Blumenerde schimmelt - was tun gegen Schimmel?

BlumenerdeWenn sich Schimmel auf der Blumenerde zeigt, reagieren viele Menschen schon fast panisch - zu Recht, Schimmel in sichtbaren Ausmaßen ist weder gesund noch optisch annehmbar. Das können Sie tun gegen den unerwünschten Belag, vorbeugend und bei aktuellem Befall: 

Wieso schimmelt Blumenerde?



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Schimmelsporen sind in gewissem Maße in jeder Erde enthalten. Sie sind in jedem abgestorbenen Pflanzenteil enthalten, aber auch in feuchter Luft, vollkommen entkommen kann man ihnen eigentlich nicht. Diese Sporen warten nur darauf, sich auszubreiten, und dazu braucht es unter Umständen nur ein wenig zu feucht und/oder ein wenig zu warm sein, schon erhält der Schimmel ideale Wachstumsbedingungen. Dann kommt es darauf an, wie viele und welche Schimmelsporen in einer Erde auf den Start warten. Zunächst sollten Sie also prüfen, ob Sie die richtige Blumenerde verwenden.


Die richtige Erde für Ihre Pflanzen

Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, dass Erde und Pflanzenerde nicht das gleiche sind? Wenn Sie häufig mit Schimmel in Ihrer Blumenerde zu kämpfen haben, sollten Sie das sicher einmal tun. Denn was Sie im Handel als "Blumenerde" erwerben, hat mit Erde häufig nicht sehr viel zu tun. Sie kaufen vielmehr eine Mischung aller möglichen Stoffe, die geeignet sind, einer Topfpflanze Halt zu geben, Wasser und Dünger zu speichern und wieder abzugeben und sich auch nach völligem Austrocknen gut wieder befeuchten lassen.

Das kann Kompost oder Sand sein, aber auch Holzhäcksel und Holzfasern, die in Erde eigentlich wirklich nichts zu suchen haben, und noch eine Vielzahl von weiteren organischen und auch mineralischen Substanzen. Und immer noch wird in Blumenerde viel Torf gemischt, ein nicht wieder gut zu machender Umweltfrevel und schon mal eine gute Chance auf Schimmel in der Blumenerde: Pflanzenerde mit einem hohen Anteil an altem, reifem Torf neigt zu Schimmelbildung, weil dieser feine Torf das Substrat viel zu fein strukturiert. Aber auch wenn junger Torf genommen wird oder wenn es sich um ein torffreies Produkt handelt, haben Sie gute Chancen, mit der Blumenerde Ihren Schimmel gleich mitzukaufen - der Norddeutsche Rundfunk hat im Mai 2013 neun Blumenerde getestet und in allen Proben Schimmelpilze gefunden.

richtiges gießenWenn Sie in der Vergangenheit eine gute Blumenerde gekauft haben, die nicht geschimmelt hat, und diese nun immer wieder kaufen wollen, sind Sie leider auch nicht auf der sicheren Seite, denn in den Verpackungen befindet sich nicht unbedingt jedes Jahr die gleiche Erde - jedes Jahr wird eine neue Ausschreibung für die Zulieferung gemacht, bei der der günstigste Anbieter meist den Zuschlag erhält.

So haben Sie bessere Chancen auf eine schimmelfreie Erde:
  • Sie besorgen sich Gartenerde oder Mutterboden und mischen diese mit einem Drittel reifem Kompost
  • Den Nährstoffgehalt können Sie selbst einstellen, mit organischem Stickstoff (Hornspäne) und Spurenelementen (Urgesteinsmehl)
  • Wenn Sie die Erde für Ihre Pflanzen auflockern wollen, sollten Sie besser Torfersatzstoffe verwenden, die gröber sind
  • Ein solcher Ersatzstoff ist z. B. Kokoshumus, der gut Wasser und Luft speichert und zudem frei von Schimmelsporen verkauft wird
  • Außerdem wirkt der Kokoshumus von Natur aus leicht fungizid, er kann häufig helfen, Schimmelprobleme abzustellen
Vor allem wenn Sie eine möglichst nährstoffarme Anzuchterde brauchen, können Sie auch Perlit beimischen, einen sterilen Stoff mit Gesteinsstruktur, die nicht schimmeln kann.

