Leuchterblume richtig pflegen und vermehren

LeuchterblumeDie Leuchterblume ist eine robuste und immergrüne Pflanze mit bescheidenen Ansprüchen. Ihre Triebe erreichen eine Länge bis zu zwei Metern. An den dünnen Trieben sitzen fleischige Blätter und über einen langen Zeitraum des Jahres die für diese Pflanzengattung typischen Blüten, die für den Namen der Pflanze



verantwortlich waren. Botanisch gesehen gehört die Leuchterblume zur Familie der Hundsgiftgewächse und der Unterfamilie Seidenpflanzengewächse. Durch die langen Triebe und deren Biegsamkeit eignet sich die Leuchterblume hervorragend als dekorative Pflanze in Wohnräumen. Abhängig von der Sorte klettern, kriechen oder schlingen die Triebe. Dies ermöglicht es, die Pflanze als kreatives Gestaltungselement zu benutzen, indem sie an Topfspalieren in unterschiedlichsten Formen drapiert wird.

Die Leuchterblume zählt zu den sukkulenten Pflanzen, die in Blättern oder Knollen Wasser für Trockenperioden speichern. Der Wurzelstock ist knollig und im Laufe der Jahre bilden sich in den Blattachseln der Triebe kleine Knollen, sogenannte Rhizome, die als Überdauerungsorgane fungieren. Nur in extremen Trockenperioden werden die Blätter der immergrünen Pflanze abgeworfen.


Die Abstammung und verschiedenen Arten

Von der Pflanze, die unter der botanischen Bezeichnung Ceropegia bekannt ist, sind ungefähr 160 Arten bekannt. Ihr Herkunftsort liegt in den tropischen Regionen Südostasiens und Afrika. Obwohl als Zimmerpflanze mehrere Arten kultiviert werden, sind die häufigsten Pflanzen der Ceropegia zwei Unterarten mit der Bezeichnung Ceropegia Woodii und Ceropegia Debilis. Der Name Leuchterblume wird ausschließlich bei diesen beiden Arten verwendet. Während die Ssp. Woodii marmorierte nierenförmige Blätter aufweist, schmückt sich die Ssp. Debilis mit schmalen Blättern mit grünlich-purpurner Zeichnung.

Die Blüten der Leuchterblume

Nach ihrer Form und Funktion zählen die Blüten der Leuchterblume zu den kompliziertesten Blüten, die sich im Zuge der Evolution entwickelten. Sie besteht aus fünf an den Spitzen verwachsenen Kronblättern, an deren Flanken sich feine Spalten finden. Im bauchigen Blütenteil der Kronröhre befindet sich die Innenkrone. Auch die fünf Staubblätter der Blüte sind zu einer Röhre verwachsen. Die gesamte Blüte weist eine ungefähre Länge von drei Zentimetern auf.
Die Hauptblütezeit der Leuchterblume liegt im Zeitraum von Spätsommer bis Herbst.

Standort

Leuchterblume auf BriefmarkeGrundsätzlich ist die Leuchterblume bezüglich des Standortes anspruchslos und gedeiht auch bei geringerem Lichteinfall und im Halbschatten. Eine regelmäßige Blüte, eine satte Blattfärbung sowie eine dichtere Belaubung bietet die Pflanze jedoch nur, wenn der Standort ihre Bedürfnisse voll erfüllt.
  • Für ein gesundes Wachstum benötigt die Leuchterblume einen hellen Standort mit leichter Sonneneinstrahlung.
  • Trotz eines hellen Standortes liebt die Pflanze keine Mittagssonne.
  • Die Ansprüche an das Raumklima sind sehr gering. Ein Standort in trockener Luft wird genauso akzeptiert wie ein eher feuchtes Raumklima.
  • Auf Frost reagiert die Pflanze sehr empfindlich.
  • Den Sommer kann die Leuchterblume auf der Terrasse oder dem Balkon verbringen.
  • Optimal ist, wenn die Pflanze von Oktober bis Februar kühler steht. Die Temperatur soll in diesem Fall nicht unter 10 Grad sinken.
  • Steht die Pflanze ganzjährig am gleichen Raum, verträgt sie problemlos Zimmertemperaturen zwischen 18 bis 24 Grad.
Richtig gießen und düngen

Für die optimale Versorgung mit Feuchtigkeit müssen beim Gießen mehrere Punkte beachtet werden. Der Gießplan wird auf die unterschiedlichen Wachstumsphasen angepasst.
  • Die Wachstumszeit liegt in den Monaten April bis September. In diesen Monaten wird die Pflanze in gleichmäßigen Abständen mit Wasser versorgt. Empfehlenswert ist, zwischendurch die Erde leicht antrocknen zu lassen. Im Normalfall reicht zweimaliges Gießen pro Woche.
  • Die Ruhephase liegt in den Monaten Oktober bis März. Zu diesem Zeitpunkt wird nur so viel gegossen, dass

    der Ballen minimal Feuchtigkeit enthält. Je kühler das Winterquartier ist, umso weniger Wasser benötigt die Leuchterblume.
  • Das Gießwasser weist im besten Fall Raumtemperatur auf.
  • Staunässe muss unbedingt vermieden werden, um der Fäulnis der Wurzelknolle vorzubeugen.
Gedüngt wird die Topfpflanze nur in der Wachstumsphase. In dieser Zeit, von April bis September, wird sie im Abstand von zwei bis vier Wochen mit Flüssigdünger für Blattpflanzen in starker Verdünnung versorgt. Während der Ruhezeit von Oktober bis März wird auf die Nährstoffzufuhr über Dünger verzichtet.

