Zitronenbaum - Pflege, schneiden, überwintern und Krankheiten

Zitronenbaum als KübelpflanzeEin Zitronenbaum ist wohl der Inbegriff des Südens. Während der Blütezeit verbreitet die Pflanze einen intensiven Duft und lässt uns vom Urlaub im Süden träumen. Es gibt Zitronenbüsche, Hochstämmchen und Spalierpflanzen. Zitrusgewächse blühen am optimalen Standort bis zu dreimal im Jahr. Besonders toll ist, dass gleichzeitig Blüten und fast reife Früchte an der Pflanze hängen. Die einzigen Blüten, welche nicht duften, sind die der Bitterzitrone. Eigentlich ist der Zitronenbaum leicht zu kultivieren, nur die Überwinterung des nicht frostharten Gewächses bereitet manchmal Schwierigkeiten. Wer seinen Zitronenbaum liebt und kein passendes Winterquartier zur Verfügung hat, sollte den Baum im Winter in eine Gärtnerei in Pflege geben.


Standort, Pflanzsubstrat, Pflanzen

Am besten kultiviert man einen Zitronenbaum im Topf bzw. Kübel. Dieser gehört im Sommer ins Freie. Ganzjährige Wohnungshaltung ist zwar nicht unmöglich, aber schwierig. Im Herbst, vor den ersten Frösten, muss er aber eingeräumt werden. Frost verträgt ein Zitrusgewächs nicht.
  • Im Sommer draußen, erst nach den Eisheiligen
  • Geschützter (vor Regen und Wind) und sonniger Standort
  • Im Winter hell und bis 10° C
  • Wichtig ist, dass die Pflanze nicht im Zug steht, das mag sie gar nicht!
  • Als Pflanzsubstrat eignet sich spezielle Zitruspflanzenerde
  • Diese enthält Torf, Rindenhumus und Blähton oder Kalkstein
  • In dieser Erde werden die Wurzeln gut mit Sauerstoff versorgt und überschüssiges Wasser kann gut ablaufen
  • Ansonsten mag die Zitruspflanze einen leicht sauren Boden
  • Drainage am Topfboden!
  • Umtopfen, wenn die Wurzeln die Erde wie ein Geflecht durchziehen oder unten aus dem Topf wachsen.
  • Nicht oft umtopfen!
Gießen und Düngen

ZitronenbaumGießen muss man einen Zitronenbaum mit Fingerspitzengefühl. Er mag weder zu viel, noch zu wenig Wasser. Regenwasser ist gut geeignet, denn es ist nicht so kalkhaltig wie das meiste Leitungswasser. Außerdem ist Regenwasser schön abgestanden.
  • Ballen immer gleichmäßig feucht halten, niemals nass!
  • Fingerprobe vor erneutem Gießen!
  • Die oberste Erdschicht sollte abgetrocknet sein!
  • An heißen Tagen mehr gießen!
  • Düngen von März bis September
  • Man kann speziellen Zitruspflanzendünger nutzen und genau nach Anleitung dosieren
  • Dünger sollte viel Stickstoff und wenig Phosphor enthalten!
  • Etwa alle 4 Wochen düngen.
Schneiden und Überwintern

Einen Zitronenbaum muss man nicht schneiden, kann es aber. Will man ihm eine bestimmte Form geben, muss man schneiden. Gerade bei Hochstämmen ist das wichtig, bis die passende Stammhöhe erreicht ist. Ansonsten schneidet man, um das Wachstum des Baumes anzuregen und die Verzweigung der Äste.
  • Geschnitten wird entweder vor der Blütezeit oder nach der Hauptblüte- und Erntezeit.
  • Schnitt vor der Blüte soll Wachstum anregen
  • Zweiter Schnitt regt die Neubildung von Knospen an.
  • Man schneidet eine etwas rundlliche Form.
  • Kranke und tote Äste herausschneiden!
  • Zu dünne Äste, welche keinen Früchte halten können, herausschneiden!
  • Ziel sind wenige starke Äste mit wenig Verzweigungen.
  • Keine Äste schneiden, an denen noch Früchte hängen!
  • Äste schräg schneiden!
  • Scharfe und saubere Gartenschere verwenden!
  • Bei größeren Wunden Baumharz aufbringen!
Zitronenbaum mit reifen FrüchtenBei der Überwinterung kann es vorkommen, dass die Blätter des Zitronenbaumes abfallen. Das und eine Erdoberfläche mit Schimmelbefall deuten meist darauf hin, dass das Pflanzsubstrat zu nass ist. Der Baum benötigt im Winter nur wenig Wasser.
  • Unbedingt sehr hell stellen!
  • Bei zu dunklem Standort mit speziellen Lichtlampen aushelfen!
  • Mindestens 6 Stunden „Sonnenlicht“ erforderlich!
  • Ideal ist ein heller Wintergarten.
  • Baum nicht zu oft drehen oder bewegen!
  • Wenig gießen!
  • Je kühler der Zitronenbaum steht, um so weniger Wasser wird benötigt.
  • Ideal sind Temperaturen unter 10° C.
  • Nicht düngen!
  • Ruhephase einhalten!
  • Regelmäßig lüften!
  • Ab Februar hell, aber wärmer stellen!
  • Vermehren (züchten), Veredeln 
Einen Zitronenbaum kann man sich ganz leicht aus einem Samen (Kern) ziehen. Meist reicht es schon, diesen einfach in die Erde zu stecken, ihn warm zu stellen und ab und zu zu gießen, so dass die Erde nie ganz austrocknet. Allerdings zieht man sich so nur einen Wildling. Diese Pflanzen blühen erst nach etwa 8 bis 15 Jahren.

