Mandarinenbaum - Pflege, Schneiden und Überwintern

MandarinenbaumEin Mandarinenbaum verbreitet ein exotisches Ambiente und ist ein Symbol für die Fruchtbarkeit der südeuropäischen Gartenlandschaften. Die Mandarine gehört zu den Zitrusfrüchten und kann in unseren Breitengraden nur als Kübelpflanze im Garten gehalten werden, da der Baum sehr frostempfindlich ist. In der Blütezeit verströmt die Pflanze einen süßlichen und sehr verführerischen Duft, der eine südländische Atmosphäre in jeden Gartenbereich bringt. An einem geeigneten Standort mit viel Sonne kann der Mandarinenbaum mehrmals im Jahr aufblühen, die Blüten können sogar parallel zu einer Fruchtentwicklung ausgebildet werden. Bei der Pflege ist das kleine Bäumchen in den warmen Jahreszeiten leicht zu handhaben, in der Winterzeit braucht es jedoch ein adäquates Überwinterungsquartier.



Idealer Standort, Pflanz-Substrat, Ein- und Umpflanzen

Der Mandarinenbaum wird am besten in einem großen Blumentopf oder Kübel kultiviert, welcher in den sommerlichen Monaten unter freiem Himmel steht. Idealerweise ist der Standort in einem Garten direkt auf der Erde, die Mandarine kann aber auch auf einer Terrasse oder einem größeren Balkon aufgestellt werden. Die ganzjährige Haltung in Wohnbereichen ist kompliziert, aber mit einem vermehrten Pflegeaufwand durchführbar. Vor den ersten Herbstnächten mit Frost, muss der Baum in einem entsprechend temperierten Raum untergestellt werden. Das wärmeliebende Gewächs verträgt keine frostigen Temperaturen.
  • Mandarinenbaum im TopfAb Juni in den folgenden Sommermonaten stets draußen
  • Sonnendurchfluteter und vor Regen und Wind geschützter Standort
  • Helles Winterquartier mit mind. 2°C bis max. 10° C
  • Keine Zugluft, da die Pflanze darauf negativ reagiert
  • Spezielle Erde für Zitruspflanzen als Nährboden
  • Pflanz-Substrat sollte Humus, Torf, Kalkstein oder Ton enthalten
  • Mit der richtigen Erde wird die Sauerstoffversorgung für die Wurzeln garantiert, das überschüssige Wasser wird nicht gestaut und kann optimal ablaufen
  • Allgemein mögen Zitrusgewächse einen leicht säuerlichen und nährstoffreichen Boden
  • Drainage für den Topfboden
  • Umtopfen wird fällig, wenn die Wurzeln überhand nehmen und aus dem Topf herauswachsen
  • Jedoch nicht zu oft umtopfen und auch nicht zu oft den Standort wechseln
Düngen und Gießen

Ein Mandarinenbaum muss vorsichtig, überlegt und mäßig gegossen werden. Wenn er zu feucht oder zu trocken gehalten wird, wirkt sich das schädlich auf seinen Wuchs und die Blütenentwicklung aus. Ideal ist abgestandenes Regenwasser, da es weniger kalkhaltig als das Wasser aus der Leitung ist. Eine Trockenperiode über einem Monat, in der nicht gegossen wird, fördert die Intensität der Blütenbildung.
  • Wurzelballen regelmäßig befeuchten, aber nicht nass halten
  • Die Erde vor einem erneuten Gießen mit dem Finger überprüfen, die oberste Schicht sollte schon trocken sein
  • An Tagen mit heißen Temperaturen verstärkt gießen
  • Düngen nur im Frühjahr und Sommer, im Herbst und Winter keinen Dünger verwenden
  • Ideal ist spezieller Dünger für Zitruspflanzen, mit viel Stickstoff und Kalk, aber nur wenig Phosphor
  • Etwa alle 1-2 Wochen genau nach Packungsangabe düngen
Richtig Schneiden und schonend Überwintern

