Areca-Palme, Dypsis lutescens

Seit jeher werden Palmen als die ‚Fürsten des Pflanzenreiches‘ gewürdigt. Wer die prächtige Silhouette der Areca-Palme betrachtet, versteht auf Anhieb den Sinn dieser botanischen Ehrerbietung. Mit ihren Fiederwedeln, die nahezu 2 Meter lang werden, wird sie in freier Natur bis 10 Meter hoch. Da die Areca-Palme stets mehrere der geringelten Stämme bildet, erinnert sie auf den ersten Blick an einen tropischen Mini-Palmenwald. Ihren zweiten Vornamen, Goldfruchtpalme, verdankt sie den gelbgoldenen Früchten, die sie in Zimmerkultur allerdings ebenso wenig präsentiert, wie die gelben Blüten. Das hindert hingegen niemanden, ihr im Ranking der populärsten Zimmerpflanzen einen Platz in den oberen Rängen zuzuweisen.

Kenntnis der Herkunft erleichtert die Pflege

Beheimatet ist die Areca-Palme mit dem wissenschaftlichen Namen Dypsis lutescens auf Madagaskar, der viertgrößten Insel der Welt im indischen Ozean. Hier herrscht tropisches Klima, das statt der europäischen vier Jahreszeiten, nur Regen- und Trockenzeit kennt. Entsprechend ist die Goldfruchtpalme programmiert auf eine regenreiche Wachstumsphase von April bis Oktober und eine trockene Ruheperiode von November bis März. Darüber hinaus wird ein tropisches Klima beherrscht von hohen Temperaturen. So liegt die Jahresdurchschnittstemperatur auf Madagaskar bei 25° Celsius. Zum Vergleich bewegt sich dieser Wert für Deutschland um die 9° Celsius. Angesichts dieser drastischen klimatischen Unterschiede braucht der Hobbygärtner nun nicht gleich die Flinte ins Korn zu werfen und auf die Kultivierung einer Areca-Palme zu verzichten, denn es genügen nur einige gärtnerische Kniffe, damit die zauberhafte Palme im heimischen Wohnzimmer wächst und gedeiht.

Standort und Substrat

Selbst unter idealen Standortbedingungen beträgt der jährliche Zuwachs der Areca-Palme 15 cm bis 20 cm. Demgemäß bemüht sich der ehrgeizige Hobbygärtner um einen Platz für seine Palme, an dem sie sich so wohlfühlt, dass die das Maximum des alljährlichen Wachstums aus sich herausholt.

  • Helle Lage ohne direkte Sonneneinstrahlung.
  • Pralle Sonne verursacht irreversible Blattverfärbungen.
  • Möglichst warm bei Temperaturen nicht unter 15° Celsius.
  • Als Substrat spezielle Palmenerde mit Atmungsflocken.
  • Alternativ Blumenerde auf Kompostbasis mit Perlite.

Die Areca-Palme in eine dunkle Zimmerecke zu platzieren, aus Furcht vor den gelben Blattverfärbungen, verursacht ein unansehnliches Vergeilen. Dabei treibt die Palme voller Verzweiflung dünne schwache Triebe aus auf der Suche nach jedem Lichtstrahl, der zu ergattern ist. Für den Fall, dass die Dypsis lutescens einem ungleichmäßigen Lichteinfall ausgesetzt ist, nimmt sich der geübte Hobbygärtner die Zeit, sie alle 14 Tage um 25° zu drehen, damit sie eine symmetrische Wuchsform behält.

