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Weihnachtsstern: ist er giftig? | Infos für Kinder und Haustiere

Weihnachtsstern giftig

Neben dem geschmückten Weihnachtsbaum, Plätzchen und Mandelstollen, Kerzen, Weihnachtsliedern und dem Rascheln von Geschenkpapier gehört er zur Weihnachtszeit, der Weihnachtsstern. Die dekorative Zimmerpflanze mit den leuchtend roten Blättern wird auch Adventsstern, Poinsettie oder Christstern genannt. Die botanischen Bezeichnung Euphorbia pulcherrima deutet auf seine Verwandtschaft mit den Wolfsmilchgewächsen (Euphorbiaceae) hin. Viele Wolfsmilchgewächse sind giftig. Wie giftig ist der Weihnachtsstern?

Anziehend für Kinder und Haustiere

Der Weihnachtsstern stammt aus Mexiko. Er blüht von November bis März, wobei die Blüten kaum auffallen und weniger attraktiv sind, als die farbintensiven Hochblätter. Seit einigen Jahren sind neben den klassischen roten Exemplaren auch Weihnachtssterne in Weiß und Gelb erhältlich.

Die beliebte Zimmerpflanze sieht wunderschön aus. Der Kontrast zwischen den dunkelgrünen Blättern und den Hochblättern wirkt sehr dekorativ.

Weihnachtsstern Euphorbia pulcherrima

Schnell passiert es, dass Katzen und Hunde an den Blättern knabbern. Auch auf Kleinkinder üben die farbintensiven Hochblätter eine enorme Anziehungskraft aus. Kinder haben dazu die Angewohnheit, interessante Dinge ganz einfach in den Mund zu stecken.

Wolfsmilch

Die Pflanzen der Gattung Euphorbiaceae fallen durch ihren weißen Milchsaft auf. Auch der Weihnachtsstern enthält die sogenannte Wolfsmilch. Jedes Jahr zur Weihnachtszeit mehren sich Hinweise und Aufrufe zur Vorsicht vor Wolfsmilchgewächsen wie Christusdorn, Bleistiftstrauch, Zypressenwolfsmilch und auch der Weihnachtsstern, da diese giftig seien.

Richtig ist, dass alle Teile des dekorativen Weihnachtssterns giftig sind.

Das sind:

  • Wurzeln
  • Stängel
  • grüne Blätter
  • farbige Hochblätter
  • Blüten
  • Samen

Besondere Vorsicht gilt dem weißen Milchsaft, der Wolfsmilch. Grund dafür ist die Giftigkeit des enthaltenen Terpenesters.

Giftigkeit

Die Giftigkeit der Pflanzenteile des Weihnachtssterns wird als mittelschwer eingestuft. Die Vergiftung wird an folgenden Symptomen sichtbar:

  • Magen-Darm-Beschwerden nach oraler Aufnahme einzelner Teile
  • Hautreizungen
  • Schleimhautreizungen
  • Augenreizungen

In den meisten Fällen endet die Aufnahme von Pflanzenteilen der Wolfsmilchgewächse mit Übelkeit oder Magenbeschwerden. Nichtsdestotrotz können besonders empfindliche Menschen und vor allem Kleinkinder intensiver als andere auf die Wolfsmilch reagieren.

Erste Hilfe bei Kleinkindern

Kind reibt sich Augen

Wenn Ihr Kind Teile des Weihnachtssterns in den Mund gesteckt hat, geben Sie ihm Wasser zu trinken. Wenn Ihr Kind mit Hautreizungen auf den Kontakt mit dem weißen Milchsaft reagiert, hilft meist eine gründliche Reinigung mit warmem Wasser.

Vorsicht ist bei Augenreizungen durch den Kontakt mit Euphorbia pulcherrima angesagt. Führen Sie schnell eine gründliche Spülung des Auges mit klarem Wasser durch. Empfohlen wird eine 10-minütige Spülung.

Größere Kinder und Jugendliche neigen dazu, Verbotenes auszuprobieren. Versuchen Sie, Ihr Kind bezüglich des Verzehrs giftiger Pflanzen zu sensibilisieren. Immer wieder landen Jugendliche nach dem Verzehr giftiger Pilze und Pflanzen mit lebensbedrohlichen Vergiftungserscheinungen in der Notaufnahme.

Hinweis: Auch Erwachsene sollten vorsichtig sein. Tragen Sie beim Umtopfen der Weihnachtssterne oder beim Abschneiden verwelkter Blätter Handschuhe. Beim Verletzen der Pflanzenteile tritt Milchsaft aus, der die Haut stark reizen kann.

Erste Hilfe bei Haustieren

Vor allem Katzen sind kaum davon abzuhalten, an Zimmerpflanzen zu knabbern. Auch der Euphorbia pulcherrima ist vor ihnen nicht sicher und gerade dieser ist für Katzen gefährlich.
Wenn Ihr Haustier folgende Vergiftungserscheinungen aufweist:

  • Benommenheit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • starker Speichelfluss
  • Apathie
  • plötzliches Zittern
  • Krämpfe
  • Schockzustände
Weihnachtsstern giftig

sollten Sie umgehend den Tierarzt aufsuchen oder eine Tier-Notrufnummer wählen. Nehmen Sie am besten den Weihnachtsstern zum Arztbesuch mit, so kann der Tierarzt die aufgenommene Menge einschätzen.

Vor allem kleinere Haustiere wie Katzen, Kaninchen, Chinchilla, Hamster, Vögel und Meerschweinchen und Jungtiere sind gefährdet.

Tipp: Wer Haustiere hat, sollten zur Sicherheit ihrer Lieblinge auf den Weihnachtsstern in der Wohnung verzichten.

Neue Züchtungen

Bei den meisten auf dem Markt erhältlichen Weihnachtssternen ist die Giftigkeit gering einzuschätzen. Stark giftig war der ursprünglich aus Mexiko importierte Weihnachtsstern, der die Basis für moderne Züchtungen darstellt. Die Züchter konnten in den vergangenen Jahren erfolgreich die Giftigkeit bei neuen Sorten der Euphorbia pulcherrima reduzieren. Allerdings sollten Sie beim Kauf von Weihnachtssternen auf die Herkunft achten. Vor allem bei importierten Pflanzen aus dem nichteuropäischen Raum kann eine höhere toxische Wirkung nicht ausgeschlossen werden.

Giftnotrufzentralen

Die Giftnotrufzentralen in Deutschland sind rund um die Uhr besetzt. Eine Übersicht aller Standorte finden Sie im Internet. Die Giftnotrufzentralen helfen Ihnen, wenn Sie Vergiftungssymptome bei Ihren Angehörigen wahrnehmen. Gleichzeitig erhalten Sie wichtige Informationen zur Giftigkeit von Pflanzen sowie Anleitungen für Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Vergiftungserscheinungen.

Quellen:
https://www.ggiz-erfurt.de/wolfsmilchgewaechse.html
https://gizbonn.de/giftzentrale-bonn/pflanzen/weihnachtsstern