Blutpflaume - Pflanzen, Pflege & Schneiden

BlutpflaumeBlutpflaumen sind äußerst dekorative Gehölze. Sie überzeugen durch ihr rotes Laub, ihre schönen Blüten und die Früchte, die zwar klein sind, aber gut schmecken. Die Blutpflaume ist aus einer Kreuzung der Kirschpflaume mit einer verwandten Art entstanden.



Der Baum oder Busch wird nicht sehr groß und kann durch gezielte Schnittmaßnahmen gut in Form gehalten werden. Besonders schön wirkt die Blutpflaume im Kontrast zu grünlaubigen Gehölzen. Bäume, die eine Höhe von 8 Metern erreichen können, machen sich auch gut als Solitär. Außer als Baum gibt es die Blutpflaume noch als Strauch, der 3 bis 4 Meter hoch und fast genau so breit werden kann. Außerdem sind Zwergsorten im Handel erhältlich, die kaum höher als 2 Meter werden. Die Zwergpflaume, auch die Zwergblutpflaume, hat noch leuchtenderes rotes Laub und dazu schneeweiße Blüten, sehr dekorativ, besonders als Hochstamm.

Die Blüten schmücken den Baum von März bis April. Im Anschluss daran entwickeln sich die Früchte. Diese sind lecker und gesund. Aufpassen ist aber angesagt: Die im Kern enthaltenen Samen wirken toxisch, also, Kerne nicht verschlucken!!!


Blutpflaumensorten
  •  ’Nigra’ – schwarzrote Blätter, Farbe bleibt auch im Herbst erhalten, rosa Blüten, stammt aus den USA, häufigste Sorte
  • ’Pissardii’ – ursprüngliche Sorte, heute kaum noch erhältlich. Große, rotbraun gefärbte Blätter, verblassen mit der Zeit, weiße, manchmal leicht rosa Blüten, erscheinen vor den Blättern
  • ’Woodii’ – wie Sorte ’Nigra’, kaum zu unterscheiden
  • ’Hessei’ – strauchförmig wachsende Sorte, kaum noch erhältlich
  • ’Trailblazer’ – großfruchtige Sorte mit leckeren Früchten, auch oft ’Hollywood’ genannt, Kreuzung, Blätter vergrünen im Laufe der Saison
  • Zwerg-Blutpflaume (Prunus x cistena) – nur 150 bis 200 cm hoch, rosa Blüten, rote Blätter, kaum Früchte
Die Pflege der Blutpflaume

Blüte der ZwergblutpflaumeDie Pflege der Blutpflaume ist nicht kompliziert. Das Gehölz ist recht anspruchslos. Bei passendem Standort, gutem Substrat und ausreichend Wasser und Nährstoffen entwickeln sich die Blutpflaumen zu gesunden Gehölzen, die nicht viel Arbeit machen und ganzjährig gut ausschauen.

Standort

Die Blutpflaume mag einen sonnigen, warmen Standort. Je nach Sorte und Standort wächst eine Blutpflaume zwischen 10 und 30 cm im Jahr.
  • Ein sonniger bis absonniger Standort ist ideal.
  • Die Blutpflaume ist wärmeliebend.
  • Stadtklimatolerant und winterhart
Pflanzsubstrat

Als Boden eignet sich jeder Gartenboden, der nicht zu nass und nicht zu leicht ist.
  • Ideal ist durchlässiges und tiefgründiges Substrat.
  • Günstig ist, wenn der Boden Humus und Kalk enthält.
  • Wichtig ist ein nährstoffreiches Substrat.
  • Es sollte, vor allem bei jungen Bäumen, regelmäßig aufgelockert werden.
  • Saures Substrat mag die Blutpflaume nicht.
Pflanzen