MandarineEin Mandarinenbaum kann in eine gewünschte Form geschnitten werden, ansonsten wächst er zu einem buschartigen Baum mit einer Wuchshöhe von etwa 1,20 m heran. Vertrocknete Äste sollten unbedingt abgeschnitten werden, da auf diese Weise das weitere und gesunde Wachstum des Baumes angeregt wird.
  • Der richtige Schneidezeitpunkt ist vor der Blütezeit oder direkt danach
  • Schnitt vor der Blütezeit regt das Wachstum an
  • Ein nachfolgender Schnitt regt die erneute Ausbildung von Knospen an
  • Üblich ist das Schneiden einer rundlichen und buschartigen Form
  • Kranke und abgestorbene Äste müssen abgeschnitten werden
  • Dünne und kraftlose Äste herausschneiden, da diese keine Früchte tragen können
  • Hauptsächliches Ziel der Beschneidung sind einige wenige und starke Äste mit geringen Verzweigungen
  • Äste mit Früchten dürfen nicht abgeschnitten werden
  • Für den Schnitt eine scharfe Gartenschere benutzen, welche vorher gereinigt wurde
  • Bei großflächigeren Wunden zum Schutz des Baumes Baumharz auftragen
In einem ungeeigneten Überwinterungsquartier kann es durchaus vorkommen, dass der Mandarinenbaum seine Blätter verliert. Wenn außerdem Schimmel in der Erde auftritt, ist das Pflanz-Substrat zu nass ist. Der Baum braucht in den Wintermonaten nur ganz wenig Wasser und keinen Dünger.
  • Auf jeden Fall an einem hellen Platz aufstellen
  • Zur Not einen zu dunklen Standort mit einer speziellen Lichtlampe aufhellen
  • Der Baum braucht mind. 6 Stunden Licht am Tag
  • Ein lichtdurchfluteter Wintergarten ist perfekt für das Überwintern
  • Den Baum nur selten bewegen oder drehen
  • Moderat gießen
  • Je kühler der Standort des Mandarinenbaums, desto weniger Wasser benötigt er
  • Optimal sind Temperaturwerte zwischen 2°-10° C
  • Auf keinen Fall düngen
  • Dem Baum in Ruhe lassen
  • In regelmäßigen Abständen durchlüften, der Baum darf aber nicht im Lüftungszug stehen
  • Während des Überwinterns Vermehren, Züchten und Veredeln
Mandarinenbaum als KübelpflanzeSamen einpflanzen
  • Der Samen muss von Fruchtfleischresten befreit sein
  • Spezielle Anzuchterde als Pflanz-Substrat, diese ist keimfrei und speichert genügend Wasser
  • kleinen bis mittelgroßen Topf mit einem Abzugsloch auswählen
  • Stets nur einen Samen pro Topf einpflanzen
  • Samen ca. einen Zentimeter tief in die Erde hineinstecken
  • Regelmäßig befeuchten
  • Optimal ist ein warmer und heller Platz, jedoch ohne eine direkte Sonneneinstrahlung
  • Pflanz-Substrat feucht, aber nicht zu nass halten
  • Umgepflanzt wird erst, wenn der Topf zu klein ist und die Wurzeln bereits unten herauswachsen
  • In den ersten Lebensmonaten den Keimling nicht düngen
Okulieren und Veredeln

