Steingarten anlegen - Gestaltung und Bepflanzung

Steine zur GartengestaltungEin Steingarten ist, wenn er richtig angelegt ist, ein absoluter Hingucker im Garten. Besonders bei leichter Hanglage macht sich solch eine Anlage gut. Wenn man mit offenen Augen durch ein Wohngebiet mit Gärten geht, findet man zahlreiche Steingärten. Schnell erkennt auch ein Laie die unterschiedliche Qualität. Zwei, drei Steine zwischen die Pflanzen zu legen macht noch keinen Steingarten. Da gehört schon etwas mehr dazu. Die Fläche sollte passend angelegt werden und die Auswahl der Pflanzen und Accessoires ist ein ganz eigenes Gebiet. Da Steingärten so beliebt sind, gibt es inzwischen auf diese Pflanzen spezialisierte Gärtnereien. Wer keine von ihnen in unmittelbarer Nähe hat, kann sich Infomaterial und dann auch Pflanzen per Post schicken lassen. In der Regel klappt das sehr gut.

Ein Steingarten ist eine Miniaturausgabe einer alpinen Region. Viele Gartenbesitzer kennen die Gegend aus einem Urlaub. Wer Berge und die Natur dieser Region liebt, für den ist ein Steingarten ideal. Außerdem bietet er den Vorteil, dass die meisten Pflanzen sehr genügsam sind und nicht viel Pflege benötigen. Ein Steingarten macht zwar beim Anlegen viel Arbeit, aber später dann um so weniger. Einen Steingarten kann man auch auf und an einer Natursteinmauer einrichten. Das wirkt besonders natürlich.



Standort und Materialien

Der Standort eines Steingartens ist wichtig für das Gelingen der Anlage. Nur wenn er gut gewählt ist, bekommen die Pflanzen die Sonne, den Boden und die anderen notwendigen Zutaten, damit sie gut gedeihen. Prinzipiell kann man einen Steingarten auch auf geradem Gelände anlegen, aber die Wirkung ist eine ganz andere, wenn man eine Hanglage hat. Im Prinzip ist es ja durch die Aufschüttung von Erde ganz einfach zu erreichen, dass man einen kleinen Hang errichtet. Genausogut kann man den Bauschutt, der beim Hausbau anfällt, zu einem Hügel auftürmen und den dann reichlich mit Erde bedecken. Möglichkeiten gibt es viele, ein Hanggrundstück ist nicht notwendig.
  • Ein Steingarten sollte recht sonnig liegen. Halbschatten ist auch möglich, aber zu viel Schatten ist ungünstig. Die meisten Pflanzen für Steingärten lieben die Sonne.
  • Für einen normalen Steingarten werden nur wenige, spezial ausgesuchte Steine benötigt. Helle Steine fallen mehr auf als dunkle.
  • Das Gegenstück dazu ist das Alpinum. Es besteht zu einem großen Teil aus Steinen und nur wenigen Pflanzen. Hier ist eine Drainage besonders wichtig.
  • Wichtig ist, nicht zu viele verschiedene Steine zu verwenden. Man sollte sich auf wenige, besser nur eine Art beschränken. Nicht verschiedene Arten und Formen nutzen!
  • Die Größe der Steine der des Steingartens anpassen! Ein großer Steingarten verträgt auch größere Steine.
  • Wege werden am besten aus kleinen Steinen (Stein- oder Kiesschotter) angelegt.
  • Steingartenstauden sind ideal als Bepflanzung. Richtige alpine Stauden aus Spezialgärtnereien haben oft hohe Ansprüche an Standort und Pflege und sind nicht gerade Anfängerpflanzen.
  • Wer möchte, kann einen Bachlauf durch seinen Steingarten rinnen lassen. Das ist ein besonderes Highlight.
  • Für einen Bachlauf eignen sich runde Flusskiesel oder andere runde oder abgeflachte Steine.
  • Auch eine Treppe im Hang sieht gut aus, ganz natürlich angelegt.
  • Dekorationobjekte wie Wurzeln oder kleine Figuren bringen Abwechslung und setzen Glanzpunkte.
SteingartenpflanzenWichtig ist, dass der Steingarten insgesamt ein harmonisches Bild abgibt. Dazu gehören der Hang ansich, die Anordnung von Bach, Treppe, Steinen und Pflanzen. Alles muss möglichst natürlich wirken, nicht angelegt.

