Bangkirai-Holz

Bangkirai (oftmals auch Bankirai, Bankirei, Bangkirei geschrieben) ist ein Tropenholz. Es gehört zu der südasiatischen Gattung Shorea, wie auch Red Balau und Meranti. Bangkirai gehört zu den so genannten „Yellow Balau“, den helleren Hölzern (im Unterschied zu „Red Balau“). Das Verbreitungsgebiet dieses Holzes reicht von den Philipinnen bis Java.

Bangkirai ist sehr hart und lässt sich oft nur schwer bearbeiten. Beim Hobeln kann es wegen des Wechseldrehwuchses zum Ausreißen kommen. Sägen, Bohren, Fräsen und Stemmen bringt gute Ergebnisse, aber nur bei entsprechender Ausrüstung. Wichtig ist, dass die Hölzer gut klimatisiert sind, besonders für gute Passung und bei Verleimung.

Besonders beliebt bei Gartenbesitzern ist Bangkirai, weil das Kernholz extrem widerstandsfähig gegen Pilze, Insekten und verschiedene Termiten ist. Aus diesem Holz werden hauptsächlich Holzbohlenbeläge von Terrassen und Balkonen und Möbel für den Outdoorbereich hergestellt. Die extreme Widerstandsfähigkeit von Bangkirai beruht auf der hohen Dichte und dem hohen Ölgehalt des Holzes und seiner Unempfindlichkeit gegen Pilze und Insekten.

Unter günstigen Voraussetzungen und bei Beachtung der Regeln des konstruktiven Holzschutzes liegt die Lebensdauer von verarbeitetem Holz etwa bei 40 bis 50 Jahren, auch ohne Imprägnierung. Im Normalfall geht man bei Bangkirai, welches im Freien verlegt wurde von einer Lebensdauer von 25 Jahren aus. Pflege ist kaum erforderlich. Nur wer die schöne Farbe des Holzes erhalten möchte, sollte es regelmäßig mit einem Hartholzöl behandeln.

Auf Grund der hohen Nachfrage ist gutes Bangkirai-Holz nur noch schwer zu bekommen.

Bangkirai für die Terrasse

HartholzBei entsprechender Qualität ist Bangkirai gut als Terrassenboden geeignet. Es ist lange haltbar, sieht gut aus und lässt sich recht leicht verlegen. Allerdings ist es zur Massenware geworden. Das hat oft Auswirkungen auf die Qualität. Außerdem ist die Herkunft des Holzes manchmal fraglich. Wer nicht zur Abholzung der Regenwälder oder zu Monokultur beitragen möchte, sollte sich deshalb nach Alternativen umsehen. Bangkirai stammt meist aus Asien. Dort gibt es kaum FSC zertifizierte Unternehmen. Das meiste Holz stammt aus Raubbau.

  • Sehr gute Haltbarkeit.
  • Resistenzklasse 2 für Terrassendielen
  • Die Abkürzung AD auf den Lieferlisten bedeutet, es handelt sich lediglich um an der Luft getrocknetes Holz – da muss mit Qualitätseinbußen gerechnet werden! Das Holz verdreht und verzieht sich leicht.
  • Die Abkürzung KD bedeutet, das Holz wurde technisch getrocknet. Das ist die deutlich bessere Qualität.
  • Bangkirai kann Wurmlöcher enthalten, Farbunterschiede und kommt oft schon verdreht beim Kunden an.
  • Als Alternative eignen sich Massaranduba, Garapa oder Angelim Amargoso.

Bangkirai für den Balkon

Wie für Terrassen ist Bangkirei auch für Balkone eine gute Alternative zu Steinbelägen. Das Holz vermittelt Wärme, zumindest, wenn es regelmäßig gepflegt wird. Graues Holz punktet damit nicht mehr.

  • Für den Balkon eignen sich auch Holzfliesen gut. Das gibt eine interessante Optik.
  • Sie haben die selben Eigenschaften wie Terrassendielen.
  • Vorsicht! Bangkirai neigt zum Ausbluten. Im Holz enthaltene Inhaltsstoffe können bei Bewitterung ausgewaschen werden und angrenzende bzw. darunter liegende Bauteile oder Balkone verschmutzen. Einie Reinigung ist kompliziert, wenn überhaupt möglich.
  • Ansonsten siehe Text oben!

