Yucca Palme - Pflege der Palmlilie - Tipps zum Überwintern

Yucca PalmeDie Yucca-Palme, besser Palmlilie genannt, ist eine beliebte Zimmerpflanze. Sie kann stattliche Ausmaße erreichen und einem schnell über den Kopf wachsen. Die Yucca ist keine Palme, auch wenn der Name so klingt.



Die Pflanze sieht einer Palme sehr ähnlich, gehört aber aus botanischer Sicht zu den Spargelgewächsen.

Yucca-Palmen erkennt man an ihrem dicken runden Stamm und den an diesem in verschiedenen Höhen sitzenden Kronen. Der Stamm wird leicht bis fünf Meter hoch. Die hartlaubigen Blätter können einen halben Meter lang werden. Sie enden in einer Spitze, an der man sich ziemlich stechen kann.

Ist die Yucca-Palme giftig?

Ob eine Yucca-Palme giftig ist, darüber gibt es viele unterschiedliche Meinungen. Auch Nachschlagewerke sind nicht einheitlich. Oft wird die Yucca als ungiftig angegeben. Gerade Haustierbesitzer, insbesondere von Kaninchen, geben aber an, dass bei ihren Tieren nach dem Verzehr Vergiftungserscheinungen auftraten. Tierärzte bestätigen dies häufig. Auch Todesfälle soll es schon gegeben haben. In einigen Notfallbüchern steht die Yucca-Palme als giftig.

Fest steht, das die Pflanze Saponine enthält. Die können eine Schleimhautreizung verursachen. Außerdem wird ihnen nachgesagt, das sie für Hämolyse (Zerstörung der roten Blutkörperchen) verantwortlich sind. Es kann also durch den Verzehr zu Zahnfleischentzündungen, Speicheln, Erbrechen und Durchfall kommen. Bei kleinen Tieren sind Bewegungsstörungen, Untertemperatur und Blutungen möglich, bis hin zu komatösen Zuständen.

Wer also auf der sicheren Seiten sein möchte, sollte mit einer Yucca-Palme lieber vorsichtig umgehen. Panikmache ist wahrscheinlich übertrieben, aber sicher ist sicher.

Yucca-Palme - Bilder der Pflanze (Kommentar auf italienisch)

Blatt der Yucca PalmeHeller Standort
  • Im Sommer auch gern im Freien, allerdings nicht in der prallen Sonne
  • Pflanze langsam an die Sonne gewöhnen
  • Ein halbschattiger Standort wird toleriert
  • Zu dunkel sollte die Yucca nicht stehen. Sie wendet sich dem Licht zu, wächst schief und vergeilt
Pflanzsubstrat

Nasse Füße sind für die Yucca tödlich. Deshalb ist ein sehr durchlässiges Pflanzsubstrat wichtig. Empfehlenswert ist eine Drainage am Topfboden und, bei zu schwerem Substrat, die Beimischung von Perlite oder Bimsstein. Wer nicht viel Zeit für die Pflanze hat oder aber das Gießen recht häufig vergisst, kann Hydrokultur versuchen und dazu den entsprechenden Blähton. Das erleichtert die Arbeit schon mal.
  • Wichtig ist ein durchlässiges Substrat
  • Ideal ist Hydrokultur, besonders für Einsteiger und Pflanzenfreunde, die viel Reisen
  • Ansonsten reicht ein Gemisch aus Gartenerde, Kompost und etwas Sand
  • Perlite, Bimsstein oder Seramis lockern das Substrat auf
Pflanzen bzw. Umtopfen

Yuccas sollten nach dem Kauf schnell umgetopft werden. Sie stecken meist in viel zu kleinen Gefäßen. Hohe Gefäße sind besser als flache. Wichtig ist die Drainage, damit überschüssiges Wasser gut abfließen kann. Die Wurzeln wachsen, ebenso wie die Pflanze selbst recht kräftig. Sie schaut dann oft unten aus den Abzugslöchern heraus. Dann ist es Zeit, die Yucca umzutopfen.
  • ideal sind hohe bzw. tiefe Pflanzgefäße
  • Eine Drainage am Topfboden sorgt dafür, dass das Wasser ablaufen kann und die Pflanze keine nassen Füße bekommt
  • Umtopfen etwa alle drei Jahre
  • Spätestens, wenn die Wurzeln unten aus dem Topf wachsen
  • Yuccas werden oft in zu kleinen Pflanzgefäßen verkauft. Sie können sich nicht entfalten. Besser man topft sie bald nach dem Kauf um
  • So können Nähstoffe besser aufgenommen werden
Gießen und Düngen

