Zimmeresche, Radermachera sinica - Pflege-Anleitung

ZimmerescheIn Wohnräumen verbreitet die Zimmeresche immergrüne Behaglichkeit. Integriert in die Gestaltung von Arbeitsräumen, erdet die elegante Zierpflanze verkopfte Büromenschen, trägt zum Stressabbau bei und filtert die Atemluft. Ihre facettenreichen Vorzüge und ihr üppig-grünes Erscheinungsbild, gepaart mit unkompliziertem Gemüt, machen die Radermachera sinica zu einer perfekten Zimmerpflanze für Anfänger und Fortgeschrittene.



Diese Pflege-Anleitung beleuchtet detailliert, wie Sie das asiatische Trompetenbaumgewächs über viele Jahre in Ehren halten. Lesen Sie hier, wo sich Ihr grüner Zimmergenosse wohl fühlt, wie er zu gießen und zu düngen ist. Wichtige Aspekte der fachgerechten Kultivierung, wie schneiden, umtopfen und überwintern erhalten in diesem grünen Ratgeber besondere Beachtung.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie der Trompetenbaumgewächse (Bignoniaceae)
  • Gattung Zimmeresche (Radermachera sinica)
  • Beheimatet in Südwestchina, Vietnam und auf Taiwan
  • Habitate vornehmlich an Bergwaldhängen bis 800 m
  • Immergrüner, reich verzweigter Baum
  • Wuchshöhe in Zimmerkultur 2-5 m, in freier Natur bis 10 m
  • Glänzend-grüne Fiederblätter an einer bis zu 30 cm langen Hauptachse
  • Cremeweiße Glockenblüten gedeihen in Zimmerkultur selten
  • Temperaturminimum: 10 Grad Celsius

Pflege-Anleitung

Die Zimmeresche ist die bekannteste Art innerhalb der Gattung Radermachera, benannt nach dem Offizier und Naturforscher Jakob Cornelius Radermacher. Die 15 weiteren Laubbaum-Arten haben sich bislang in Mitteleuropa nicht als Zimmerpflanzen etablieren können.

Standort

Radermachera sinicaDie Zimmeresche favorisiert einen absonnigen Standort. Das bedeutet konkret, dass die Grünpflanze sich bei hellen Lichtverhältnissen wohl fühlt, solange starke Sommersonne in den Mittagsstunden das Laubkleid nicht erreichen kann. Soll es dennoch ein Platz auf der Südfensterbank sein, empfehlen wir einen Abstand von 50 cm zur Fensterscheibe sowie eine Gardine, um Prallsonne abzumildern. Normale Zimmertemperaturen behagen dem Bäumchen ausgezeichnet, sodass in Wohnräumen und Büros in dieser Hinsicht keine gesonderten Vorkehrungen zu treffen sind. Eine kühle Überwinterung bei 12-16 Grad Celsius wirkt sich vorteilhaft auf die Lebensdauer aus.

Tipp: Von Mai bis September setzt sich die Zimmeresche gerne auf dem Balkon in Szene. Sofern sich die Pflanze schrittweise an das Sonnenlicht gewöhnen kann, nimmt sie hier gerne einen sonnigen bis halbschattigen Standort ein.

Substrat

Ihre anspruchslose Genügsamkeit stellt die Zimmeresche unter Beweis, wenn die Auswahl des geeigneten Substrats ansteht. Die immergrüne Schmuckpflanze gedeiht in handelsüblicher Kübelpflanzenerde auf Kompostbasis. Geben Sie noch etwas Blähton oder Lavagranulat hinzu, um die Durchlässigkeit zu optimieren.

Gießen

Eine Radermachera sinica findet Gefallen an einem konstant leicht feuchten Substrat. Ballentrockenheit bringt die Pflanze ebenso aus dem Konzept, wie Staunässe. Auf derartige extreme Belastungen reagiert die Grünpflanze in der Regel mit dem Abwurf ihres Blätterkleids. Erfahrene Hobbygärtner plädieren daher dafür, die Zimmeresche nicht zu gießen, sondern zu tauchen. So geht es:
  • Trocknet die Erdoberfläche an, wird der Wurzelballen in einen Eimer mit kalkfreiem Wasser getaucht
  • Solange im Wasser stehen lassen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen
Setzen Sie den Kulturtopf erst dann wieder in den Übertopf, wenn das Wasser vollständig abgelaufen ist. Wenn überhaupt, verwenden Sie bitte einen flachen Untersetzer, gefüllt mit Blähtonkugeln oder Splitt, damit sich von hier aus keine Staunässe entwickeln kann.