Steingarten selber anlegen – Anleitung

Einen Steingarten anzulegen kann kompliziert sein, vor allem, wenn man das Gelände baulich verändern möchte. Allerdings sieht solch ein Garten, wenn er richtig gestaltet wurde, niemals künstlich, sondern sehr natürlich aus.
  • Ein nach Süden oder Südwesten gerichteter Hang ist ideal.
  • Um eine gute Wirkung zu erzielen darf der Steingarten nicht zu klein sein. 10 m² sollte man ihm mindestens gewähren.
  • Da Steingartenpflanzen nicht nur recht trockenheitressistent sind, sondern Nässe gar nicht mögen, ist auf eine gute Drainage zu achten, wenn keine Hangform vorliegt.
  • An Hängen läuft das überschüssige Wasser meist zuverlässig ab, so dass es nicht zu Staunässe kommen kann.
  • Auch ein hügeliges Gelände eignet sich gut, besonders für größere Steingärten.
  • Wer Aufschütten muss: pro 30 cm Anhebung des Bodenneveaus muss 1 bis 1,5 m Breite zur Verfügung stehen!
  • Schwere Böden mit Sand mischen. Es wird eine 20 bis 30 cm hohe Erdschicht benötigt. Erde muss sich einige Zeit setzen. Immer wieder einschwemmen, damit Ritzen und Spalten zugesetzt werden!
  • Steine verteilen. Große Steine bis zu einem Drittel eingraben! Steine erst einige Tage setzen lassen, nicht gleich Pflanzen einsetzen!
  • Pflanzen vorsichtig einpflanzen!
  • Angießen und die nächsten Wochen noch regelmäßig gießen, am besten mit einer feinen Brause.
  • Sind die Pflanzen gut angewachsen, müssen Sie nur noch bei lang anhaltender Trockenheit und extremer Hitze gegossen werden.
  • Düngen ist in der Regel nicht notwendig. Die Pflanzen stammen aus kargen Gegenden und kommen mit wenig Nährstoffen gut aus. Wenn Düngen, dann mit Kompost oder Hornspänen.
  • Regelmäßiges vorsichtiges lockern der Erde und Unkraut zupfen reicht als Pflege.
Empfehlenswerte Steingartenpflanzen

Topf im SteingartenEs gibt eine große Auswahl an speziellen Steingartenpflanzen. Prinzipell sagt man, es ist besser, nicht zu viele verschiedene Pflanzen zu nutzen. Lieber größere Gruppen gleicher Pflanzen auswählen, das wirkt besser. Natürlich ist immer die Größe des Steingartens ausschlaggebend. Wer nur 10 m² zur Verfügung hat, sollte sich auf drei bis vier Pflanzen entscheiden, dazu Blumenzwiebeln für das Frühjahr und ein bis zwei Zwerggehölze, damit auch etwas immergrünes über die trübe Jahreszeit hinweg hilft. Alle Pflanzen sollten farblich zueinander passen, auch wenn das die Auswahl etwas einschränkt.
Viele Steingartenpflanzen lieben Kalk, es gibt aber auch Arten, die das gar nicht mögen. Vorsicht also bei der Pflanzenauswahl! Auch in Steinen ist oft Kalk enthalten, z.B. in Dolomit, Travertin und Kalksandstein. Zu diesen Steinen dann auch kalkliebende Pflanzen nutzen. Basalt, Sandstein und Granit sind neutral bis sauer, da passen alle Pflanzen zu.