Yucca-Palme im TopfWer

Gießen und Düngen gern vergisst, für den sind Pflanzgefäße mit Bewässerungssystem ideal. Ich empfehle gern Lechuzza-Gefäße, weil ich mit ihnen viele gute Erfahrungen gemacht habe. Allerdings wachsen die Pflanzen darin stärker als sonst, bilden die Yuccas auch sehr viele Wurzeln. Man muss meist frühzeitiger umtopfen, ansonsten erspart man sich mit den Gefäßen aber viel Arbeit. Je nach Topfgröße muss man einmal im Monat oder noch weniger gießen. Der Dünger kann auch über das Gießwasser verabreicht werden. Einfacher geht es kaum.
  • Nicht zu viel gießen
  • Warten bis oberste Erdschicht abgetrocknet ist
  • Bei Hydrogefäßen nimmt sich die Pflanze, was sie an Wasser benötigt
  • Ideal sind Lechuzza-Gefäße, da die Wurzeln darin nicht ständig im Wasser sind
  • Kalkhaltiges Wasser wird in der Regel gut vertragen
  • Düngen in der Wachstumsphase, alle 14 Tage mit Grünpflanzendünger
  • Wer nicht möchte, dass die Yucca schnell wächst und recht groß wird, muss sparsam bzw. gar nicht düngen
Da Yucca-Palmen eine hohe Luftfeuchtigkeit mögen, sollten sie immer mal wieder mit Wasser besprüht werden. Möglichst kalkfreies Wasser verwenden, das verhindert Kalkablagerungen auf den Blättern.


Schneiden

Eine Yucca-Palme kann, muss aber nicht geschnitten werden. Oft wird ein Schnitt nötig, weil die Pflanze das Platzangebot sprengt. Das ist aber in der Regel kein Problem. Die Pflanzen lassen sich super stutzen und dabei kann man sie noch gut vermehren. Die weggeschnittenen Teile können gleich dafür genutzt werden. Die Yucca verträgt einen Radikalschnitt.
  • Eine Yucca-Palme kann, muss aber nicht geschnitten werden
  • Man schneidet nur, wenn die Pflanze zu groß geworden ist
  • Bester Zeitpunkt – im Frühjahr
  • Dann den Stamm einfach an gewünschter Stelle abschneiden
  • Schnittfläche versiegeln, am besten mit Kerzenwachs
  • abgeschnittene Pflanzenteile für die Vermehrung verwenden
Überwintern

Blatt der YuccaDie Überwinterung im warmen Wohnzimmer ist nicht ideal. Besser ist ein heller, aber etwas kühlerer Raum. Bei zu warmer und auch trockener

Raumluft treten häufig Schädlinge auf. Wichtig ist auch, regelmäßig für Frischluft zu sorgen, also zu lüften. Zugluft ist dabei allerdings zu vermeiden. Auf keinem Fall darf das Pflanzsubstrat zu nass sein. Das vertragen die Pflanzen nicht. Fäulnis droht. Wenn eine Yucca eingeht, liegt es meist an zu viel Nässe im Winterquartier.
  • Eine Yucca-Palme kann im Wohnzimmer überwintert werden.
  • Besser ist allerdings ein heller und kühler Raum.
  • Ideal sind Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad.
  • Wichtig ist, dass man nur wenig gießt. Je tiefer die Temperaturen, um so weniger gießen, sonst faulen die Wurzeln
  • Wichtig ist regelmäßige Frischluftzufuhr
  • Regelmäßige Kontrolle auf Schädlingsbefall, besonders Spinnmilben und Schildläuse
Vermehren (Abschneiden)

Die Vermehrung ist einfach. Am besten nutzt man Stecklinge, die beim Schnitt anfallen. Sie bewurzeln leicht im Wasserglas, aber nur, wenn man sie richtig herum hineinsteckt. Auch hier ist darauf zu achten, dass keine Fäulnis durch zu viel Nässe entsteht!
  • Durch Samen oder Stecklinge
  • Stecklinge fallen beim Schnitt an
  • Man kann sie im Wasserglas bewurzeln lassen
  • Wichtig ist, abgeschnittene Stammstücke richtig herum bewurzeln zu lassen
  • Günstig ist die Nutzung von Bewurzlungspulver, wenn man die Stücke gleich einpflanzt
  • Pflanzsubstrat nicht zu nass machen
  • Zu viel Feuchtigkeit lässt die Stecklinge faulen
Krankheiten und Schädlinge

Die meisten Krankheiten treten im Winter auf. Sie sind oft auf einen zu warmen Standort zurückzuführen. Die Pflanzen sind geschwächt. Dann können sich auch Schädlinge ansiedeln und vermehren.

  Bräunliche Verfärbungen deuten auf zu geringe Luftfeuchte hin - Besprühen



Gelbe und später braune Blätter können von zu trockenem oder aber auch zu nassem Substrat kommen –bei zu viel Nässe gießen einstellen, evtl. umtopfen, bei Trockenheit gießen, aber nur soviel, dass der Wurzelballen nicht austrocknet

  Das Vergilben der unteren Blätter deutet auf Lichtmangel hin - heller platzieren



Absterben der Pflanze durch Wurzelfäule – Umtopfen, evtl. zurückschneiden und abwarten, meist treibt der Stamm wieder aus und bewurzelt

Notfalls Stammstück bewurzeln lassen und neue Yucca heranziehen.

