Goldfische im Gartenteich - Haltung & Überwintern



GoldfischDer Gartenteich an sich ist bei vielen Hobbygärtnern und Gartenbesitzern sehr beliebt. Der Goldfisch zählt zu den Haustieren und ist im Gartenteich nicht nur eine optische Bereicherung, sondern auch ein Traum vieler Teichbesitzer. Er ist ein Süßwasserfisch, stammt aus der Familie der Karpfenfische (Cyprinidae) und ist in vielen Zuchtformen erhältlich. Goldfische wurden vor rund tausend Jahren in China entwickelt und sind damit die ältesten Haustiere, die bekannt sind.


Die Eigenheiten der Goldfische

Kleine und große Goldfische bevölkern Aquarien und Gartenteiche. Wohl jeder kennt das typische Bild von einem Goldfisch im runden Glas, eine absolut unangemessene Haltungsweise. Auch wenn die Variationen für das Aquarium um ein Drittel kleiner sind als die Artgenossen für den Teich im Garten, ein Goldfisch braucht Platz und Raum für Bewegung. Ein Kubikmeter Volumen sollte der Gartenteich mindestens haben. So ist ein Goldfisch anatomisch aufgebaut:
  • Je nach Züchtung bis zu 35 cm Länge
  • Variationen im Aquarium rund ein Drittel kleiner
  • Goldfische haben keinen Magen, sie verdauen im Darm
  • Sie haben keine Zähne, lediglich im Schlund
  • Das Maul kann vorgestülpt werden
  • Goldfische tragen ein Schuppenkleid, außer der Varietät „Oranda“.
Auch wenn man es nicht vermuten sollte, Goldfische sind sowohl das am weitesten verbreitete und auch gehandelte Haustier. Züchter in Asien, Italien, Florida oder Israel versorgen Liebhaber für Goldfische in aller Welt mit den gewünschten Tieren. Goldfische sind mit Sicherheit aus deshalb so beliebt, weil sie ähnlich wie Fische in einem Aquarium eine beruhigende Wirkung auf den Betrachter ausüben. Ihre sanften und anmutigen Bewegungen sorgen schon fast für einen majestätischen Anblick und sind eine Krönung für einen schön angelegten Gartenteich.

Goldfische im TeichPutzmuntere Kerlchen werden den Gartenteich gleich erkunden und in jeden Winkel hineinschwimmen. Sind Teichpflanzen und Steine vorhanden, können die Tiere sich auch dazwischen aufhalten und zurückziehen. Goldfische sind durchaus neugierige Tiere, sie können sogar zahm werden und nehmen Futter aus der Hand.

Die Haltung im Gartenteich

Wenn Goldfische in einem Gartenteich leben, sollten hierzu unbedingt ein paar Voraussetzungen beachtet werden. So lieben Goldfische es, auf dem Boden des Gartenteichs zu „gründeln“. Das heißt, ein natürlicher Boden mit Sand und/oder Erde ist für die Tiere wichtig.

Grundsätzlich sollte ein Gartenteich keiner intensiven Sonnenbestrahlung ausgesetzt sein, mindestens ein Drittel der Wasserfläche muss schattig liegen. Sonst erhöhen sich dadurch das Wachstum von Algen und die Wassertemperatur, beides ist für Goldfische ungünstig. Goldfische lieben zwar Temperaturen zwischen 4° und 30°, fühlen sich aber besonders rund um 20° sehr wohl. Je tiefer ein Gartenteich ist, desto eher können Fische sich in ihrer bevorzugten „Wohlfühlzone“ aufhalten, grundsätzlich sind in höheren Wassertiefen die Temperaturen konstanter.

Sowohl zur Beschattung, wie auch zum Rückzug sollte der Gartenteich als Heimat für Goldfische Wasserpflanzen enthalten. Flächig aufliegende Blätter wie z. B. von Seerosen geben dem Wasser Schatten und den Goldfischen die Möglichkeit, sich zu verstecken. Ein natürlicher Boden sorgt für die Möglichkeit, dem angeborenen Drang, nach Futter zu suchen, nachgeben zu können.

  Achtung: Goldfische können vielleicht dafür sorgen, dass sich Amphibien nicht auf Dauer ansiedeln



Je nach Größe des Gartenteiches kann eine unterschiedliche Zahl an Goldfischen eingesetzt werden. Hierbei sollte man aber daran denken, dass Goldfische sich aber gerne und sehr zahlreich vermehren. So kann aus einem Pärchen ganz schnell eine Großfamilie mit mehr als 10 Tieren werden. Das machen sie vorzugsweise dann, wenn sie sich in ihrem Teich auch so richtig wohlfühlen. Es kommt ferner darauf an, welche Art Goldfisch in den Teich eingesetzt wird, da zur Familie der Goldfische mehrere Varianten gehören. Sie werden unterschiedlich groß und benötigen deshalb den entsprechenden Platz im Teich.

