Australische Kastanie, Castanospermum australe - Pflege-Anleitung

Australische KastanieImmergrüne, dekorativ elliptische Blätter und eine gefiederte Struktur - die Australische Kastanie wird auch hierzulande immer beliebter und hat sich insbesondere in den letzten Jahren zu einem echten Modegewächs entwickelt. Ursprünglich in den Küstenregionen von New South Wales und Queensland beheimatet, kann die Pflanze



in unseren Breiten sowohl als Zimmerpflanze als auch im Freien gepflanzt werden. Als Zimmerpflanze kultiviert, bildet das Gewächs entgegen den Freilandvarianten zwar nur selten Blüten aus; sie wirkt jedoch trotzdem sehr dekorativ. Die Pflege der Australischen Kastanie gestaltet sich insgesamt komplikationslos, so dass sowohl passionierte Hobbygärtner als auch Anfänger lange Freude an der Pflanze haben werden.


Standort und Boden

Bei der Anschaffung eines Australischen Kastanienbaumes muss zunächst die Frage beantwortet werden, ob das Gewächs im Freien oder aber in den Innenräumen des Hauses kultiviert werden soll.

Bei der Kultivierung im Haus müssen spezielle Bedingungen berücksichtigt werden, damit die Pflanze sich zwar zum einen optimal entfalten kann, zum anderen jedoch nicht zu groß wird. Innerhalb des Hauses bevorzugt die Australische Kastanie einen insgesamt hellen Standort; allerdings sollte das Gewächs vor praller Sonne und direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. Dies gilt insbesondere für Jungpflanzen, die sich noch im Wachstum befinden, und Exemplaren, die zunächst an einen neuen Standort gewöhnt werden sollen. Als besonders gefährlich erweist sich in diesem Zusammenhang die pralle Mittagssonne, die unbedingt gemieden werden muss. Als optimaler Standort präsentiert sich insgesamt ein halbschattiger Bereich auf der Fensterbank, der gleichzeitig für möglichst warme Temperaturen sorgt. Der ausgewählte Standort sollte sich darüber hinaus nicht direkt an einer Tür befinden, da starke Zugluft von der Australischen Kastanie nur schlecht vertragen wird. Aus diesem Grund ist auch beim Lüften Vorsicht geboten, wenn das Gewächs auf der Fensterbank steht. Besonders empfindlich verhalten sich in diesem Zusammenhang wiederum Jungpflanzen. Der einmal gewählte Standort im Haus kann bei optimalen Bedingungen das ganze Jahr über für die Kultivierung des Gewächses genutzt werden; allerdings sollte man stets darauf achten, dass die Temperaturen zu keiner Zeit weniger als 12°C betragen.

Als Zimmerpflanze kann das Gewächs bei guter Pflege eine Gesamtgröße von 1, 80m erreichen. Spezialisten für Bonsai-Pflanzen befassen sich jedoch mittlerweile auch mit der Züchtung von kleinwüchsigen Bäumen, so dass künftig wohl auch adäquate Zimmerpflanzen im Angebot sein werden.

Soll die Castanospermum australe im Sommer ins Freiland gesetzt werden, bieten sich insgesamt weiträumige Bereiche an, da sich das Gewächs gerne frei entfaltet. Ideal sind Standorte, die vollsonnige oder teilsonnige Bedingungen bieten; allerdings verträgt die Australische Kastanie auch Bereiche im Garten, die sich im Halbschatten befinden. Während der Sommermonate kann das Gewächs sowohl auf dem Balkon als auch im Garten kultiviert werden; allerdings ist dann eine allmähliche Gewöhnung an die Sonne notwendig, die nun nicht mehr gefiltert nur durch die Fenster dringt. Die Temperaturen sollten in der Regel 10°C nicht übersteigen, wobei kurzfristig jedoch auch O°C herrschen dürfen.

  Hinweis: Da die Australische Kastanie noch nicht lange in unseren Breiten kultiviert wird, konnten passende Pflanzengemeinschaften noch nicht eruiert werden.



Bezüglich des optimalen Bodens werden folgende Empfehlungen gegeben:
  • humose Eigenschaften
  • durchlässig
  • frisch bis feucht
  • reich an Nährstoffen
  • Substratbeispiel: Kübelerde, mit Bimskies oder Sand aufgelockert
Insbesondere während der Sommermonate muss stets darauf geachtet werden, dass das Erdreich eine ausreichende Feuchtigkeit aufweist; der Baum darf nicht austrocknen. Damit auch Zimmerpflanzen optimal gedeihen können, sollte das Gewächs in einen lehmhaltigen Boden gepflanzt werden, der mit einem guten Drainagesystem

ausgestattet ist. Auf diese Weise wird insbesondere die Bildung von Stauwasser effektiv vermieden.