Gedüngt werden nur Pflanzen mit gesundem Wachstum im Erwachsenenalter.

Umtopfen - aber zum richtigen Zeitpunkt

Die Leuchterblume wird nur alle paar Jahre umgetopft. Umtopfzeit für die Pflanze ist immer gegen Ende der Ruhezeit kurz vor Beginn der Wachstumsphase. Zu dieser Zeit kann zusätzlich ein korrigierender Schnitt durchgeführt werden, um die sie wieder in Form zu bringen.
  • Besser als zu tiefe Blumentöpfe sind flachere Töpfe.
  • Die unterste Schicht bildet eine dicke Schicht Kies, um eine Drainage für überschüssiges Gießwasser zu erhalten.
  • Als Substrat wird entweder mit Sand vermischte Blumenerde oder Kakteenerde verwendet. Dadurch wird eine gute Durchlässigkeit für Wasser erzielt und die Gefahr von Staunässe gebannt.
  • Für eine zusätzliche Strukturverbesserung des Substrats können Blähtonkügelchen untergemischt werden.
  • Bim Umtopfen wird die Wurzelknolle so in das Substrat gesetzt, dass sie ungefähr 1 Zentimeter mit Erde bedeckt ist.
Die Vermehrung

Grundsätzlich ist die Vermehrung der Leuchterblume sehr einfach und erfolgt auf zwei verschiedene Weisen.
  • Über Triebstecklinge, die in einer Länge von sieben bis zehn Zentimetern von einer erwachsenen Pflanze abgeschnitten werden.
  • Hat die Pflanze an den Trieben bereits Knollen, sogenannte Rhizome, gebildet, können diese als Brutknollen zur Vermehrung verwendet werden.
Das Substrat für die Vermehrung besteht aus einem lockeren Gemisch aus Erde und Sand, wobei der Anteil an Sand höher ist als der Anteil an Erde.

Vermehrung mit

Triebstecklingen:

  • Zur Vermehrung werden von einer erwachsenen Pflanze Triebe in einer Länge von sieben bis zehn Zentimetern abgeschnitten.
  • Die Schnittstellen der Stecklinge müssen mehrere Tage abtrocknen.
  • Sobald die Schnittstellen abgetrocknet sind, werden die frischen Stecklinge in das Gemisch aus Erde und Sand gesteckt.
  • Das Pflanzgefäß wird an einen hellen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung gestellt
  • Zu Beginn nur sehr mäßig gießen und die Erde zwischendurch abtrocknen lassen.
  • Zur Ausbildung frischer Wurzeln muss mit einer Dauer von sieben bis acht Wochen gerechnet werden. Ab diesem Zeitpunkt bildet der Steckling die ersten frischen Austriebe.
  • Sobald die junge Pflanze gut wächst, wird der Standort gewechselt und eine Stelle mit direkter Sonneneinstrahlung ausgewählt.
  • Ab diesem Zeitpunkt erhält die Jungpflanze die gleiche Pflege wie die Altpflanze.
Vermehrung über Brutknollen

Die Knollen, die sich an den Trieben bilden, können während des Hauptwachstums ebenfalls zur Vermehrung verwendet werden.  Für die Vermehrung mit Brutknollen wird das gleiche Gemisch aus Sand und Erde verwendet wie für die Vermehrung mit Stecklingen. Um die Knolle vor Fäulnis zu schützen, wird dieses Gemisch zusätzlich mit einer ungefähr 1,5 Zentimeter hohen Sandschicht bedeckt, auf die die Knolle gelegt wird. Bei der Vermehrung mit Brutknollen dauert es ungefähr sieben bis acht Wochen, bis es zur Ausbildung frischer Wurzeln kommt.

Die Pflege erfolgt bei dieser Vorgehensweise genauso wie bei Triebstecklingen. Bis zum ersten Austrieb verbleibt die Anzucht an einem hellen Ort ohne Sonneneinstrahlung. Die optimale Temperatur für die Wurzelbildung und darauf folgenden Austrieb der Jungpflanze liegt zwischen 16 und 18 Grad Celsius.