Teichfisch: GoldfischAber sowohl die Platzverhältnisse sollten beachtet werden, wie auch die Tatsache, dass Eltern-Goldfische ihre Brut manchmal auffressen. Ist der Gartenteich rund 1,50 tief und damit auch im Winter frostfrei, können die Goldfische überleben. Zur Sicherheit sollte jedoch eine Maßnahme ergriffen werden, dass die Wasseroberfläche des Gartenteiches nicht komplett zufriert. Das kann zum Beispiel mit einer Styroporplatte, die auf die Wasseroberfläche gelegt wird, oder mit speziellen Kunststoffkugeln erreicht werden.

Die Auswahl der Goldfische

Es gibt eine Vielzahl an Goldfisch-Zuchtformen, aber nicht alle sind dafür geeignet, in einem Gartenteich gehalten zu werden. Wer sich jedoch auf die einfachen Sorten beschränkt, kann darauf hoffen, dass die Tiere sich wohl fühlen und lange gesund und munter als Teichbewohner erhalten bleiben. Da man Goldfische in einem Teich nur selten und dann auch nur schemenhaft zu Gesicht bekommt, würde sich auch der Einsatz von besonders aussehenden Exemplaren, wie zum Beispiel einem Holländischen Löwenkopf, nicht so recht lohnen.

Ebenso wichtig ist die Anzahl der Goldfische, damit die Qualität des Wassers optimal bleibt. Besonders wenn kein Wasserfilter in Betrieb ist, sollten nicht zu viele Goldfische im Teich wohnen, der Sauerstoffgehalt würde sonst zu schnell absinken.
Wissen: Goldfische können bei entsprechender Pflege rund 25 Jahre alt werden!

Aber auch wenn das ein stolzes Alter ist, sieht der Alltag oft anders aus. Es gibt sowohl Goldfische, die noch älter wurden, aber die meisten von ihnen erleben wahrscheinlich noch nicht einmal die Hälfte dieses Alters. Zu viele Unwägbarkeiten können beim Alter eine Rolle spielen, manche behaupten sogar, zu viel kümmern könne sogar dafür verantwortlich sein, wenn Goldfische nur kurze Zeit leben. Fest steht sicherlich, dass das Futter eine große Rolle spielt. Wenn der Gartenteich ein gesundes Mikroklima aufweist und die Größe anhand der eingesetzten Fische ausreichend ist, muss sogar nicht unbedingt zugefüttert werden. Aber auch bei Goldfischen gibt es eine Art Veranlagung und genetische Disposition, die dafür sorgt, dass der eine alt und der andere nur halb so alt wird.

Die Größe der Goldfische

Gartenteich mit FischenAuch die Größe der Goldfische ist nicht unwichtig und man sollte sie kennen, wenn man sie in den Gartenteich einsetzen möchte. Längen bis zu 35 cm sind keine Seltenheit. Hier sollte besonders darauf hingewiesen werden, dass gerade in Bezug auf die Größe der Tiere oft ein bisschen Humbug betrieben wird, Zwerggoldfische und kleinbleibende Arten gibt es nicht! Fische wachsen während ihres gesamten Daseins, nur eben der eine langsamer und der andere schneller. Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich das Wachstum jedoch, sodass es im Alter kaum noch bemerkbar ist.

Die Fütterung

Je größer der Teich, desto weniger müssen Goldfische gefüttert werden. In großen und natürlich angelegten Gartenteichen kann man sogar auf die Fütterung fast vollständig verzichten. Wer einen kleinen Teich mit Goldfischen besetzen möchte, sollte bei der Fütterung bedenken, dass die Dosierung des Futters umso schwieriger wird, je kleiner der Teich ausfällt. Die Wasserwerte können sich durch das Futter besonders im Sommer sehr schnell verschlechtern. Bei sinkenden Temperaturen wird immer weniger Futter gegeben, bis im Winter ganz damit aufgehört wird. Dann halten Goldfische ihre Winterruhe und brauchen kein Futter mehr.

Goldfische sind Allesfresser, das bereichert die Auswahl des Futters erheblich. Neben speziellem Futter in Pelletform oder Sticks gibt es auch gefriergetrocknete Kleintiere wie Wasserflöhe oder Mückenlarven. Grundsätzlich ist es vorteilhaft, wenn man sich nicht ausschließlich auf Trockenfutter beschränkt, sondern eine bunte Mischung von allen Futterbestandteilen anbietet. Wichtig ist jedoch, nicht zu viel Futter in den Teich zu werfen, da die Wasserqualität darunter leidet.

