alpenveilchen im Topf

Standen die Alpenveilchen früher nur auf der Fensterbank in Großmutters Wohnzimmer, so sind sie heutzutage in vielen Wohnungen beliebte Zimmerpflanzen im Winter. Denn die anmutige Pflanze wünscht sich im Sommer einen Platz im Freien für ihre Ruhephase und sollte daher an einen kühlen, schattigen Ort nach Draußen umziehen. Doch die Pflege der in vielen Farben blühenden Pflanze ist nicht ganz einfach und schnell bilden sich gelbe Blätter, die durch ein wenig Aufwand in der Pflege jedoch vermieden werden können. Daher sind Alpenveilchen vor allem für alle geeignet, die ein wenig Zeit mitbringen.

Steckbrief

  • wächst wild in vielen Gebirgshöhen, nicht nur in den Alpen
  • anspruchsvolle, blühende Pflanze
  • Erfahrung in Pflege für Zimmerpflanzen von Vorteil
  • wird bis zu 30 cm hoch
  • Knollenpflanze
  • in vielen verschiedenen Blütenfarben erhältlich
  • von weiß über rosa, violett bis hin zu pupurrot
  • neigt zu Bildung gelber Blätter
  • blüht von August bis April
  • mag kühle Temperaturen das ganze Jahr über

Gelbe oder eingerollte Blätter

In der Regel stehen die Blüten und Blätter der anmutigen Pflanze auf Spannung und sehr aufrecht. Die Farben der Blüten und Blätter leuchten und sind gleichmäßig. Zeigen sich am Alpenveilchen jedoch gelbe oder eingerollte Blätter, dann wurde es falsch gepflegt. Die gelben Blätter können entstehen, weil die Pflanze zu warm oder zu sonnig steht oder auch weil die Knollen ständig Wasser und somit Staunässe ausgesetzt sind und so die Wurzeln verfaulen. Werden die unten stehenden Pflege- und Standorttipps beherzigt, dürfte es nicht zu gelben und eingerollten Blättern kommen. Ist es doch einmal passiert, sollte wie folgt vorgegangen werden:

  • prüfen, ob die Pflanze zu warm steht
  • ist dies der Fall, sofort an einen anderen Standort stellen
  • Knolle kurz in Wasser tauchen
  • vollsaugen lassen ohne Staunässe
  • alle gelben und eingerollten Blätter entfernen
  • hierzu Blätter mit einem Ruck herausziehen
  • werden die schädlichen Blätter entfernt, wird Fäulnisbildung verhindert
  • auch Spinnmilben haben dann keine Chance, sich an den schadhaften Blättern festzusetzen
  • prüfen, ob die Pflanze zu viel Wasser erhalten hat
  • in diesem Fall das Alpenveilchen dem mit Wasser gefüllten Übertopf entnehmen
  • Erde abtrocknen lassen
  • erst wieder Wasser geben, wenn Erde vollständig trocken ist
  • hierzu die Knolle in zimmerwarmes Wasser tauchen
  • auch hier alle schädlichen Blätter, eventuell auch Blütenstängel entfernen
  • sind die Wurzeln noch nicht gefault, erholt sich die Pflanze wieder
  • ist die Fäulnis zu weit fortgeschritten, kann das Alpenveilchen meist nicht gerettet werden

Tipp: Vertrocknete Blüten und Blätter nach der Blütezeit im April, Mai sind völlig normal und kein Grund zur Sorge, denn dann ist die Pflanze in ihrer Ruhezeit. Diese Blätter werden einfach nur entfernt und die Pflanze wie beschrieben gepflegt. Im späten Sommer treibt sie dann wieder neu aus.

Standort im Winter

Alpenveilchen BlüteIm Winter verbreitet die beliebte Zimmerpflanze ihre ganze Pracht in der Wohnung, denn sie blüht von August bis April und bringt so ein wenig Farbe ans Fenster oder eine Zimmerecke. Da die Pflanze weder direktes Sonnenlicht noch direkte Heizungswärme mag, steht sie idealerweise in einer lichtdurchfluteten Ecke oder auf einem lichtdurchfluteten Platz in einem  Regal oder auf einem Schrank. Die Temperatur sollte auch im Winter zur Blütezeit nicht mehr als 20° Celsius betragen, eine hohe Luftfeuchtigkeit ist ebenfalls von Vorteil. Daher sieht der ideale Standort im Winter wie folgt aus:

  • auf einer hellen Fensterbank an einem Nordfenster, ohne Heizung
  • ansonsten jeder helle Standort in der Wohnung
  • für die gewünschte Luftfeuchtigkeit eine Schale mit Wasser auf die Heizung stellen
  • oder Luftbefeuchter nutzen
  • Pflanze kann auch auf ein mit Granulat und Wasser gefülltes Behältnis gestellt werden
  • wird es im Raum durch eine Heizung zu warm, besser Standort wechseln
  • ideal ist ein durchgehend kühler Raum wie etwa ein Schlafzimmer oder ein Treppenhaus

Tipp: Es gibt auch Sorten von Alpenveilchen, die winterhart sind, bei diesen können die Knollen etwa 7 cm tief im Gartenbeet überwintern und müssen nicht ins Haus genommen werden. Winterharte Sorten der Alpenveilchen blühen je nach Art von August bis September, von August bis Oktober oder im frühen Frühling.