So können Sie dem Schimmel auf Ihrer Blumenerde sonst noch vorbeugen


/>Häufig entwickelt sich der Schimmel, wenn Sie versuchen, Ihre Pflanzen vorbeugend zu gießen, weil Sie z. B. über das Wochenende in einen Kurzurlaub starten. In diesem Fall können Sie der Schimmelbildung vorbeugen, wenn Sie ein Bewässerungssystem einsetzen, das die Pflanzen nach und nach mit Wasser versorgt und nicht einfach den Untersetzer voll Wasser gießen. Denn dadurch entsteht vor allem bei warmen Temperaturen sehr schnell ein ausgesprochen schimmelfreundliches Klima. Wenn Sie noch kein geeignet Bewässerungssystem gefunden haben, sollten Sie lieber einen Nachbarn bitten, Ihre Pflanzen zu gießen.

Die Schimmelbildung kann auch dadurch verursacht werden, dass Sie es generell zu gut meinen mit der Wasserversorgung Ihrer Pflanzen. Wenn die Erde in den Blumentöpfen einige Zeit so richtig schön nass ist, bildet sich gerne Schimmel auf der Erde. Diese Zeit muss nicht sehr lang sein, wenn viele Sporen in der Erde sind, kann sich sichtbarer Schimmel von einem Tag zum anderen entwickeln.

Von einer wohldosierten Wassergabe werden übrigens auch Ihre Pflanzen profitieren: Zu viel Wasser ist schädlich für die Pflanzen, und Experten schätzen, dass mehr Pflanzen an übermäßigem Gießen eingehen als an allen sonstigen Pflegefehlern. Bis Sie Ihre Pflanzen durch Überbewässerung ertränkt haben, haben Sie dann noch gute Chancen, Trauermücken anzulocken, die lieben sattfeuchte Blumenerde und legen in ihr ihre Larven ab.

Wenn sich immer wieder Schimmel auf der Erde zeigt, sind vielleicht auch eine zu hohe Luftfeuchtigkeit und Temperatur mit beteiligt, aber als erstes sollten Sie auf jeden Fall Ihr Bewässerungsverhalten überprüfen.

Die richtige Bewässerung schützt vor Schimmel

Diese Tipps helfen Ihnen, Ihre Pflanzen ausreichend, aber nicht übermäßig mit Wasser zu versorgen:
  • Bewässerung über Wasser im Untersetzer ist an sich nicht die schlechteste Methode, besonders wenn Sie unsicher sind, welche Wassermengen eine Pflanze braucht
  • Aber diese Bewässerung muss kontrolliert werden, nach etwa einer halben Stunde sollte

    nicht aufgenommenes Wasser entsorgt werden
  • Wenn Sie von oben gießen, sollten Sie (bis auf wenige Ausnahmen) immer erst Wasser nachgeben, wenn sich die oberste Schicht der trocken anfühlt
  • Wenn eine Pflanze vergessen wurde, sollten Sie nicht versuchen, die vergessene Wassergabe durch mehrere üppige Bewässerungen nachzuholen
  • Tauchen Sie die Pflanze lieber einmal so lange komplett in Wasser, bis beim vorsichtigen Bewegen keine Luftbläschen mehr hochkommen
  • Dann darf Sie sehr gut abtropfen, und nun wird erst wieder sparsam gegossen, wenn die Erdoberfläche wirklich trocken ist.
  • Als Schimmelvorsorge soll auch etwas Vogelsand auf der Blumenerde dienen, in dem sich die Sporen nicht entwickeln können
So gehen Sie gegen vorhandenen Schimmel vor