Die Blutpflaume macht sich gut auf Obstwiesen, in Beeten und gedeiht sogar in Kübeln. Dafür sind Zwergsorten besonders geeignet. Wissen muss man, dass die Blutpflaume ein Tiefwurzler ist. Das ist vor allem beim Umsetzen zu beachten. Allerdings hat das Gehölz auch viele kleine Wurzeln in Oberflächennähe. Beim Unterpflanzen muss man deshalb vorsichtig vorgehen. Bei der Auswahl der Gewächse ist die Gartengröße zu berücksichtigen. Für kleinere Gärten eignen sich die schwachwüchsigen und Zwergformen am besten.
  • Das Pflanzloch muss doppelt so groß sein, wie der Pflanzballen.
  • Erde gut auflockern, um eine Verdichtung zu vermeiden!
  • Beim Pflanzen kann Humus zugegeben werden.
  • Frisch gepflanzte Gehölze brauchen zum Anwachsen reichlich Wasser.
  • Beim Umpflanzen beachten, das der Wurzelballen recht groß ist. Er muss komplett aus der Erde gehoben werden.
  • Anschließend wird die Wurzel zurückgeschnitten!
  • Auch die Krone muss verkleinert werden. Wurzel und Krone sollten etwa auf die gleiche Größe eingekürzt werden!
  • Die beste Zeit zum Umpflanzen einer Blutpflaume ist zu Beginn der Vegetationsruhe im Oktober. Ältere Exemplare sollte man

    aber besser nicht umsetzen! Bei jungen ist das kein Problem.
Gießen und Düngen

Blutpflaume BaumDas Gießen ist nicht kompliziert. Frisch gepflanzte Blutpflaumen müssen regelmäßig mit Wasser versorgt werden. Angewachsene Exemplare kommen auch längere Zeit ohne Wasser aus. Die Wurzeln reichen tief in die Erde hinab und ziehen dort Wasser. Gießt man zu viel, wird die Wurzel träge.
  • Stets etwas feucht halten!
  • Staunässe wird nicht vertragen!
  • Im Frühjahr mit Mehrnährstoffdünger für ausreichend Nährstoffe sorgen!
  • Fest verwurzelte Blutpflaumengehölze überstehen auch sommerliche Trockenzeiten.
Schneiden

Durch einen Schnitt kann die Wuchsform einer Blutpflaume ganz individuell gestaltet werden. Außerdem sichert ein regelmäßiger Schnitt eine Blütenfülle, die ohne immer mehr nachlässt. Ein regelmäßiger Schnitt ist nicht zwingend erforderlich, macht aber einfach Sinn. Zu häufig sollte allerdings auch nicht geschnitten werden, denn das kann eine Besenbildung fördern und Besentriebe sind optisch nicht schön. Vor allem bei älteren Gehölzen kommen diese recht häufig vor.

Die Blutpflaume toleriert fast jeden Schnitt. Man sollte es aber nicht übertreiben.
  • Geschnitten wird am besten nach der Blütezeit.
  • Bei jungen Gehölzen die verblühten Triebe auf etwa 5 Knospen einkürzen.
  • Ältere Gewächse durch das Entfernen der ältesten Zweige verjüngen.
  • Ist die Blutpflaume generell zu groß geworden, schneidet man einige große Äste völlig heraus. Außerdem kann man Äste auf einen nach außen führenden Zweig ableiten, der dann die neue Astspitze bildet.
  • Auf keinen Fall rundherum gleichmäßig schneiden. Der Wuchscharakter sollte erhalten bleiben!
  • Beim Schnitt sucht man eine Stelle direkt über einer Verzweigung. So wächst der Ast weiter.
  • Beim Blutpflaumenbaum sollte der Hauptast möglichst unbeschnitten bleiben. Er wächst gerade nach oben. Alle anderen Äste hält man etwas kürzer.
  • Zwergblutpflaumen können ebenso geschnitten werden.
Überwintern

Die Zwergblutpflaume, ebenso die normale Blutpflaumen-Art, ist gut winterhart. Sie ist auch in der kalten Jahreszeit ein Blickfang, denn ihr dunkler Stamm sieht ausgesprochen gut aus.


/>Vermehren

Früchte der BlutpflaumeDie Blutpflaume gehört zu den Gehölzen, die sich ganz leicht selbst aussäen und vermehren. Das erkennt man an den zahlreichen Trieblingen rund um den Stamm. Diese sollten immer schnellstens entfernt werden. Je größer sie werden, desto schlechter bekommt man sie aus dem Boden. Außerdem konkurrieren diese Wildtriebe mit denen der Edelsorte um Nährstoffe, Wasser und Licht. Sie können schließlich die veredelte Sorte überwuchern und diese kann absterben.

Die Wildtriebe haben meist grüne Blätter und sehen etwas anders aus, als die normalen Triebe. Man schneidet die Wildtriebe direkt an der Austrittsstelle am Stamm mit einem scharfen Messer ab oder reißt sie aus dem Boden. Es darf kein Stummel stehen bleiben!

Generell werden die Blutpflaumen aber durch Veredeln vermehrt. Steckholz und Ableger sind meist wenig erfolgreich.