Bei der Veredelung von Mandarinenbäumen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Das Okulieren ist die gängigste Methode. Dazu wird eine Knospe von einem Edelreis benötigt, das ist ein Spross-Stück eines bereits veredelten Baumes. Die Knospe wird außerdem auch als Edelauge bezeichnet. Dieses Verfahren ist sparsam und es können hohe Wachstumsquoten erreicht werden. Der erforderliche Schnitt ist nicht einfach zu bewerkstelligen, das vorherige Üben an einem anderen Holzstück hilft bei der Schnittsicherheit. Die Schnittstellen dürfen nur mit dem Messer berührt werden. Das Verfahren wird mit einem Wildling (dieser wird auch Unterlage genannt) und einem bereits veredelten Baum durchgeführt.
  • Die Unterlage/Wildling an einer geeigneten Stelle reinigen
  • Einen 2 bis 3 cm langen und senkrechten Schnitt in die Rinde machen
  • Beim Schnittende einen weiteren, waagerechten Schnitt machen, ca. 2 cm in der Breite
  • Beide Rindenstücke vom Holz lösen, dies wird als Tasche bezeichnet
  • Bei dem Edelreis ca. 1 cm oberhalb des Auges das Messer ansetzen
  • Das Auge mit einem sehr flachen Schnitt unterhalb der Knospe bis ca. 2 cm oberhalb des Auges ganz aus dem Zweig herausschneiden
  • Das Messer für die Okulation darf nicht zu tief in den Zweig eindringen
  • Danach das Auge zwischen die Rindenstücke einschieben
  • Alle Teilstücken müssen einen festen Sitz haben
  • Überstehende Reste des Auges wegschneiden
  • Die Rindenstücken stramm um das Auge binden und mit einem Veredlungsband umwickeln
  • Es dauert ungefähr 6 Wochen bis zum tatsächlichen Anwachsen
  • Dabei muss das Auge stets grün sein, verfärbt es sich dunkel, ist die Veredlung missglückt
  • Nach dem Anwachsen, muss noch weiterhin forciert werden
  • Dabei wird die Krone der Unterlage/des Wildlings abgeknickt
  • Auf diese Weise werden Wuchsstoffe zum Edelreis transportiert und das Auge startet mit dem Austrieb
  • Der Edelreistrieb ist für einen aufrechten Wuchs am Rest der Unterlage anzubinden
  • Die Unterlage wird über kurz oder lang abgeworfen
  • Die übriggebliebene Zapfstelle muss noch entfernt werden, sodass diese von dem Edelreis überwachsen wird
Unerwünschte Krankheiten und gefräßige Schädlinge

MandarinenBei einem Mandarinenbaum treten Krankheitsbilder und Schädlinge in den meisten Fällen bei einer falsch durchgeführten Pflege auf. Dazu gehören unter anderem das Überwässern, ein stetig nasser Erdboden und ein ungeeigneter Standort. Vor allem im Winterquartier treten häufig Krankheiten und gefräßige Schädlinge auf. Eine regelmäßige Kontrolle des Baumes kann weitreichende Schäden im Vorfeld verhindern.

Vergilbungen und Verfärbungen der Blätter
  • Gelbe bis leicht hellgrüne Blätter
  • Der Grund sind oft Mangelerscheinungen, da die Wurzeln die Nährstoffe nicht aufzunehmen vermögen
  • Die Ursachen sind: Übermäßige Staunässe, langanhaltende Trockenheit, grobe Bodenverdichtung, Fehler bei der Pflege, kalte Temperaturen
  • Die Pflanze braucht nun richtige Pflege und perfekte Bedingungen
Klebrige Schildläuse
  • Befall sehr häufig beim Überwintern
  • Die Schildläuse nisten sich an der Unterseite der Blätter und den Zweigen ein
  • Zu erkennen an klebrigen Absonderungen, die auf den Blättern glänzen
  • In der Anfangsphase des Befalls hilft das Einsammeln der Schädlinge
  • Bei fortgeschrittenem Befall helfen ölhaltige Mittel, mit denen die Tiere bestrichen werden
Netzartige Spinnmilben
  • Treten ebenfalls verstärkt im Überwinterungsquartier auf
  • Indiz sind die dünnen Netze der Spinnmilben an den Triebspitzen
  • Behandlung mit einem passenden Insektizid
Gierige Blattläuse
  • Blattläuse können sowohl bei der Freilandhaltung, als auch im geschützten Winterquartier auftreten
  • Konstantes Besprühen und abspülen mit Wasser, alternativ Abstreifen in Handarbeit
  • Die Pflanze kann außerdem mit einer Wassermischung mit Spülmittel und Wasser besprüht werden, wobei die Erde zum Schutz abzudecken ist
Dauerhafter Blattverlust/gelbe Blätter beim Mandarinenbaum

