Jiaogulan, Jiaogula - Anbau, Pflege und Überwintern

Jiaogulan PflanzeJiaogulan (sprich Dchiau-gu-lan) ist ein Heilkraut aus China. Man nennt es auch das „Kraut der Unsterblichkeit“ und sagt ihm viele Heilkräfte nach. Bei uns kennt man hauptsächlich aus der Pflanze hergestellten Tee und Pillen. Die Jiaogulan-Pflanze selbst ist erst seit kürzer Zeit auf dem Vormarsch. Dem Kraut werden ebenso gute Eigenschaften zugesprochen wie Ginseng, der bekanntlich teuer ist. Viele Inhaltsstoffe stimmen auch wirklich überein. Der Vorteil von Jiaogulan ist der deutlich günstigere Preis. Außerdem ist die Pflanze leichter anzubauen und kann deutlich früher geerntet werden. Ginseng braucht Jahre und ist schwierig zu kultivieren.


Verwendung

Die Blätter der Pflanze werden getrocknet oder frisch genutzt. Hauptsächlich wird Tee aus ihnen gemacht. Obwohl gesund, schmeckt er noch nicht einmal schlecht. Vor allem aus frischen Blättern zubereitet ist der Tee richtig lecker. Die frischen Triebspitzen lassen sich auch im Salat gut verarbeiten und man kann sie auch solo essen. Der Geschmack von Jiaogulan erinnert an Lakritze.

Jiaogulan (gynostemma pentaphyllum) hat keine Nebenwirkungen. Das ist absolut selten. Für Frauen ist die Pflanze ganz besonders verträglich. Das liegt vor allem an den enthaltenen Saponinen. Jiaogulan hat so viele gute Eigenschaften, dass ich gar nicht alle hier aufzählen kann, dann wird der Text zu lang. Ich stelle hier nur mal die allerwichtigsten vor:
  • Hilft stressbedingte Krankheiten zu verhindern
  • Antioxidans
  • Herzstärkungsmittel
  • Wirkt gegen Bluthochdruck
  • Senkt den Cholesterinspiegel
  • Beugt Schlaganfall und Herzinfarkt vor – verhindert Verklumpen der Blutplättchen
  • Stärkt das Immunsystem
  • Blutbildend
  • Senkt Blutzucker und Blutfette
  • Vorbeugend gegen Krebs
  • Hilft Stress abzubauen
  • Steigert die Ausdauerleistung
  • Stoffwechselfördernd und und und
Jiaogulan ist eine Rankelpflanze und recht einfach anzubauen. Sie gehört zu den Kürbisgewächsen und wächst dementsprechend schnell. Die Winterhärte ist nicht ganz stimmig und wird sehr verschieden angegeben. Da die Pflanze aber gegen Ende Herbst sowieso einzieht, kann man das Rhizom auch frostfrei überwintern. Somit ist der Anbau wirklich gut möglich und auch nicht kompliziert.

Anzucht und Pflege von Jiaogulan

Blätter des JiaogulanJiaogulan ist eine krautige und ausdauernde Kletterpflanze. Diese zu kultivieren ist einfach. Sie heranzuziehen ist schon etwas schwieriger. Das liegt daran, dass sie sich nur schwer aus Samen ziehen lässt. Die Schwierigkeit ist, keimfähige Samen zu bekommen. Dann kann die Keimung immer noch viele Wochen dauern. Es ist also einfacher, sich eine Jungpflanze zuzulegen, welche auch gar nicht teuer sind. Diese werden zwischen März und Oktober in vielen Gärtnereien angeboten. Da sie schnell wachsen, kann man schon nach einigen Wochen die ersten Blätter ernten. Jiaogulan ist auch als Zimmerpflanze zu verwenden. Sie ist absolut genügsam und pflegeleicht. Für alle, die gesund leben und sich etwas Gutes tun möchten, ist die Pflanze sehr zu empfehlen.