Gießen, Düngen, Überwintern - Pflege-Anleitung

Um der Australischen Kastanie im Freiland ein optimales Wachstum zu ermöglichen, ist eine ausreichend Bewässerung von besonderer Bedeutung. Die Pflanze benötigt ganzjährig regelmäßige Wassergaben, insbesondere während der Sommermonate und bei anhaltender Trockenheit. Staunässe ist dabei jedoch unbedingt zu vermeiden. Zwischen den einzelnen Wassergaben muss die Pflanze gut antrocknen, darf dabei aber nicht austrocknen. Insbesondere während der Wachstumsphase ist die regelmäßige Bewässerung von besonderer Bedeutung.

Auch Zimmerpflanzen müssen regelmäßig mit Wasser versorgt werden. Nach dem Wässern sollte dabei überschüssiges Wasser aus dem Übertopf entfernt werden, um Staunässe zu vermeiden. Um ein optimales Gießverhalten zu erzielen, kann die Jungpflanze auch in einen Eimer mit Wasser getränkt werden. Bevor man anschließend das Gewächs wieder in das Pflanzengefäß stellt, muss diese vollständig und gründlich abtropfen. Auf diese Weise wird sowohl eine Überwässerung vermieden als auch eine ausreichende Versorgung mit Feuchtigkeit gewährleistet.

Neben einer optimalen Bewässerung der Australischen Kastanie sollte das Gewächs darüber hinaus in regelmäßigen Abständen gedüngt werden. Während der Hauptvegetationsphase im Frühjahr und im Sommer wird die Pflanze im Abstand von vier Wochen gezielt mit Nährstoffen versorgt. Verwendet werden vorzugsweise Flüssigvarianten; aber auch Stäbchen können zum Einsatz kommen. Die Versorgung mit Nährstoffen erfolgt in der Regel im Zeitraum von April bis September, wobei im ersten Jahr nach dem Erwerb der Pflanze bzw. nach dem Umtopfen noch keine zusätzliche Düngung erforderlich ist.

Castanospermum australeDie Überwinterung der Castanospermum australe erfolgt im Haus in einem normalen Wohnraum und an einem hellen und warmen Standort. Während dieser Zeit sollten die Temperaturen nicht unter 12°C fallen. Das Gewächs muss auch während der Überwinterung gewässert werden; allerdings erfolgen die Wassergaben seltener, da ansonsten die Gefahr der Wurzelfäule besteht. Während der kalten Jahreszeit ist keine zusätzliche Düngung erforderlich.

Zur Pflege gehört auch das Abspülen der Pflanze, das einmal im Jahr während der Sommermonate erfolgen sollte. Diese Maßnahme dient weniger der Versorgung von Feuchtigkeit als dem Abspülen von Staub.

Umtopfen und Rückschnitt

Zur optimalen Pflege der Australischen Kastanie gehört das regelmäßige Umtopfen; diese Maßnahme sollte zunächst einmal im Jahr vorgenommen werden, anschließend muss das Gewächs nur noch alle zwei oder alle drei Jahre umgetopft werden. Die Häufigkeit hängt auch davon, ab, wie sich der Baum entwickelt und auch wieviel Platz zur freien Entfaltung dem Baum zur Verfügung steht. Zum Umtopfen eignet sich Blumenerde von guter Qualität, die im Verhältnis 1:1 mit Kakteenerde gemischt wird; auf diese Weise entsteht ein durchlässiger Boden, der das Risiko von Staunässe minimiert.

  Tipp: Soll die Australische Kastanie als Zimmerpflanze kultiviert und insgesamt klein gehalten werden, verzichtet man auf ein Umtopfen. Auf diese Weise wird die Bildung eines kompakten Wuchses erzielt.



Vermehren und Pflanzen

Für die Kultivierung und Vermehrung der Pflanze stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung:
  • Kultivierung durch vorgezogene Topfpflanzen
  • Vermehrung und Anzucht über Samen
  • Vermehrung und Anzucht mit Hilfe von Stecklingen
Die Australische Kastanie ist als Topfpflanze im Gartencenter erhältlich. Zunächst wird das Gewächs dann in einen größeren Topf umgesetzt, wobei als Substrat am besten humusreiche Erde zum Einsatz kommt. Ein Untersetzer schützt die Pflanze vor der Entstehung von Staunässe. Jetzt wird das Gewächs gemäß der oben genannten Bedingungen entweder als Zimmerpflanze oder aber während der Sommerzeit auch im Freien kultiviert.