Gießen und Düngen

Der Wasser- und Nährstoffbedarf ist abhängig davon, ob sich die Dypsis lutescens gerade in der Vegetationsphase, also der tropischen Regenzeit, oder der Ruhephase, der tropischen Trockenzeit befindet.
Vegetationsperiode von April bis Oktober

  • Hoher Wasserverbrauch.
  • Gießwasser nicht im Untersetzer stehen lassen.
  • Ab und zu den Wurzelballen in einem Wassereimer vollsaugen lassen.
  • Zwischendurch das Substrat an der Oberfläche antrocknen lassen.
  • Alle 14 Tage mit einem Flüssigdünger oder Spezial-Palmendünger verwöhnen.
  • Wachstumspause von November bis März
  • Nur geringer Wasserbedarf.
  • Mäßig feucht halten und nicht mehr ins Wasserbad tauchen.
  • Während der Ruhepause nicht düngen.

Tipp: Wie alle Palmen, so verträgt auch die Areca kein kalkhaltiges Wasser. Ideal für die Feuchtigkeitsversorgung ist daher gesammeltes Regenwasser mit Zimmertemperatur.

Tropische Luftfeuchtigkeit schaffen

Areca-Palme, Dypsis lutescensEine scheinbar problematische Komponente der Pflege stellt die hohe Luftfeuchtigkeit dar, die bei 80 % bis 90 % in unmittelbarer Umgebung der Palme liegen sollte. Da die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit in deutschen Wohnzimmern bei ca. 40 % liegt – während der winterlichen Heizperiode sogar noch deutlich darunter – besteht für den Hobbygärtner Handlungsbedarf.

  • Die Areca-Palme täglich mit lauwarmem Regenwasser besprühen.
  • Alternativ entkalktes, handwarmes Leitungswasser verwenden.
  • Im Winter mit Wasser gefüllte Schalen auf die Heizkörper stellen.
  • Einen dekorativen Zimmerbrunnen oder einen Vernebler aufstellen.
  • Einen Untersetzer mit Kieseln und Wasser füllen und die Palme darauf platzieren.

Erfahrene Palmen-Freunde plädieren für die Haltung der Goldfruchtpalme in Hydro-Kultur, weil in diesem Fall gleich mehrere Pflegefaktoren erfüllt werden, unter anderen auch die erforderliche Luftfeuchtigkeit geschaffen wird. Mithilfe eines Hygrometers kann die Luftfeuchtigkeit im Raum preisgünstig und einfach gemessen werden.

Vermehren

Angesichts des dekorativen Wertes der Areca-Palme ist der Wunsch nach weiteren Exemplaren verständlich. Da fertig gezogene Palmen aus dem Fachhandel die Haushaltskasse mitunter ziemlich strapazieren können, stellt die eigenhändige Vermehrung eine interessante Alternative dar. Dabei hat der private Palmengärtner die Wahl unter verschiedenen Methoden.

Aussaat

  • Die Samen für 24 Stunden in lauwarmem Wasser quellen lassen.
  • Einen oder mehrere Anzuchttöpfe mit nährstoffarmem Substrat füllen.
  • Geeignet sind Kokos-Hum, mineralisches Perlite oder ein Torf-Sand-Mix.
  • Das Substrat leicht anfeuchten und die Samen darauf verteilen.
  • Anschließend mit einer dünnen Schicht Kokoshum oder anderer Anzuchterde bedecken.
  • An einem hellen, warmen Ort platzieren, der nicht unter direkte Sonneneinstrahlung gerät.

Damit ein feucht-warmes Mikroklima im Topf entsteht und keine Insekten ihre Eier darin ablegen, wird das Gefäß mit Glas oder Klarsichtfolie abgedeckt. Ein Mini-Gewächshaus zur Verfügung zu haben, dürfte für diesen Zweck ebenfalls nützlich sein. Wichtig zu beachten ist, dass der Deckel alle paar Tage gelüftet wird, damit sich kein Schimmel bildet. Bis zur Keimung können viele Monate ins Land ziehen. Währenddessen wird das Substrat nur ganz leicht feucht gehalten, ohne es zu durchnässen. Trocknet es vollkommen aus, war alle Mühe umsonst.