Die Im Handel angebotenen Zitronenbäume sind veredelt. Das macht man hauptsächlich deshalb, weil man so eine Unterlage wählen kann, die nicht so empfindlich ist, vor allem gegen Kälte. Außerdem können Blühfreudigkeit, Fruchtqualität und Wachstumsgeschwindigkeit beeinflusst werden.

Kern einpflanzen
  • Samen muss frei von Fruchtfleisch sein
  • Als Pflanzsubstrat KokoHum verwenden (keimfrei, speichert gut Wasser)
  • Eher kleinen Topf mit Abzugsloch wählen
  • Immer nur einen Samen pro Topf
  • Kern etwa einen Zentimeter tief in Substrat stecken.
  • Befeuchten!
  • Ideal ist ein warmer, heller Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung
  • Substart feucht, nicht nass halten!
  • Erst umpflanzen, wenn das Gefäß zu klein ist, Wurzeln unten heraus wachsen!
  • In den ersten Monaten nicht düngen!
Veredeln/Okulieren

Zitronen dank VeredelungEs gibt mehrere Möglichkeiten der Veredlung von Zitronenbäumen. Das Okulieren ist die gängigste davon. Man benötigt dazu nur eine Knospe von einem Edelreis, es ist also eine sparsame Variante. Außerdem werden so hohe Anwachsquoten erreichht. Der notwendige Schnitt ist nicht einfach und sollte vorher an anderen Hölzern geübt werden. Wichtig ist, die Schnittstellen außer mit dem Messer nicht zu berühren! Notwendig ist eine geeignete Unterlage und ein gutes Edelreis.
  • Unterlage an einer augenlosen Stelle reinigen!
  • Einen Schnitt, 2 bis 3 cm lang, senkrecht in die Rinde machen!
  • Am Schnittende kleinen waagerechten Schnitt machen, etwa 2 cm breit.
  • Beide Rindenflügel vom Holz lösen (Tasche)
  • Bei Edelreis etwa 1 cm oberhalb des Auges Messer ansetzen.
  • Auge mit einem flachen Schnitt unter der Knospe hindurch bis etwa 2 cm über dem Auge aus dem Zweig herausschneiden (siehe www.steffenreichel.homepage.t-online.de/Citrus/VEREDEL.html
  • Okulationsmesser darf nicht tief eindringen.
  • Nun Auge zwischen die Rindenlappen schieben!
  • Alles muss fest sitzen.
  • Überstehender Rest des Auges abschneiden!
  • Rindenlappen fest um das Auge schlagen und mit PE-Veredlungsband umwickeln.
  • Ungefähr 6 Wochen bis zum Anwachsen.
  • Auge muss grün bleiben. Wird es dunkel, ist die Veredlung mißlungen.
  • Wenn angewachsen, muss noch „forciert“ werden.
  • Krone der Unterlage abknicken. So werden Wuchsstoffe zum Edelreis gefördert.
  • Das Auge beginnt auszutreiben.
  • Edelreistrieb am Rest der Unterlage anbinden, damit er aufrecht wächst.
  • Irgendwann wird die Unterlage abgeworfen.
  • Nun muss nur noch der übriggebliebene Zapfen entfernt werden und zwar so, dass er von dem Edelreis überwachsen werden kann. 
Krankheiten und Schädlinge

ZitronenbaumKrankheiten und Schädlinge treten meist bei falscher Pflege, insbesondere bei zu feuchtem oder nassem Pflanzsubstrat auf. Gerade im Winterquartier treten verstärkt sowohl Krankheiten, als auch Schädlinge auf. Deshalb muss der Zitronenbaum regelmäßig kontrolliert werden.