Wenn es doch passiert ist, sollten Sie Schimmel auf Pflanzenerde sofort entfernen, wenn Sie ihn bemerken. So sollte die Schimmelentfernung durchgeführt werden:
  • Wenn möglich, sollten Sie die Pflanzen ins Freie tragen, wo Sie für die "Schimmel-Entfernungs-Aktion" eine Folie auslegen, die nachher auf den Müll wandert
  • Die Pflanzen werden nun aus ihren Töpfen genommen und kurz abgestellt
  • Die alte Blumenerde ist von Schimmelsporen durchsetzt, sie darf nicht mehr verwendet werden
  • Sie schütteln also von den Wurzeln so viel Erde wie möglich ab, die später in der Folie entsorgt wird
  • Die Pflanzen mit den möglichst "nackten" Wurzeln geben Sie in einen auswaschbaren Kunststoffbehälter
  • Dieser wird an einen Wasserhahn getragen, wo Sie die Pflanzenwurzeln direkt über einem Abfluss mit Wasser abspülen können
  • Auch die Pflanztöpfe werden in einem Kunststoffbehälter gesammelt und mit möglichst heißem Wasser gründlich gesäubert
  • Anschließend füllen Sie frische, schimmelfreie Blumenerde in die Töpfe und setzten die abgespülten Pflanzen ein
  • Die Folie mit der alten Erde wird zusammengefaltet und in einen verschließbaren Müllbehälter gegeben
  • Die Kunststoffbehälter werden mit heißem Wasser, Reinigungsmittel und anschließend einer Essiglösung ausgewaschen
Wenn Sie diese Beschreibung ziemlich "pingelig" finden - bei der Schimmelentfernung sollten Sie wirklich sauber und gründlich arbeiten, weil der Schimmel keineswegs nur ein "optischer Störfaktor" ist. Dieser Schimmel ist auch für uns Menschen nicht ganz unbedenklich, und außerdem kann ein Schimmelbefall die Entstehung von Krankheiten an Pflanzen erheblich fördern, weil er die Pflanze insgesamt schwächt.

BlumenerdeWenn sich der Schimmel im Terrarium entwickelt hat, sollten Sie zuerst alle abgefallene Pflanzenteil einsammeln. Der Schimmel könnte aber auch durch das Futter von Terrarientieren eingeschleppt werden, hier hilft nur laufende Säuberung der Näpfe und deren Umgebung. Bevor Sie das Terrarium komplett ausräumen, könnten Sie versuchen, einige Zeit mit Lapachotee zu gießen, dieser Baumtee enthält einen Stoff, der Tieren nicht schadet, aus dem aber Fungizide hergestellt werden. Ein Zaubermittel gegen Schimmel im Terrarium sollen bestimmte exotische Arten von Asseln und Springschwänzen sein, die es in Zoohandlungen zu kaufen gibt.

Wenn Sie Pflanzen kultivieren, die in einer solchen Wärme und Luftfeuchtigkeit gehalten werden möchten, dass sich Schimmel ebenfalls prächtig wohlfühlt, sollten diese Pflanzen besser in einem (Klein-) Gewächshaus gehalten werden als dass Sie einen Raum in Ihrer Wohnung dauerhaft einer zu hohen Luftfeuchtigkeit und Temperatur aussetzen. Die Erde für ein solches Gewächshaus könnte dann durch Erhitzung (120 Grad, mindestens eine Stunde) möglichst frei von Schimmel gemacht werden, Sie sollten auch etwas Kokoshumus untermischen, und wenn sich ganz leichter Schimmel zeigt, können Sie vor dem kompletten Ausräumen noch versuchen, die Schimmelsporen mit Lapachotee oder Chinosol (Apotheke: als Tabletten zum Auflösen) im Gießwasser zum Absterben zu bringen.

Fazit

Schimmel auf der Blumenerde ist ärgerlich, aber zu bekämpfen. Wenn die hier genannten Maßnahmen nicht helfen, ist es möglicherweise hilfreich und erforderlich, dass Sie sich über richtiges Lüften und eine in Wohnräumen angemessene Luftfeuchtigkeit informieren. Vielleicht müssen Sie aber auch nur die Einkaufsquelle für Ihre Blumenerde wechseln.
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Tipps für Schnellleser
Blumenerde schimmelt - Abhilfe in Kürze

- Schimmelsporen sind überall um uns herum, normalerweise für gesunde Menschen kein Problem
- Nur wenn die Schimmelsporen eine Umgebung vorfinden, die ihre Vermehrung fördert, können sie zu viel werden 
- Eine solche Umgebung finden die Schimmelsporen, wenn es irgendwo sehr warm und sehr feucht ist
- Diese Umgebung sollte möglichst dahingehend korrigiert werden, dass eine übermäßige Vermehrung der Sporen abgestellt wird
- Für Zimmerpflanzen bedeutet das zunächst, sie in einem von Schimmelsporen möglichst unbelasteten Substrat zu kultivieren
- Dafür eignen sich gesunde Gartenerde und reifer Kompost besser als gekaufte Erde, die häufig Schimmelsporen enthält
- Außerdem muss geprüft werden, ob die Pflanzen korrekt bewässert werden, Schimmel wird häufig durch übermäßiges Gießen verursacht
- Falls sich schon Schimmel gebildet hat, sollten die Pflanzen bis auf die nackten Wurzeln gesäubert und neu eingetopft werden
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