Monstera, Fensterblatt - Pflege, Schneiden & Vermehrung

Monstera, FensterblattMonstera, das Köstliche Fensterblatt, auch Philodendron genannt, ist eine Art aus der Gattung der Fensterblätter, die sich in den tropischen Regionen Mittelamerikas und Südamerikas und auf Karibischen Inseln entwickelt haben. Fensterblätter heißen so, weil sie ganz besondere, durchbrochene Blätter hervorgebracht haben, mit denen sie den in den Tropen häufig sehr starken Winden gut standhalten können. Außerdem lassen die Öffnungen Licht durch, was den unteren Teile der Pflanze sehr gut bekommt. Fensterblätter sind ziemlich durchsetzungsfähig, sie müssen in manchen tropischen Gebieten schon bekämpft werden, und das "Köstliche Fensterblatt" gehört zu den begabtesten Invasoren der Gattung: Die ersten Monstera deliciosa wurden Anfang des 19. Jahrhunderts von Mexiko nach Europa mitgebracht, ab Mitte des Jahrhunderts wurden sie bereits in europäischen Gärtnereien vermehrt, und seitdem hat sich die Monstera deliciosa als bekannte Dekorationspflanze gewaltig verbreitet, obwohl auch einige andere Sorten der rund 50 Arten umfassenden Gattung als Zierpflanzen genutzt werden. Die Monstera ist eine Kletterpflanze, die das ganze Jahr grün bleibt und einige Meter hoch klettern kann.


Standort und Erde für die Monstera deliciosa

Die unglaubliche Verbreitung lässt es schon ahnen - Monstera deliciosa stellt nicht sehr viele Ansprüche und kann guten Gewissens unter die "Anfängerpflanzen" eingeordnet werden, wenn sie den richtigen Standort bekommt:
  • Sie ist zufrieden mit einem Standort im Halbschatten oder im Schatten, nur direkte (Mittags-) Sonne mag sie nicht so, zumindest nicht in ihrer Jugend.
  • Eine ältere Pflanze, deren Blätter zur Endform ausgereift sind, können Sie auch mit voller Sonne kaum mehr schocken, die jungen Blätter haben aber noch keine "Luftlöcher" ausgebildet.
  • Vor allem im Winter ist es der Monstera ohnehin in unseren Breiten ein wenig zu lichtarm, dann kann das Fensterblatt gerne auch einen Standort in der direkten Sonne bekommen.
  • Zwischen Frühjahr und Herbst wächst die Monstera meist am besten, wenn sie einen hellen Standort ohne Sonne bekommt.
  • Sie müssten nur auf einen ausreichenden gelegentlichen Lichteinfall achten, wenn es der Monstera zu dunkel wird, merken Sie das daran, dass sie recht kleine Blätter mit langen Stielen ausbildet.
  • Das Fensterblatt kann in der warmen Saison auch gerne auf die Terrasse oder auf den Balkon wandern, wenn dort ein entsprechender Standort verfügbar ist.
  • Der Stellplatz sollte Temperaturen von etwa 20 Grad aufweisen, und Sie müssten darauf achten, dass die Monstera auch im Topfbereich im Warmen steht, auf kalte Fliesen könnte sie z. B. unwirsch reagieren.
  • Die Topferde kann aus zwei Dritteln guter Komposterde und einem Drittel lockerem Substrat gemischt werden, Lauberde z. B. oder Torfersatz wie Perlit oder Kokoshum.
  • In den Pflanztopf gehört unbedingt ein Abflussloch, damit das Fensterblatt keiner Staunässe ausgesetzt wird.
  • Der Topf sollte von Anfang an nicht zu klein gewählt werden, eine Monstera wächst kräftig.
  • Monstera können auch sehr gut in Hydrokultur gehalten werden, allerdings sollten Sie das Fensterblatt auch hier in ein ausreichend großes Pflanzgefäß setzen, größer als bei Hydrokultur üblich.
Die Monstera braucht eine Rankhilfe

Monstera als ZimmerpflanzeDie Monstera (Philodendron) ist eine Kletterpflanze, die in ihrer Heimat an Ästen und Baumstämmen hochklettert. Deshalb sollten Sie der Pflanze unbedingt eine Stütze oder Rankhilfe mit in das Pflanzgefäß geben, sie braucht diesen Halt auf jeden Fall, um wirklich gut zu gedeihen. Sehr gut geeignet ist ein dicker Moosstab, an dem sich die Monstera ähnlich wie an einer Baumrinde mit ihren Luftwurzeln festklammern kann.

Die Monstera wird auch mit anderen Rankhilfen aus Metall oder Kunststoff auskommen, an denen die Luftwurzeln aber nicht immer guten Halt finden. Mit einem Moosstab als Wuchshilfe ist sichergestellt, dass die Luftwurzeln am Moos anwachsen. Wenn Sie keinen Moosstab verwenden möchten, können Sie sollte man die Luftwurzeln in die Erde leiten, wo sie dann wie die eigentlichen Wurzeln Nährstoffe und Wasser aufnehmen.