Tipp: Eine hohe Luftfeuchtigkeit ist ganz nach dem Geschmack einer Zimmeresche. Da diese Voraussetzung in Wohn- und Büroräumen nicht immer gegeben ist, sprühen Sie die Grünpflanze alle 2 Tage ein mit gefiltertem Regenwasser oder entkalktem Leitungswasser.

Düngen

Der Nährstoffbedarf einer Zimmeresche ist gering bis mäßig. Fügen Sie von April bis September dem Gieß- oder Tauchwasser alle 4 Wochen einen Flüssigdünger für Grünpflanzen hinzu, ist dieser Listenpunkt im Pflegeprogramm abgedeckt. Da die Pflanze während der lichtarmen Winterzeit ihr Wachstum nahezu einstellt, wird von Oktober bis März nicht gedüngt, insbesondere im kühlen Winterquartier. Bei ganzjähriger Kultivierung unter normalen Zimmertemperaturen,

können Sie im Winter alle 8 Wochen düngen in halber Konzentration.

Überwintern

Zimmeresche Radermachera sinicaVerbrachte die Zimmeresche den Sommer auf Balkon oder Terrasse, schlägt bei fallenenden Temperaturen die Stunde des Umzugs hinter Glas. Sinkt die Quecksilbersäule auch bei Nacht unter 10 Grad Celsius, räumen Sie die Pflanze ein. Für die Überwinterung stehen die folgenden beiden Optionen zur Auswahl:
  • Am hellen Fensterplatz bei normalen Zimmertemperaturen
  • Alternativ hell und kühl, bei 10 bis 15 Grad Celsius
  • Je weniger Licht zur Verfügung steht, desto kühler sollte es im Zimmer sein
Stellen Sie die Tauch-Intervalle bitte auf die gewählte Art der Überwinterung ein. Eine Fingerprobe alle 2 bis 3 Tage gibt genauen Aufschluss darüber, ob die Pflanze gewässert wird oder nicht. Erst wenn das Substrat 2 bis 3 cm tief getrocknet ist, steht das nächste Wasserbad auf dem Pflegeprogramm. Inmitten der kalten Jahreszeit kann dies durchaus nur alle 2 Wochen vonnöten sein.

Umtopfen

Unter perfekten Rahmenbedingungen schreitet das Wachstum einer Zimmeresche zügig voran. Prüfen Sie daher alle 2 bis 3 Jahre, ob der Topf vollständig durchwurzelt ist. Wachsen die ersten Wurzelstränge bereits aus der Bodenöffnung heraus, kommt als Tagesordnungspunkt das Umtopfen auf den Pflegeplan. So machen Sie es richtig:
  • Ideal ist ein Termin am Ende des Winters, vor Beginn des neuen Austriebs
  • Im neuen Kübel über dem Wasserablauf eine Drainage aus Blähton oder Splitt ausbreiten
  • Darüber eine erste Schicht des Substrats einfüllen
  • Die Zimmeresche austopfen und die ausgediente Erde abschütteln oder abbrausen
  • Den Wurzelballen mittig so einpflanzen, dass die bisherige Pflanztiefe beibehalten wird
Während Sie das frische Substrat einfüllen, drücken Sie es zwischendurch mit einem Holzlöffel etwas an, damit sich keine Hohlräume bilden. Da sich die frische Pflanzenerde noch nicht gesetzt hat, gießen Sie nach dem Umtopfen bitte an und tauchen den

Wurzelballen erst ab einem späteren Zeitpunkt.

Schneiden

Wächst Ihnen die Zimmeresche über den Kopf oder entwickelte im Winter aufgrund von Lichtmangel kümmerliche Triebe, schneiden Sie die Pflanze im Frühjahr zurück. Die Pflanze ist gegenüber einem Rückschnitt tolerant eingestellt, sodass es Ihrer Entscheidung unterliegt, in welchem Umfang Sie die Zweige einkürzen. Beschränken Sie die Schnittmaßnahmen dennoch auf die krautigen Pflanzenteile, da eine ältere Radermachera sinica aus ihren verholzten Ästen schwächer austreibt. An Jungpflanzen fördern Sie einen buschigen Wuchs, indem Sie die Triebe ab und zu entspitzen.