Krankheiten und Schädlinge

Blutpflaumen können bei ungünstigem Standort und feuchter Witterung unter verschiedenen Erkrankungen leiden, die zum Teil auch zugleich auftreten.
  • Schrotschuss-Erkrankung – Pilzinfektion, zu erkennen an kleinen braunen Flecken auf den Blättern. Die abgestorbenen Gewebestücke fallen heraus, das Blatt sieht aus wie durchlöchert (Schrotschuss). Wichtig ist, befallene Blätter aufzusammeln oder abzuschneiden und zu entsorgen (nicht auf Kompost, sondern Restmüll). Im Frühjahr beim Laubaustrieb kann vorbeugend gespritzt werden. Die Behandlungen müssen regelmäßig wiederholt werden. Auch bei Befallsbeginn sind Spritzungen noch sinnvoll. Es gibt dafür spezielle Fungizide oder auch Kupferpräparate.
  • Narren- und Taschenkrankheit – Pilzinfektion, zu erkennen an Blattfall (vertrocknete Blätter kurz nach Austrieb) und Triebdeformationen (junge Triebe verdickt und deformiert). Keine Pflanzenschutzmittel zugelassen.
  • Monilia – Spitzendürre und Fruchtfäule, verursacht von zwei miteinander verwandten Pilzen ausgelöst. Die Spitzendürre ist von größerer Bedeutung. Sie tritt meist in feuchten Jahren auf. Schon vor der Blüte werden massenhaft Pilzsporen produziert und durch den Wind auf dem Gehölz verteilt. Die Sporen keimen bei feuchtem Wetter. Zu erkennen ist der Befall an den verdorrten Triebspitzen. Er breitet sich jedes Jahr mehr aus. Vorbeugen kann man durch die richtige Sortenwahl. Einige Arten sind widerstandsfähiger als andere. Wichtig ist, alle Fruchtmumien und abgestorbenen Zweige zu entfernen und diese zu vernichten. 20 cm bis in das gesunde Holz schneiden! Mit Schnittmaßnahmen dafür sorgen, dass die Krone luftig bleibt. Gegen Monilia gibt es auch Pflanzenschutzmittel. Es ist darauf zu achten, nur zugelassene Mittel zu verwenden!
  • Läuse – bei normalem Befall muss nichts getan werden.
Fazit

Die Blutpflaume ist ein dekoratives Gehölz. Durch ihr dunkelrotes Laub fällt sie unter den grünen Gehölzen im Garten sehr auf. Auch ihre Blüte ist spektakulär, wenn auch nur kurz. Besondere Ansprüche an die Pflege stellt so ein Baum oder Strauch nicht. Für kleine Gärten empfehlen sich Zwergformen, die kaum über zwei Meter hoch werden und auch im Kronenumfang eingedämmt werden können. Wichtig ist, auf die Gesundheit der einzelnen Sorten zu achten. Ansonsten gibt es bei der Blutpflaume keine Besonderheiten.
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Tipps für Schnellleser
Pflege der Blutpflaume und Zwergblutpflaume

- Blutpflaume fällt auf durch dunkelrotes Laub und schöne Blüten
- Einige Sorten bringen auch durchaus ausreichend und größere Früchte hervor.
- Für kleine Gärten gibt es Zwergformen.
- Die Pflege ist einfach und komplikationslos.
- Standort sonnig und warm.
- Pflanzsubstrat durchlässig, tiefgründig und nährstoffreich!
- Keine saure Erde!
- Beim Pflanzen Humus zugeben!
- Pflanzloch doppelt so groß wie Ballen!
- Nach Pflanzen gut wässern.
- Umpflanzen zu Beginn der Vegetationsruhe.
- Gießen bei frisch gepflanzten Gehölzen und bis zum Einwachsen wichtig!
- Später immer leicht feucht halten.
- Pflanze übersteht auch Trockenperioden.
- Keine Staunässe!
- Im Frühjahr mit Mehrnährstoffdünger für Nährstoffe sorgen!
- Schnitt um Wuchs einzudämmen und für mehr Blüten.
- Schnitt nicht zwingend erforderlich, aber sinnvoll.
- Schneiden nach der Blüte!
- Die Form der Krone oder des Strauches erhalten!
- Ausreichend winterhart
- Vermehrung durch Veredlung
- Krankheiten – Schrotschuss-Krankheit, Narren- und Taschen-Krankheit und Monilia-Spitzendürre
- Schädlinge - Läuse
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