Das Gelbwerden der Blätter kann bei einem Mandarinenbaum unterschiedliche Ursachen haben. Das einzelne Blätter ab und an abgeworfen werden ist normal. Wenn jedoch verstärkt gelbe Blätter aufkommen und diese andauernd vom Baum abfallen, sollten die Ursachen erforscht werden.
  • Das Pflanz-Substrat ist permanent zu nass oder viel zu trocken
  • Ein hoher pH-Wert in der Erde deutet auf zu viel Kalk hin
  • Alte Triebe mit geringer Kraft sollten herausgeschnitten werden
  • Hoher Temperaturwechsel durch das Einstellen in das Winterquartier
  • Mangelhafte Versorgung mit Sonnenlicht
  • Wenn die Blattränder braun werden, wird zu viel Dünger verwendet
Fazit

Der Mandarinenbaum ist eine wunderschöne und herrlich duftende Kübelpflanze, die sich hervorragend für den Garten oder die Terrasse/den Balkon eignet. Die Blüten des Mandarinenbaums sind selbstbestäubend und brauchen keine Bienen für diese Arbeit, können also lange genug im Winterquartier das Ende der frostigen Nächte abwarten. Nach der Blüte bekommt der Baum erst grüne Früchte, die mit dem fortschreitenden Reifeprozess orange werden. Mit dem richtigen Standort für Sommer und Winter kann die frostempfindliche Mandarine auch unsere harten Winter überleben. Der Baum ist leicht zu kultivieren, wenn die Pflegehinweise genau befolgt werden. Überschüssiges Wasser muss stets ablaufen können, da es sonst zu unerwünschten Krankheiten und einem Schädlingsbefall kommt. Oft wachsen die weißen Blüten und die heranreifenden Früchte gleichzeitig am Baum heran. Die Früchte der Kübelpflanze können jedoch nicht verzehrt werden.
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Tipps für Schnellleser
Mandarinenbaum als Kübelpflanze

- Darf nicht ausgepflanzt werden, da der Baum nicht winterfest ist
- In den Sommermonaten an einem sonnigen und vor schädlichem Regen und Wind geschützten Standort aufstellen
- In der Winterzeit an einen hellen Platz, mit Temperaturen von 2° bis 10° C
- Bei Lichtmangel im Winterquartier mit Pflanzenlampe nachhelfen
- leicht saurer Erdboden, ideal ist Erde für Zitrusgewächse
- Topfboden mit Drainage ausrüsten
- Nur selten umtopfen
- Wurzelballen gleichmäßig und periodisch anfeuchten
- Regenwasser verwenden
- Düngen nur im Frühjahr und Sommer - alle 2 Wochen
- Dünger mit Stickstoff und Kalk, nur wenig Phosphor
- Beschneidung vor der Blütezeit oder nach der Hauptblüte und der Fruchternte
- In rundliche, buschartige Form schneiden
- Krank wirkende und dünne Verästelungen abschneiden
- Wuchsziel sind einige starke Äste mit wenigen Verzweigungen
- Äste immer schräg abschneiden
- Vermehrung erfolgt durch Aufzucht aus Samen oder einer Veredelung
- Veredelung/ Okulieren ist etwas kompliziert, deshalb vorher erstmal üben
- Durch Fehler bei der Pflege treten Krankheiten und Schädlinge
- Vergilbungen und gelbe, herabfallende Blätter
- Blattläuse, Spinnmilben, Schildläuse
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