Pflege des Hartholzes

Holz streichenBangkirai benötigt nicht viel Pflege, dankt es aber trotz allem. Holz, welches jeder Witterung ausgesetzt wird, sollte etwas Pflege erhalten. Einmal im Jahr eine Behandlung, das ist sicher machbar. Wird Bangkirai nicht gepflegt, verliert es seine schöne warme Farbe. Es wird mit der Zeit grau. Man spricht von einer silbernen Patina, aber eigentlich sieht es nur ungepflegt aus. Der graue Farbton passt nicht wirklich zu den warmen Farben eines Gartens.

  • Im Handel gibt es einige Spezialpflegemittel für Bangkirai-Terrassenböden.
  • Bangkirai-Öl frischt die Farbe auf und schützt das Holz vor Umwelteinflüssen.
  • Die meisten Pflegemittel bilden eine wasserabweisende Schicht. Diese schützt das Holz vor eindringender Feuchtigkeit.
  • Selbst stark ergraute Terrassen und Balkonböden kann man wieder aufwerten.
  • Die graue Patina kann entfernt werden. Man nutzt dazu Holzentgrauer.
  • Die vergraute Terrasse wird erst normal gereinigt, am besten mit Hilfe eines Schrubbers.
  • Dann muss die Terrasse gut angefeuchtet werden, ruhig richtig nass machen!
  • Holzentgrauer auftragen und gut verteilen, 10 Minuten einwirken lassen!
  • In Faserrichtung kräftig abbürsten! Mit viel Wasser spülen!
  • Nach dem Trocknen kann die Terrasse geölt werden.

Wo kauft man Beläge für den Balkon bzw. für die Terrasse?

Am besten kauft man Bangkirai im Holzfachhandel. Dort bekommt man Auskunft über die Herkunft und ein gutes Unternehmen gibt auch Auskunft über die Art der Trocknung des Holzes, bzw. zeigt die Belege her, die darüber Aufschlusss geben. Auch wen etwas zu reklamieren ist, hat man da einen guten Ansprechpartner. Auch in Baumärkten und im Baustoffhandel gibt es Bangkirai-Holz. Als Dielen oder Platten. Möbel gibt es ebenfalls im Bau- und Gartenmarkt und beim Fachhändler. Auch hier sollte man immer nach der Herkunft und dem FSC-Siegel fragen. Im Internet kannman Bangkirai natürlich auch kaufen, aber da erwirbt man es ungesehen. Auch die Reklamation hat oft so ihre Tücken. Beim Internetkauf unbedingt auf Kundenbewertungen anderer achten!

Preise

Tropenhölzer sind meist teurer als einheimische Hölzer. Allerdings haben sie ja auch einen weiten Weg hinter sich. Der Preis ist gerechtfertigt, wenn das Holz technisch getrocknet wurde. Für minderwertiges Holz lohnt der Mehraufwand nicht.

  • Terrassendiele – 25 x 145 x3350 mm – 7 € je lfm
  • Unterkonstruktion 42 x 70 x 2440 mm – 5,50 € je lfm
  • Pfosten: 90 x 90 mm – 15 € je lfm
  • je m² sind ca. 50-80€ zu veranschlagen

Verlege-Anleitung

HolzterrasseWer weder Begeisterung noch Talent für die Verlegung von Bangkirai aufbringen kann, der sollte sich seine Terrasse verlegen lassen. Allen anderen sei gesagt, es ist gar nicht so schwer, sie in Eigenregie zu verlegen. Allein, als Einzelner, sollte man es aber nicht tun. Zu zweit geht alles besser.

  • Wichtig ist, dass das Holz vorgebohrt ist!
  • Bei Vorbohrung kommt es nicht zum Abreißen von Schrauben.
  • Auch hält die Konstruktion besser.
  • Schrauben müssen aus rostfreiem Edelstahl sein (nicht verzinkt)! Bei normalen Schrauben kommt es zu Rostflecken auf dem Holz, rund um die Schraube.
  • Wichtig ist, dass auch die Unterkonstruktion aus Hartholz ist!
  • Die Dielen sollten einen Zwischenraum von 3 mm haben. So kann das Holz noch arbeiten.
  • Bevor man das Holz verarbeitet, sollte es gründlich mit Wasser gespült werden! Das ist vor allem bei der Verlegung auf Balkonen wichtig. So werden viele enthaltene Inhaltsstoffe ausgewaschen. Ansonsten wäscht diese der Regen aus und das hat dann unschöne Flecken und Pfützen auf der Terrasse oder dem Balkon untendrunter zur Folge.
  • Wichtig ist, für Unterbau und Beplankung immer dieselbe Holzart zu verwenden! Das Holz zeigt gleiches Ausdehnungsverhalten, besitzt eine vergleichbare Witterungsbeständigkeit und passt gut zusammen.

