchen Wärme und Luftfeuchtigkeit gehalten werden möchten, dass sich Schimmel ebenfalls prächtig wohlfühlt, sollten diese Pflanzen besser in einem (Klein-) Gewächshaus gehalten werden, als dass Sie einen Raum in Ihrer Wohnung dauerhaft einer zu hohen Luftfeuchtigkeit und Temperatur aussetzen. Die Erde für ein solches Gewächshaus könnte man dann durch Erhitzung (120 Grad, mindestens eine Stunde) möglichst frei von Schimmel machen. Sie sollten auch etwas Kokoshumus untermischen. Wenn sich ganz leichter Schimmel zeigt, können Sie vor dem kompletten Ausräumen noch versuchen, die Schimmelsporen mit Lapachotee oder Chinosol (Apotheke: als Tabletten zum Auflösen) im Gießwasser zum Absterben zu bringen.

Fazit
Wenn Ihre Blumenerde schimmelt, ist das ärgerlich, aber zu bekämpfen. Wenn die hier genannten Maßnahmen nicht helfen, ist es möglicherweise hilfreich und erforderlich, dass Sie sich über richtiges Lüften und eine in Wohnräumen angemessene Luftfeuchtigkeit informieren. Vielleicht müssen Sie aber auch nur die Einkaufsquelle für Ihre Blumenerde wechseln.