Die Vermehrung der Castanospermum australe über Samen gelingt mit einem handelsüblichen Pflanzensubstrat, der mit Perlite oder Tongranulat gemischt wird. Anschließend werden die Samen mit einer Schicht Substrat bedeckt, die eine Dicke von etwa einen Zentimeter aufweisen sollte. Zusätzlich muss auf eine optimale Drainage geachtet werden. Für die Anzucht haben sich Temperaturen um 25°C bewährt, die dem Samen optimale Bedingungen bieten. Ähnlich wie Bohnen muss zusätzlich auf eine ausreichende Bewässerung geachtet werden, damit die Samen zügig aufgehen. Von besonderer Wichtigkeit ist bei dieser Vermehrungsmöglichkeit die Qualität der verwendeten Samen; diese müssen auf jeden Fall besonders frisch sein, da mehrjährige Samen keine Keimkraft mehr aufweisen. Herrschen optimale Bedingungen vor, gehen die Samen der Australischen Kastanie nach etwa drei bis vier Wochen auf und können dann wie Jungpflanzen weiter kultiviert werden.

Alternativ kann auch die Vermehrung über Stecklinge gelingen. Diese werden für eine erfolgreiche Kultivierung in die Erde gesteckt und in der Folgezeit sorgfältig feucht gehalten. Wenn der Steckling allmählich zu einer jungen Pflanze heranwächst und sowohl Blätter als auch ein gut vernetztes Wurzelsystem ausgebildet hat, kann das Umtopfen erfolgen. Jetzt kann die Pflege des Baumes analog den Bedingungen, die auch für erwachsene Gewächse gelten, durchgeführt werden.

Krankheiten der Australischen Kastanie

Zur Zeit sind noch keine speziellen Schädlinge bekannt, welche bevorzugt die Australische Kastanie befallen; so zeigen sich die recht harten Blätter des Gewächses für klassische Insekten wenig attraktiv. Dennoch können Krankheitssymptome an der Pflanze auftreten, die dann vorwiegend durch Pflegefehler verursacht werden. So führt eine zu starke Bewässerung schnell zu Staunässe, die wiederum das Faulen der Wurzeln verursachen kann. In diesem Fall zeigen sich die Blätter verfärbt und trocken. Wir die Pflanze der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt, können die Blätter ebenfalls erkranken. Dann wirken die normalerweise dunkelgrünen Blätter heller und von der Sonne ausgebleicht. Im gesunden Zustand zeigen sich die Blätter der Australischen Kastanie dunkelgrün und glänzend, wobei die Unterseite matt und hell erscheint.

Giftigkeit

Leben Haustiere mit im Haus, sollten Gartenfreunde bei der Kultivierung der Australischen Kastanie besonders gut aufpassen; so enthalten sowohl die Samen als auch die Blätter einen hohen Anteil an Saponinen, die auf Hunde und Katzen giftig wirken. Aus diesem Grund ist ein Anknabbern der Pflanzen durch die Tiere unbedingt zu verhindern; bewegen sich die Haustiere ausschließlich innerhalb des Hauses, kann der Kastanienbaum an eine unerreichbare Stelle im Garten verbracht werden.

Hinweise zur Namensgebung

Auch wenn der botanische Name die Verwandtschaft zu Kastanien vermuten lässt, handelt es sich bei dem Gewächs um eine Hülsenfrucht, die aus einer nierenähnlichen Bohne heranwächst und essbare Früchte ausbildet.

Fazit

Bei der Australischen Kastanie handelt es sich um ein pflegeleichtes Gewächs, dessen Kultivierung auch in unseren Breiten immer beliebter wird. Im Sommer als imposanter und dekorativer Schattenspender eingesetzt, verschönert die Pflanze jede Grünanlage. Auch als Zimmerpflanze wirkt die Castanospermum australe ausgesprochen dekorativ. Für eine erfolgreiche Kultivierung ist überdies nur wenig Erfahrung im Bereich der Gärtnerei notwendig, so dass sich auch Anfänger an der Australischen Kastanie erfreuen können.
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Tipps für Schnellleser
Pflege-Tipps der Zimmerpflanze

- Standort: halbschattig; pralle Sonne vermeiden; im Sommer im Freien, im Haus hell und warm kultivieren
- Boden: humos, frisch bis feucht, reich an Nährstoffen, durchlässig, gute Drainage, für Zimmerpflanzen lehmhaltig
- Bewässerung: regelmäßig gießen, Staunässe vermeiden, auch im Winter auf Feuchtigkeit achten
- Düngen: alle vier Wochen während der Sommerzeit; geeignet sind Flüssigdünger und Stäbchen
- Überwintern: im Haus bei mind. 12°C; wenig gießen; keine Düngung erforderlich
- Pflege: bei Bedarf umtopfen
- Vermehren: über Stecklinge und Samen
- Krankheiten und Schädlinge: keine natürlichen Schädlinge; Krankheiten aufgrund von Pflegefehlern
- Giftigkeit: wirkt auf Haustiere giftig
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