  Tipp: Ab einer Wassertemperatur von weniger als 8° nicht mehr füttern



Überwintern im Teich

Für die Goldfische, die den Winter über im Gartenteich bleiben sollen, müssen einerseits die Bedingungen für die Überwinterung im Teich optimiert werden und andererseits muss auch der Fisch von seiner Natur aus dazu in der Lage sein. Einfache Goldfische, der Kometenschwanz oder der Grasgoldfisch sind Exemplare, die im Winter über im Gartenteich bleiben können. Grundsätzlich sollten die Tiere schon länger als 6 Monate im Gartenteich leben, dann sind sie an das Milieu gewöhnt.

Goldfisch überwinternFür eine erfolgreiche Überwinterung ist jedoch eine Wassertiefe von 1,50 Meter erforderlich. Außerdem muss die Wasseroberfläche stets auf einem Stück eisfrei bleiben, damit die Tiere Sauerstoff bekommen. Dafür können sogenannte Koi Kugeln aus Kunststoff oder ein Schwimmer auf die Wasseroberfläche gegeben werden. Das hat außer dem Effekt, dass diese Stelle eisfrei bleibt auch noch einen dekorativen Charakter.

Überwintern im Haus

Wenn der Gartenteich nicht die idealen Bedingungen für die Überwinterung von Goldfischen aufweist, können die Tiere auch in ein Kaltwasserbecken im Haus umziehen. Aber auch dafür gibt es einiges zu beachten, so soll zum Beispiel die Raumtemperatur nicht „Zimmertemperatur“ haben. Das heißt, ein kalter Keller oder eine frostfreie Garage sind ideal. Goldfische können in einer Tonne oder in einem Glasbecken im Keller überwintern und müssen hier nicht unbedingt mit Sauerstoff versorgt werden. Auch Futter bekommen die Tiere während ihrer Winterruhe nicht.

Die Rückführung in den Garten

Im Frühling können die Fische langsam wieder darauf vorbereitet werden, dass sie in den Gartenteich zurückkehren. Das geschieht über langsam einsetzendes Füttern und wenn die Temperatur mindestens 4° beträgt. Auch sollte natürlich kein Frost mehr drohen, wenn die Tiere wieder in den Teich umziehen.

Goldfische vor unbefugtem Zugriff schützen

Vielleicht wird bei dieser Gelegenheit auch darüber nachgedacht, den Teich grundsätzlich zu sichern, damit Katzen nicht auf die Idee kommen, nach den Goldfischen zu angeln. Je nachdem, welchen Schutz man auswählt, schützt man gleichzeitig auch Kinder davor, in den Teich hineinzufallen. Dafür können diese Möglichkeiten hilfreich sein:
  • Teichzaun
  • Elektrozaun
  • Katzen Stop Spray
  • Pflanzen, die Katzen nicht mögen wie Weihrauch
  • Netz über dem Teich
GoldfischeAus diesem Schutz können sich auch rechtliche Fragen bilden, besonders wenn es nicht die eigene Katze ist, die durch solche Maßnahmen ferngehalten werden soll. Vielleicht ist es sinnvoller, den Teich mit genügend Rückzugsmöglichkeiten für die Fische auszustatten, damit diese einer angelnden Katze nicht ausgeliefert sind.

Fazit

Goldfische sind nach wie vor beliebte Bewohner eines Gartenteiches. Wenn man keinen winterfesten Teich erzielen kann, können die Bewohner in ein Kaltwasserbecken im Haus umziehen. Hier sind aber dringend die Größe und die Zahl der Fische zu beachten, damit diese Platz genug im Wasser haben. Reichlich Platz im Wasser ist nicht nur hierbei wichtig, sondern grundsätzlich auch im Gartenteich. Wenn keine Belüftungsanlage vorhanden ist, sollten nicht zu viele Fische zusammen eingesetzt werden. Goldfische können nicht nur groß werden, sondern auch sehr alt. Zwar ist das nur ein „Können“, aber immerhin ist selbst ein Mittelwert von 10 Jahren schon eine beachtliche Zeit. Das liegt nicht nur an der guten Fütterung – was keineswegs üppige Fütterung heißt – sondern auch an einer möglichst artgerechten Haltung. Ausreichend Platz und Bepflanzung im Gartenteich, gute Überwinterung und nicht viel Futter sorgen dafür, dass die schönen Tiere ein glückliches Leben führen können.
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Tipps für Schnellleser
Wissenswertes über Goldfische

- Goldfische sind die ältesten „Haustiere“ der Welt
- Ein Gartenteich sollte mindestens eine Tiefe von 1,50 Meter haben
- Ein Kubikmeter Wasser ist für Goldfische ideal
- Eher weniger füttern wegen der Wasserqualität
- Goldfische sind gesellige Tiere
- Sie können handzahm werden
- Sie können bis 30 Jahre alt werden
- Sie wachsen ein Leben lang, bis zu 35 cm
- Goldfische haben keinen Magen, sie verdauen im Darm
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