Verseuchung des Anzuchtsubstrats effektiv verhindern

Da sich die Keimzeit über viele Monate bis zu einem Jahr hinziehen kann, besteht die Gefahr der Verseuchung nicht nur durch Insekteneier, sondern auch durch Viren und Pilzsporen. Dieses Handikap kann verhindert werden:

  • Das Anzuchtsubstrat auf einem Stück Küchenfolie ausbreiten.
  • Die Samen darauf verteilen und mit Kokoshum bedecken.
  • Daraus ein kleines Päckchen formen und beschriften.
  • Am warmen Platz aufbewahren, der auch dunkel sein kann.
  • Regelmäßig anfeuchten und kontrollieren, ob die Keimung einsetzt.

Dank dieses botanischen Kunstgriffs bleibt die Aussaat während der lang andauernden Keimzeit vor schädlichen Angriffen geschützt und nimmt nur minimalen Platz in Anspruch. Anschließend werden die Sämlinge in Töpfe gesetzt und wie beschrieben herangezogen.

Ableger/Kindel

Areca-Palme, Dypsis lutescensBilden sich an einer erwachsenen Areca-Palme Seitensprossen, die aussehen, wie die Mini-Ausgabe der Mutterpflanze, erhält der Hobbygärtner Vermehrungsmaterial an die Hand, das deutlich schneller zum Erfolg führt, als die Aussaat.

  • Im Frühjahr mit einem scharfen Messer auf eine Länge von 30 cm abtrennen.
  • Eine zwingende Voraussetzung ist, dass der Ableger über eigene Wurzeln verfügt.
  • Jedes Kindel kommt in einen Topf mit einem feuchten Torf-Sand-Gemisch.
  • Darüber wird eine perforierte Plastikhaube gestülpt.

An einen hellen, warmen Fensterplatz verbleibt die Haube für 4 bis 6 Wochen über dem Anzuchtgefäß und kann anschließend entfernt werden. Die kleinen Dypsis lutescens werden regelmäßig gegossen, wobei die Substratoberfläche immer wieder einmal antrocknen sollte. Sobald sich der erste frische Wedel zeigt, wird umgetopft in herkömmliche Palmenerde und die Pflege umgestellt auf die Bedürfnisse einer adulten Areca-Palme. Frühestens nach 4 Monaten startet der typische Dünge-Rhythmus für diese Palmenart. Auf diese Weise werden die Ableger dazu animiert, ihre Wurzeln auszustrecken auf der Suche nach Nährstoffen.

Schneiden

Die Areca-Palme wächst wirklich nur sehr, sehr langsam. In den seltensten Fällen wird der Hobbygärtner daher den Wunsch hegen, sie zu stutzen. Sollte dies trotzdem der Fall sein, werden die Blattwedel dicht am Stamm mit einem scharfen, desinfizierten Messer abgeschnitten. Dieses Verfahren gilt selbstredend auch für die Entfernung verwelkter Wedel. Allerdings sollte sich der Palmengärtner sogleich die Frage stellen, warum es zum Welken kam.

Krankheiten und Schädlinge

Eine sorgfältig gepflegte Areca-Palme am geeigneten Standort entwickelt eine bemerkenswerte Widerstandskraft gegen Krankheiten und Schädlingen aller Art. Kommt es hingegen zu Versäumnissen in der Pflege, schwächt dies das Palmengewächs, was die Anfälligkeit für eine Infektion oder einen Schädlingsbefall überproportional erhöht.

Braune Blattspitzen

  • Die Wasser- und Nährstoffversorgung überprüfen.
  • Die Areca-Palme häufiger mit Regenwasser besprühen.
  • Braune Spitzen abschneiden bis knapp über dem gesunden Gewebe.

Gelbe Wedel

  • Ein typisches Schadbild bei Lichtmangel.
  • Die Wassergaben reduzieren.
  • Den pH-Wert kontrollieren. Liegt er über 6, wird in frisches Substrat umgetopft.