Statt Jiaogulan selbst aus Samen zu ziehen, empfehle ich hier, sich eine oder mehrere Pflanzen von Jens Rusch zu bestellen. Dieser Mann ist ein Pionier auf dem Gebiet der Jiaogulan. Seine Pflanzen stammen genetisch von der sogenannten „ersten Generation“ ab. Es ist genetisch identisches Material, durch Ableger und Absenker vermehrt. Siehe auch:
www.dithmarschen-wiki.de/Jiaogulan. Diese Pflanzen enthalten wesentlich höhere Wirkstoffmengen, als durch Samen erzogene Pflanzen, der dritten, vierten oder nachfolgenden Generation.

Die meisten Inhaltstoffe in den Blättern sind zu Anfang des Sommers zu finden.

Standort

Beim Standort muss unterschieden werden, ob die Jiaogulan ausgepflanzt oder als Zimmerpflanze kultiviert wird. Im Freien ist ein nicht so sonniger Platz ideal, denn es ist eine Dschungelpflanze und gedeiht im Schatten anderer Gewächse. Im Haus ist es günstig, sie als Hängeampel zu kultivieren. Bei der Recherche habe ich festgestellt, dass der Standort hauptausschlaggebend ist, dass sich die Pflanzen entwickeln. Je sonniger sie standen, um so schlechter wuchsen sie. Einige gedeihen aber komischer Weise gut in der Sonne. Woran das liegt, kann ich nicht sagen. Ich kann nur empfehlen, es auszuprobieren. Die Pflanzen beobachten, ob sie sich wohlfühlen. Das ist meist leicht zu erkennen. Es ist ein starkwüchsiges Gewächs und wenn da nicht viel passiert, steht sie falsch. Wächst sie dagegen los, ist alles gut.
  • Braucht Platz
  • Kann bis zu 8 Meter lang werden, es bleibt aber meist bei 2 bis 3 Metern
  • Im Topf deutlich kleiner
  • Keine volle Sonne
  • Halbschatten
  • Besser ist Morgen- und Abendsonne
  • Wächst auch im Schatten recht gut, bleibt aber kleiner und wächst langsamer
  • Platz für großes Spalier einplanen.
  • Jiaogulan mag es warm und feucht -. Ideale Badezimmerpflanze
  • Die Pflanze scheint Großstadtluft nicht zu schätzen. Landluft ist ihr deutlich lieber.
Pflanzsubstrat

Beim Pflanzsubstrat ist die Jiaogulan nicht ganz so anspruchsvoll. Beste Erfahrungen wurden wohl mit Marschböden gemacht. Nicht jeder wohnt aber an der See. Wichtig ist ein humoser Boden. Auch beim Substrat kann man experimentieren. Hat man nur eine Pflanze, empfiehlt sich das eher nicht. Wer mehrere hat, sollte verschiedene Substrate probieren. So ist am leichtesten herauszufinden, was die Jiaogulan mag.
  • Nicht sehr anspruchsvoll
  • Boden darf nicht zu trocken sein
  • Keine Staunässe
  • Ideal sind Marschböden
  • Meist reicht humose Erde völlig aus.
  • Empfohlen wurde ein Gemisch aus lehmigem Sand und Wurmhumus (1:1).
  • Sandiger Boden ist nicht günstig
Pflanzen

JiaogulaWer Samen ernten möchte, muss eine männliche und eine weibliche Pflanze anbauen. Nur weibliche bekommen aber Früchte und auch Samen. Das eigentliche Pflanzen ist nicht schwer. Man muss sehr vorsichtig mit den Pflänzchen umgehen. Jungpflanzen sind besonders empfindlich.
  • Jungpflanzen, egal ob aus Samen gezogen oder durch Stecklinge vermehrt, dürfen nicht der Sonnen ausgesetzt werden.
  • Sie stehen im hellen Schatten am besten.
  • Auch Wind ist nicht ideal.
  • Die Pflanzen müssen eine entsprechende Größe haben, um ausgepflanzt werden zu können.
  • Nicht zu tief in die Erde setzen!
  • Nur leicht andrücken.
  • Beim Pflanzen in Gefäße unbedingt eine Drainage einbauen.
  • Beim Pflanzen gleich ein Gerüst zum Klettern aufstellen, es sei denn, ein Zaum, eine Mauer oder ähnliches stehen zur Verfügung. 
Gießen und Düngen