So wird Bangkirai verlegt:

1. Der Untergrund muss aufgebaut werden!

  • Steine und Unkraut beseitigen!
  • Löcher ausgleichen!
  • Boden mit leichtem Gefälle ebnen!
  • Oft ist es wegen der Stabilität notwendig ein Bett auszuheben und eine 20 cm dicke Schotter- oder Splittschicht und eine etwa 5 cm dicke Sandschicht einzubringen.
  • Ist schon eine feste, tragfähige Terrasse vorhanden, kann darauf aufgebaut werden.

Unterkonstruktion für Terrasse2. Unterkonstruktion aufbauen

  • Wurzelvlies verlegen! Unkraut wird verhindert.
  • Darüber Gehwegplatten verlegen!
  • Auf den Platten die Traghölzer positionieren!
  • Die Abstände zwischen den Traghölzern – 50 bis 60 cm
  • Traghölzer im Randbereich bündig mit den Rändern der Gehwegplatten verwenden!
  • Sonst mittig auf die Platten legen!
  • Wird auf eine bestehende, feste Terrasse verlegt, werden keine Gehwegplatten benötigt.
  • Traghölzer direkt auf vorhandene Oberfläche verlegen!
  • Dielen verlegen
  • Dielen auf dem Untergrund verteilen!
  • Schraublöcher vorbohren und absenken!
  • Jede Diele mit zwei Schrauben an jedem Tragholz befestigen, auf dem sie aufliegt!
  • Löcher müüsen mindestens 2 cm von den Dielenenden entfernt sein!
  • Alle Schraublöcher müssen in einer Reihe verlaufen!
  • Wenn alle Löcher vorgebohrt sind, wird fest verschraubt!
  • Immer an der Hauswand beginnen! Abstand von einem Zentimeter einhalten!
  • Fugen zwischen den Dielen 3 bis 5 mm.
  • Am Ende eventuelle Schnittkanten mit einem Hirnholzschutz versiegeln!

Wissenswertes zum Holz

Bangkirau ist vor allem als Terrassenbelag und für Gartenmöbel sehr beliebt. Diese Beliebtheit sorgt allerdings dafür, dass man heute kaum noch gute Qualitätsware bekommt. Wer sich mit dem Holz nicht auskennt, kann den Unterschied zwischen Marken- und Massenware nicht erkennen. Häufig wird für minderwertige Qualität einfach zu viel gezahlt. Nach einigen wenigen Jahren ärgert man sich über eine verzogene Terrasse, über Farbunterschiede und Frassgänge im Holz.

Qualitativ hochwertiges Bangkirai ist gut geeignet für den Außenbereich. Es gehört in die Resistenzklasse 2, was bedeutet, dass es noch idealere Hölzer gibt. Nachteilig sind die häufig auftrtenden Fraßgänge von Insekten, die Neigung zum Ausbluten und die mitunter minderwertige Qualität. Positiv sind die Pflegeleichtigkeit, die Witterungsbeständigkeit und das Aussehen.

Bangkirai ist im frischen Zustand gelblich braun und dunkelt oft olivbraun nach. Das Kernholz ist vom Splintholz nicht immer deutlich abgesetzt. Wechseldrehwuchs ist verbreitet. Das Holz besitzt keinen charakteristischen Geruch. Bangkirai ist schwer und hat gute Festigkeitswerte. Sie liegen um die 50 Prozent höher als bei unserer Deutschen Eiche. Bangkirai trocknet langsam. Wird der Prozess beschleunigt, führt das meist zu Rissbildung. Außerdem kann sich das Holz verziehen. Zwar schwindet die Dichte nur gering, aber es besteht eine geringe Neigung zu späterer Rissbildung, hauptsächlich an den Kanten.

Mein Fazit

Wer seine Terrasse oder den Balkon mit Holzdielen verlegen möchte, sollte zuerst hinterfragen, ob es wirklich Tropenholz sein muss? Wenn diese Frage mit ja beantwortet wurde, ist Bangkirai eine gute Wahl. Das Holz sieht gut aus, ist hart und langlebig, trotzt den Elementen und braucht nicht viel Pflege. Beim Kauf ist darauf zu achten, dass sichergestellt ist, das das Holz technisch getrocknet wurde, nicht luftgetrocknet. Auch ein FSC-Siegel macht Sinn. Jeder sollte etwas für die Erhaltung der Wälder tun. Zertifizierter, nachhaltiger Anbau ist ein erster Schritt. Douglasie ist eine sehr gute Alternative. Das Holz stammt aus einheimischen Wäldern, aus kontrolliertem Anbau und ist auch lange haltbar.