Zwerggehölze sind immergrün. Sie sind wichtig, damit der Steingarten im Winter nicht trostlos wirkt. Wichtig bei der Auswahl ist, dass man eine Art aussucht, die nicht zu groß wird. Am Anfang sind alle Gehölze niedlich klein, aber sie wachsen recht schnell und werden zu groß für Steingärten. Am besten lässt man sich in der Gärtnerei seines Vertrauens beraten. Gut geeignet sind
  • Alpenazaleen
  • Nestfichte
  • Zwergkoniferen
  • Zwerg-Bergkiefer
  • Kugelkiefern
  • Zwerg-Helmlocktannen
  • Hängeweide
  • Kriechwacholder
  • Kleine Ginster
  • Fünffingerstrauch
  • Felsenseidelbast
Stauden sind für einen Steingarten unabdingbar.
Gräser gehören zwar zu den Stauden, sollten aber separat erwähnt werden.
Knollen- und Zwiebelpflanzen sind für einen Steingarten absolut unverzichtbar. Nicht nur im Frühjahr überzeugen sie durch ihren Blütenreichtum. Es gibt auch im Sommer und im Herbst blühende Gewächse. Besonders günstig sind zum Verwildern geeignete Arten, die sich gut ausbreiten und perfekt in die Natur einfügen.
Stauden, Bodendecker & Raritäten

Steingarten mit DekorationNiedrige bis halbhohe Stauden bringen Farbe und Leben in einen Steingarten. Bodendecker, zu denen man im Steingarten auch die Polsterstauden zählen kann, breiten sich mit den Jahren reichlich aus und wachsen nach allen Seiten. Sie lassen den Steingarten so natürlich aussehen und sollten in keinem fehlen. Raritäten haben oft den Nachteil, dass sie nicht ganz einfach zu beschaffen sind und auch höhere Anforderungen an die Pflege stellen. Allerdings hat man dann auch etwas ganz besonderes in seinem Steingarten. Auf keinem Fall sollte man sich aber selbst in der Natur bedienen und die Raritäten im alpinen Urlaub ausgraben!!!

Stauden
  • Polsterstauden wie Steinkraut, Pyrenäen-Sandkraut, Moos-Steinbrech, Blaukissen, Gänsekresse, Hungerblümchen, Rotkissen, Sonnenröschen, Teppicjphlox, Polsternelke und und und
  • siehe unter empfehlenswerte Steingartenpflanzen – Stauden
Bodendecker
  • Stachelnüsschen
  • Alpines Alpenglöckchen
  • Kugelblume
  • Sämptliche Polsterstauden
  • Steinsame
  • Blaukissen
  • Veilchen Rebecca
  • Sternpolsterglockenblume
  • Viele Sedum-Arten
Raritäten
  • Alpen-Ziest
  • Balkan-Nelke
  • Orchideen wie Tibet-Orchidee, Moororchidee
  • Schopfige Teufelskralle
  • Zwerg-Schöterich
Fazit

Ein Steingarten passt zu jedem Haus. Wichtig ist eine unebene Fläche, günstig ist ein Hang. Vor allem Polsterstauden passen gut zwischen die Steine. Bei der Auswahl darauf achten, dass immer etwas blüht! Der passende Boden ist wichtig für die gute Entwicklung der Pflanzen. Einige mögen Kalk, andere nicht. Der Steingarten darf nicht zu mager bepflanzt werden! Üppige Polsterstauden, dazwischen kleine Zwiebelgewächse und ein oder zwei kleine Gehölze um einen kleinen Teich platziert, das ist pure Harmonie. Dort fühlen sich auch Vögel und andere Kleintiere wohl. Ich wünsche viel Spaß beim gestalten und Anlegen!
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Tipps für Schnellleser
- Steingarten am besten an einem Hang oder in hügeligem Gelände anlegen.
- Mindesten 10 m² Platz einplanen.
- Schön wirkt ein Bach oder Wasserfall.
- Wichtig sind passende Steine.
- Immer nur ein, max. zwei verschiedene Steinarten nutzen.
- Entweder runde oder eckige Steine verwenden, nicht beide.
- Steine wie zufällig plazieren.
- Erde muss durchlässig sein!
- Ohne Hanglage am besten Drainage einbauen!
- Bei Pflanzenauswahl auf immergrüne Gewächse achten (etwa 1/3 von der Gesamtmenge)!
- Günstig und pflegeleicht für Steingärten sind Polsterstauden und Zwiebelgewächse.
- Wunderschön und vielseitig sind Sedum-Arten.
- Gärtnereien bieten spezielle Steingartenpflanzen an. 
- Im Internet ebenfalls große Auswahl, auch alpine Pflanzen.

Einen Steingarten anzulegen ist auch für Gartenneulinge kein Problem.
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