Schädlinge und Krankheiten und deren Behandlung

Die Leuchterpflanze ist im Prinzip eine sehr robuste Pflanze, die auch trockene Luft sehr gut verkraftet. Trotzdem kann es unter sehr ungünstigen Bedingungen zum Befall durch Schädlinge kommen. Ein Schädling, der sich auf der Pflanze einnistet, ist die Rote Spinne. Erkennbar ist ein Befall mit der roten Spinne an einem feinen Gespinst, mit dem befallene Blätter überzogen sind. Bei genauer Betrachtung sind kleine helle Flecken, die auch eine gelblich weiße Färbung aufweisen, zu erkennen. Liegt ein starker Befall mit dem Schädling vor, verfärben sich die Blätter. Die Farbe wechselt zu gelb, graugrün oder kupferbraun. Es stehen unterschiedliche Methoden zur Bekämpfung dieses Schädlings zur Verfügung.

Bei starkem Befall werden die Pflanze und die Unterseiten der Blätter im ersten Schritt lauwarm abgeduscht. Das gründliche Abwaschen reduziert den Schädlingsbefall und erleichtert die anschließende Behandlung mit geeigneten Mitteln.

Im nächsten Schritt werden spezielle und im Handel erhältliche Pflanzenschutzsprays eingesetzt oder systemische Mittel, die eine bessere Wirkung aufweisen.

Systemische Mittel werden dem Gießwasser beigesetzt. Dadurch nimmt die Pflanze das systemisch wirkende Gift über die Wurzel auf und in der ganzen Pflanze gleichmäßig verteilt. Dadurch werden alle Schädlinge besser erreicht als durch Einsprühen. Zu den systemischen Mitteln mit der besten Wirksamkeit beim Befall mit Roter Spinne zählen Niemprodukte und Akarizide.

Da die Rote Spinne innerhalb kürzester Zeit Resistenzen gegen die unterschiedlichen Gifte entwickelt, muss die Behandlung mehrmals wiederholt werden. Empfohlen wird, das Behandlungsmittel in 14-tägigem Abstand zu wechseln. Ein Wechsel zwischen Sprühgiften und systemischen Giften ist eine sehr gute Lösung, die die Bildung von Resistenzen reduziert und für eine systematische Befreiung von Schädlingen sorgt.

Eine Alternative zu Giften ist die biologische Bekämpfung des Schädlings. Zu diesem Zweck werden spezielle Raubmilben eingesetzt. Im Normalfall wird diese Vorgehensweise vorwiegend für großflächige Anwendungen empfohlen. Kann aber auch für die Behandlung von einem größeren Pflanzenbestand im privaten Bereich angewandt werden.
Weitere Schädlinge sind Blattläuse und eher selten Wollläuse. Bei Befall mit diesen Schädlingen wird wie bei der Bekämpfung der Roten Spinne vorgegangen.

Fehlt die Drainageschicht unterhalb des Substrats und wird zu viel gegossen, kann es zur Wurzelfäulnis kommen. Die im Normalfall prallen Blätter der Leuchterblume wirken schlaff und beginnen, die Farbe zu verlieren. In diesem Fall ist es wichtig, die Pflanze sofort in frische Erde zu topfen, die im unteren Bereich eine dicke Drainageschicht aus Kies aufweist. Gegossen wird nur sehr mäßig.

Fazit

Die Leuchterblume eignet sich für Innenräume genauso gut wie für sonnige Standorte im Freien ohne direkte Mittagssonne. Sie stellt nur geringe Ansprüche an die Pflege und gedeiht auch an weniger hellen Standorten. Während der Hauptwachstumsphase wird die Leuchterblume zweimal wöchentlich gegossen und im Abstand von zwei bis vier Wochen gedüngt. Die Vermehrung erfolgt über Triebstecklinge oder Brutknollen. Bis auf eine Empfindlichkeit bei Staunässe ist die Leuchterblume eine robuste Pflanze.
 
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Tipps für Schnellleser
Pflege-Tipps für die Leuchterblume

- Die Leuchterblume ist eine sukkulente Pflanze und es wird zwischen der Ceropegia Woodii und der Ceropegia Debilis unterschieden.
- Sie bevorzugt einen hellen und sonnigen Standort ohne direkte Mittagssonne.
- Die optimale Temperatur des Standortes liegt zwischen 18 bis 24° C und darf nicht unter 10° C liegen.
- Bei einem Standort im Freien vor direkter Mittagssonne und im Herbst vor Nachtfrösten schützen.
- In der Hauptwachstumsphase nur mäßig gießen - ungefähr zweimal wöchentlich.
- Im Winter nur sehr mäßig gießen.
- Düngung von Oktober bis März mit stark verdünntem Blattdünger.
- Beim Umtopfen unbedingt auf eine dicke Drainageschicht aus Kies achten.
- Substrat besteht im optimalen Fall aus einem Erde-Sandgemisch oder Kakteenerde mit Blähton.
- Vermehrung erfolgt über Stecktriebe oder Brutknollen, die sich in den Blattachsen bilden.
- Bei Vermehrung über Brutknollen muss das Substrat zusätzlich mit Sand bedeckt werden.
- Mögliche Schädlinge sind die Rote Spinne, Blattläuse und in seltenen Fällen Wollläuse.
- Zur Bekämpfung Sprühgifte und systemische Gifte in 14-tägigem Wechsel einsetzen.
- Bei Staunässe bildet sich Wurzelfäule.
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