Vergilbungskrankheit
  • Hellgrüne bis gelbe Blätter
  • Meist Mangelerscheinung, weil Nährstoffe durch die Wurzel nicht aufgenommen werden können
  • Ursachen – Staunässe, Trockenheit, Bodenverdichtung, Pflegefehler, Kälte
  • Pflanze muss aufgepäppelt werden – falsche Bedingungen abstellen
Schildläuse
  • Besonders häufig im Winterquartier
  • Sitzen an der Blattunterseite und den Zweigen
  • Zu erkennen an klebrigen Absonderungen, die auf den Blättern glänzen
  • Wenn man den Befall rechtzeitig feststellt, Schädlinge absammeln!
  • Bei starkem Befall ölhaltige Mittel nutzen und Tiere damit bestreichen. 
Spinnmilben
  • Treten auch meist bei Überwinterung auf
  • Zu erkennen an den dünnen Netzen an Triebspitzen
  • Meist hilft nur ein entsprechendes Insektizid.
Blattläuse
  • Blattläuse treten sowohl im Freien, als auch im Winterquartier auf
  • Draußen kann man sie mit einem Wasserstrahl abspülen, drinnen mit den Fingern abstreifen.
  • Ansonsten Pflanze mit einer Mischung aus Spülmittel und Wasser besprühen (Erde abdecken).
Zitrusbaum verliert Blätter/gelbe Blätter

Zitronenbäumchen im KübelGelbe Blätter bei einem Zitronenbaum können verschiedene Ursachen haben. Einzelne Blätter gibt es immer mal wieder. Das ist normal. Wenn vermehrt gelbe Blätter auftauchen und viele davon abfallen, dann ist Ursachenforschung zu betreiben.
  • Pflanzsubstrat zu nass oder zu trocken
  • Zu hoher pH-Wert – zu viel Kalk in der Erde
  • Zu alte Triebe – zu wenig Kraft (älteste Triebe herausschneiden)
  • Durch Temperaturwechsel beim Einstellen ins Winterquartier
  • Fehlendes Sonnenlicht
Braune Blattränder deuten auf zu viel Dünger hin.

Fazit

Der Zitronenbaum ist eine tolle Kübelpflanze. Er ist recht einfach zu kultivieren, außer den Winter über. Wichtig ist der passende Standort im Winterquartier. Es muss sehr hell und kühl sein, sollte gut belüftet werden können und ausreichend Platz haben. Dann ist es optimal. Bei schlechteren Bedingungen zeigen sich oft Schädlinge und Krankheiten. Regelmäßige Kontrollen sind wichtig. Wer sich mit dem Gießen schwer tut, sollte lieber etwas zu wenig gießen, als zu viel. Untersetzer und Übertöpfe besser gleich weglassen, damit alles überflüssige Wasser weglaufen kann. Ansonsten ist ein Zitronenbaum recht anspruchslos.
 




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Tipps für Schnellleser
Zitronenbaum als Kübelpflanze

- Nicht auspflanzen – nicht winterhart
- Im Sommer draußen aufstellen, sonnig, vor Regen und Wind geschützt
- Im Winter sehr hell, bei 2 bis 10 ° C, notfalls mit spezieller Pflanzenlampe
- Zitruspflanzenerde, leicht saurer Boden
- Drainage am Topfboden
- Umtopfen selten, erst wenn die Wurzeln unten aus dem Topf wachsen
- Ballen gleichmäßig leicht feucht halten
- Regenwasser nutzen
- Düngen von März bis September – alle 4 Wochen
- Dünger mit viel Stickstoff und wenig Phosphor
- Schnitt vor der Blüte oder nach Hauptblüte und Ernte
- Etwas rundliche Form schneiden
- Kranke und zu dünne Äste herausschneiden
- Ziel sind wenige starke Äste mit wenig Verzweigungen
- Äste schräg schneiden!
- Vermehrung durch Anzucht aus Samen (Kern) oder Verdedlung
- Veredlung - Okulieren – etwas schwierig, erst üben!
- Krankheiten und Schädlinge meist durch Pflegefehler
- Vergilbungskrankheit, gelbe Blätter
- Schildläuse, Spinnmilben, Blattläuse
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Über den Autor
Marion KostorzIch bin Marion aus Gifhorn, der Stadt mit dem größten Windmühlen-Museum Deutschlands, in der Südheide gelegen, also in Niedersachsen. Seit einigen Jahren arbeite ich als Freie Redakteurin und bin seit September 2012 auch für Gartendialog.de tätig. Zu meinen Hobbys gehören das Lesen und mein Garten. Schwerpunktmäßig beschäftige ich mich dort mit Clematis, Hortensien, Rosen, Gräsern und exotischen bzw. seltenen Pflanzen. Google