Regelmäßig gießen ist wichtig, denn der Boden darf nicht zu trocken sein. Er darf nie vollständig austrocknen. Das ist besonders bei Topfpflanzen wichtig. Dauernässe ist schädlich, aber Trockenheit auch. Im Gefäß sollte das Substrat immer leicht feucht sein. Ausgepflanzte Exemplare kommen besser mit kurzzeitiger Trockenheit zurecht.
  • Boden ständig leicht feucht halten
  • Düngen ist gut für das Wachstum
  • Ideal soll Schaffsdung sein
  • Alternativ Kompost
  • Vorsicht vor Überdüngung mit konventionellem Dünger
  • Kein Kunstdünger!
Schneiden

Schneiden muss man die Jiaogulan eigentlich nicht. Pflanzen im Freien ziehen im Winter ein. Hier überlebt nur das Rhizom. Günstig ist es, die Ranken vor dem Frost abzuschneiden, damit die Blätter geerntet werden können. Das muss aber nicht sein. Man kann alles über den Winter stehen lassen, sollte dann aber im zeitigen Frühjahr zur Schere greifen und vor dem neuen Austrieb zurückschneiden. Bei allen kultivierten Pflanzen kann immer mal wieder geschnitten werden. Das regt das Wachstum an. Die Blätter können getrocknet oder frisch verwendet werden.

Überwintern

Hier wird zwischen Zimmer-, Freiland- und Kübelpflanze unterschieden. Bei Freilandhaltung wird eine Winterhärte von –18° C angegeben. Ich habe aber immer wieder gelesen, dass das Rhizom den Winter nicht überlebt hat. Das liegt sicher auch mit daran, dass die Pflanzen Nachzüchtungen der soundsovielten Generation sind. Die der ersten Generation scheinen deutlich winterhärter zu sein. Ich persönlich würde die Pflanze glaube ich frostfrei überwintern. Sicher ist sicher. Es ist so ein nützliches Gewächs und wenn man mal eine der richtigen Generation hat, sollte sie auch durchkommen. Das Risiko wäre mir zu groß.
  • Zimmerpflanze
    • Günstig ist, etwas zurückzuschneiden.
    • Abgeschnittene Ranken entblättern und Blätter trocknen.

  • Kübelpflanze
    • Frostfrei überwintern
    • Kann dunkel überwintern, wenn handhoch zurückgeschnitten wurde
    • Besser ist ein heller Standort im Haus. Dan kann auch in dieser Zeit frisch geerntet werden.
  • Gartenpflanze
    • Triebe frieren bei starkem Frost zurück
    • Winterhärte wird bis –18° C angegeben.
    • Ich würde das Rhizom gut abdecken, mit Laub, Reisig oder Stroh.
    • Die Triebe werden zu Beginn des Frühjahrs abgeschnitten, recht tief. Die Pflanze treibt dann neu aus.
Vermehren