Fensterblätter gießen

Das Substrat einer Monstera deliciosa wird am besten immer gleichmäßig feucht gehalten. Das gelingt gut, wenn Sie darauf achten, wann sich die oberste Erdschicht im Pflanztopf nicht mehr feucht anfühlt, dann können Sie ein wenig Wasser nachgeben.

Da die Monstera gerne eine recht hohe Luftfeuchtigkeit mag, genießt sie es, wenn Sie sie in der Badewanne abduschen oder Ihr mit der Spritzflasche eine Dusche verpassen. Erhöhte Luftfeuchtigkeit hilft auch, braune Blattspitzen zu vermeiden und beugt außerdem einem Schädlingsbefall vor. Wenn ein Abduschen nur gelegentlich möglich ist, sollten Sie zumindest regelmäßig die Blätter mit einem feuchten Schwamm abwischen, so kann die Pflanze besser atmen. Es gibt übrigens Monstera-Liebhaber, die behaupten, das Fensterblatt wäre ganz begeistert, wenn Sie diesen Schwamm mit Bier tränken ...

Fensterblatt düngen und umtopfen

Wenn das Fensterblatt noch klein ist, braucht es nur wenig Dünger, und die älteren Pflanzen können sehr gut mit einer nur schwach konzentrierten Düngelösung mit Nährstoffen versorgt werden, bei der die Gefahr einer Überdüngung nicht so hoch ist. Dafür dürfen sie dann etwas häufiger Dünger bekommen, wenn sie gerade sehr gut wachsen.

Die Monstera muss erst umgetopft werden, wenn der Topf so knapp wird, dass die Pflanze schon umzufallen droht. Dann können Sie die Gelegenheit nutzen, um in den neuen Topf gleich eine kräftigere Stütze mit einzubringen, die bis unten auf den Topfgrund gut verankert wird.

Der Umgang mit den Luftwurzeln der Monstera

Fensterblatt im TopfVor allem für ältere Monstera deliciosa ist charakteristisch, dass sie eine zunehmende Menge an Luftwurzeln ausbilden. Diese Luftwurzeln werden mitunter als optisch störend empfunden, können aber trotzdem auf keinen Fall einfach abgeschnitten werden. Sie müssen im Gegenteil sogar mit einiger Vorsicht behandelt werden, da sie ziemlich leicht brechen. Und das sollen sie nicht, es sind nämlich keineswegs sinnlose Auswüchse, sondern wichtige Pflanzenteile einer Monstera, die eine besondere Behandlung bekommen möchten:
  • Die Monstera deliciosa haftet sich mit diesen Luftwurzeln an ihrer Stütze an, sie sind also wichtig für die Stabilität der Pflanze.
  • Darüber hinaus sind sie aber auch an der Aufnahme von Nährstoffen und Wasser beteiligt, sie haben also insgesamt eine sehr wichtige Funktion für die Pflanze.
  • Wenn Sie auch zu den Menschen gehören, die die Luftwurzeln der Monstera eher unattraktiv finden, können Sie einen Trick anwenden: Biegen Sie die Wurzeln vorsichtig und jeweils einzeln in die Erde hinunter, sie werden dann in die Erde hineinwachsen und fallen so kaum mehr auf.
  • Wenn Ihre Monstera jedoch so steht, das die Luftwurzeln nicht sofort ins Auge fallen, können Sie sie auch in einen Wasserbehälter im Hintergrund wachsen lassen, das ist eine optimale Art der Feuchtigkeitsversorgung für eine Monstera.
  • Für Aquarianer gibt es noch eine spannende Alternative: Lassen Sie die Luftwurzeln in das Aquarium hineinwachsen - sie entzieht dem Wasser im Aquarium zahlreiche Stoffe, die Sie dort nicht haben möchten, Nitrat und Nitrit zum Beispiel. Der Pflanze schadet das nicht, sie kann diese Stoffe als Nahrung verwerten.
Sonstige Pflegeansprüche einer Monstera, Schädlinge und Krankheiten

Wenn Sie einen guten Sommerstandort und einen guten Winterstandort für Ihre Monstera deliciosa gefunden haben, sollte sie an diesen möglichst ruhig stehen dürfen. Denn das Fensterblatt mag es überhaupt nicht, wenn es zwischendurch noch einmal umziehen soll oder gedreht wird, die Pflanze kann ihre mächtigen Blätter nicht schnell genug ins Licht drehen.

Für übermäßigen Schädlingsbefall ist die Monstera nicht bekannt, Schildläuse bzw. Wolläuse können zwar gelegentlich auftreten, können bei regelmäßiger Kontrolle aber meist so rechtzeitig erkannt werden, dass die Bekämpfung nicht allzu schwierig wird. Sie kann biologisch erfolgen, im Fachhandel werden verschiedene Schlupfwespenarten und räuberische Käfer verkauft, die verschiedene Schildlausarten den Garaus machen.