Standort im Sommer

Alpenveilchen sind Winterblüher, sie blühen in der Zeit von August bis April. Doch damit sie neue Blüten über den Sommer bilden können, sollten sie an einen schattigen Standort ins Freie übersiedeln, sobald sie verblüht sind. Niedrige Temperaturen schaden der Pflanze hierbei nicht, im Gegenteil wünscht sich das Alpenveilchen aufgrund seines Ursprungs in den höheren Gebirgslagen kühlere Temperaturen. Daher sollte der Standort im Sommer wie folgt aussehen:

  • schattig, hell, keine direkte Sonneneinstrahlung
  • geschützt vor zu hohen Temperaturen
  • hohe Temperaturen zwischen 20° und 30° Celsius werden nicht vertragen
  • dann kühlen, hellen Standort wählen
  • zum Beispiel in einem Treppenhaus oder Kellereingang
  • Temperaturen sollten nur zwischen 10° und 16° Celsius liegen
  • ein schattige Ecke auf Balkon oder Terrasse sind daher ideal
  • in direkter Nähe aufgestellter Bottich mit Wasser bietet genügend Luftfeuchtigkeit

Tipp: Das Alpenveilchen braucht Sommerruhe, so wie andere Pflanzen Winterruhe benötigen. Daher eignet es sich nicht als Zierpflanze für Terrasse, Balkon oder Garten im Sommer. Hierfür müssen andere Sorten gewählt werden, die winterhart sind, im Gartenbeet verbleiben können und zu anderen Zeiten als dem Winter blühen.

Pflegetipps

Bei dem Alpenveilchen handelt es sich um eine Pflanze mit sehr hohen Ansprüchen, daher ist eine aufwendige Pflege wichtig, um über viele Jahre hinweg Freude an der anmutigen Pflanze zu haben. Diese Pflege beginnt bereits beim richtigen Wässern und hört beim Düngen auf. Wird hier ebenso etwas falsch gemacht, wie bei der falschen Standortwahl, wird die anmutige Pflanze krank und es entwickeln sich sehr schnell gelbe oder durch Spinnmilbenbefall eingerollte Blätter.

AlpenveilchenDa keinerlei Staunässe vertragen wird, sollte das Alpenveilchen nicht von oben in die Erde gegossen werden. Für die richtige Wassergabe wird die Blühpflanze regelmäßig in eine mit Wasser gefüllte Schüssel getaucht. Das Wasser darf hierbei nicht zu kalt sein, sondern Zimmertemperatur betragen. Nach etwa 20 Minuten hat sich die Knolle vollgesaugt und kann wieder entnommen werden. Wichtig ist hierbei auch, dass die Erde während der Blühphase nicht vollständig austrocknen darf.

Während der Blütezeit bis Ende April muss die Pflanze auch regelmäßig alle zwei Wochen gedüngt werden. Hierzu kann Blühpflanzendünger aus dem Handel genutzt werden. Nach der Blütezeit wird die Düngergabe vollständig und die Wassergabe bis auf ein Minimum eingestellt. Dabei sollte nur so viel Wasser gegeben werden, dass ein Schrumpfen der Wurzelknolle vermieden wird. Dies muss daher regelmäßig überprüft werden. Nun vertrocknen neben den Blüten auch die Blätter, was völlig normal ist und keine Krankheit darstellt, diese sollten zurückgeschnitten werden, damit die Pflanze nicht unnötig Kraft in diese verwelkenden Pflanzenteile stecken muss.

Kommt der Spätsommer und die Pflanze wieder an ihren Standort im Haus, bietet es sich an, das Alpenveilchen in frisches Substrat umzutopfen, die Wasserzufuhr wieder zu erhöhen und auch wieder mit dem Düngen zu beginnen. Das Substrat sollte hierbei wie folgt aussehen:

  • Blumenerde aus dem Handel nutzen
  • zur besseren Durchlässigkeit mit Sand und kleinen Kieseln mischen
  • im Übertopf zusätzlich eine Drainage anlegen
  • hierzu auf den Boden dicke Steine legen
  • hierauf den Pflanztopf stellen

Tipp: Werden alle Pflegehinweise genau beachtet, so sollte das Alpenveilchen im Sommer wieder neue Blüten und Blätter bilden, langsam wieder austreiben und ab August wieder in voller Blüte stehen.

Fazit

Alpenveilchen sind Pflanzen für Fortgeschrittene oder solche Hobbygärtner, die viel Zeit haben, sich mit der Pflege zu beschäftigen. Denn auch nur ein kleiner Fehler in der Pflege kann der anmutigen Pflanze Schaden zufügen, in diesem Fall werden die Blätter gelb, werden unter Umständen auch von Spinnmilben befallen, die sich vor allem an geschädigten Pflanzen aufhalten. In einem solchen Fall rollen sich die Blätter ein. Doch werden alle Pflegehinweise genau beherzigt, erfreut das Alpenveilchen über mehrere Jahre mit einer reichhaltigen Blüte im Winter.