Jiaogulan TeeJiaogulan kann durch Aussaat, Stecklinge und Absenker vermehrt werden. Wenn man sich eine Pflanze der „ersten Generation“ beschaffen konnte, sollte man die unbedingt vegetativ vermehren, denn nur so erzielt man genetisch-identische Nachkommen mit den guten Eigenschaften der Mutterpflanze.
  • Ideal ist Stecklingsvermehrung
  • Man nutzt Triebstecklinge diesen Jahres oder Triebspitzen, also Kopfstecklinge
  • Am besten bewurzeln noch nicht vollständig verholzte Triebe.
  • Sie werden einfach in den Boden gesteckt
  • Als Substrat wird Aussaaterde genutzt oder nährstoffarme Gartenerde.
  • Nach etwa 20 Tagen haben sich Wurzeln gebildet. Man nimmt die Pflanze aus dem Boden und schneidet den Stängel bei der Wurzel etwas ein. Das soll das Wurzelwachstum anregen(kann man auch weglassen)
  • Bei der Gelegenheit kann das Substrat gewechselt werden. Man nutzt dann nährstoffreichere Gartenerde und kann bei dieser Gelegenheit gleich Hornspäne zugeben.
  • Die Vermehrung durch Ableger ist noch einfacher
  • Hierfür werden einfach lange Triebe der Mutterpflanze in ganzer Länge auf den Gartenboden gelegt. Günstig ist, etwa alle 20 bis 30 cm etwas zum Beschweren auf den Trieb zu legen, etwas Erde, kleine Steine oder Holzstücke.
  • Die auf der Erde liegenden Vegetationspunkte treiben aus und dort bilden sich neue Wurzeln.
  • Schon nach zwei bis drei Wochen haben sich ausreichend Wurzeln gebildet, dass die Triebe vorsichtig gelöst werden können.
  • Den langen Trieb kann man dann zerschneiden und erhält neue Pflanzen, die gleich eingetopft werden können.
  • Triebe wurzeln auch ganz einfach, wenn man sie einfach in ein Wasserglas steckt.
  • All diese Methoden sorgen für identische Nachkommen der Mutterpflanze, mit all ihren guten Eigenschaften.
Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten und Schädlinge sind nahezu unbekannt. Bei Überwinterung im warmen Raum drohen Spinnmilben. Die bekommt man aber schnell los, indem man die Luftfeuchtigkeit erhöht. Im Garten sind es Nacktschnecken, die großen Schaden anrichten können. Sie scheinen die Jiaogulan sehr zu mögen und fressen sie auch gerne mal völlig kahl. Dagegen muss man unbedingt etwas tun, sonst bleibt von den Pflanzen nicht viel übrig.

Fazit

Unsterblich wird man nicht werden, wenn man die Blätter der Jiaogulan konsumiert. Auf alle Fälle ist diese Pflanze aber eine Bereicherung und gut für die Gesundheit. Dazu ist sie leichter anzubauen, als ich dachte. Ich werde mich auch an ihr versuchen, das steht fest. Mal sehen, ob ich Glück habe. Ich habe es nicht so weit bis zur Küste und der Marscherde. Das wird im nächsten Frühjahr in Angriff genommen. Alles in allem eine sehr empfehlenswerte Pflanze für alle, die ihrer Gesundheit etwas Gutes tun möchten.



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Tipps für Schnellleser
Jiaogulan, Jiaogula - Anbau-Tipps

- Jiaogulan – Kraut der Unsterblichkeit
- Sehr, sehr gesund, hilft gegen viele Krankheiten, oft vorbeugend (siehe ausführlicher Text)
- Pflege recht einfach
- Wichtig ist, einen Nachkommen der 1. Generation zu verwenden!!! (siehe Text)
- Standort – halbschattig, warm, feucht, gute Luft
- Pflanzsubstrat – Marschboden oder sehr humose Erde, kein Sandboden
- Pflanzen – keine Sonne, kein Wind zu Anfang, nicht zu tief
- Im Gefäß Drainage einbauen
- Gießen wichtig, Boden sollte stets feucht, aber nicht nass sein
- Düngen mit Schafsdung oder Kompost
- Schneiden zum Ernten oder wenn man im Haus überwintert, dann abschneiden
- Vermehren – Aussaat, Stecklinge und Absenker
- Unbedingt vegetativ vermehren
- Krankheiten kaum bekannt
- Schädlinge – Nacktschnecken – fressen alles kahl
- Insgesamt sehr empfehlenswerte Pflanze

Überwinterung
- Als Zimmerpflanze – etwas zurückschneiden
- Als Kübelpflanze – hell und auch etwas zurückschneiden
- Als Gartenpflanze – Triebe frieren zurück, Rhizom abdecken
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Über den Autor
Marion KostorzIch bin Marion aus Gifhorn, der Stadt mit dem größten Windmühlen-Museum Deutschlands, in der Südheide gelegen, also in Niedersachsen. Seit einigen Jahren arbeite ich als Freie Redakteurin und bin seit September 2012 auch für Gartendialog.de tätig. Zu meinen Hobbys gehören das Lesen und mein Garten. Schwerpunktmäßig beschäftige ich mich dort mit Clematis, Hortensien, Rosen, Gräsern und exotischen bzw. seltenen Pflanzen. Google
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