Zuerst gelbe, später braune Flecken auf den Wedeln

  • Charakteristisches Schadbild bei Sonnenbrand.
  • Sofort den Standort wechseln, heraus aus der direkten Sonneneinstrahlung.

Ganze Wedel vertrocknen

  • Damit signalisiert die Palme, dass ihre Wurzeln verfaulen aufgrund von Staunässe.
  • Umgehend austopfen, das nasse Substrat und die verfaulten Wurzeln entfernen.
  • In frisches Substrat eintopfen und ab sofort Staunässe vermeiden.
  • Ob die Rettung der Goldfruchtpalme gelingt, ist allerdings fraglich.

Schwarzer Belag auf den Blättern

  • Eindeutiger Hinweis auf eine Pilzinfektion durch Rußtau.
  • Die Areca-Palme gründlich abduschen.
  • Anschließend die Läuse mit biologischen Mitteln bekämpfen.
  • Vorbeugend Pflanzenschutz-Stäbchen ins Substrat drücken.

Knötchen auf den Palmblättern

  • Wahrscheinlich hat der Phönix-Brandpilz zugeschlagen.
  • Im frühen Befallsstadium die erkrankten Wedel abschneiden.
  • Keinesfalls auf den Komposthaufen werfen, sondern in den Hausmüll.
  • Ansonsten die gesamte Palme entsorgen, weil keine Rettung möglich ist.

Weiße Gespinste auf und unter den Wedeln

  • SpinnmilbenIn diesem Fall ist die Spinnmilbe zugange aufgrund zu geringer Luftfeuchtigkeit.
  • Die Dypsis lutescens gründlich abduschen von oben und unten.
  • Mit alkoholgetränkten Tüchern sorgfältig abwischen.
  • Bei hohem Befallsdruck Raubmilben oder Florfliegenlarven einsetzen.

Umtopfen

Angesichts der gemächlichen Wuchsgeschwindigkeit ist ein Umtopfen nur alle paar Jahre erforderlich. Spätestens dann, wenn sich die Wurzeln nach oben durch das Substrat drücken, möchte die Areca-Palme umziehen. Bei der Auswahl des neuen Pflanzgefäßes sollte bedacht werden, dass die Palme lange Pfahlwurzeln bildet und diesen ausreichend Platz nach unten zur Verfügung stehen sollte.

  • Nur Palmgefäße verwenden, die über ein Wasserablaufloch im Boden verfügen.
  • Darüber eine Drainage ausbreiten aus Kies, Perlite oder Tonscherben.
  • Günstig ist ein luft- und wasserdurchlässiges Vlies darüber, damit die Drainage nicht verstopft.
  • Eine erste Schicht des Palmen-Substrats einfüllen.
  • Die Goldfruchtpalme in ein Wasserbad stellen, weil sie dann leichter auszutopfen ist.
  • Mittig in das neue Kübel platzieren und mit Erde umgeben.
  • Sinnvoll ist ein Gießrand, damit nicht jedes Mal ein Substrat-Wasser-Gemisch überschwappt.

Während des Einpflanzens wird die Palmenerde mit der Faust wiederholt leicht angedrückt, damit keine Hohlräume entstehen. Sollte die Goldfruchtpalme bereits einen mächtigen Habitus entwickelt haben, ist es ratsam, dem Substrat einen Teil Gartenerde beizugeben, um die Standfestigkeit zu erhöhen.

Fazit
Die Areca-Palme ist dank ihrer zauberhaften Fieder-Wedel ein dekorativer Blickfang in jedem Raum. Selbst Anfänger, die ihre erste Wohnung begrünen möchten, legen mit der Dypsis lutescens einen gelungenen Start in die Hobbygärtnerei hin. Stimmen Standort, Wasser- und Nährstoffhaushalt, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen bei der Kultivierung. Mithilfe der richtigen Pflege-Tipps werden auch kleinere Probleme schnell wieder aus der Welt geschafft.