Yucca - Sorten

Palmlilie-BlattEs gibt ungefähr 30 verschiedene Yucca-Arten. Von Den Ansprüchen her sind sie sich recht ähnlich. Alle Yucca sind pflegeleicht und auch für Anfänger in der Pflanzenpflege geeignet. Sie verzeihen Pflegefehler und sind robust. Eine Yucca-Palme bringt man so schnell nicht um. Mit etwas Glück bringt man die Yucca sogar in der Wohnung zum Blühen, das ist allerdings selten. Die am häufigsten als Zimmerpflanze gehaltene Yucca ist:

Yucca Aloifolia – zu erkennen an ihren fein gezahnten Blättern und ihrem einzelnen, meist unverzweigten Stamm, der auch im Topf eine stattliche Höhe von einem Meter erreichen kann. Oben am Stamm bilden sich die Blätter, die einen Schopf ergeben. Die bis zu 40 cm langen, schmalen und spitz zulaufenden Blätter sind dunkelblau-grün. Die Spitzen sind gefährlich, man kann sich an ihnen verletzen!
Von dieser Art gibt es weitere Sorten, z.B.
  • Marginata’ – auffällig durch ihre besonders farbenfrohe Blattkrone. Sie besitzt sehr harte und spitze Blätter in grün mit gelbem Rand, der sich durch Sonneneinstrahlung rot verfärbt. Diese Yucca wächst recht schnell. Der Stamm verzweigt sich meist. Sie hat einen sehr symmetrischen Wuchs. Yucca aloifolia ’Marginata’ ist sehr nässeempfindlich.
  • ’Tricolor’ – rot, gelb grün gestreifte Blätter, eine der interessantesten Yuccas. Bildet einen kräftigen Stamm. Wächst langsam. Junge Blätter haben einen rötlichen Schimmer.
  • ’Quadricolor’ – Blätter mit grünen, gelben, weißen und rötlichen Längsstreifen
  • ’Variegata’ – gelbbunte Sorte, die einen Stamm bildet. Diese Yucca wächst langsam. Das Farbspiel der Blätter kommt am besten bei einem sonnigen Standpunkt zur Geltung. 
Weitere beliebte Yucca-Arten sind
  • Yucca elephantipes – eine der größten Yucca-Arten, wird im Pflanzgefäß aber nicht zu groß. Auch eine der bekanntesten Zimmer-Yuccas. Bildet einen Stamm und glänzt mit bis zu einem Meter langen spitzen schmalen Blättern. Als Zimmerpflanze wird sie gern mit 3 unterschiedlich hohen Stämmen angeboten.
  • Yucca gloriosa – Kerzen-Palmlilie, kurzer verzweigter Stamm und dichte Kronen, aus steifen, recht breiten, hellblau bereiften Blättern. Auch gut als Kübelpflanze. Vorsicht vor scharfen Blatträndern und gefährlichen Blattspitzen!
Fazit

Nicht umsonst gehört die Yucca-Palme zu den beliebtesten Zimmerpflanzen. Sie ist pflegeleicht, widerstandsfähig und anspruchslos. Dazu kommt, das sie in der Anschaffung recht preiswert ist. Oft kann man auch irgendwoher einen Ableger bekommen. Besonders einfach zu pflegen sind Yuccas in Hydrokultur. Um eine dieser Palmlilien zu kultivieren muss man keinen grünen Daumen haben. Yucca-Palmen wachsen recht schnell, können aber auch verkleinert werden. Außerdem sind sie einfach zu vermehren. Wenn man sich eine dieser Pflanzen ins Haus holt, kann man damit eigentlich nichts falsch machen. Einen Nachteil muss auch die beste Pflanze haben. Die Blattränder der Yucca sind scharf, man kann sich schneiden. Manchmal sind sie auch gezahnt, wie bei einer Säge. Die Blattenden laufen zu einer Spitze zusammen, an der man sich sehr stechen kann.
 
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Tipps für Schnellleser
- Yucca-Palmen sind ausgesprochen pflegeleicht
- Dekorativ, preiswert, anspruchslos und leicht zu vermehren
- Pflanze als schädlich für Tiere eingestuft (evtl. auch für Menschen)
- Verletzungsgefahr durch scharfe Blattränder und Blattspitze
- Standort hell, im Sommer auch im Freien
- Durchlässiges Pflanzsubstrat
- Nährstoffe führen zu schnellem Wachstum
- Gießen eher mäßig
- Ideal in Hydrokultur
- Hohe bzw. tiefe Pflanzgefäße nutzen
- Gern hohe Luftfeuchte
- Schnitt im Frühjahr, wo immer man abschneiden möchte
- Schnittfläche mit Kerzenwachs versiegeln
- Überwintern bei 5 bis 10 Grad und hell
- Wenig gießen, nicht düngen
- Vermehrung durch Samen und Stecklinge
- Stecklinge fallen beim Schnitt an
- Können aber auch einfach geschnitten werden
- Nicht zu nass halten, sonst Fäulnis
- Im Winter oft Spinnmilben und Schildläuse – regelmäßige Kontrolle
- Gelbe oder braune Blätter – zu nass oder zu trocken
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