Blüte der MonsteraFalls sich Schimmel auf der Erde zeigen sollte, liegt das meist an zu viel Feuchtigkeit, dann werden Sie die Monstera komplett "nackt machen" müssen, bevor Sie die Wurzeln gut abwaschen und in einem neuen Topf mit neuem Substrat setzen. Meist können Sie den Schimmel auf diese Art loswerden.

Besondere Zuchtformen der Monstera

Neben der "normalen" Monstera deliciosa können Sie zwei Zuchtformen der Pflanze erwerben, die bestimmte besondere Eigenschaften aufweisen:
  1. Die Monstera deliciosa "Borsigiana" ist nicht so wuchsfreudig wie das gewöhnliche Fensterblatt. Sie eignet sich deshalb gut als Zimmerpflanze für eher begrenzte Stellplätze bzw. Räume, an denen eine normal wachsende Monstera ihren Besitzer schnell zu Platzangst verhelfen kann.
  2. Die Monstera deliciosa "Variegata" ist ebenfalls auf einen etwas schwächeren Wuchs gezüchtet, hat aber dazu noch optische Besonderheiten zu bieten, ihre Blätter sind nämlich weiß-grün gestreift (panaschiert).
Schnitt und Vermehrung

Die Monstera wird wohl einen Rückschnitt niemals übelnehmen, im Gegenteil, sie wird den Schnitt eher als Aufforderung sehen, so richtig kräftig loszuwachsen ... und sie kann im Zuge des Schnitts gleich vermehrt werden:
  • Jeder abgeschnittene Trieb ist ein Steckling, aus dem ein neues Fensterblatt werden kann.
  • Triebe mit einigen Blättern und Luftwurzeln werden in ein Glas mit Wasser oder direkt in einen Topf mit feuchter Erde gesteckt und an einen warmen Standort ins Helle gestellt.
  • Wenn sie Wurzeln angesetzt haben, sehen Sie das daran, dass der Steckling neue Blätter bekommt.
  • Wenn eine Monstera Ihnen "über den Kopf wächst", können Sie die Pflanze ohne weiteres radikal verjüngen.
  • Die Pflanze wird dann einfach oben gekappt, das bremst sie eine Weile in ihrem Wachstum. Diese Behandlung können Sie gerne auch mehrfach wiederholen.
  • Auch an den Seiten können Sie ganze Triebe zurückschneiden (und daraus neue Monstera machen).
  • Obwohl man immer wieder lesen kann, dass die Luftwurzeln auf keinen Fall beschnitten werden sollen, gibt es viele Monstera-Besitzer, die sich von den Luftwurzeln nicht auf der Nase herumtanzen lassen und diese beherzt kürzen, wenn sie das Wohnzimmer erobern.
  • Beim Umtopfen sollten Sie die Gelegenheit nutzen, um generell alle Wurzeln zu kontrollieren, dabei können vertrocknete Wurzeln weggeschnitten werden.
Fazit: Die Monstera deliciosa ist die richtige Pflanze für alle, die gerne viel Grün um sich haben, aber weder viel Gedanken noch viel Zeit auf die Pflege einer komplizierten Pflanze verschwenden möchten.



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Tipps für Schnellleser
Die Monstera auf einen Blick:
- Das Köstliche Fensterblatt braucht als tropische Pflanze einen hellen Standort.

- Im Sommer kann es ins Freie gestellt werden, vor allem junge Pflanzen ohne Luftlöcher in den Blättern vertragen aber keine volle Sonne.

- Über die Winterzeit braucht die Monstera (Philodendron) in unserem Klima so viel Licht wie möglich, auch direkte Sonneneinstrahlung wird jetzt vertragen.

- Die Monstera ist eine immergrüne Kletterpflanze, die eine Rankhilfe braucht, am besten einen Moosstab, weil sich an dem die Luftwurzeln gut festhalten können.

- Das Fensterblatt kommt mit normaler Komposterde zurecht, die leicht aufgelockert wurde mit Lauberde oder einem Torfersatz.

- Der Pflanztopf sollte groß sein und mit Abflussloch ausgestattet, die Monstera liebt gleichmäßige Feuchtigkeit, auch mit Sprühflasche oder Schwamm auf den Blättern.

- Die Luftwurzeln dienen der Pflanze zur Versorgung, sie sollten deshalb höchstens zart beschnitten werden, der Rest der Pflanze verträgt dagegen einen kräftigen Rückschnitt.
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Über den Autor
Barbara KühneMein Name ist Barbara. Ich begeistere mich seit Studienzeiten für die deutsche Sprache, diese Leidenschaft gepaart mit einer Neugierde für Hintergründe, führte mich schließlich in die journalistische Tätigkeit. Bei der Recherche der Artikel für Gartendialog.de kann ich auf Kenntnisse und Erfahrungen zurückgreifen, die ich bei der Anlage und Pflege des eigenen Gartens und Balkons, dem tätigen Mitbau im Niedrigenergiehaus der Familie und beim Ausbau mehrerer Geschäftslokale sammeln konnte.