Vermehren

Da eine Zimmeresche im mitteleuropäischen Klima nur äußerst selten blüht, stehen für die Vermehrung durch Aussaat keine Samen zur Verfügung. Im Fachhandel sind sie nur selten im Angebot zu entdecken. Dieser Umstand bereitet ohnehin kein Kopfzerbrechen, da sich die Grünpflanze ausgezeichnet mit Stecklingen vermehren lässt. Diese vegetative Form der Nachzucht punktet überdies mit dem Vorteil, dass die daraus entstehenden Jungpflanzen als exakte Kopie ihrer Mutterpflanze gedeihen. In diesen Schritten gehen Sie fachgerecht vor:
  • Im Frühling in Verbindung mit dem Rückschnitt Kopfstecklinge schneiden mit 10-15 cm Länge
  • Einen Steckling entlauben bis auf das obere Blattpaar
  • Anzuchttöpfe füllen mit Pikiererde, Kräutererde oder Torf-Sand-Gemisch
  • Jeweils einen Steckling zu zwei Drittel einsetzen und von unten angießen
Zimmeresche Pflanze BlattStecken Sie noch 2-3 Holzstäbchen ins Substrat, um eine durchsichtige Plastiktüte über jeden Topf zu ziehen. Auf diese Weise generieren Sie ein feucht-warmes Mikroklima, das die Bewurzelung vorantreibt. Am halbschattigen, warmen Fensterplatz halten Sie die Anzuchterde kontinuierlich leicht feucht und lüften die Haube täglich. Dünger erhalten die Ableger in dieser Phase nicht. Treiben neue Blättchen aus, hat die Abdeckung ihre Pflicht erfüllt und kann entfernt werden. Hat eine junge Zimmeresche ihren Anzuchttopf vollständig durchwurzelt, topfen Sie die Pflanze um und nehmen die normale Pflege auf.

Schädlinge

Eine zu warme Überwinterung ruft Spinnmilben auf den Plan, insbesondere in Verbindung mit trockener Heizungsluft. Erkennbar ist der Befall anhand kleiner Sprenkel auf den Blättern sowie weißer Gespinste in den Blattachseln. Im frühen Befallsstadium duschen Sie die infizierte Zimmeresche wiederholt ab und sprühen sie regelmäßig ein mit kalkfreiem Wasser. Haben Sie es mit einer hartgesottenen Schädlingskolonie zu tun, schnüren Sie den Plagegeistern einfach die Luft ab. Zu diesem Zweck verpacken Sie die Radermachera sinica für einige Tage luftdicht in einen Plastiksack. Zuvor tauchen Sie den Wurzelballen noch ausgiebig, damit er in dieser Phase nicht austrocknet. Unter hohem Befallsdruck ist diese Methode mit kurzen Unterbrechungen mehrfach zu wiederholen, bis keine Spinnmilben mehr auftreten.

Fazit

Die Zimmeresche überzeugt als ganzjährige Schmuckpflanze in der Gestaltung von Wohn- und Büroräumen. Ein heller, nicht vollsonniger Standort mit normalen Zimmertemperaturen ist ideal. Wenn Sie die Pflanze regelmäßig in weiches Wasser tauchen und monatlich flüssig düngen, erfüllt sie alle Erwartungen. Dank ihrer Schnittverträglichkeit, obliegt es Ihrer Entscheidung, ob sich das hübsche Bäumchen bis zur Decke streckt oder auf Topfblumenhöhe verharrt. Einen Rückschnitt im zeitigen Frühjahr toleriert die Pflanze problemlos. Alle 2 bis 3 Jahre weiß die schmucke Grünpflanze den Wechsel in einen größeren Kübel mit frischer Erde zu schätzen. Eine kühle Überwinterung bei 10 bis 15 Grad Celsius trägt zu einer langen Lebensdauer bei und hält Spinnmilben auf Abstand.
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Tipps für Schnellleser
- Absonniger Standort, hell und ohne pralle Sommersonne
- Ganzjährig normale Zimmertemperaturen, im Winter gerne etwas kühler
- Gängige Kübelpflanzenerde als Substrat, angereichert mit Blähton oder Lavagranulat
- Bei angetrocknetem Substrat den Wurzelballen in weiches Wasser tauchen
- Ab dem zweiten Jahr von April bis September monatlich flüssig düngen
- Im Herbst einräumen ab 10 Grad Celsius
- Wahlweise hell und warm oder hell und kühl überwintern
- Seltener gießen oder tauchen
- Alle 2 bis 3 Jahre umtopfen im März, sofern der Kübel vollständig durchwurzelt ist
- Am Ende der Winterzeit bei Bedarf zurückschneiden
- Vermehrung durch Stecklinge im Frühjahr und Sommer
- Anfällig für Spinnmilben bei warmer Überwinterung
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